Fräulein von G. aus P., 36 Jahr alt, unverheirathet, von hagerm

Körperbau, trug einen harten Knoten von der Größe eines Taubeneies in

der linken Brust, in welchem bei der Erscheinung des Monatlichen und

bei dem Wechsel der Witterung stärkere oder schwächere, immer aber

nicht unbedeutende Schmerzen entstanden. Aufmerksam darauf fragte sie

mich den 12. November 1801 darüber um Rath. Da dieses Frauenzimmer

sonst in allen Hinsichten eine vollkommene Gesundheit genoß, so

begnügte ich mich blos, ihr ein zwekmäßiges Regimen vorzuschreiben.

Gemüthsbewegungen aller Art wurden möglichst beseitigt. Sie mußte

alle erhizzende Getränke vermeiden, und sich überhaupt sehr ruhig

verhalten. So schadete es ihr z. B. augenbliklich, wenn sie je einmal

zu dem Tanzen sich verleiten ließ. Auf dem leidenden Theile wurde

ununterbrochen fort ein zarter Hasenpelz getragen. Dabei verlohren sich

vorerst die Schmerzen gänzlich, und im Januar 1802 fieng hierauf der

Knoten an sich in mehrere kleine Parthien zu theilen und in dem April

desselben Jahres war er ganz verschwunden, und die Brust vollkommen

gesund.

End of Project Gutenberg's Über die weiblichen Brüste, by Johann Georg Klees

Über die weiblichen Brüste · 第 8 / 8 段