III.

_Weimar_, den 9t. May 1824.

Ew. Wohlgeb.

stelle mit wenigen Worten einen jungen Sänger und Schauspieler, Eduard

Genast, vor; er ist auf unserm Theater einem verdienten Vater geboren,

verließ es jung um sich anderweit für die bürgerliche Gesellschaft

zu bilden, kehrte darauf, wegen bedeutender Stimme zur Bühne zurück,

zog von uns weg, und von der Ausbildung seines Talents weiß ich daher

nichts zu sagen. Sie werden ihn bald beurtheilen und vielleicht mit

wenigen kräftigen Worten zu fördern geneigt seyn.

Von Herrn Helbig hoffe ich bey seinem hiesigen Aufenthalt zu vernehmen,

daß Sie Sich wohl befinden; er ist in der Schopenhauerischen Familie

gut aufgenommen und soll auch mir willkommen seyn.

Der ich zugleich die Gelegenheit ergreife, Sie meiner vollkommenen

Hochschätzung und aufrichtigen Theilnahme zu versichern

ergebenst

_J. W. v. Goethe_.

Briefe an Ludwig Tieck (1/4) Erster Band · 第 245 / 326 题