[Illustration: Abbildung 76.
Palmensäule aus Soleb; n. R.; Dynastie 19. Zeit Seti's II.; nach
L. D. I, 117.]
[Illustration: Abbildung 77.
Palmensäule.
Relief aus dem Assassif, Grab 2. Sp. Zt.; 26. Dyn.; nach L. D. III,
272a.]
[Illustration: Abbildung 78.
Palmensäule aus Philae. Sp. Zt. Zeit des Augustus und Tiberius; nach
Berl. Museum, No. 7324. Ausführl. Verzeichn. S. 22.]
In der Spätzeit zeigt sich wieder durchweg der schlanke Typus, der
dieser Gattung mit Recht eine bevorzugte Stellung unter allen
ägyptischen Säulen sichert. Merkwürdig ist an diesen späten Säulen eine
Erscheinung, welche man vielleicht auf die des öfteren schon erwähnten
flatternden Bänder aus der 18. Dynastie zurückführen muss. Von dem
Halsband hängt nämlich eine aus drei Bandlagen gebildete Schleife herab
(Abb. 77), die dann auf noch späteren Beispielen zu einem Kranze von
languettenartig geordneten Bändern wird (Abb. 78). An dieser
letztgenannten Säule beobachten wir wieder die in der Spätzeit übliche
Herabrückung der Halsbänder, wodurch dann über denselben ein Teil des
schuppigen Palmenstammes sichtbar wird. Als neues Motiv tritt hier
ferner noch die Anbringung von Datteltrauben zwischen den Palmenwedeln
auf. Dass es in der Spätzeit auch nicht an unsinnigen Zuthaten bei
Palmensäulen, wie z. B. Fussblätter über der Basis[89], fehlt, bedarf
wohl keiner besonderen Erwähnung.