»Ich angle lieber«, die Operettensängerin wiegte sich in ihren Hüften.
Sie sang die drei Worte wie einen Coupletrefrain.
»Aber mit künstlichen Mücken«, sagte der Thorax. Der alte Herr
Klunkenbul, Xylograph aus Braunschweig, ließ einige asthmatische
Vokabeln aus seinem weißen Bart fallen; der stand wie eine beschneite
Tanne im Hochwald seines Gesichts:
»Davos ist im Glanz der funkelnden Wintersonne die reine Märchenwelt.«
Man schien ihn nicht gehört zu haben und er wiederholte eigensinnig:
»... die reine Märchenwelt ...«
»Der Monismus ist eine bedauerliche Zeiterscheinung«, sagte Sylvester
und wandte sich ernst an Herrn Klunkenbul.
»Wie meinen Sie?« Herr Klunkenbuls Bart öffnete sich erstaunt.
Der naturwissenschaftliche Oberlehrer hatte nur das Wort Monismus
vernommen.
»So glauben Sie nicht an Häckel und an seine wunderbaren
Forschungsresultate?«
»Ich glaube immer noch lieber an Gott«, sagte Sylvester.
Der naturwissenschaftliche Oberlehrer prustete überlegen. Herr
Klunkenbul, der streng protestantisch gesinnt war, rief »Bravo!« und
prostete Sylvester zu.
Die hübsche Russin Agafja warf wie bunte Glasperlen strahlende Augen auf
Sylvester.
Er ist ein Dichter, dachte sie, ein deutscher Dichter -- aber ein
Dichter, und sah Sonne, Mond und Sterne ihn umwandeln.
Und während sie sich eine Mandarine schälte, sagte sie leise ein paar
russische Verse:
Wenn der Dichter träumt, weinen die Mädchen,
Und im Morgenrot liegt die Blüte ihres Herzens betaut.