_Ballstad_ (in der Nähe von Upsala),
d. 15. Juny 1844.
_Hochverehrter Meister und Freund!_
Der Ueberbringer dieser Zeilen, _Josephson_, Doctor der
Philosophie, wünscht sehnlich, Ihnen sich vorstellen zu dürfen. Er ist
ein junger Mann von dichterischem Gemüth und ästhetischer Bildung;
ein talentvoller Musiker und genialer Componist, der auch selbst die
Worte zu seinen Liedern setzt; übrigens mein Freund, dem ich vom Herzen
gern bei Ihnen, wenn mein Nahme nicht schon längst Ihrem Gedächtniß
entfallen ist eine gütige Aufnahme erbitte.
Ihr
treu-ergebenster
_Atterbom_.
=Aubin, St.=
Näheres weiß die Redaktion über diesen Mann nichts zu berichten,
als daß er längere Zeit hindurch Mitglied der französischen
Schauspielergesellschaft in Berlin gewesen und von Tieck auf
jede Weise ausgezeichnet worden ist. In wie fern seine Bedeutung
auf der Bühne solche Gunst verdiente, darüber mögen Alle Zeugniß
ablegen, die sich an seinen Darstellungen ergötzten. Daß er aber
auch als Mensch Achtung einflößen mußte, bekunden diese Briefe.
Und wer irgend Gelegenheit fand, die geistige Ausbildung namhafter
französischer Akteurs, besonders ihr Verhältniß zu deutscher
Literatur und Poesie zu ergründen, der wird den Werth eines Mannes
erkennen und schätzen, welcher sich _so_ über Ludwig Tieck’s
„Hexensabbat“ ausspricht!!