III.

Rosenzweig ließ seinem Kutscher den Befehl ertheilen, anzuspannen,

und ihm auf der Straße nachzufahren. Er selbst ging zu Fuße voraus

und schlug bald einen schmalen Weg ein, der, die Felder quer

durchschneidend, in der Nähe eines steinernen Kreuzes in die Landstraße

ausmündete. Dort wollte er seinen Wagen erwarten.

Er sehnte sich danach, tüchtig auszuschreiten, frische, freie Luft

zu athmen und den gesunden Erdgeruch einzuziehen, der aus den

aufgerissenen Schollen emporstieg. Nur Wunder nahm es ihn, daß er

die Wonne und Wohlthat, der parfümirten Salonluft und Gesellschaft

entronnen zu sein, nicht so recht zu empfinden vermochte. Ein

tiefinnerliches Unbehagen erfüllte ihn, ein unbestimmtes Etwas ging ihm

nach, von dem er sich keine andere Rechenschaft zu geben wußte, als daß

es sehr quälend sei.

Gesammelte Schriften von Marie von Ebner-Eschenbach (2/10) · 第 4 / 34 题