Die Beispiele von Papyrusdarstellungen sind für das alte Reich
unzählbar: Papyrusernte[45] zum Bootsbau und zu anderen Zwecken,
Papyrussümpfe[46] als Jagdreviere für Vogel- und Fischfang und
Aehnliches finden sich zur Genüge dargestellt. Zwischen den offenen
Pflanzen finden sich auch häufig junge, noch geschlossene Exemplare
(Abb. 44). Diese haben, wie schon oben bemerkt, in der Umrisslinie
Aehnlichkeit mit den spitzen Blüthen von Nymphaea caerulea, bei guten
Darstellungen sind sie jedoch nicht ganz spitzig, sondern etwas
abgestutzt. Bemerkenswerth ist die falsche Darstellung der Kopfblätter
hierbei; dieselben hüllen in Wirklichkeit fast die ganze junge Dolde
ein, in den Darstellungen sind sie aber meist ebenso kurz angegeben wie
bei den geöffneten Büscheln. Nur in einigen Typen aus dem neuen Reiche
kann man, wie wir hier vorwegnehmen wollen, eine wesentliche
Verbesserung in dieser Hinsicht bemerken. So zeigt eine Fayenceform aus
Tell-Amarna (Abb. 45) uns eine junge Papyrusdolde mit langem, spitzen
Hüllblatt, neben dem schon einige Doldenstrahlen hervorsehen.
Aus dem mittleren Reiche mag hier ein Beispiel Platz finden, das auch
den verbissensten Lotomanen deutlich über den Unterschied zwischen
Nymphaea und Papyrus belehren wird (Abb. 46). Die biegsamen Stengel
einiger Nymphaeen sind hier um drei starre Stiele Papyrus herumgelegt;
der Papyrus hat seine Fussblätter, die bei der Nymphaea natürlich
fehlen; die bewegten Seitencontouren der Papyrusdolde weichen deutlich
von den straffen Aussenlinien der Nymphaeen ab, dem entsprechend auch
die oberen Begrenzungslinien; die Kopfblätter des Papyrus sind nur kurz,
während bei der Nymphaea alle Blätter bis zum oberen Rande gehen;
endlich ist die Papyrusdolde mit einzelnen Strahlen gefüllt und die
Nymphaeablüthe mit ihren spitzigen Blättern versehen.
[Illustration: Abbildung 47.
Papyrusornament aus einer Fayenceschale;
n. R.; Original im British Mus., nach Berl. Museum Ph. 440 gezeichnet.]
[Illustration: Abbildung 48.