Körperbau, trug einen harten Knoten von der Größe eines Taubeneies in
der linken Brust, in welchem bei der Erscheinung des Monatlichen und
bei dem Wechsel der Witterung stärkere oder schwächere, immer aber
nicht unbedeutende Schmerzen entstanden. Aufmerksam darauf fragte sie
mich den 12. November 1801 darüber um Rath. Da dieses Frauenzimmer
sonst in allen Hinsichten eine vollkommene Gesundheit genoß, so
begnügte ich mich blos, ihr ein zwekmäßiges Regimen vorzuschreiben.
Gemüthsbewegungen aller Art wurden möglichst beseitigt. Sie mußte
alle erhizzende Getränke vermeiden, und sich überhaupt sehr ruhig
verhalten. So schadete es ihr z. B. augenbliklich, wenn sie je einmal
zu dem Tanzen sich verleiten ließ. Auf dem leidenden Theile wurde
ununterbrochen fort ein zarter Hasenpelz getragen. Dabei verlohren sich
vorerst die Schmerzen gänzlich, und im Januar 1802 fieng hierauf der
Knoten an sich in mehrere kleine Parthien zu theilen und in dem April
desselben Jahres war er ganz verschwunden, und die Brust vollkommen
gesund.
End of Project Gutenberg's Über die weiblichen Brüste, by Johann Georg Klees