ergebensten
_Bernh. v. Beskow_.
=Böttiger, Karl August.=
Geboren den 8. Juni 1760 zu Reichenbach im sächsischen
Voigtlande, gestorben den 17. November 1835 zu Dresden, wo er
von 1804 bis 1821 Studiendirektor des Pagenhauses, späterhin
der Ritterakademie gewesen. Alle Welt weiß von seiner früheren
Stellung als Gymnas.-Direktor und Oberkonsist.-Rath zu Weimar;
von seinem wissenschaftlichen Verkehr mit den größten Geistern;
von seiner gediegenen Alterthumskunde; von seinen zahlreichen
und gelehrten Werken in diesem Gebiete; -- aber auch von seinen
kritisch-theatralischen „Entwickelungen“ und breiten Recensionen
--. Letztere zogen ihm damals, wo Iffland in W. Gastrollen gegeben,
den scharfen Ausfall im Gestiefelten Kater zu. Und es ist ein
wohlthuender Beweis von der Versönlichkeit des Alters, daß zwischen
ihm und Tieck in Dresden ein unverstellt herzlicher Umgang möglich
wurde, der allen alten Groll aufhob. Deß’ zum Zeichen stehe dies
kleine Briefchen (das einzige welches vorlag) hier abgedruckt,
obgleich es kürzer ist, wie die Vorrede dazu.
Von Hause den 12. July 1835.
_Verehrtester Herr Hofrath._
Bis ich mich selbst bedanken komme, empfangen Sie vorläufig meinen
aufrichtigsten Dank für so zuvorkommende Güte in Mittheilung von
Bettina’s Briefen.
Ich fürchte mein litterarischer Optimismus wird an dieser Klippe doch
Schiffbruch leiden und verspreche schnelle Zurücksendung.
Ich bitte um die Erlaubniß, in den nächsten Tagen Ihnen einige Minuten
rauben zu dürfen.
Sie wissen, daß Raupach die ehrenwerthe Struve’sche Trinkgesellschaft
(??) mit einer Menagerie verglichen hatte. Am Morgen nach seiner
Abreise fand man neben der Liste einliegen: Der Bär ist nach Bern
abgereiset.
Mögen Sie wohl seyn! Ich werde mich Ende dieses Monats einige Tage in
Teplitz erfrischen.
Hochachtungsvoll und treu-
ergebenst
_Böttiger_.
=Boisserée, Sulpice.=
Ueber die Verdienste, welche sich dieser außerordentliche Mann,
im Vereine mit seinen Brüdern: Melchior und Baptiste Bertram um
Studium und Geschichte altdeutscher Kunst erworben, ist kein Wort
weiter nöthig. Im Jahre 1831 ging von ihm das große Werk aus,
welches den Kölner Dom in seiner ganzen erhabenen Gesammtheit
zur Anschauung brachte, und dadurch gab eigentlich B. den ersten
entscheidenden Impuls zum Ausbau dieses bewundernswürdigen Denkmals
aus großer Zeit. -- Die von ihm hier mitgetheilten vier Briefe
reichen von 1815 (B. ist 1783 zu Köln geboren) bis 1835. Der erste
derselben möchte in seiner, nur kunsthistorischen Mittheilungen
gewidmeten, Ausführlichkeit vielen unserer Leser zu lang dünken.
Doch da er von Tieck ausdrücklich für die Aufnahme bezeichnet
worden, durfte er nicht zurückgelegt werden.