(Green Mountain) und das umgebende Land sind mit einer groszen Masse
loser Bruchstücke von einigen hundert Fusz an Mächtigkeit bedeckt. Die
untern Schichten bestehn meistens aus feinkörnigen, in unbedeutendem
Grade consolidirten Tuffen[19] und die obern Schichten aus groszen losen
Fragmenten, welche mit Schichten feinerer abwechseln[20]. Eine weisze
bandartige Schicht einer zerfallenen bimssteinartigen Breccie war in
merkwürdiger Art in tiefen ununterbrochenen Bogen unterhalb eines jeden
der gröszeren Fragmente in der darüber liegenden Schicht eingebogen.
Nach der relativen Lage dieser Schichten vermuthe ich, dasz ein Crater
mit enger Mündung, welcher nahezu an der Stelle des Grünen Berges stand,
wie eine ungeheure Windbüchse vor seiner endlichen Erlöschung diese
colossale Anhäufung loser Massen ausgeschossen hat. Später nach diesem
Ereignisse haben beträchtliche Lagenveränderungen stattgefunden und ein
ovaler Circus hat sich durch Senkung gebildet. Dieser gesunkene Raum
liegt am nordöstlichen Fusze des Grünen Bergs und ist auf der
beiliegenden Karte ganz gut dargestellt. Seine längere Axe, welche mit
einer von Nordost nach Südwest ziehenden Spaltungslinie in Zusammenhang
steht, beträgt in der Länge drei Fünftel einer nautischen Meile; seine
Seiten sind nahezu senkrecht, mit Ausnahme einer Stelle, und ungefähr
400 Fusz hoch; sie bestehn im untern Theile aus einem blassen Basalt mit
Feldspath und im obern Theile aus dem Tuff und ausgeworfenen losen
Bruchstücken; der Boden ist glatt und eben, und in beinahe jedwedem
andern Clima würde sich hier ein tiefer See gebildet haben. Nach der
Mächtigkeit der Schicht loser Fragmente zu urtheilen, von welcher das
umgebende Land bedeckt ist, musz die Masse gasförmiger Substanzen,
welche zu ihrem Auswerfen nothwendig war, ganz enorm gewesen sein; wir
dürfen es daher für wahrscheinlich halten, dasz nach den Explosionen
ungeheure unterirdische Höhlen blieben und dasz das Einsinken des Dachs
von einer derselben die eben beschriebene Vertiefung erzeugte. Auf dem
Galapagos-Archipel kommen grubenartige Löcher von ähnlichem Character,
aber von viel geringerer Grösze häufig am Fusze kleiner Eruptionskegel
vor.
~Ausgeworfene Bruchstücke von Granit.~ -- In der näheren Umgebung des
Grünen Bergs werden nicht selten Fragmente fremder Gesteinsarten mitten
in die Schlackenmassen eingebettet gefunden. Lieut. EVANS, welchem ich
für mancherlei Information verbunden bin, gab mir mehrere Stücke und ich
selbst habe andere gefunden. Sie besitzen nahezu sämmtlich eine
granitische Structur, sind brüchig, dem Gefühle nach rauh, und offenbar
von veränderter Färbung. ~Erstens~: ein weiszer Syenit, mit Roth
gestreift und gefleckt; er besteht aus gut krystallisirtem Feldspath,
zahlreichen Quarzkörnern und glänzenden, wennschon kleinen Krystallen
von Hornblende. Der Feldspath und die Hornblende sind in diesem und in
den folgenden Fällen durch das Reflexions-Goniometer, der Quarz durch
seine Erscheinung vor dem Löthrohr bestimmt worden. Der Feldspath in
diesen ausgeworfenen Fragmenten ist wie die glasige Art im Trachyt nach
seiner Spaltung ein Kali-Feldspath. ~Zweitens~: eine ziegelrothe Masse
von Feldspath, Quarz und kleinen dunklen Flecken eines zersetzten
Minerals; ein sehr kleines Stückchen desselben war ich seiner Spaltung
nach als Hornblende zu bestimmen im Stande. ~Drittens~: eine Masse
verworren krystallisirten weiszen Feldspaths mit kleinen Nestern eines
dunkel gefärbten Minerals, häufig angefressen, äuszerlich abgerundet,
mit einem glänzenden Bruche, aber ohne deutliche Spaltbarkeit; nach
einem Vergleiche mit dem zweiten Handstück zweifle ich nicht daran, dasz
es geschmolzene Hornblende ist. ~Viertens~: eine Gesteinsart, welche auf
den ersten Blick wie eine einfache Aggregation deutlicher und groszer
Krystalle von trüb gefärbtem Labrador-Feldspath erscheint[21]; aber in
den Zwischenräumen zwischen denselben findet sich etwas weiszer
körniger Feldspath, äuszerst zahlreiche Glimmerblättchen, ein wenig
veränderte Hornblende und, wie ich glaube, kein Quarz. Ich habe diese
Fragmente im Detail beschrieben, weil es selten ist[22], granitische
Gesteinsarten aus Vulcanen ausgeworfen zu finden, deren ~mineralische
Bestandtheile unverändert~ sind, wie es bei dem ersten Stücke und zum
Theile auch bei dem zweiten der Fall ist. Ein anderes groszes, an einer
andern Stelle gefundenes Fragment verdient eine Erwähnung; es ist ein
Conglomerat, welches kleine Bruchstücke von granitischen, zelligen und
jaspisartigen Gesteinsarten und von Hornstein-Porphyren in eine
Grundmasse von Wacke eingebettet enthält, die von zahlreichen dünnen
Schichten eines concretionären, in Obsidian übergehenden Pechsteins
durchzogen ist. Diese Schichten sind parallel, unbedeutend gewunden und
kurz; sie dünnen sich an den Enden aus und sind der Form nach den
Quarzschichten im Gneisz ähnlich. Es ist wahrscheinlich, dasz diese
kleinen eingeschlossenen Fragmente nicht einzeln ausgeworfen, sondern in
einem flüssigen vulcanischen, mit Obsidian verwandten Gestein
eingewickelt waren; und wir werden sofort sehn, dasz mehrere Varietäten
dieser letzteren Gesteinsreihe eine lamellöse Structur annehmen.
~Trachytische Gesteinsreihe.~ -- Dieselben nehmen die erhobeneren und
centralen und gleicherweise auch die südöstlichen Theile der Insel ein.
Der Trachyt ist meistens von einer blaszbraunen Färbung, mit kleinen
dunkleren Stellen gefleckt; er enthält zerbrochene und verbogene
Krystalle von glasigem Feldspath, Körner spiegelnden Eisens und schwarze
mikroskopische Punkte, welche letztere, da sie leicht schmelzen und dann
magnetisch werden, wie ich vermuthe, Hornblende sind. Die gröszere Zahl
der Berge besteht indessen aus einem weiszen, zerreiblichen Steine,
welcher wie ein trachytischer Tuff erscheint. Obsidian, Hornstein und
mehrere Arten von blättrigen, feldspathigen Gesteinsarten sind mit dem
Trachyt verbunden. Es findet sich keine deutliche Stratification; auch
konnte ich an keinem der Hügel dieser Reihe eine craterförmige Bildung
entdecken. Beträchtliche Dislocationen haben stattgefunden; viele
Spalten in diesen Gesteinen sind noch offen oder nur zum Theil mit losen
Fragmenten erfüllt. Innerhalb des hauptsächlich aus Trachyt gebildeten
Raumes[23] sind einige basaltische Ströme hervorgebrochen; und nicht
weit vom Gipfel des Grünen Berges findet sich ein Strom vollständig
schwarzer blasiger Lava, welche äuszerst kleine Krystalle glasigen
Feldspaths von abgerundetem Aussehn enthält.
Das oben erwähnte weiche weisze Gestein ist dadurch merkwürdig, dasz es,
wenn es in Masse zur Betrachtung kömmt, in eigenthümlicher Weise einem
sedimentären Tuff ähnlich ist: es dauerte lange, bis ich mich davon
überzeugen konnte, dasz sein Ursprung ein anderer gewesen sei; andere
Geologen sind durch äuszerst ähnliche Bildungen in andern trachytischen
Gebieten gleichfalls verwirrt worden. An zwei Stellen bildete dieses
weisze erdige Gestein isolirt stehende Hügel, an einer dritten war es
mit säulenförmigem und blättrigem Trachyt vergesellschaftet; ich bin
aber nicht im Stande gewesen, eine wirkliche Verbindung zu verfolgen. Es
enthält zahlreiche Krystalle glasigen Feldspaths und schwarze
mikroskopische Flecken und ist mit kleinen dunkleren Stellen gezeichnet,
genau so wie in dem umgebenden Trachyt vorkommen. Seine Grundsubstanz
ist indessen unter dem Mikroskop betrachtet meistens völlig erdig;
zuweilen aber bietet sie eine entschieden krystallinische Structur dar.
Auf dem als »Crater eines alten Vulcans« bezeichneten Berge geht das
Gestein in eine blasz grünlich-graue Varietät über, welche nur darin von
ihm verschieden ist, dasz sie eine andere Färbung besitzt und nicht so
erdig ist; der Übergang war in einem Falle unmerkbar, in einem andern
Falle machte er sich so, dasz zahlreiche abgerundete und eckige Massen
der grünlichen Varietät in die weisze Varietät eingebettet waren; -- in
diesem letztern Falle war die äuszere Erscheinung der einer sedimentären
Ablagerung sehr ähnlich, welche während der Ablagerung einer folgenden
Schicht zerbrochen und abgenagt wurde. Diese beiden Varietäten werden
von unzähligen gewundenen (sofort näher zu beschreibenden) Adern quer
durchsetzt, welche eingespritzten Trappgängen und in der That allen
andern Adern, welche ich jemals gesehen habe, gänzlich unähnlich sind.
Beide Varietäten schlieszen einige wenige zerstreute, gröszere und
kleinere Fragmente dunkelfarbiger schlackenartiger Gesteinsarten ein;
bei einigen derselben sind die Zellen zum Theil mit der weiszen erdigen
Gesteinsart erfüllt; sie schlieszen gleichfalls einige ungeheure Blöcke
eines zelligen Porphyrs ein[24]. Diese Gesteinsbruchstücke springen von
der verwitterten Oberfläche vor und sind vollständig den in einem echten
sedimentären Tuff eingebetteten Fragmenten ähnlich. Da es aber bekannt
ist, dasz fremdartige Fragmente zelligen Gesteins zuweilen in
säulenförmigen Trachyt, in Phonolith[25] und in andere compacte Laven
eingeschlossen sind, so bietet dieser Umstand keinen wirklichen
Beweisgrund für den sedimentären Ursprung des weiszen erdigen Gesteins
dar[26]. Der unmerkliche Übergang der grünlichen Varietät in die weisze
und ebenso der plötzlichere sich darin zeigende Übergang, dasz Fragmente
der ersteren in der letzteren eingeschlossen sind, dürften das Resultat
unbedeutender Verschiedenheiten in der Zusammensetzung einer und der
nämlichen Masse geschmolzenen Gesteins und der abschleifenden Wirkung
eines derartigen noch immer flüssigen Theils auf einen andern bereits
festgewordenen Theil sein. Die merkwürdig geformten Adern haben sich,
wie ich glaube, dadurch gebildet, dasz sich kieselige Substanz später
abgelöst hat. Der hauptsächlichste Grund aber für meine Annahme, dasz
diese weiszen erdigen Gesteine mit ihren fremdartigen Einschlüssen nicht
sedimentären Ursprungs sind, ist die äuszerste Unwahrscheinlichkeit,
dasz Krystalle von Feldspath, schwarze mikroskopische Stellen und kleine
Flecken von einer dunkleren Färbung in der nämlichen verhältnismäszigen
Anzahl in einem wässrigen Niederschlag und in Massen soliden Trachyts
vorkommen. Überdies erschlieszt, wie ich bemerkt habe, das Mikroskop
gelegentlich eine krystallinische Structur in der scheinbar erdigen
Grundsubstanz. Andererseits ist die theilweise Zersetzung solcher
groszen Massen von Trachyt, welche ganze Berge bilden, zweifellos ein
Umstand, der nicht leicht zu erklären ist.
~Adern in den erdigen trachytischen Massen.~ -- Diese Adern sind
auszerordentlich zahlreich und durchsetzen in der allercomplicirtesten
Art und Weise die beiden gefärbten Varietäten des erdigen Trachyts: sie
sind am besten an den Seitenabhängen des »Craters eines alten Vulcans«
zu sehen. Sie enthalten Krystalle von glasigem Feldspath, schwarze
mikroskopische Flecke und kleine dunkle Stellen, genau so wie in dem
umgebenden Gestein; die Grundsubstanz ist aber sehr verschieden, sie ist
auszerordentlich hart, compact, etwas brüchig und von einer eher weniger
leichten Schmelzbarkeit. Die Adern schwanken beträchtlich in ihrer Dicke
und zwar plötzlich von einem Zehntel Zoll zu einem Zoll; sie dünnen sich
häufig aus, und zwar nicht blosz an ihren Rändern, sondern auch in ihren
mittleren Theilen, wo dann runde unregelmäszige Öffnungen übrig bleiben;
ihre Oberfläche ist rauh. Sie sind unter allen nur möglichen Winkeln
gegen den Horizont geneigt oder auch horizontal; sie sind meistens
krummlinig und verzweigen sich häufig unter einander. Ihrer Härte wegen
widerstehn sie dem Verwittern, und erstrecken sich, 2 oder 3 Fusz
oberhalb des Bodens vorspringend, gelegentlich einige Yards an Länge
hin: werden diese plattenartigen Adern angeschlagen, so geben sie einen
Ton fast wie den einer Trommel und man kann deutlich sehn, dasz sie
schwingen; ihre über den Boden hin zerstreuten Bruchstücke klappern wie
Eisenstücke, wenn sie gegen einander gestoszen werden. Sie nehmen
zuweilen die eigenthümlichsten Formen an; ich sah ein Fuszgestell von
erdigem Trachyt, welches von einem halbkugligen Abschnitt einer Ader wie
von einem groszen Regenschirm bedeckt wurde, grosz genug, um zwei
Personen Schutz zu gewähren. Ich habe sonst nirgendwo derartige Adern
oder Beschreibungen solcher gesehn; ihrer Form nach sind sie aber den
eisenhaltigen Bändern ähnlich, welche, in Folge irgend eines
Absonderungsprocesses, nicht ungewöhnlich in Sandsteinen vorkommen, --
beispielsweise im Neuen Rothen Sandstein (Buntsandstein) in England.
Zahlreiche Adern von Jaspis und von Kieselsinter, welche auf dem Gipfel
des nämlichen Berges vorkommen, zeigen, dasz irgend eine äuszerst reiche
Quelle von Kiesel vorhanden gewesen ist, und da diese plattenförmigen
Adern vom Trachyt nur in ihrer gröszern Härte, Brüchigkeit und weniger
leichten Schmelzbarkeit verschieden sind, so erscheint es
wahrscheinlich, dasz ihr Ursprung der Absonderung oder Infiltration von
kieseliger Substanz zuzuschreiben ist, in derselben Art und Weise, wie
es in vielen sedimentären Gesteinen mit den Eisenoxyden der Fall ist.
~Kieseliger Sinter und Jaspis.~ -- Der kieselige Sinter ist entweder
völlig weisz, von geringem specifischem Gewicht und von einem etwas
perligen Bruche, in rosa perligen Quarz übergehend, oder er ist gelblich
weisz mit hartem Bruche und enthält dann in kleinen Höhlungen ein
erdiges Pulver. Beide Varietäten kommen entweder in groszen
unregelmäszigen Massen in dem veränderten Trachyt vor, oder in Bändern,
welche in breiten, senkrechten, gewundenen, unregelmäszigen Adern eines
compacten, derben Gesteins von einer trüb röthlichen Färbung, das wie
Sandstein aussieht, eingeschlossen sind. Dies Gestein ist indessen nur
veränderter Trachyt; und eine sehr ähnliche Varietät, nur häufig
wabenartig durchbrochen, hängt zuweilen den im vorigen Paragraphen
beschriebenen vorspringenden, plattenförmigen Adern an. Der Jaspis ist
von einer ockergelben oder rothen Farbe; er kommt in groszen
unregelmäszigen Massen und zuweilen in Adern vor, und zwar sowohl in dem
veränderten Trachyt als auch in einer zusammengehäuften Masse von
schlackigem Basalt. Die Zellen des schlackigen Basalts sind mit feinen,
concentrischen Schichten von Chalcedon ausgekleidet oder erfüllt, welche
von hellrothem Eisenoxyd bedeckt oder gefleckt sind. In diesem Gesteine,
besonders in den im Ganzen compacteren Theilen sind unregelmäszige
eckige Flecken des rothen Jaspis eingeschlossen, deren Ränder unmerklich
in die umgebende Masse übergeht; es kommen noch andere derartige
Flecken vor, welche einen zwischen dem des vollkommenen Jaspis und dem
des eisenhaltigen zerfallenen basaltischen Grundgesteins mitten
innestehenden Character haben. In diesen Flecken und gleicherweise auch
in den groszen aderartigen Massen von Jaspis kommen kleine abgerundete
Höhlungen vor von genau derselben Grösze und Form wie die Lufträume,
welche in dem schlackigen Basalt mit Schichten von Chalcedon erfüllt und
ausgekleidet sind. Kleine Fragmente des Jaspis unter dem Mikroskop
untersucht scheinen einem Chalcedon ähnlich zu sein, dessen färbende
Substanz nicht in Schichten getrennt, sondern in die kieselige Paste,
zusammen mit einigen Unreinigkeiten, eingemischt ist. Ich kann diese
Thatsache, -- nämlich den Übergang des Jaspis in den halb zersetzten
Basalt, -- sein Vorkommen in winkligen Flecken, welche deutlich
nachweisbar keine früher existirende Höhlungen in dem Gestein einnehmen,
-- und den Umstand, dasz er kleine mit Chalcedon erfüllte Blasen enthält
wie diejenigen in der schlackigen Lava, -- nur unter der Annahme
verstehn, dasz eine Flüssigkeit, wahrscheinlich dieselbe Flüssigkeit,
welche den Chalcedon in den Lufträumen absetzt, in denjenigen Theilen,
wo keine Höhlungen vorhanden waren, die Bestandtheile des basaltischen
Gesteins entfernte, an deren Stelle Kieselsäure und Eisen zurückliesz
und in dieser Weise den Jaspis erzeugte. An einigen Exemplaren von
verkieseltem Holze habe ich beobachtet, dasz in derselben Art und Weise
wie in dem Basalt die festen Theile in eine dunkel gefärbte homogene
Gesteinsmasse umgewandelt waren, während die von den gröszeren
Saftgefässen gebildeten Räume (welche mit den Lufträumen in der
basaltischen Lava verglichen werden können) und andere unregelmäszige
Höhlungen, die augenscheinlich durch den Zerfall entstanden waren, mit
concentrischen Schichten von Chalcedon erfüllt waren; in diesem Falle
läszt sich kaum daran zweifeln, dasz eine und die nämliche Flüssigkeit
die homogene Grundsubstanz und die Schichten von Chalcedon abgesetzt
hat. Nach diesen Betrachtungen kann ich nicht daran zweifeln, dasz der
Jaspis von Ascension als ein verkieseltes vulcanisches Gestein angesehen
werden kann, in demselben Sinne wie dieser Ausdruck auf verkieseltes
Holz angewendet wird; wir sind hier gleicherweise darüber in
Unwissenheit, durch welche Mittel ein jedes Atom von Holz, während es in
einem vollkommenen normalen Zustande war, entfernt und durch Kiesel
ersetzt wurde, wie darüber, durch welche Mittel in dieser Weise auf die
constituirenden Bestandtheile eines vulcanischen Gesteins eingewirkt
werden konnte[27]. Ich war dadurch zu einer sorgfältigen Untersuchung
dieser Gesteine und zu der hier mitgetheilten Schluszfolgerung geführt
worden, dasz ich Professor HENSLOW eine ähnliche Ansicht in Bezug auf
den Ursprung vieler Chalcedone und Achate in Trappgesteinen habe
aussprechen hören. Kieselige Ablagerungen scheinen in theilweise
zersetzten trachytischen Tuffen von sehr weitem, wenn nicht von ganz
allgemeinem Vorkommen zu sein[28]; und da diese Berge, nach der oben
mitgetheilten Ansicht, aus in situ erweichtem und verändertem Trachyt
bestehn, so dürfte das Vorkommen freier Kieselsäure in diesem Falle der
bekannten Liste als ein weiteres Beispiel noch hinzugefügt werden
können.
~Concretionen in bimssteinartigem Tuff.~ -- Der auf der Karte mit der
Bezeichnung »Crater eines alten Vulcans« versehene Berg hat keine
Berechtigung zu dieser Benennung, die ich hätte finden können,
ausgenommen in dem Umstand, dasz er von einem kreisförmigen, sehr
seichten, untertassenförmigen Gipfel von nahezu einer halben Meile
gekrönt wird. Diese Aushöhlung ist durch viele aufeinanderfolgende
Schichten von Asche und Schlacken verschiedener Färbungen beinahe
ausgefüllt, welche in geringem Grade consolidirt sind. Jede der
übereinanderliegenden, gleichfalls untertassenförmigen Schichten steht
im ganzen Umkreise des Randes an; sie bilden eben so viele Ringe von
verschiedener Farbe und geben dem Berg ein phantastisches Ansehn. Der
äuszerste Ring ist breit und von weiszer Farbe; er ist daher einer Bahn
ähnlich, auf welcher rund herum Pferde eingeritten worden sind; er hat
daher den Namen »des Teufels Reitbahn« erhalten, unter welchem er am
allgemeinsten bekannt ist. Diese aufeinander folgenden Schichten von
Asche müssen auf die ganze Gegend in der Umgebung des Berges gefallen
sein; sie sind aber überall wieder weggeweht worden, ausgenommen in
dieser Vertiefung, in welcher sich wahrscheinlich entweder während eines
Jahres wo auszerordentlicher Weise Regen fiel oder während der,
vulcanische Ausbrüche häufig begleitenden Stürme Feuchtigkeit
angesammelt hatte. Eine dieser Schichten von einer rosa Färbung und
hauptsächlich aus kleinen zerfallenen Bimssteinfragmenten bestehend ist
deshalb merkwürdig, dasz sie zahlreiche Concretionen enthält. Dieselben
sind meist sphärisch, von einem halben Zoll bis zu drei Zoll im
Durchmesser; sie sind aber gelegentlich cylindrisch, wie die
Eisenkies-Concretionen in der europäischen Kreide. Sie bestehn aus einem
sehr zähen, compacten, blasz braunen Gesteine mit einem glatten und
ebenen Bruche. Sie sind durch dünne weisze Unterschiede in concentrische
Schichten getheilt, welche der allgemeinen Oberfläche gleichen; sechs
oder acht solcher Schichten näher an der Auszenseite sind deutlich und
bestimmt; diejenigen aber nach dem Innern zu werden undeutlich und
verschmelzen zu einer homogenen Masse. Ich vermuthe, dasz diese
concentrischen Schichten durch das Zusammenschrumpfen der Concretion
beim Compactwerden derselben sich bildeten. Der innere Theil ist
meistens durch äuszerst kleine Spalten oder Durchzüge durchbrochen,
welche sowohl von schwarzen metallischen, als von weiszen und
krystallinischen Flecken überzogen sind, deren Beschaffenheit ich nicht
im Stande war zu ermitteln. Einige der gröszeren Concretionen bestehn
einfach aus einer kugligen Schale, welche mit leicht zusammengeballter
Asche gefüllt ist. Die Concretionen enthalten eine geringe Menge von
kohlensaurem Kalk; ein Stückchen vor das Löthrohr gebracht, decrepitirt,
wird dann weisz und schmilzt zu einem blasigen Schmelz zusammen, wird
aber nicht caustisch. Die umgebende Asche enthält keinen kohlensauren
Kalk; die Concretionen haben sich daher wahrscheinlich, wie es so häufig
der Fall ist, durch Zusammenhäufen dieser Substanz gebildet. Mir ist
nirgends eine Beschreibung ähnlicher Concretionen vorgekommen; und zieht
man ihre grosze Festigkeit und Compactheit in Betracht, so ist ihr
Vorkommen in einer Schicht, welche wahrscheinlich nur der Einwirkung der
atmosphärischen Feuchtigkeit ausgesetzt gewesen ist, merkwürdig.
~Bildung kalkiger Gesteine an der Meeresküste.~ -- An verschiedenen
Stellen des Meeresstrandes finden sich ungeheure Anhäufungen von
kleinen, gut abgerundeten Stückchen von Muscheln und Corallen, von
weiszer, gelblicher und rosa Färbung, dazwischen einige wenige
vulcanische Bruchstücke eingestreut. In der Tiefe von einigen wenigen
Fuszen findet man dieselben zu einem Gesteine verkittet, deren weichere
Varietäten zum Bauen benutzt werden; es gibt noch andere Varietäten,
sowohl grob- als fein-körnig, welche für diesen Zweck zu hart sind: ich
habe eine Masse solchen Gesteins gesehn, welche, in ebene Schichten von
einem halben Zoll an Mächtigkeit getheilt, so compact waren, dasz sie
beim Anschlagen mit einem Hammer wie Feuerstein klangen. Die Einwohner
sind der Ansicht, dasz die einzelnen Stückchen im Laufe eines Jahres mit
einander verbunden werden. Die Verbindung wird durch kalkige Masse
bewirkt; und in den compactesten Varietäten kann man deutlich sehn, dasz
jedes einzelne abgerundete Stückchen von Muscheln und vulcanischem
Gestein in eine Schale von durchsichtigem kohlensaurem Kalk eingehüllt
ist. Äuszerst wenig vollkommene Muscheln sind in diesen
zusammengekitteten Massen eingeschlossen: ich habe selbst ein gröszeres
Fragment unter dem Mikroskop untersucht, ohne im Stande gewesen zu sein,
auch nur die geringste Spur von Streifen oder andern Andeutungen der
äuszeren Gestalt zu entdecken; dies weist darauf hin, wie lange ein
jedes Stückchen umher gerollt worden sein musz, ehe es an die Reihe kam,
eingeschlossen und verkittet zu werden[29]. Wurde eine der compactesten
Varietäten in Säure gelegt, so wurde sie gänzlich aufgelöst, mit
Ausnahme von etwas flockiger thierischer Substanz; ihr specifisches
Gewicht war 2,63. Das specifische Gewicht des gewöhnlichen Kalksteins
schwankt von 2,6 bis 2,75; reiner Marmor aus Carrara hatte, wie Sir
HENRY DE LA BECHE fand[30], 2,7. Es ist merkwürdig, dasz diese Gesteine
von Ascension, welche so dicht an der Oberfläche sich bilden, beinahe so
compact sind, wie Marmor, welcher in den plutonischen Gegenden der
Wirkung der Hitze und des Drucks unterworfen gewesen ist.
Die grosze Anhäufung loser kalkiger Gesteinsfragmente, welche in der
Nähe der Niederlassung auf dem Strande liegen, beginnt im Monat October
und ist in ihrer Bewegung nach Südwesten gerichtet, was, wie mir Lieut.
EVANS mitgetheilt hat, die Folge einer Veränderung in der
vorherrschenden Richtung der Strömungen ist. Zu dieser Zeit werden die
zwischen den Fluthgrenzen liegenden Felsen am Südwest-Ende des Strandes,
wo sich der kalkige Sand anhäuft und um welches die Strömungen
herumbiegen, allmählich von einer kalkigen, einen halben Zoll mächtigen
Incrustation überzogen. Sie ist völlig weisz, compact, an einigen
Stellen unbedeutend spathig und fest an die Felsen angeheftet. Nach
einer kurzen Zeit verschwindet sie allmählich; sie wird entweder
aufgelöst, wenn das Wasser mit Kalk weniger beladen ist, oder noch
wahrscheinlicher, sie wird mechanisch abgerieben. Lieut. EVANS hat diese
Thatsachen während der sechs Jahre, in denen er auf Ascension gelebt
hat, beobachtet. Die Incrustation schwankt in verschiedenen Jahren in
ihrer Dicke: im Jahre 1831 war sie ungewöhnlich dick. Als ich im Juli
dort war, war kein Rest der Incrustation mehr übrig geblieben; aber an
einer Basaltkuppe, von welcher die Steinbrecher vor Kurzem eine Masse
des kalkigen Sandsteins entfernt hatten, war die Incrustation
vollständig erhalten. Zieht man die Lage der zwischen den Fluthgrenzen
befindlichen Felsen in Betracht und die Periode, zu welcher sie mit
diesem Überzuge versehen werden, so läszt sich nicht daran zweifeln,
dasz die Bewegung und Aufstörung der ungeheuren Anhäufung kalkiger
Theilchen, von denen viele theilweise mit einander verklebt sind, eine
so bedeutende Schwängerung der Meereswellen mit kohlensaurem Kalke
verursacht, dasz sie denselben an den ersten Gegenstand niederlegen,
welchen sie benetzen. Lieut. HOLLAND, R. N., hat mir mitgetheilt, dasz
sich diese Incrustation an vielen Stellen der Küste bildet; an den
meisten derselben finden sich, wie ich glaube, auch grosze Massen fein
zerkleinerter Schalthiergehäuse.
~Eine blattartige kalkige Incrustation.~ -- Es ist dies ein in vielen
Beziehungen merkwürdiger Niederschlag; er überzieht das ganze Jahr
hindurch die zwischen den Fluthgrenzen liegenden vulcanischen Felsen,
welche aus dem aus zerbrochenen Schalthiergehäusen bestehenden sandigen
Strande vorspringen. Sein allgemeines äuszeres Aussehn ist in dem
beistehenden Holzschnitt ganz gut wiedergegeben; aber die blattartigen
Gebilde oder Scheiben, aus denen er besteht, sind meistens so dicht
zusammengedrängt, dasz sie sich berühren. Diese laubartigen Gebilde sind
an ihren buchtigen Rändern fein crenelirt und springen über ihre Stiele
oder Träger vor; ihre obern Flächen sind entweder unbedeutend concav
oder leicht convex; sie sind in hohem Grade polirt und von einer dunkel
grauen oder ruszschwarzen Färbung; ihre Form ist unregelmäszig, meistens
kreisförmig, sie messen von einem Zehntel Zoll bis zu anderthalb Zoll im
Durchmesser; ihre Dicke oder die Höhe ihres Vorspringens von dem
Gesteine, auf welchem sie stehn, schwankt bedeutend, ein Viertel Zoll
ist vielleicht das gewöhnlichste Masz. Die laubartigen Bildungen werden
gelegentlich immer mehr und mehr convex, bis sie in blumenkohlartige
Massen mit gespaltenen freien Enden übergehn; finden sie sich in diesem
Zustande, so sind sie glänzend und intensiv schwarz, so dasz sie irgend
einer geschmolzenen metallischen Substanz ähnlich sind. Ich habe die
Incrustation sowohl in diesem letzt erwähnten als auch in ihrem
gewöhnlichen Zustande mehreren Geologen gezeigt, und nicht einer unter
ihnen konnte ihren Ursprung errathen, ausgenommen dasz sie vielleicht
vulcanischer Natur sei!
[Illustration: Fig. 5. Eine Incrustation aus kalkiger und animaler
Substanz, welche die zwischen den Fluthgrenzen gelegenen Felsen auf
Ascension überzieht.]
Die blattartigen Vorsprünge bildende Substanz hat einen sehr
compacten und häufig beinahe krystallinischen Bruch; die Ränder sind
durchscheinend und hart genug, um Kalkspath leicht zu ritzen. Vor dem
Löthrohre wird sie sofort weisz und entwickelt einen starken animalen
Geruch, ähnlich dem frischer Muscheln. Sie ist hauptsächlich aus
kohlensaurem Kalke zusammengesetzt; wird sie in Salzsäure gelegt, so
braust sie stark auf und läszt einen Rückstand von schwefelsaurem Kalke
und von Eisenoxyd, zusammen mit einem schwarzen Pulver zurück, welches
in heiszen Säuren nicht löslich ist. Diese letztere Substanz scheint
kohlenstoffhaltig zu sein; sie ist offenbar die färbende Substanz. Der
kohlensaure Kalk ist fremdartiger Gemengtheil; er kommt in einzelnen,
äuszerst minutiösen, lamellösen Blättern vor, mit welchen die
Oberflächen der laubartigen Gebilde besetzt sind und welche zwischen den
feinen Lagen, aus welchen dieselben zusammengesetzt sind, eingeschlossen
werden; wird ein Bruchstück vor dem Löthrohr erhitzt, so werden diese
Lamellen sofort sichtbar gemacht. Die ursprünglichen Umrisse der
blattartigen Gebilde lassen sich häufig entweder bis zu einem minutiösen
Muscheltheilchen, welches in einer Gesteinsspalte steckt, oder zu
mehreren solchen mit einander verkitteten hin verfolgen; diese werden
durch die auflösende Kraft der Wellen zuerst tief zu scharfen
Leisten angeätzt und werden dann von aufeinanderfolgenden Schichten
der glänzenden, grauen, kalkigen Incrustation überzogen. Die
Unebenheiten der ersten Unterlage beeinflussen den Umrisz jeder der
aufeinanderfolgenden Schichten, in derselben Art und Weise, wie man es
häufig an Bezoarsteinen sehen kann, wenn ein Gegenstand wie ein Nagel
den Mittelpunkt der Ablagerungen bildet. Die crenelirten Ränder indessen
sind augenscheinlich eine Folge der anätzenden Kraft der Brandung auf
ihren eignen Niederschlag, die abwechselnd mit frischen Ablagerungen in
Thätigkeit tritt. An einigen glatten basaltischen Gesteinen an der Küste
von St. Jago fand ich eine äuszerst dünne Schicht einer braunen kalkigen
Masse, welche unter der Lupe eine Miniatur-Ähnlichkeit mit dem
crenelirten und polirten frondescirenden Gebilden von Ascension darbot;
in diesem Falle boten keinerlei vorspringende fremdartige Theilchen
irgend welche Grundlage. Obgleich die Incrustation von Ascension das
ganze Jahr hindurch bestehn bleibt, so scheint doch nach dem abgenagten
Aussehn einiger Stellen und nach dem frischen Ansehn anderer Theile das
Ganze einen Kreislauf von Zerfall und Erneuerung durchzumachen,
wahrscheinlich in Folge von Veränderungen in der Form des beweglichen
Strandes und in Folge dessen auch in der Wirkung der Brandungswellen;
daher rührt es auch wahrscheinlich, dasz die Incrustation niemals eine
grosze Mächtigkeit erreicht. Nimmt man die Lage der incrustirten Felsen
mitten in dem kalkigen Strande, zusammen mit ihrer Zusammensetzung in
Betracht, so läszt sich, wie ich glaube, wohl nicht daran zweifeln, dasz
die Entstehung der Incrustation eine Folge der Auflösung und später
wieder erfolgenden Ablagerung der, die abgerundeten Muschel- und
Corallentheilchen zusammensetzenden Substanz ist[31]. Aus dieser Quelle
entnimmt die Incrustation die animale Substanz, welche offenbar das
färbende Princip in ihr ist. Die Beschaffenheit des Niederschlags in
seinen Anfangsstadien läszt sich häufig an einem Fragmente weiszer
Muscheln erkennen, wenn dasselbe zwischen zwei der blattartigen Gebilde
eingeklemmt ist; er erscheint dann genau wie der allerdünnste Anstrich
von einem blasz grauen Firnisz. Die Dunkelheit desselben schwankt ein
wenig, aber die tiefe Ruszschwärze einiger der laubartigen Gebilde und
der blumenkohlähnlichen Massen scheint eine Folge des Durchscheinens der
aufeinanderfolgenden grauen Schichten zu sein. Darin zeigt die
Ablagerung ein eigenthümliches Verhalten, dasz sie, wenn sie auf der
untern Fläche überhängender Felsstufen oder in Spalten gebildet wird,
immer von blasz grauer, perlenartiger Färbung erscheint, selbst wenn sie
von beträchtlicher Dicke ist; man wird daher zu der Vermuthung geführt,
dasz eine reichliche Menge von Licht für die Entwickelung der dunklen
Farbe nothwendig ist, in derselben Art und Weise, wie es mit den dem
Lichte ausgesetzten oberen Flächen der Schalen lebender Mollusken der
Fall zu sein scheint, welche immer, verglichen mit ihrer untern Fläche
und mit den gewöhnlich vom Mantel der Thiere bedeckten Stellen dunkel
sind. In diesem Umstande, -- in dem sofortigen Verlust der Farbe und dem
abgegebenen Geruche in der Flamme des Löthrohrs, -- in dem Grade der
Härte und des Durchscheinens der Ränder, -- und in der schönen Politur
der Oberfläche[32], welche im frischen Zustande mit der schönsten
_Oliva_ rivalisirt, besteht eine auffallende Analogie zwischen dieser
anorganischen Incrustation und den Schalen lebender Weichthiere[33]. Es
scheint mir dies eine interessante physiologische Thatsache zu sein[34].
~Eigenthümliche blättrige Schichten, welche mit Obsidian abwechseln und
in solchen übergehn.~ -- Diese Schichten kommen innerhalb des
trachytischen Districts am westlichen Fusze des Grünen Berges (Green
Mountain) vor, unter welchem sie mit starker Neigung einfallen. Sie sind
nur theilweise dem Blicke ausgesetzt, und von modernen Auswürflingen
bedeckt; aus diesem Grunde war ich nicht im Stande, ihre Verbindung mit
dem Trachyt zu verfolgen oder ausfindig zu machen, ob sie als ein
Lavastrom ausgeflossen sind oder ob sie zwischen die darüberliegenden
Schichten injicirt worden sind. Es sind drei Hauptschichten von Obsidian
vorhanden, von welchen die dickste die Unterlage des Durchschnitts
bildet. Die abwechselnden steinigen Schichten scheinen mir in hohem
Grade merkwürdig zu sein und sollen zuerst beschrieben werden, später
dann ihr Übergang in den Obsidian. Sie haben ein äuszerst
verschiedenartiges Aussehn; man kann fünf hauptsächliche Varietäten
beobachten, dieselben gehn aber durch endlose Abstufungen in einander
über.
Erstens: -- ein blasz graues, unregelmäszig und grob-blättriges[35],
sich rauh anfühlendes Gestein, Thonschiefer ähnlich, welcher mit einem
Trappgang in Berührung gewesen ist, und mit einem Bruche von ungefähr
demselben Grade krystallinischer Structur. Dies Gestein, ebenso wie die
folgenden Varietäten, schmilzt leicht zu einem blassen Glase. Der
gröszere Theil ist wabenartig von unregelmäszigen, winkligen Höhlungen
durchbrochen, so dasz das Ganze ein angefressenes Aussehn hat; manche
Bruchstücke sind in einer merkwürdigen Art und Weise verkieselten
Klötzen zerfallenen Holzes ähnlich. Diese Varietät ist häufig, besonders
da wo sie compacter ist, mit dünnen weiszlichen Streifen gezeichnet,
welche entweder gerade verlaufen oder einer nach dem andern die
länglichen cariösen Höhlungen umgeben.
Zweitens: -- ein bläulich graues oder blasz braunes, compactes,
schweres, homogenes Gestein mit einem winkligen, unebenen, erdigen
Bruche; betrachtet man es indessen unter einer Lupe von starker
Vergröszerung, so sieht man deutlich, dasz der Bruch krystallinisch ist;
es lassen sich selbst einzelne Mineralien unterscheiden.
Drittens: -- ein Gestein von derselben Art, wie das letzterwähnte, aber
mit zahlreichen, parallelen, unbedeutend gewundenen, weiszen Linien von
der Dicke eines Haares gezeichnet. Diese weiszen Linien sind
krystallinischer als die Stellen zwischen ihnen; und das Gestein spaltet
sich denselben entlang: sie dehnen sich häufig zu auszerordentlich
dünnen Höhlungen aus, welche häufig mit einer Lupe nur eben wahrnehmbar
sind. Die diese weiszen Linien bildende Substanz ist in diesen Höhlungen
besser krystallisirt, und Professor MILLER war nach mehreren Versuchen
so glücklich festzustellen, dasz die weiszen Krystalle, welche die
gröszten sind, aus Quarz bestanden[36], und dasz die äuszerst kleinen
grünen, durchscheinenden Nadeln Augit waren, oder, wie sie wohl
allgemeiner genannt werden dürften, Diopsid: auszer diesen Krystallen
finden sich einige äuszerst kleine, dunkle Flecken ohne eine Spur von
Krystallisation und eine schöne, weisze, granulöse, krystallinische
Substanz, welche wahrscheinlich Feldspath ist. Minutiöse Fragmente
dieses Gesteins sind leicht schmelzbar.
Viertens: -- ein compactes krystallinisches Gestein, in geraden Linien
von unzähligen Schichten in weiszen und grauen Farbenschattirungen
gestreift, welche in der Breite von 1/30 bis 1/200 Zoll variiren; diese
Schichten scheinen hauptsächlich aus Feldspath zusammengesetzt zu sein
und enthalten zahlreiche vollkommene Krystalle von glasigem Feldspath,
welche der Länge nach gestellt sind; sie sind auch dicht mit
mikroskopisch minutiösen, amorphen, schwarzen Flecken besetzt, welche in
Reihen geordnet sind und entweder einzeln stehn oder noch häufiger zu
zweien oder dreien oder noch mehreren mit einander zu schwarzen Linien
verbunden sind, welche dünner als ein Haar sind. Wenn ein kleines
Bruchstück vor dem Löthrohr erhitzt wird, so schmelzen die schwarzen
Flecke leicht zu glänzenden schwarzen Perlen, welche magnetisch werden,
-- Charactere, welche auf kein gewöhnliches Mineral passen, mit Ausnahme
von Hornblende oder Augit. Mit den schwarzen Flecken sind einige andere
von rother Farbe gemengt, welche schon vor dem Erhitzen magnetisch sind
und ohne Zweifel aus Eisenoxyd bestehn. An einem Handstück dieser
Varietät fand ich rings um zwei kleine Höhlungen die schwarzen Flecke zu
äuszerst kleinen Krystallen zusammengehäuft, welche wie Krystalle von
Augit oder Hornblende aussahen, aber zu trübe und klein waren, um mit
dem Goniometer gemessen zu werden; an diesem Exemplar konnte ich auch
zwischen dem krystallinischen Feldspath Körner unterscheiden, welche das
Aussehn von Quarz hatten. Bei einem Versuch mit dem Parallel-Lineal fand
ich, dasz die dünnen grauen Schichten und die schwarzen haar-ähnlichen
Linien absolut gerade und einander parallel waren. Man kann unmöglich
den allmählichen Übergang der homogenen grauen Gesteine in diese
gestreiften Varietäten verfolgen, ja selbst die Beschaffenheit der
verschiedenen Schichten an einem und demselben Handstück vergleichen,
ohne davon überzeugt zu werden, dasz die mehr oder weniger vollkommene
weisze Farbe der krystallinischen feldspathartigen Substanz von der mehr
oder minder vollständigen Verbindung diffundirter Massen zu den
schwarzen und rothen Flecken von Hornblende und Eisenoxyd abhängt.
Fünftens: -- ein compactes, schweres, nicht blättriges Gestein mit einem
unregelmäszigen, winkligen, in hohem Grade krystallinischen Bruche;
Krystalle von glasigem Feldspath sind äuszerst zahlreich in ihm und die
krystallinische Grundsubstanz und Feldspath ist mit einem schwarzen
Mineral gefleckt, welches an der verwitterten Oberfläche zu kleinen
Krystallen zusammengeschlossen zu sehn ist, von denen einige
vollkommen, die aber der gröszern Zahl nach unvollkommen sind. Ich
zeigte ein Handstück hiervon einem erfahrenen Geologen und frug ihn, was
es wäre; er antwortete mir, wie jeder Andere, glaube ich, gethan haben
würde, dasz es ein primitiver Grünstein wäre. Auch die verwitterte
Oberfläche der vorigen, gestreiften Varietät (No. 4) ist einem
abgeriebenen Fragmente fein blättrigen Gneiszes auffallend ähnlich.
Diese fünf Varietäten, mit noch vielen dazwischen liegenden, gehn nun
wiederholt abwechselnd in einander über. Da die compacten Varietäten den
andern vollständig untergeordnet sind, kann man das Ganze als blättrig
oder gestreift betrachten. Die einzelnen Blätter sind, um ihre
characteristischen Merkmale zusammenzufassen, entweder vollkommen gerade
oder in unbedeutendem Grade gewunden oder verschlungen; sie sind
sämmtlich einander und den dazwischen liegenden Schichten von Obsidian
parallel; sie sind meist von äuszerster Dünne sie bestehn entweder aus
einem dem Augenscheine nach homogenen, compacten, mit verschiedenen
Schattirungen grauer und brauner Färbung gestreiften Gesteine, oder aus
krystallinischen feldspathigen Schichten in einem mehr oder weniger
vollkommenen Zustande von Reinheit und von verschiedener Mächtigkeit mit
deutlichen, der Länge nach angeordneten Krystallen von glasigem
Feldspath, oder aus sehr dünnen Schichten, welche hauptsächlich aus
äuszerst kleinen Krystallen von Quarz und Augit, oder aus schwarzen und
rothen Flecken eines augitischen Minerals und Eisenoxyds, entweder gar
nicht oder nur unvollkommen krystallisirt, zusammengesetzt sind. Nachdem
ich den Obsidian ausführlich beschrieben habe, werde ich auf das Capitel
von der blättrigen Beschaffenheit der Gesteine der Trachyt-Reihe
zurückkommen.
Der Übergang der vorstehend geschilderten Lager in die Schichten des
glasigen Obsidians wird auf verschiedene Arten bewerkstelligt: entweder
erstens: es treten eckige knotige Massen von Obsidian, sowohl grosze als
kleine, plötzlich in einem schiefrigen, oder in einem amorphen, blasz
gefärbten feldspathigen Gestein mit einem einigermaszen perligen Bruche
auf. Oder zweitens: kleine unregelmäszige Knötchen von Obsidian, welche
entweder einzeln stehn oder in dünne, selten mehr als ein Zehntel Zoll
an Mächtigkeit messende Schichten vereinigt sind, wechseln wiederholt
mit sehr dünnen Lagen eines feldspathigen Gesteins ab, welches mit den
feinsten parallelen Farbenzonen wie ein Achat gestreift ist und welches
zuweilen in die Beschaffenheit des Pechsteins übergeht; die
Zwischenräume zwischen den Obsidiankörnern sind meistens mit weicher,
weiszer Substanz erfüllt, welche Bimssteinasche ähnlich ist. Drittens:
die ganze Substanz des angrenzenden Gesteins geht plötzlich in eine
kantig-concretionäre Masse von Obsidian über. Derartige Massen (ebenso
wie die kleinen Knötchen) von Obsidian sind von einer blasz grünen
Färbung und meist mit verschiedenen Farbenschattirungen gestreift,
welche den Blättern des umgebenden Gesteins parallel sind; sie enthalten
gleicherweise meistens minutiöse weisze Sphäruliten, deren eine Hälfte
zuweilen in eine Zone der einen Farbenschattirung, die andere Hälfte in
eine Zone einer andern Schattirung eingebettet ist. Der Obsidian nimmt
seine ruszschwarze Farbe und seinen vollkommen muschligen Bruch nur da
an, wo er in groszen Massen auftritt; aber selbst an solchen konnte ich
bei sorgfältiger Untersuchung und wenn ich die Exemplare in verschiedene
Beleuchtungen brachte, meistens parallele Streifen verschiedener
Schattirungen von Dunkelheit erkennen.
[Illustration: Fig. 6. Opake, braune Sphäruliten, in vergröszertem
Maszstabe gezeichnet, die oberen sind äuszerlich mit parallelen Leisten
gezeichnet. Die innere strahlige Structur der unteren ist viel zu
deutlich dargestellt.]
[Illustration: Fig. 7. Eine durch die Verbindung äuszerst kleiner
brauner Sphäruliten gebildete Lage, welche zwei andere ähnliche Lagen
durchschneidet; das Ganze ist nahebei in natürlicher Grösze
dargestellt.]
Eines der häufigsten Übergangsgesteine verdient in mehreren Beziehungen
noch eine weitere Beschreibung. Es ist von einer sehr complicirten
Beschaffenheit und besteht aus zahlreichen dünnen, leicht gewundenen
Schichten eines blaszgefärbten, feldspathigen Steins, welcher häufig in
einen unvollkommenen Pechstein übergeht und mit, aus zahllosen kleinen
Kügelchen von zwei Varietäten von Obsidian und zwei Arten von
Sphäruliten, die in eine weiche oder eine harte perlige Grundlage
eingeschlossen sind, bestehenden Schichten abwechselt. Die Sphäruliten
sind entweder weisz und durchscheinend, oder dunkel braun und opak; die
ersteren sind vollkommen sphärisch, von geringer Grösze und deutlich von
ihrem Mittelpunkte aus strahlig. Die dunkel braunen Sphäruliten sind
weniger vollkommen rund und schwanken im Durchmesser von 1/20 bis zu
1/30 Zoll; werden sie zerbrochen, so bieten sie nach ihrem Mittelpunkte
hin, welcher weiszlich ist, ein undeutlich strahliges Gefüge dar; sind
zwei von ihnen verbunden, so haben sie zuweilen nur einen einzigen
mittleren Punkt des Ausstrahlens; gelegentlich findet sich eine Spur
einer Höhlung oder einer Spalte in ihrem Mittelpunkte. Sie stehn
entweder einzeln oder sind zu zweien oder dreien oder vielen in
unregelmäszige Gruppen, oder noch häufiger in Schichten geordnet, welche
der Schichtung der ganzen Masse parallel laufen. Diese Verbindung ist in
vielen Fällen so vollkommen, dasz die beiden Seiten der in dieser Weise
gebildeten Schicht ganz eben sind; und in dem Masze als diese Schichten
weniger braun und opak werden, können sie von den abwechselnden
Schichten des blasz gefärbten feldspathigen Gesteins nicht unterschieden
werden. Sind die Sphäruliten nicht verbunden, so sind sie meistens in
der Ebene der Blätterung der ganzen Masse zusammengedrückt; und in
dieser nämlichen Ebene sind sie häufig im Innern von Zonen verschiedener
Farbenschattirungen und äuszerlich mit kleinen Leisten und Furchen
gezeichnet. In dem oberen Theile des beistehenden Holzschnittes (Fig. 6)
sind die Sphäruliten mit den parallelen Leisten und Furchen in einem
vergröszerten Maszstabe dargestellt, aber nicht gut ausgeführt; im
untern Theile ist die gewöhnliche Art ihrer Anordnung dargestellt. An
einem andern Handstück durchschneidet eine dünne, aus den braunen, dicht
mit einander verbundenen Sphäruliten bestehende Lage, wie im
Holzschnitt, Fig. 7, dargestellt ist, eine Lage von ähnlicher
Zusammensetzung; und nachdem sie eine kurze Strecke weit in einer leicht
bogenförmigen Linie weitergezogen ist, durchschneidet sie die andere
nochmals und gleicherweise eine zweite Schicht, welche eine kurze
Strecke weit unter der zuerst durchschnittenen liegt. Auch die kleinen
Knötchen von Obsidian sind zuweilen äuszerlich mit Leisten und Furchen
gezeichnet, welche meistens der Blätterung der Masse parallel laufen,
aber stets weniger deutlich als bei den Sphäruliten sind. Die
Obsidianknötchen sind meistens eckig mit abgestumpften Kanten; häufig
ist auf ihnen die Form der benachbarten Sphäruliten abgedrückt, sie sind
immer gröszer als diese; die einzelnen Knötchen erscheinen selten so,
als hätten sie einander durch Äuszerung einer gegenseitigen
Anziehungskraft ausgezogen. Hätte ich nicht in einigen Fällen ein
deutliches Attractionscentrum in diesen Obsidianknötchen gefunden, so
würde ich darauf geführt worden sein, sie als Rückstandsmasse zu
betrachten, welche während der Bildung des Perlsteins, in welchem sie
eingeschlossen sind, und der sphärulitischen Kugeln zurückgeblieben
wäre.
Die Sphäruliten und die kleinen Obsidianknötchen in diesen Gesteinen
ähneln in ihrer allgemeinen Gestalt und Structur den Concretionen in
sedimentären Niederschlägen so sehr, dasz man versucht wird, ihnen einen
analogen Ursprung zuzuschreiben. Sie sind gewöhnlichen Concretionen in
den folgenden Beziehungen ähnlich: -- in ihrer äuszeren Gestalt, -- in
der Vereinigung von zweien oder dreien oder von mehreren zu einer
unregelmäszigen Masse oder zu einer Schicht mit ebenen Seiten, -- in dem
gelegentlichen Durchschneiden einer derartigen Schicht durch eine
andere, wie es mit den Lagen von Feuersteinen in der Kreide der Fall
ist, -- in dem Vorhandensein von zwei oder drei Arten von Knötchen in
derselben Grundsubstanz, häufig dicht neben einander, -- in ihrer
faserigen, strahligen Structur, gelegentlich mit Höhlungen in ihrer
Mitte, -- in dem Nebeneinander-Bestehn einer blättrigen, concretionären
und strahligen Structur, wie dieselbe in den Concretionen im Zechstein
(magnesian limestone) die Professor SEDGWICK beschrieben hat[37], so gut
entwickelt ist. Concretionen in sedimentären Niederschlägen sind
bekanntlich die Folge einer Trennung einer bestimmten mineralischen
Substanz im Ganzen oder theilweise aus der umgebenden Masse und deren
Anhäufung um gewisse Attractionspunkte. Durch diese Thatsache geleitet
habe ich zu entdecken mich bemüht, ob der Obsidian und die Sphäruliten
(denen noch Marekanit und Perlstein, welche beide in knotigen
Concretionen in der Trachyt-Reihe vorkommen) in ihren constituirenden
Bestandtheilen von den allgemein die trachytischen Gesteine
zusammensetzenden Mineralien verschieden sind. Aus drei Analysen geht
hervor, dasz Obsidian im Mittel 76 Procent Kieselsäure enthält; eine
Analyse ergab, dasz die Sphäruliten 79,12% enthalten, und zwei Analysen,
dasz Marekanit 79,25, zwei andere Analysen, dasz der Perlstein 75,62%
Kieselsäure enthält[38]. Es bestehn nun die constituirenden Theile des
Trachyts, so weit dieselben unterschieden werden können, aus Feldspath,
welcher 65,21% Kieselsäure enthält, oder aus Albit mit 69,09, oder aus
Hornblende, die 55,27% enthält[39], und Eisenoxyd; so dasz die vorhin
geschilderten glasigen concretionären Substanzen sämmtlich einen höhern
Procentsatz an Kieselsäure enthalten, als ein solcher in den
gewöhnlichen feldspathigen oder trachytischen Gesteinen vorkommt.
D'AUBUISSON[40] hat gleichfalls das, im Verhältnis zur Thonerde grosze
proportionale Masz an Kieselsäure in sechs, in BRONGNIART'S Mineralogie
gegebenen Analysen von Obsidian und Perlstein hervorgehoben. Ich komme
daher zu dem Schlusse, dasz die vorhin geschilderten Concretionen durch
einen, jenem in wässrigen Niederschlägen stattfindenden streng analogen
Aggregationsprocesz gebildet worden sind, welcher hauptsächlich auf die
Kieselsäure, aber gleicherweise auch auf einige der anderen Elemente der
umgebenden Masse wirkt, und in dieser Weise die verschiedenen Varietäten
der Concretionen hervorbringt. Nach den allgemein bekannten Wirkungen
rapider Abkühlung[41], welche eine glasige Textur erzeugt, ist es
wahrscheinlich nothwendig, dasz in solchen Fällen wie auf Ascension die
ganze Masse mit einer gewissen Schnelligkeit abgekühlt ist; zieht man
aber das wiederholte und complicirte Alterniren von Knötchen und dünnen
Lagen einer glasigen Textur mit andern völlig steinigen oder
krystallinischen Lagen, die sämmtlich innerhalb eines Raumes von wenigen
Fuszen oder selbst Zollen liegen, in Betracht, so ist es kaum möglich,
dasz sie mit verschiedener Schnelligkeit abgekühlt sind und dadurch ihre
verschiedene Textur erlangt haben.
Die natürlichen Sphäruliten in diesen Gesteinen[42] sind denjenigen
auszerordentlich ähnlich, welche sich im Glas bilden, wenn es langsam
abgekühlt wird. An einigen schönen Exemplaren entglasten Glases im
Besitz des Mr. STOKES sind die Sphäruliten zu geraden Schichten mit
ebenen, einander parallelen Seiten, welche auch einer der äuszern
Flächen parallel sind, genau wie beim Obsidian, verbunden. Diese
Schichten verzweigen sich zuweilen unter einander und bilden Schlingen;
ich habe aber keinen Fall von wirklichem Durchschneiden gesehn. Sie
bilden den Übergang von den vollkommen glasigen Partien zu denjenigen,
welche nahezu homogen und steinig mit nur undeutlicher concretionärer
Structur sind. An einem und dem nämlichen Handstücke kommen auch
unbedeutend in der Färbung und in der Structur verschiedene Sphäruliten
dicht neben einander eingelagert vor. Zieht man diese Thatsachen in
Betracht, so dient es einigermaszen zur Bestätigung der oben angeführten
Ansicht von dem concretionären Ursprung der Obsidian- und der
natürlichen Sphäruliten, wenn wir finden, dasz DARTIGUES[43] in seinem
merkwürdigen Aufsatze über diesen Gegenstand die Entstehung der
Sphäruliten im Glase dem Umstande zuschreibt, dasz die verschiedenen
Ingredientien desselben ihren eigenen Attractionsgesetzen folgen und
zusammengehäuft werden. Zu der Annahme, dasz dies stattfindet, wird er
durch die Schwierigkeit geführt, sphärulitisches Glas wieder
umzuschmelzen, ohne das Ganze vorher wiederum durchaus gepulvert und
durcheinander gemengt zu haben; ferner auch durch die Thatsache, dasz
die Veränderung am leichtesten an Glas stattfindet, welches aus vielen
Bestandtheilen zusammengesetzt ist. Zur Bestätigung von DARTIGUES'S
Ansicht will ich noch bemerken, dasz FLEURIAU DE BELLEVUE[44] gefunden
hat, dasz die sphärulitischen Partien devitrificirten Glases sowohl von
Salpetersäure als von der Löthrohrflamme in einer verschiedenen Art und
Weise beeinfluszt wurden von der compacten Masse, in welcher sie
eingeschlossen waren.
~Vergleichung der Obsidian-Lager und der damit alternirenden Schichten
von Ascension mit denen in andern Ländern.~ -- Mir ist zu meiner groszen
Überraschung bedeutend aufgefallen, wie auszerordentlich die
ausgezeichnete Beschreibung der Obsidian-Gesteine von Ungarn, die
BEUDANT gegeben hat[45], und die von HUMBOLDT gegebene von derselben
Formation in Mexico und Peru[46], und gleicherweise die von
verschiedenen Autoren gegebenen Beschreibungen[47] der trachytischen
Gegenden auf den italienischen Inseln mit meinen Beobachtungen auf
Ascension übereinstimmen. Viele Stellen hätten sich ohne Abänderungen
aus den Werken der genannten Autoren übertragen lassen und würden auf
diese Insel gepaszt haben. Sie stimmen sämmtlich in der Schilderung des
blättrigen und geschichteten Characters der ganzen Reihe überein; und
HUMBOLDT sagt von einigen der Obsidian-Lager, dasz sie wie Jaspis
gebändert wären[48]. Sie stimmen sämmtlich in der Erwähnung des knotigen
oder concretionären Characters des Obsidians und des Übergangs dieser
Knötchen in Lager überein. Sie erwähnen auch sämmtlich das wiederholte,
häufig in wellenförmig gebogenen Ebenen angeordnete Abwechseln glasiger,
perliger, steiniger und krystallinischer Schichten; indessen scheinen
die krystallinischen Schichten auf Ascension viel vollkommener
entwickelt zu sein als in den obengenannten Ländern. HUMBOLDT vergleicht
einige der steinigen Schichten, wenn sie aus der Entfernung angesehn
werden, mit den Schichten eines glimmerigen Sandsteins. Sphäruliten
werden in allen Fällen als in ungeheurer Menge vorkommend beschrieben;
sie scheinen überall den Übergang von den vollkommener glasigen zu den
steinigen und krystallinischen Lagern zu bezeichnen. BEUDANT's
Schilderung[49] seines »perlite lithoide globulaire« hätte mit allen,
selbst den allerunbedeutendsten Einzelnheiten für die kleinen braunen
sphärulitischen Körnchen in den Gesteinen von Ascension
niedergeschrieben sein können.
Wegen der in vielen Beziehungen so groszen Ähnlichkeit zwischen den
Obsidian-Bildungen in Ungarn, Mexico, Peru und einigen der italienischen
Inseln und der von Ascension, kann ich kaum noch daran zweifeln, dasz in
allen diesen Fällen der Obsidian und die Sphäruliten ihre Entstehung
einem concretionären Zusammenballen der Kieselsäure und einiger der
andern constituirenden Elemente verdanken, welches eintrat, während die
verflüssigte Masse mit einer gewissen geforderten Schnelligkeit
abkühlte. Es ist indessen bekannt, dasz an einigen Orten Obsidian wie
Lava in Strömen geflossen ist, so z. B. auf Teneriffa, auf den
liparischen Inseln und auf Island[50]. In diesen Fällen sind die
oberflächlichst gelegenen Theile die am vollkommensten verglasten,
während in der Tiefe von einigen wenigen Fuszen der Obsidian in ein
opakes Gestein übergeht. In einer Analyse eines Exemplars von Obsidian
vom Hekla von VAUQUELIN, welches wahrscheinlich als Lava geflossen ist,
war das Verhältnis der Kieselsäure nahezu dasselbe wie in dem knotigen
und concretionären Obsidian von Mexico. Es wäre interessant zu
ermitteln, ob die opaken inneren Partien und der oberflächliche glasige
Überzug die nämlichen Mischungsverhältnisse der constituirenden Theile
zeigten: wir wissen durch DUFRÉNOY[51], dasz die äuszern und innern
Theile eines und des nämlichen Lavastroms zuweilen beträchtlich in ihrer
Zusammensetzung von einander verschieden sind. Selbst wenn sich ergeben
sollte, dasz der ganze Strom von Obsidian ähnlich zusammengesetzt wäre
wie der knotige Obsidian, so würde es, in Übereinstimmung mit den
vorstehenden Thatsachen doch nothwendig sein anzunehmen, dasz in diesen
Fällen Lava zum Ausbruch gelangt wäre, deren Bestandtheile in denselben
Verhältnissen gemischt waren, wie in dem concretionären Obsidian.
Blättrige Beschaffenheit vulcanischer Gesteine der Trachyt-Reihe.
Wir haben gesehn, dasz in verschiedenen und weit von einander entfernt
liegenden Ländern die mit Lagern von Obsidian abwechselnden Schichten in
hohem Grade blättrig sind. Auch die Obsidian-Knollen, sowohl grosze als
kleine, sind in verschiedenen Farbenschattirungen gebändert; in Mr.
STOKES' Sammlung habe ich ein Exemplar aus Mexico gesehn, dessen äuszere
Fläche unter Bildung von Leisten und Furchen verwittert war[52], welche
den Schichten verschiedener Verglasungsgrade entsprachen; überdies hat
auch HUMBOLDT[53] auf dem Pik von Teneriffa einen Obsidianstrom
gefunden, welcher durch sehr dünne, abwechselnde Schichten von Bimsstein
getheilt war. Viele andere Lava-Arten aus der Feldspathreihe sind
blättrig; so sind Massen von gewöhnlichem Trachyt auf Ascension durch
feine erdige Linien getheilt, denen entlang das Gestein sich spaltet und
dadurch dünne Schichten unbedeutend verschieden gefärbter Beschaffenheit
von einander trennt; auch ist die gröszere Zahl der eingeschlossenen
Krystalle glasigen Feldspaths längsweise in der nämlichen Richtung
angeordnet. P. SCROPE[54] hat einen merkwürdigen säulenförmigen Trachyt
von den Panza Inseln beschrieben, welcher in eine darüber liegende Masse
von trachytischem Conglomerat injicirt worden zu sein scheint: er ist
mit Bändern gestreift, welche, häufig äuszerst dünn, von verschiedener
Textur und Farbe sind; die härteren und dunkleren Bänder scheinen eine
gröszere Proportion von Kieselsäure zu enthalten. Auf einer andern
Stelle der Insel finden sich Schichten von Perlstein und Pechstein,
welche in vielen Beziehungen denen von Ascension ähnlich sind. Die
Bänder in dem säulenförmigen Trachyt sind meistens gewunden; sie
erstrecken sich über eine bedeutende Länge in senkrechter Richtung und
augenscheinlich den Wandungen der gangartigen Masse parallel. VON
BUCH[55] hat einen Strom von Lava auf Teneriffa beschrieben, welche
unzählige dünne, plattenartige Krystalle von Feldspath enthält, die wie
weisze Fäden einer hinter dem andern angeordnet sind und meist in
derselben Richtung liegen: auch DOLOMIEU[56] gibt an, dasz die grauen
Laven des neuen Kegels von Volcano, welche ein glasiges Gefüge haben,
mit parallelen weiszen Linien gestreift sind: er beschreibt ferner einen
soliden Bimsstein, welcher eine spaltige Structur besitzt, ähnlich der
gewisser glimmriger Schiefer. Auch Phonolith, welcher, wie ich bemerken
will, häufig, wenn nicht immer, ein injicirtes Gestein ist, besitzt
häufig eine spaltige Structur; dies ist meistens Folge der parallelen
Lage der eingeschlossenen Feldspath-Krystalle; zuweilen aber, so auf
Fernando Noronha, scheint es beinahe ganz unabhängig von deren
Anwesenheit zu sein[57]. Aus diesen Thatsachen sehen wir, dasz
verschiedene Gesteine der Feldspathreihe entweder eine blättrige oder
eine spaltige Structur besitzen, und dasz eine solche sowohl in Massen
vorkommt, welche in darüberliegende Schichten injicirt worden sind, als
auch in andern, welche als Lavaströme geflossen sind.
Die auf Ascension mit dem Obsidian abwechselnden Blätter der Schichten
fallen mit einem bedeutenden Winkel unter den Berg ein, an dessen Fusze
sie liegen; und sie erscheinen nicht so, als wären sie durch Gewalt in
ihre geneigte Stellung gebracht worden. Eine starke Neigung kommt diesen
Schichten gemeinsam in Mexico, Peru und auf einigen der italienischen
Inseln zu[58]; andererseits liegen in Ungarn die Schichten horizontal;
auch die Blätter einiger der oben erwähnten Lavaströme scheinen, so weit
ich die von denselben gegebenen Beschreibungen verstehen kann, stark
geneigt oder ganz senkrecht zu sein. Ich zweifle daran, ob in irgend
einem dieser Fälle die Blätter in ihre jetzige Stellung aufgestülpt
worden sind; und in manchen Fällen, so bei dem von Mr. SCROPE
beschriebenen Trachyt, ist es beinahe sicher, dasz sie sich ursprünglich
schon mit einer starken Neigung gebildet haben. Bei vielen von diesen
Fällen finden sich Beweise dafür, dasz die Masse des verflüssigten
Gesteins sich in der Richtung der Blätter bewegt hat. Auf Ascension
haben viele von den Luftblasen ein langausgezogenes Aussehn und werden
in der Richtung der Blätter von groben halbverglasten Fasern durchsetzt;
einige von den die sphärulitischen Körner trennenden Schichten haben ein
verschlacktes Ansehn, als wenn sie durch Rösten der Körner
hervorgebracht wären. Ich habe ein Exemplar von gebändertem Obsidian aus
Mexico in Mr. STOKES' Sammlung gesehn, an dem die Oberfläche der am
besten ausgeprägten Schichten mit parallelen Linien gestreift oder
gefurcht war; und diese Linien oder Streifen waren ganz genau denen
ähnlich, welche sich auf der Oberfläche einer Masse künstlichen
Glasflusses dadurch gebildet hatten, dasz er aus einem Gefäsz
ausgegossen worden war. Auch HUMBOLDT hat hinter Sphäruliten in
blättrigen Obsidian-Gesteinen aus Mexico kleine Höhlungen und Mr. SCROPE
andere Höhlungen hinter Bruchstücken, die in seinem blättrigen Trachyt
eingeschlossen waren, beschrieben, von denen er annimmt, dasz sie
während der Bewegung der Masse entstanden sind[59]. Nach solchen
Thatsachen haben die meisten Schriftsteller die Blätterung dieser
vulcanischen Gesteinsarten ihrer Bewegung im noch flüssigen Zustande
zugeschrieben. Obgleich es leicht einzusehn ist, warum jede einzelne
Luftblase oder jede Faser im Bimsstein[60] in der Richtung der sich
bewegenden Masse ausgezogen ist, so liegt es doch durchaus nicht auf den
ersten Blick klar vor, warum derartige Luftblasen und Fasern durch die
Bewegung in denselben Ebenen in absolut geraden und einander parallel
liegenden Blättern angeordnet werden, die auch häufig äuszerst dünn
sind; und noch weniger in die Augen fallend ist es, warum derartige
Schichten von unbedeutend verschiedener Zusammensetzung und von
verschiedener Textur sind.
In Bezug auf den Versuch, die Ursache der blättrigen Beschaffenheit
dieser plutonischen feldspathigen Gesteine aufzufinden, wollen wir zu
den so ausführlich beschriebenen Thatsachen auf Ascension zurückkehren.
Wir sehen dort, dasz einige der dünnsten Schichten hauptsächlich aus
zahlreichen, äuszerst minutiösen, wennschon vollkommenen Krystallen
verschiedener Mineralien gebildet werden, dasz andere Schichten durch
die Verbindung verschiedener Arten concretionärer Knollen gebildet
werden, und dasz die in dieser Weise gebildeten Schichten häufig nicht
von den gewöhnlichen Feldspath- und Pechstein-Schichten unterschieden
werden können, welche einen groszen Theil der ganzen Masse bilden. Die
faserige, strahlenförmige Structur der Sphäruliten scheint, nach vielen
analogen Fällen zu urtheilen, eine Verbindung der concretionären und
krystallinischen Kräfte anzudeuten; auch die einzelnen Krystalle von
Feldspath liegen sämmtlich in denselben parallelen Ebenen [61]. Diese
verwandten Kräfte haben daher bei der Hervorbringung der blättrigen
Beschaffenheit der Masse eine bedeutungsvolle Rolle gespielt, man kann
sie aber nicht als die primäre Kraft betrachten; denn die verschiedenen
Arten von Körnern, sowohl die kleinsten als die gröszten, sind innen in
äuszerst feinen Farbenschattirungen, welche der Blätterung des Ganzen
parallel ziehn, gebändert; und viele derselben sind auch äuszerlich in
derselben Richtung mit parallelen Leisten und Furchen gezeichnet, welche
nicht durch das Verwittern entstanden sind.
Einige von den feinsten Farbenstreifen in den steinigen, mit dem
Obsidian abwechselnden Schichten sind, wie man ganz deutlich sehen kann,
Folge einer beginnenden Krystallisation der sie zusammensetzenden
Mineralien. Die Ausdehnung, bis zu welcher die Mineralien krystallisirt
sind, steht, wie gleichfalls deutlich zu sehen ist, mit der
bedeutenderen oder geringeren Grösze und mit der Anzahl der minutiösen,
abgeplatteten, crenelirten Luftbläschen oder Spalten im Zusammenhang.
Zahlreiche Thatsachen, wie bei den Geoden und den Hohlräumen in
verkieseltem Holz, in primären Gesteinen und in Adern, zeigen, dasz die
Krystallisation durch die räumlichen Verhältnisse sehr begünstigt wird.
Ich komme daher zu dem Schlusse, dasz, wenn in einer Masse sich
abkühlenden vulcanischen Gesteins irgend eine Ursache eine Anzahl
minutiöser Spalten oder Zonen von geringerer Spannung erzeugt (welche
wegen der eingeschlossenen Dämpfe häufig zu zackigen Lufträumen
ausgedehnt werden), die Krystallisation der constituirenden
Bestandtheile und wahrscheinlich die Bildung von Concretionen in
derartigen Ebenen herbeigeführt oder bedeutend begünstigt werden wird;
und es wird in dieser Weise eine blättrige Structur der hier
besprochenen Art hervorgerufen werden.
Dasz irgend eine Ursache parallele Zonen von geringerer Spannung in
vulcanischen Gesteinen während deren Erstarrung wirklich erzeugt, müssen
wir für die Fälle annehmen, wo sich dünne abwechselnde Schichten bilden,
wie es bei Obsidian und Bimsstein HUMBOLDT beschrieben hat, und wo sich
kleine, abgeplattete, crenelirte Luftblasen in den blättrigen Gesteinen
von Ascension finden; denn unter keiner andern Voraussetzung können wir
einsehen, warum die eingeschlossenen Dämpfe durch ihre Ausdehnung
Luftblasen und Fasern in getrennten parallelen Ebenen anstatt
unregelmäszig durch die ganze Masse zerstreut bilden sollten. In Mr.
STOKES' Sammlung habe ich ein sehr schönes Beispiel dieser Structur an
einem Exemplar von Obsidian aus Mexico gesehn, welches wie der schönste
Achat mit zahlreichen, geraden parallelen, mehr oder weniger opaken und
weiszen oder vollkommen glasigen Schichten schattirt und gebändert ist:
der Grad der Opacität und Verglasung hängt von der Anzahl der
mikroskopisch kleinen, abgeplatteten Luftblasen ab; in diesem Falle
läszt sich kaum daran zweifeln, dasz die ganze Masse, zu der dieses
Fragment gehört hat, irgend einer, wahrscheinlicherweise fortgesetzten
Einwirkung unterlegen ist, welche eine unbedeutende Verschiedenheit der
Spannung in den aufeinander folgenden Ebenen verursachte.
Verschiedene Ursachen scheinen im Stande zu sein, Zonen verschiedener
Spannung in durch Hitze halbflüssig gewordenen Massen hervorzubringen.
In einem Stücke entglasten Glases habe ich Schichten von Sphäruliten
beobachtet, welche nach der Art und Weise, in welcher sie plötzlich
gebogen waren, durch die einfache Zusammenziehung der Masse in dem
Gefäsze, in welchem es abkühlte, hervorgebracht worden zu sein scheinen.
Bei gewissen Trappgängen am Aetna, welche ÉLIE DE BEAUMONT[62]
beschrieben hat und welche danach von abwechselnden Streifen schlackigen
und compacten Gesteins begrenzt sind, wird man auf die Vermuthung
geführt, dasz die Bewegung des Ausstreckens in den umgebenden Schichten,
welche ursprünglich die Spalten hervorgerufen hatte, noch fortdauerte,
so lange die injicirte Gesteinsmasse flüssig blieb. Durch Professor
FORBES'[63] klare Beschreibung der gebänderten Structur des
Gletscher-Eises geleitet, scheint indessen die bei weitem
wahrscheinlichste Erklärung der blättrigen Structur dieser feldspathigen
Gesteinsarten diejenige zu sein, dasz sie gestreckt worden sind, so
lange sie noch in einem teigigen Zustande langsam hinfloszen[64], in
genau derselben Art und Weise, wie Professor FORBES annimmt, dasz das
Eis sich bewegender Gletscher gestreckt und gespalten wird. In beiden
Fällen können die Bänder mit denen im schönsten Achate verglichen
werden; in beiden dehnen sie sich in der Richtung aus, in welcher die
Masse geflossen ist und die an der Oberfläche exponirten sind meistens
senkrecht; im Eise werden die porösen Lamellen durch das nachfolgende
Gefrieren des infiltrirten Wassers deutlich gemacht, in den steinigen
feldspathigen Laven durch später eintretende krystallinische und
concretionäre Einwirkung. Das Fragment von glasigem Obsidian in Mr.
STOKES' Sammlung, welches mit minutiösen Luftblasen gebändert ist, musz,
nach Professor FORBES' Beschreibung zu urtheilen, in auffallendem Grade
einem Stück gebänderten Eises ähnlich sein; und wenn die Schnelligkeit
seiner Abkühlung und die Beschaffenheit der Masse deren Krystallisation
oder concretionären Wirkung günstig gewesen wäre, so würden wir auch
hier die schönsten parallelen Bänder von verschiedener Zusammensetzung
und Textur finden. Bei Gletschern scheinen die Linien porösen Eises und
minutiöser Spalten Folgen eines beginnenden Streckens zu sein, welches
dadurch verursacht wird, dasz die central gelegenen Theile des gefrornen
Stromes sich schneller bewegen als die Seiten und der Grund, welche
durch Reibung aufgehalten werden: es werden daher bei Gletschern von
gewissen Formen und am untern Ende der meisten Gletscher die Bänder
horizontal. Dürfen wir anzunehmen wagen, dasz wir in den feldspathigen
Laven mit horizontalen Blättern einen analogen Fall vor uns haben? Alle
Geologen, welche trachytische Gegenden untersucht haben, sind zu dem
Schlusse gekommen, dasz die Laven dieser Reihe eine äuszerst
unvollkommene Flüssigkeit besessen haben; und da offenbar nur Substanz
von derartiger Beschaffenheit dem ausgesetzt sein wird, gespalten zu
werden und Bänder verschiedener Spannung in der hier angenommenen Art
und Weise zu bilden, so sehn wir wahrscheinlich hierin die Ursache,
warum augitische Laven, welche allem Anscheine nach meistens einen hohen
Grad von Leichtflüssigkeit besessen haben, nicht[65] wie die
feldspathigen Laven in Blätter verschiedener Zusammensetzung und Textur
gespalten sind. Überdies scheint in der Reihe der Augitgesteine niemals
irgend eine Neigung zu concretionärer Wirkung vorhanden zu sein, welche,
wie wir gesehen haben, bei dem Blättrigwerden der Gesteine der
Trachyt-Reihe oder mindestens beim Hervortretenlassen dieser
Bildungsweise eine so bedeutungsvolle Rolle spielt.
Was man nun auch immer von der hier vorgebrachten Erklärung der
blättrigen Structur der Gesteine der Trachyt-Reihe denken mag, so
erlaube ich mir nur, die Aufmerksamkeit der Geologen auf die einfache
Thatsache zu lenken, dasz in der Masse eines Gesteines auf Ascension von
unzweifelhaft vulcanischem Ursprung Schichten, oft von äuszerster Dünne
erzeugt worden sind, welche völlig gerade und einander parallel sind; --
einige sind aus deutlichen Krystallen von Quarz und Diopsid, mit
amorphen augitischen Flecken und körnigem Feldspath untermischt,
zusammengesetzt, -- andere bestehn ganz und gar aus derartigen schwarzen
augitischen Flecken mit Körnchen von Eisenoxyd --, und endlich noch
andere werden aus krystallinischem Feldspath in einem Zustande mehr oder
weniger vollkommener Reinheit, in Verbindung mit zahlreichen, längsweise
angeordneten Krystallen von Feldspath gebildet. Auf dieser Insel haben
wir Ursache anzunehmen und bei einigen analogen Fällen ist es als sicher
bekannt, dasz die Lamellen sich schon ursprünglich mit ihrer jetzigen
starken Neigung gebildet haben. Thatsachen von solcher Beschaffenheit
sind ganz offenbar in Bezug auf den Ursprung der Structur jener groszen
Reihe plutonischer Gesteine von Bedeutung, welche wie die vulcanischen
der Einwirkung der Wärme unterworfen gewesen sind und welche aus
abwechselnden Schichten von Quarz, Feldspath, Glimmer und anderen
Mineralien bestehn.
[14] Geographical Journal, Vol. V. p. 243.
[15] ~Lesson~ hat diese Thatsache beobachtet: Zoologie du Voyage de la
Coquille, p. 490. Mr. ~Hennah~ bemerkt ferner (Geolog. Proceedings,
1835. p. 189), dasz die ausgedehntesten Aschenschichten auf Ascension
ausnahmslos auf der Seite der Insel unter dem Winde vorkommen.
[16] ~Nichol~'s Architecture of the Heavens.
[17] Voyage aux Quatre îles d'Afrique, Tom. I. p. 222.
[18] Voyage en Hongrie, Tom. II. p. 214.
[19] Manche Stücke dieses Peperino oder Tuffs sind hinreichend hart, um
mit der gröszten Kraft von den Fingern nicht zerbrochen werden zu
können.
[20] Auf der nördlichen Seite des Grünen Bergs zieht sich ein dünnes,
ungefähr einen Zoll dickes Band von compactem Eisenoxyd in
beträchtlicher Ausdehnung hin; es hat eine concordante Lagerung im
untern Theile der geschichteten Masse von Asche und Bruchstücken. Diese
Substanz ist von röthlich brauner Farbe mit einem beinahe metallischen
Glanze; sie ist nicht magnetisch, wird es aber nach Erhitzung vor dem
Löthrohre, wo sie geschwärzt und zum Theil geschmolzen wird. Dieses Band
compacten Gesteins gibt dadurch, dasz es das wenige auf der Insel
fallende Regenwasser aufhält, einer kleinen tröpfelnden Quelle
Entstehung, welche zuerst von ~Dampier~ entdeckt wurde. Sie ist das
einzige Süszwasser auf der Insel, so dasz die Möglichkeit ihres
Bewohntseins gänzlich von dem Vorkommen dieser eisenhaltigen Schicht
abgehangen hat.
[21] Professor ~Miller~ ist so freundlich gewesen, dies Mineral zu
untersuchen. Er erhielt zwei gute Spaltflächen von 86° 30' und 86° 50'.
Das Mittel aus mehreren, welche ich erhielt, war 86° 30'. Prof. ~Miller~
gibt an, dasz diese Krystalle zu einem feinen Pulver zerstoszen in
Salzsäure löslich sind und etwas ungelöste Kieselsäure zurücklassen; der
Zusatz von oxalsaurem Ammoniak gibt einen copiösen Niederschlag von
Kalk. Er bemerkt ferner, dasz der Angabe ~von Kobell~'s zufolge Anorthit
(ein in den ausgeworfenen Massen von Monte Somma vorkommendes Mineral)
immer weisz und durchsichtig ist, so dasz, wenn dies der Fall ist, diese
Krystalle von Ascension für Labrador-Feldspath gehalten werden müssen.
Prof. ~Miller~ fügt hinzu, dasz er in ~Erdmann~'s Journal für technische
Chemie die Schilderung eines von einem Vulcane ausgeworfenen Minerals
gelesen habe, welches die äuszern Charactere des Labrador-Feldspaths
besasz, aber von der, von Mineralogen gegebenen Analyse dieses Minerals
abwich; der Verfasser schrieb diese Verschiedenheit einem Irrthum in der
Analyse des Labrador-Feldspaths zu, welche sehr alt ist.
[22] ~Daubeny~ bemerkt in seinem Buche über Vulcane (p. 386), dasz dies
der Fall ist; und ~Humboldt~ sagt (Personal Narrative, Vol. I, p. 236):
»Im Allgemeinen sind die Massen bekannter primitiver Gesteine, ich meine
diejenigen, welche vollkommen unsern Graniten, Gneisz und
Glimmerschiefer ähnlich sind, in Laven sehr selten: die Substanzen,
welche wir allgemein mit dem Namen Granit bezeichnen, welche vom Vesuv
ausgeworfen werden, sind Gemische von Nephelin, Glimmer und Pyroxen.«
[23] Dieser Raum wird nahezu von einer Linie umschlossen, welche um den
Grünen Berg herumgeht und die Berge mit einander verbindet, welche
Weather Port Signal, Holyhead heiszen und von denen der eine »der Crater
eines alten Vulcans« (im geologischen Sinne uneigentlich) genannt wird.
[24] Der Porphyr ist dunkel gefärbt; er enthält zahlreiche, häufig
zerbrochene Krystalle weiszen opaken Feldspaths, auch zerfallende
Krystalle von Eisenoxyd; seine Blasen schlieszen Massen von zarten
haarähnlichen Krystallen, augenscheinlich von Analcim ein.
[25] ~D'Aubuisson~, Traité de Geógnosie, Tom. II. p. 548.
[26] ~Daubeny~ (on Volcanos, p. 180) scheint zu der Annahme geführt
worden zu sein, dasz gewisse trachytische Formationen von Ischia und Puy
de Dôme, welche denen von Ascension in hohem Grade ähnlich sind,
sedimentären Ursprungs seien, und zwar hauptsächlich wegen der häufigen
Anwesenheit »von schlackenartigen Stücken in ihnen, die in der Farbe von
der Grundsubstanz abweichen.« ~Daubeny~ fügt andererseits hinzu, dasz
~Brocchi~ und andere bedeutende Geologen diese Schichten für erdige
Varietäten von Trachyt angesehen haben; er hält den Gegenstand für
weiterer Beachtung werth.
[27] ~Beudant~ (Voyage en Hongrie, Tom. III. p. 502, 504) beschreibt
nierenförmige Massen von Jaspis-Opal, welche entweder in das umgebende
trachytische Conglomerat übergehn oder wie Kreide-Feuersteine in ihm
eingeschlossen sind; er vergleicht sie mit den Stücken opalisirten
Holzes, welche in dieser Formation so häufig sind. ~Beudant~ scheint
indesz ihren Bildungsprocesz eher für einen Procesz einfacher
Infiltration als für eine moleculare Umwandlung angesehen zu haben; es
scheint mir aber das Vorhandensein von Concretionen, die von der
umgebenden Substanz gänzlich verschieden sind, wenn sie nicht in einer
vorher bestehenden Höhlung gebildet wurden, entweder eine moleculare
oder eine mechanische Umlagerung der Atome zu erfordern, welche den
später von ihnen eingenommenen Raum erfüllten. Der Jaspis-Opal von
Ungarn geht in Chalcedon über; es scheint daher in diesem Falle, wie bei
Ascension, der Jaspis seinem Ursprunge nach in inniger Beziehung zum
Chalcedon zu stehn.
[28] ~Beudant~ (Voyage Minér. Tom. III. p. 507) zählt Fälle des
Vorkommens auf aus Ungarn, Deutschland, dem mittleren Frankreich,
Italien, Griechenland und Mexiko.
[29] Die Eier der Schildkröte, welche von dem Weibchen begraben werden,
werden zuweilen in das solide Gestein eingeschlossen. ~Lyell~ hat
(Principles of Geology, Buch III, Cap. 17) eine Abbildung einiger Eier
gegeben, welche, schon die Knochen junger Schildkröten enthaltend, in
dieser Weise eingeschlossen gefunden wurden.
[30] Researches in theoretical Geology, p. 12.
[31] Der Selenit ist, wie ich bemerkt habe, den Gesteinen fremd und musz
aus dem Meerwasser herrühren. Es ist ein interessanter Umstand, in
dieser Weise zu finden, dasz die hinreichend schwefelsauren Kalk
enthaltenden Wellen des Oceans ihn auf die Felsen ablegen, gegen welche
sie in der Gezeit anschlagen. Dr. ~Webster~ hat (Voyage of the
Chanticleer, Vol. II. p. 319) Schichten von Gyps und Salz beschrieben,
welche bis zu zwei Fusz an Mächtigkeit durch Verdampfung des Flugwassers
auf den Felsen an der dem Winde zugekehrten Küste zurückbleiben.
Wundervolle Selenit-Stalactiten, welche in der Form denen von
kohlensaurem Kalk ähnlich sind, bilden sich in der Nähe dieser Küsten.
Auch amorphe Massen von Gyps kommen in Höhlen im Innern der Insel vor;
und auf Cross Hill (einem alten Crater) sah ich eine beträchtliche Menge
von Salz aus einem Schlackenhaufen vorquellen. In diesen letzten Fällen
scheinen das Salz und der Gyps vulcanische Producte zu sein.
[32] Nach der in meiner Reise (Übers. p. 14) beschriebenen Thatsache,
dasz ein von einem Bache abgesetzter Überzug von Eisenoxyd (wie ein sehr
ähnlicher Überzug an den groszen Cataracten des Orinocco und Nils) fein
polirt wird, wo die Brandung einwirkt, vermuthe ich, dasz auch in diesem
Falle die Brandung polirend wirkt.
[33] In dem der Beschreibung von St. Paul's Felsen gewidmeten Abschnitt
habe ich eine glänzende, perlige Substanz, welche die Felsen überzieht,
und eine verwandte stalactitenartige Incrustation von Ascension
beschrieben, deren Rinde dem Schmelz der Zähne ähnlich ist, aber hart
genug ist, Tafelglas zu ritzen. Diese beiden Substanzen enthalten
animale Substanz und scheinen von Wasser abgesetzt worden zu sein,
welches durch Vögelexcremente gesickert ist.
[34] Mr. ~Horner~ und Sir ~David Brewster~ haben (Philosoph.
Transactions, 1836, p. 65) eine eigenthümliche, »künstliche, Muscheln
ähnliche Substanz« beschrieben. Sie wird in feinen, durchsichtigen,
bedeutend polirten, braun gefärbten Blättern, welche eigenthümliche
optische Eigenschaften haben, auf der Innenseite eines Gefäszes
abgesetzt, in welchem zuerst mit Leim und dann mit Kalk präparirtes Zeug
rapid in Wasser in Umdrehung versetzt wird. Sie ist viel weicher,
durchscheinender und reicher an animaler Substanz als die natürliche
Incrustation von Ascension; wir sehn aber doch hier wiederum die starke
Neigung, welche kohlensaurer Kalk und animale Substanz darbieten, eine
feste, mit Schalensubstanz verwandte Substanz zu bilden.
[35] Dieser Ausdruck kann leicht miszverstanden werden, da er sowohl auf
Gesteine, welche in Blätter von genau derselben Zusammensetzung getheilt
sind, als auch auf fest aneinander geheftete Schichten ohne Neigung zur
Spaltbarkeit, aber aus verschiedenen Mineralien bestehend oder von
verschiedenen Farbenschattirungen, angewendet werden kann. Der Ausdruck
blättrig wird in diesem Capitel in dem letztern Sinne gebraucht; wo ein
homogenes Gestein wie in dem erstgenannten Sinne in einer gegebenen
Richtung spaltet, wie Thonschiefer, habe ich den Ausdruck spaltbar
gebraucht.
[36] Professor ~Miller~ theilt mir mit, dasz die von ihm gemessenen
Krystalle die Flächen _P_, _z_, _m_ der Figur 147 hatten, welche
~Haidinger~ in seiner Übersetzung von ~Mohs~ gibt; er fügt hinzu, es sei
merkwürdig, dasz keiner auch nur die unbedeutendste Spur der Fläche _r_
des regelmäszigen sechsseitigen Prismas hatte.
[37] Geological Transactions, Vol. III. P. I. p. 37.
[38] Die vorstehenden Analysen sind aus ~Beudant~, Traité de
Minéralogie, Tom. II. p. 113, und eine Analyse des Obsidians aus
~Philipps's~ Mineralogie entnommen.
[39] Diese Analysen sind aus ~Kobell's~ Grundzügen der Mineralogie,
1838, entnommen.
[40] Traité de Géognosie, Tom. II. p. 535.
[41] Dies ist bei der Fabrication des gewöhnlichen Glases und bei
~Gregory Watt's~ Experimenten an geschmolzenem Trapp zu beobachten;
ebenso auch an der natürlichen Oberfläche von Lavaströmen und an den
Seitenwänden von Trappgängen.
[42] Ich weisz nicht, ob es allgemein bekannt ist, dasz Körper, welche
genau dasselbe Aussehn wie Sphäruliten haben, zuweilen im Achat
vorkommen. ~Robert Brown~ zeigte mir an einem innerhalb einer Höhlung in
einem Stücke verkieselten Holzes gebildeten Achate einige kleine Flecke,
welche für das blosze Auge gerade eben sichtbar waren: als er diese
Flecke unter eine stark vergröszernde Lupe brachte, boten sie ein
wunderschönes Ansehn dar: sie waren vollkommen kreisrund und bestanden
aus den feinsten Fasern von brauner Färbung, welche mit groszer
Genauigkeit von einem gemeinsamen Mittelpunkte ausstrahlten. Diese
kleinen strahlenförmigen Sterne wurden gelegentlich von bandartigen
Farbenzonen im Achat durchschnitten oder es wurden Stücke von ihnen
völlig abgeschnitten. In dem Obsidian von Ascension liegen die beiden
Hälften eines Sphärulits häufig in verschiedenen Farbenzonen, sie werden
aber nicht von solchen abgeschnitten, wie im Achat.
[43] Journal de Physique, Tom. 59, (1804), p. 10, 12.
[44] Journal de Physique, Tom. 60, (1805), p. 418.
[45] Voyage en Hongrie, Tom. I. p. 330; Tom. II. p. 221 u. 315; Tom.
III. p. 369, 371, 377, 381.
[46] Essai géognostique, p. 176, 326, 328.
[47] ~P. Scrope~, in: Geological Transactions, 2. Ser., 2. Vol. p. 195.
Vergl. auch ~Dolomieu~, Voyage aux isles Lipari, und ~D'Aubuisson~,
Traité de Géognosie, Tom. II. p. 534.
[48] In Mr. ~Stokes'~ schöner Sammlung von Obsidianen aus Mexico bemerke
ich, dasz die Sphäruliten meistens viel gröszer sind als die von
Ascension; sie sind meistens weisz, opak und in deutliche Lagen
verbunden: es finden sich viele eigenthümliche, von allen auf Ascension
vorkommenden verschiedene Varietäten. Die Obsidiane sind schön
gebändert, in vollkommen geraden oder gekrümmten Linien, mit äuszerst
unbedeutenden Verschiedenheiten des Farbentons, der Zelligkeit und des
mehr oder minder vollkommenen Grades der Verglasung. Verfolgt man einige
der weniger vollkommen glasigen Zonen, so sieht man, dasz sie dicht mit
äuszerst kleinen weiszen Sphäruliten besetzt sind, welche immer
zahlreicher und zahlreicher werden, bis sie sich zuletzt vereinen und
eine deutliche Schicht bilden; andererseits verbinden sich auf Ascension
nur die braunen Sphäruliten zur Bildung von Lagen; die weiszen sind
immer unregelmäszig zerstreut. Einige Handstücke in der Sammlung der
Geologischen Gesellschaft, welche einer Obsidian-Formation in Mexico
angehören sollen, haben einen erdigen Bruch und werden durch Flecke
eines schwarzen Minerals in die feinsten parallelen Blätter getheilt,
ähnlich den Augit- oder Hornblende-Flecken in den Gesteinen von
Ascension.
[49] ~Beudant~'s Voyage, Tom. III. p. 373.
[50] Wegen Teneriffa s. ~von Buch~, Description des îles Canaries, p.
184 und 190; wegen der liparischen Inseln s. ~Dolomieu~. Voyage, p. 34;
wegen Island s. ~Mackenzie~'s Travels, p. 369.
[51] Mémoires pour servir à une déscription géologique de la France,
Tom. IV. p. 371.
[52] ~MacCulloch~ gibt an (Classification of Rocks, p. 531), dasz die
exponirten Flächen der Pechsteingänge in Arran »in wellenförmig
verlaufenden Linien gefurcht sind, welche gewissen Arten marmorirten
Papiers ähnlich sind, und welche offenbar das Resultat irgend einer
entsprechenden Verschiedenheit der blättrigen Structur sind.«
[53] Personal Narrative, Vol. I. p. 222.
[54] Geological Transactions, 2. Ser., Vol. II. p. 195.
[55] Description des îles Canaries, p. 184.
[56] Voyage aux îles de Lipari, p. 35 und 85.
[57] In diesem Falle, wie in dem des spaltigen Bimssteins ist die
Structur von der in den vorher erwähnten Fällen sehr verschieden, wo die
Blätter aus abwechselnden Schichten verschiedener Zusammensetzung oder
Textur bestehn. Bei einigen Sedimentärformationen indessen, welche allem
Anscheine nach homogen und spaltbar sind, wie bei glasigem Thonschiefer,
haben wir Grund zur Annahme, dasz, der Angabe ~D'Aubuisson~'s zufolge,
die Blätter wirklich die Folge äuszerst dünner abwechselnder
Glimmerschichten sind.
[58] ~Phillip~'s Mineralogy, in Bezug auf die italienischen Inseln, p.
136. Wegen Mexico und Peru s. ~Humboldt~, Essai géognostique. Auch Mr.
~Edwards~ beschreibt die starke Neigung der Obsidiangesteine des Cerro
del Navaja in Mexico, in: Proceed. Geolog. Soc. June, 1838.
[59] Geological Transactions, 2. Ser., Vol. II. p. 200 u. flgde. Diese
eingeschlossenen Bruchstücke bestehn in manchen Fällen aus abgebrochenem
blättrigem Trachyt, »welcher von den noch flüssig gebliebenen Theilen
eingehüllt wurde.« Auch ~Beudant~ erwähnt in seinem groszen Werke über
Ungarn (Tom. III p. 386) häufig trachytische Gesteine, welche
unregelmäszig mit Fragmenten derselben Varietäten gefleckt sind, die an
andern Stellen die parallelen Bänder bilden. In diesen Fällen müssen wir
annehmen, dasz, nachdem ein Theil der geschmolzenen Masse eine blättrige
Structur angenommen hat, ein frischer Ausbruch von Lava die Masse
zerbrach und Bruchstücke einschlosz, und dasz später das Ganze blättrig
wurde.
[60] ~Dolomieu's~ Voyage, p. 64.
[61] Es setzt allerdings die Bildung eines groszen Krystalls irgend
eines Minerals in einem Gestein von gemischter Zusammensetzung eine
Aggregation der erforderlichen Atome voraus, welche mit der
Concretionskraft verwandt ist. Die Ursache davon, dasz die
Feldspathkrystalle in diesen Gesteinen von Ascension sämmtlich
längsweise gestellt sind, ist wahrscheinlich die nämliche wie die,
welche alle die braunen sphärulitischen Körnchen (welche sich vor dem
Löthrohre wie Feldspath verhalten) in der nämlichen Richtung verlängert
und abgeplattet hat.
[62] Mémoires pour servir etc. T. IV. p. 131.
[63] Edinburgh New Philos. Journal, 1842, p. 350.
[64] Ich vermuthe, dasz dies nahezu dieselbe Erklärung ist, welche
~Scrope~ im Sinne gehabt hat, wenn er (Geolog. Transactions, 2. Ser.
Vol. II. p. 228) von der gebänderten Structur seiner trachytischen
Gesteine in der Weise spricht, dasz sie entstanden sei »in Folge einer
linearen Ausdehnung der Masse, so lange sie sich noch im Zustande
unvollkommener Flüssigkeit befunden habe, in Verbindung mit einem
concretionären Procesz.«
[65] Basaltische Laven und viele andere Gesteine sind nicht selten in
dicke Lamellen oder Platten von der nämlichen Zusammensetzung getheilt,
welche entweder gerade oder gekrümmt sind; dieselben werden durch
senkrechte Spaltungslinien durchsetzt und werden zuweilen zu Säulen
verbunden. Ihrem Ursprunge nach scheint diese Structur mit derjenigen
verwandt zu sein, bei welcher viele Gesteine, sowohl feurigen als
sedimentären Ursprungs, von parallelen Spaltensystemen durchsetzt sind.
Viertes Capitel.
St. Helena.
Laven der feldspathigen, basaltischen und submarinen Reihe. --
Durchschnitt des Flagstaff-Hill und des Barn. -- Turk's Cap und
Prosperous Bay. -- Basaltischer Ring. -- Centraler craterförmiger
Rücken, mit einer innern Leiste und einer Brustwehr. --
Phonolith-Kegel. -- Oberflächliche Schichten von kalkigem
Sandstein. -- Ausgestorbene Landschnecken. -- Schichten von
Detritus. -- Erhebung des Landes. -- Denudation. --
Erhebungscratere.
Die ganze Insel ist vulcanischen Ursprungs; ihr Umfang beträgt nach der
Angabe BEATSON's[66] ungefähr 28 Meilen. Der centrale und gröszte Theil
besteht aus Gesteinen einer feldspathigen Beschaffenheit, meistentheils
in einem ganz auszerordentlichen Grade zersetzt; sie bieten in diesem
Zustande eine eigenthümliche Sammlung von abwechselnden rothen,
purpurnen, braunen, gelben und weiszen, weichen, thonartigen Schichten
dar. Wegen der Kürze unsres Besuchs habe ich diese Schichten nicht mit
Sorgfalt untersucht; einige derselben, besonders diejenigen der weiszen,
gelben und braunen Schattirungen, bestanden ursprünglich als Lavaströme,
die gröszere Zahl derselben wurde aber wahrscheinlich in der Form von
Schlacken und Aschen ausgeworfen; andere Schichten von einer purpurnen
Färbung, porphyrartig mit krystallförmigen Flecken einer weiszen weichen
Substanz, welche jetzt fettig sind und wie Wachs beim Druck mit dem
Nagel einen polirten Strich darbieten, scheinen einmal als solide
Thonstein-Porphyre bestanden zu haben: die rothen, thonigen Schichten
haben meistens eine breccienartige Structur und sind ohne Zweifel durch
Zerfall von Schlacken gebildet worden. Indessen behalten mehrere
ausgedehnte, zu dieser Reihe gehörende Ströme ihren steinigen
Character: dieselben sind entweder von einer schwärzlich-grünen Farbe,
mit minutiösen nadelförmigen Krystallen von Feldspath, oder von einer
sehr blassen Färbung und beinahe ganz aus minutiösen, häufig
schuppenartigen Krystallen von Feldspath, auszerordentlich reich mit
mikroskopischen schwarzen Flecken bedeckt, zusammengesetzt; sie sind
meistens compact und in Blätter getheilt; indessen sind andere von
ähnlicher Zusammensetzung zellig und etwas zerfallen. Keines dieser
Gesteine enthält grosze Feldspath-Krystalle, oder hat den harten, dem
Trachyt eigenen Bruch. Diese feldspathigen Laven und Tuffe sind die
obersten oder die zuletzt ausgeworfenen; doch sind unzählige Gänge und
grosze Massen geschmolzenen Gesteins später in dieselben injicirt
worden. Sie convergiren, wie sie aufsteigen, nach dem centralen,
gebogenen Rücken zu, an welchem ein Punkt die Höhe von 2700 Fusz
erreicht. Dieser Rücken ist das höchste Land auf der Insel; er bildete
früher den nördlichen Rand eines groszen Craters, aus welchem die Laven
dieser Reihe floszen; wegen seines ruinösen Zustandes, wegen des
Umstandes, dasz die südliche Hälfte entfernt worden ist, und wegen der
gewaltsamen Verwerfung, welcher die ganze Insel ausgesetzt gewesen ist,
ist sein Bau sehr undeutlich geworden.
~Basaltische Reihe.~ -- Der Rand der Insel wird von einem
unregelmäszigen Kreise groszer, schwarzer, stratificirter Wälle von
Basalt gebildet, welcher nach der See hin einfällt und zu Klippen
ausgenagt worden ist, die häufig nahezu senkrecht sind und in ihrer Höhe
von einigen wenigen hundert Fusz bis zu zwei tausend schwanken. Dieser
Kreis oder vielmehr hufeisenförmige Ring ist nach Süden hin offen und
noch durch mehrere andere weite Zwischenräume durchbrochen. Sein Rand
oder Gipfel springt meistens wenig über das Niveau des anstoszenden
landeinwärts gelegenen Landes vor; und die neueren feldspathigen Laven,
welche von den im Mittelpunkte der Insel gelegenen Höhen herabsteigen,
stoszen meistens gegen seinen innern Rand an und überlagern ihn;
indessen scheinen sie an der nordwestlichen Seite der Insel (nach einem
Blick von der Entfernung aus zu urtheilen) über denselben weggeflossen
zu sein und Theile davon verdeckt zu haben. An einigen Stellen, da wo
der basaltische Ring durchbrochen ist und die schwarzen Wälle einzeln
stehn, sind die feldspathigen Laven zwischen ihnen hindurchgegangen und
stehn nun an der Meeresküste in hohen Uferklippen. Die basaltischen
Gesteine sind von schwarzer Farbe und dünn stratificirt; sie sind
meistens in hohem Grade blasig, gelegentlich aber compact; einige
derselben enthalten zahlreiche Krystalle glasigen Feldspaths und
Octaëder von titanhaltigem Eisen; andere sind auszerordentlich reich an
Krystallen von Augit und an Olivinkörnern. Die blasigen Zellräume sind
häufig mit äuszerst kleinen Krystallen (von Chabasit?) ausgekleidet und
werden selbst durch solche amygdaloid. Die einzelnen Ströme sind von
einander durch aschige Massen oder durch einen hellrothen,
zerreiblichen, salzführenden Tuff getrennt, welcher durch
übereinanderliegende Linien gezeichnet ist, wie sie bei Niederschlägen
aus Wasser vorkommen; zuweilen hat er einen undeutlich concretionären
Bau. Die Gesteine dieser basaltischen Reihe kommen sonst nirgends vor
auszer in der Nähe der Küste. In den meisten vulcanischen Districten
sind die trachytischen Laven von früherem Ursprung als die basaltischen;
hier sehn wir aber, dass ein sehr mächtiges, in seiner Zusammensetzung
der Familie der Trachyte sehr ähnliches Gestein in einer späteren Zeit
zur Eruption gelangt ist als die basaltischen Schichten; indessen weist
die grosze Zahl von Gängen, die auszerordentlich reich an groszen
Augitkrystallen sind, und mit welchem die feldspathigen Laven erfüllt
worden sind, vielleicht auf eine gewisse Neigung hin, zu der
gewöhnlicheren Ordnung der Übereinanderlagerung zurückzukehren.
~Basale submarine Laven.~ -- Die Laven dieser basalen Reihe liegen
unmittelbar sowohl unter den basaltischen als auch unter den
feldspathigen Gesteinen. Der Angabe Mr. SEALE's[67] zufolge sind sie in
gewissen Absätzen am Meeresstrande rings um die ganze Insel herum zu
sehen. An den Durchschnitten, welche ich untersucht habe, variirte ihre
Beschaffenheit bedeutend; einige der Schichten waren auszerordentlich
reich an Augitkrystallen; andere sind von einer braunen Farbe, entweder
lamellös oder in einem geschiebeartigen Zustande; und viele Stellen sind
durch kalkige Substanz in hohem Grade amygdaloid geworden. Die
aufeinander folgenden Schichten sind entweder dicht mit einander
verbunden oder durch Lager von schlackigem Gesteine oder von blättrigem
Tuff, der häufig gut abgerundete Bruchstücke enthält, von einander
getrennt. Die Zwischenräume dieser Lager sind mit Gyps und Salz erfüllt;
auch der Gyps kommt zuweilen in dünnen Schichten vor. Wegen der groszen
Menge dieser beiden Substanzen, wegen der Anwesenheit abgerundeter
Rollsteine in den Tuffen und wegen der auszerordentlich zahlreichen
Amygdaloide kann ich nicht daran zweifeln, dasz diese basalen
vulcanischen Schichten unter dem Meere geflossen sind. Diese Bemerkung
sollte vielleicht auch auf einen Theil der darüberliegenden basaltischen
Gesteine ausgedehnt werden; ich bin aber nicht im Stande gewesen, über
diesen Punkt gültige Aufklärung zu erhalten. Die Schichten der basalen
Reihe wurden, wo ich sie auch immer untersuchte, von einer
auszerordentlichen Zahl von Gängen durchschnitten.
[Illustration: Fig. 8. Die doppelten Linien stellen die basaltischen
Schichten, die einfachen die basalen submarinen Schichten dar, die
punktirten die oberen feldspathigen Schichten, die Gänge sind quer
schraffirt.]
~Flagstaff Hill und der Barn.~ -- Ich will nun einige der
bemerkenswerthesten Durchschnitte beschreiben und will mit jenen beiden
Bergen anfangen, welche den hauptsächlichsten Zug in der äuszern
Erscheinung an der nordöstlichen Seite der Insel bilden. Der viereckige,
winklige Umrisz und die schwarze Färbung des Barn weist sofort darauf
hin, dasz er zu der basaltischen Reihe gehört, während die glatte,
conische Form und die verschiedenartigen hellen Färbungen des Flagstaff
Hill es in gleicher Weise deutlich erkennen lassen, dasz er aus den
erweichten feldspathigen Gesteinsarten zusammengesetzt ist. Diese beiden
hohen Berge stehn (wie es in dem beistehenden Holzschnitt, Fig. 8,
dargestellt ist) durch einen schmalen Rücken mit einander in Verbindung,
welcher aus den geschiebeartigen Laven der basalen Reihe gebildet wird.
Die Schichten dieses Rückens fallen nach Westen ein, die Neigung wird
dabei nach dem Flagstaff Hill hin allmählich geringer; auch kann man,
wenn schon mit einiger Schwierigkeit, sehn, dasz die oberen
feldspathigen Schichten dieses Berges in concordanter Weise nach
West-südwest einfallen. Dicht am Barn liegen die Schichten des Rückens
beinahe senkrecht, sind aber durch unzählige Gänge sehr undeutlich
gemacht; unter diesem Berge ändern sie wahrscheinlich ihre Lage aus der
senkrechten in eine entgegengesetzte Neigung; denn die oberen oder
basaltischen Schichten, welche ungefähr 800 oder 1000 Fusz mächtig sind,
sind unter einem Winkel von zwischen 30 und 40 Graden nach Nordosten
geneigt.