_Dresden_, 28. August 1829.
Erlauben Sie mir werther Herr Hofrath, Ihnen hier meinen aufrichtigen
Glückwunsch über die gestrige so glückliche gelungene Darstellung
des Faust, vorzüglich aber über den schönen Prolog auszusprechen,
mit welchem Sie uns beschenkt haben. -- Er ist mir in jedem Sinne
vortrefflich erschienen, und ich fühle mich gedrungen Sie um Erlaubniß
zu bitten, ihn abschreiben zu dürffen in sofern er nicht etwa im Druck
erscheint. -- Ich habe nicht allein den Wunsch ihn für mich zu besitzen
sondern möchte ihn auch gern dem Herzog Carl von Meklenburg schicken,
welchem ich Bericht erstatten will über alles was ich gestern gesehen
und gehört. --
Die Einrichtung des ganzen schien mir höchst gelungen und das Spiel der
Mitwirkenden, fast in allen Stücken, _sehr lobenswerth._ Auch die
scenirte Einrichtung leistete alles was auf einem so kleinen Theater
zu fordern ist. Verzeyhen Sie mir meine bescheidene Frage; -- werden
Sie nicht hie und da noch, den Stift ansetzen? War die letzte Scene
nicht zu lang -- so vortrefflich sie auch gespielt wurde?! Verzeyhen
Sie werther Herr Hofrath diese bescheidenen Fragen, und genehmigen Sie
die Versicherung meiner vollkommensten Hochachtung und freundlichen
Ergebenheit
_Brühl_.