XII.

Die Katastrophe.

Ich war allein. Die Lage, in der ich mich befand, war unerträglich: Ich

hatte einen Korb erhalten, und mein Onkel wollte mich ungeachtet dessen

mit Gewalt verheiraten. Meine Gedanken schweiften unruhig umher, doch

ich konnte keinen ruhig zu Ende denken. Misintschikoff und sein

Vorschlag wollten mir nicht aus dem Sinn. Es galt, was es auch koste,

meinen Onkel zu retten. Ich dachte sogar daran, Misintschikoff

unverzüglich aufzusuchen und ihm alles zu erzählen ... Aber wohin war

mein Onkel gegangen? Er hatte gesagt, daß er Nastenjka sprechen wolle,

und hatte doch den Weg in den Garten eingeschlagen. Einen Augenblick

dachte ich an heimliche Zusammenkünfte, und ein unangenehmes Gefühl

regte sich in meinem Herzen. Mir fielen Misintschikoffs Worte ein: daß

sie heimliche Beziehungen zueinander hätten ... Ich sann nach – wies

dann aber jeden Verdacht unwillig von mir. Nein, mein Onkel konnte nicht

betrügen, das lag ja auf der Hand. Doch meine Unruhe wuchs mit jeder

Minute. Fast unbewußt trat ich hinaus auf die Treppe und ging dann in

Gedanken versunken dieselbe Allee entlang, die mein Onkel verfolgt

hatte. Der große Sommermond stand rot und noch niedrig über dem

Horizont. Ich kannte den Garten gut und brauchte nicht zu fürchten,

irrezugehen. Als ich mich der alten Laube näherte, die einsam am Ufer

des schlammigen, schilfbewachsenen Weihers stand, blieb ich plötzlich

wie angewurzelt stehen: ich vernahm deutlich Stimmengeflüster, das aus

der Laube kam. Ich kann nicht sagen, welch ein eigenartig ärgerliches

Gefühl mich erfaßte! Ich war überzeugt, daß mein Onkel und Nastenjka

dort saßen, und ich ging geradeaus weiter, indem ich auf alle Fälle mein

Gewissen wenigstens damit beruhigte, daß ich denselben Schritt

beibehielt und mich nicht etwa unbemerkt heranzuschleichen suchte. Da

vernahm ich plötzlich, daß zwei sich küßten, und darauf folgte eine

Menge begeisterter Worte und dann – ein durchdringender weiblicher

Schrei! Fast im selben Augenblick aber lief oder flog auch schon eine

weißgekleidete Dame wie eine Schwalbe an mir vorüber. Es schien mir, daß

sie das Gesicht mit den Händen bedeckt hatte, um nicht erkannt zu

werden. Man hatte mich also aus der Laube bemerkt. Wie groß aber war

meine Verwunderung, als ich in dem Herrn, der nach der aufgescheuchten

Dame aus der Laube trat, – Obnoskin erkannte, Obnoskin, der nach

Misintschikoffs Behauptung Stepantschikowo bereits verlassen hatte! Auch

Obnoskin war nicht wenig verwirrt: seine sonst so anmaßende Haltung war

völlig verschwunden.

„Entschuldigen Sie, aber ... ich hatte nicht erwartet, mit Ihnen hier

zusammenzutreffen,“ brachte er stotternd und mit verlegenem Lächeln

hervor.

„Dasselbe kann ich auch von mir sagen,“ entgegnete ich spöttisch, „um so

mehr, als ich gehört habe, daß Sie bereits fortgefahren seien.“

„Nein ... das war nur so ... ich begleitete nur meine Mutter ... eine

Strecke ... Aber darf ich mich an Sie mit einer Bitte wenden; denn ich

weiß, daß Sie ein ehrenwerter Mensch sind ...“

„Und diese Bitte wäre?“

„Es gibt Fälle – und Sie werden mir darin zustimmen – in denen ein

wirklich edler Mensch gezwungen ist, an den ganzen Edelmut eines

anderen, gleichfalls edlen Menschen zu appellieren ... Ich hoffe, Sie

verstehen mich ...“

„Hoffen Sie das nicht; denn ich verstehe Sie tatsächlich nicht.“

„Sie haben doch die Dame gesehen, die hier mit mir in der Laube war?“

„Gesehen – ja, aber nicht erkannt.“

„Ah, nicht erkannt ... Diese Dame werde ich alsbald meine Frau nennen.“

„Gratuliere. Aber womit kann ich Ihnen dienen?“

„Nur mit einem: es als tiefstes Geheimnis zu bewahren, daß Sie mich mit

dieser Dame hier gesehen haben ...“

„Wer mag das gewesen sein?“ dachte ich, „doch nicht ...?“

„Wirklich, ich weiß nicht ...“ sagte ich. „Sie werden entschuldigen, daß

ich Ihnen mein Wort nicht geben kann ...“

„Um’s Himmels willen, ich _bitte_ Sie doch darum!“ flehte Obnoskin.

„Begreifen Sie doch meine Situation! Es ist noch ein Geheimnis. Sie

können gleichfalls einmal Bräutigam sein: dann werde auch ich

meinerseits ...“

„Pst! Jemand kommt!“

„Wo?“

In der Tat bemerkten wir kaum dreißig Schritt von uns den Schatten eines

Menschen vorübergleiten.

„Das ... das war Foma Fomitsch!“ flüsterte Obnoskin, am ganzen Leibe

zitternd. „Ich erkannte ihn am Gang. Mein Gott! da kommen wieder

Schritte! Von der anderen Seite! Hören Sie ... Leben Sie wohl! Ich danke

Ihnen und ... flehe Sie an ...“

Obnoskin verschwand. Nach einer Minute stand mein Onkel vor mir, wie aus

der Erde gewachsen.

„Bist du es?“ fragte er hastig. „Alles ist verloren, Ssergei, jetzt ist

alles verloren!“

Ich bemerkte, daß auch er am ganzen Körper zitterte.

„Was ist verloren, Onkel?“

„Gehen wir!“ Er erfaßte krampfhaft meine Hand und zog mich nach sich.

Während des ganzen Weges bis zum Sommerhaus sprach er kein Wort und ließ

auch mich nicht sprechen. Ich erwartete etwas Außergewöhnliches und kann

sagen, daß ich in meiner Erwartung auch nicht enttäuscht wurde. Als wir

mein Zimmer betraten, schwindelte ihm und er wankte. Er war bleich wie

ein Toter. Ich spritzte ihm sofort Wasser ins Gesicht. „Es muß etwas

Furchtbares geschehen sein,“ dachte ich, „wenn ein Mann wie er – in

dieser Weise ... fast ohnmächtig wird.“

„Onkel, was haben Sie nur?“ fragte ich schließlich.

„Alles ist verloren, Ssergei! Foma überraschte mich und Nastenjka im

Garten ... gerade in dem Augenblick, als ich sie küßte ...“

„Als Sie sie küßten? Im Garten?“ Ich sah ihn verständnislos an.

„Im Garten, Freund, Gott wollte es so! Ich ging, um sie unverzüglich zu

sprechen ... Ich wollte ihr alles sagen, wollte ihr zureden, sie zur

Vernunft bringen ... in bezug auf dich, weißt du. Sie aber hatte schon

seit einer ganzen Stunde auf mich gewartet, dort, bei der zerbrochenen

Bank ... hinter dem Weiher ... Sie kommt oft dorthin, wenn ich mit ihr

sprechen muß.“

„Oft?“

„Oft, oft, Freund! In der letzten Zeit haben wir uns dort fast in jeder

Nacht getroffen. Nun haben sie uns wahrscheinlich aufgelauert – ich weiß

es genau, daß sie spioniert haben, und ich weiß auch, daß Anna Nilowna

die Hauptbeteiligte ist. So stellten wir denn unsere Zusammenkünfte ein:

seit vier Tagen hatten wir uns nicht gesehen ... aber heute ging es doch

nicht anders ... Du weißt doch selbst, wie notwendig es war ... Und wie

und wo hätte ich sonst ein Wort mit ihr reden können? Ich ging also in

der Hoffnung hin, sie dort anzutreffen ... Und sie saß auch schon seit

einer Stunde da ... und hatte auf mich gewartet: sie hatte mir

gleichfalls Wichtiges zu sagen ...“

„Wie kann man nur so unvorsichtig sein! Sie wußten doch, daß man Sie

beide beobachtet!“

„Aber es war doch ein kritischer Augenblick, Ssergei! Wir mußten uns

doch über so vieles aussprechen! Am Tage wage ich ja nicht einmal, sie

anzusehen: sie sieht in den einen Winkel und ich absichtlich in den

anderen, als wenn ich überhaupt nicht bemerkte, daß sie auf der Welt

ist. In der Nacht aber treffen wir uns und können uns dann aussprechen

...“

„Und was geschah nun heute, Onkel?“

„Oh! Kaum hatte ich ihr zwei Worte gesagt, weißt du – da fing mein Herz

zu hämmern an, und die Tränen traten mir in die Augen. Ich wollte sie

bereden, dich doch zu heiraten – sie aber sagte mir ohne weiteres: ‚Dann

lieben Sie mich offenbar überhaupt nicht, dann sehen Sie ja gar nichts!‘

Und plötzlich wirft sie sich an meine Brust, umarmt mich krampfhaft,

weint und schluchzt: ‚Ich liebe nur Sie allein,‘ sagte sie, ‚ich werde

keinen anderen heiraten! Ich liebe Sie schon lange, nur werde ich auch

Sie nicht heiraten, sondern morgen noch fortfahren und ins Kloster

gehen.‘“

„Donnerwetter! Hat sie das wirklich so gesagt? Und was geschah dann

weiter – weiter, Onkel?“

„Da – ich blickte auf: vor uns steht Foma! Woher er nur gekommen sein

mag? Er kann doch unmöglich hinter dem Gebüsch gehockt haben, um nur auf

diesen Sündenaugenblick zu warten?“

„Der Schuft!“

„Ich erstarrte, Nastenjka lief fort, und Foma Fomitsch ging schweigend

an uns vorüber und drohte mir nur einmal so mit dem Finger. – Begreifst

du jetzt, Ssergei, was es morgen geben wird?“

„Wie sollte ich nicht!“

„Begreifst du?“ rief er verzweifelt aus und sprang vom Stuhl auf.

„Begreifst du, daß sie sie verderben, verleumden, entehren wollen? Sie

suchen einen Vorwand, um ihr eine Schande anhängen und sie dann aus dem

Hause treiben zu können! Und jetzt haben sie ihn glücklich gefunden!

Haben sie doch schon gesagt, sie hätte ein ehrloses Verhältnis mit mir!

Ja, diese Schurken haben sogar gesagt, sie hätte auch eins mit

Widopljässoff gehabt! Und das hat alles diese Anna Nilowna verbreitet!

Was wird jetzt werden? Was wird morgen sein? Sollte Foma es wirklich

erzählen?“

„Unbedingt wird er es erzählen, Onkel.“

„Wenn er es aber erzählt, wenn er es wagt ...“ Mein Onkel biß sich die

Lippen und ballte die Fäuste. „Nein, nein! Ich glaube es nicht! Er wird

es nicht sagen, er wird begreifen ... er ist ein Mensch mit edler

Gesinnung! Er wird sie schonen ...“

„Schonen oder nicht schonen,“ unterbrach ich ihn entschlossen;

„jedenfalls aber ist es jetzt Ihre Pflicht, morgen um Nastassja

Jewgrafownas Hand anzuhalten.“

Mein Onkel blickte mich unbeweglich an.

„Sehen Sie denn nicht ein, Onkel, daß Sie dem Mädchen die Ehre nehmen,

wenn Sie die Sache an die große Glocke hängen lassen? Sehen Sie denn

nicht ein, daß Sie allem Gerede so schnell wie möglich die Spitze

abbrechen müssen? Sie müssen jedem furchtlos und stolz in die Augen

blicken können, Ihre Verlobung sofort veröffentlichen, alle Ihre

Vernunftgründe zum Teufel schicken und Foma, wenn er dagegen auch nur zu

mucken wagt, einfach zu Pulver zerstäuben! ...“

„Ssergei, Freund, ich dachte daran, als wir herkamen!“

„Und zu was haben Sie sich entschlossen?“

„Mein Entschluß steht fest! Ich hatte mich bereits entschlossen, noch

bevor ich dir zu erzählen begann!“

„Bravo, Onkel!“

Ich fiel ihm um den Hals vor Freude.

Lange noch sprachen wir. Ich hielt ihm alle die unerbittlichen Gründe

vor, die ihn zwangen, Nastenjka zu heiraten, und die er übrigens selbst

noch viel besser begriff als ich. Aber ich kam nun einmal ins Reden. Ich

freute mich unsäglich für ihn. Jetzt zwang ihn die Pflicht, anderenfalls

hätte er sich wohl nie entschlossen. Vor der Pflicht aber, und noch dazu

einer Ehrenpflicht, war er machtlos.

Doch ungeachtet alles dessen wußte ich entschieden nicht, wie das

Vorhaben ausgeführt werden sollte. Ich wußte und glaubte ohne den

geringsten Zweifel, daß mein Onkel um keinen Preis von dem ablassen

werde, was er einmal als seine Pflicht erkannt hatte. Aber im Grunde

fürchtete ich doch, daß er nicht rücksichtslos genug sein könne, um sich

gegen die Herrscher in seinem Hause aufzulehnen. Nur deshalb bemühte ich

mich so hartnäckig, ihn anzutreiben und in dieser Richtung

vorwärtszustoßen: und so legte ich mich denn mit dem ganzen Eifer der

Jugend ins Zeug.

„... Um so mehr, um so mehr müssen Sie es,“ wiederholte ich, „als jetzt

bereits alles beschlossen ist und Ihre letzten Zweifel aufgehoben sind!

Es ist etwas geschehen, was _Sie_ nicht erwartet haben, obgleich es alle

seit langer Zeit wissen: Nastassja Jewgrafowna liebt Sie! Wollen Sie es

denn wirklich zulassen!“ rief ich heftig aus, „daß diese reine Liebe

sich für sie in Schmach und Schande verwandle?“

„Niemals will ich das! Aber, Freund, ist es denn überhaupt möglich, daß

ich so glücklich werden könnte? Und wie kann sie mich nur lieben, und

wofür eigentlich? wofür? Ich glaube, es ist doch so gar nichts an mir

... Ich bin ein Greis im Vergleich zu ihr. Nein, das hätte ich nie

erwartet! Liebling, mein Liebling! ... Höre, Sserjosha, vorhin fragtest

du mich, ob ich nicht in sie verliebt sei: hattest du irgendeine ...

Idee vielleicht?“

„Ich sah nur, Onkel, daß Sie sie so liebten, wie man noch mehr einen

Menschen überhaupt nicht lieben kann; und daß Sie sie liebten, ohne es

selbst zu wissen. Denken Sie doch einmal nach: Sie rufen mich aus

Petersburg her und wollen mich mit ihr verheiraten, einzig damit sie

Ihre Nichte werde und Sie, Onkel, uns dann ewig bei sich haben können

...“

„Und du ... du verzeihst mir, Ssergei?“

„Ach, Onkel ...“

Er preßte mich an sein Herz.

„Aber jetzt seien Sie auf der Hut; denn es haben sich ja dort alle gegen

Sie verschworen. Sie müssen sich erheben und gegen alle kämpfen, und

zwar gleich morgen!“

„Ja ... ja, morgen!“ wiederholte er etwas nachdenklich, „und weißt du,

wir wollen die Sache männlich und vollkommen überzeugt von unserem Recht

anfassen, mit wirklicher Charakterstärke ... ja eben mit

Charakterstärke!“

„Lassen Sie den Mut nicht sinken, Onkel!“

„Nein, ich werde den Mut nicht sinken lassen, Ssergei! Nur eines: ich

weiß nicht, welch einen Schlachtplan ich wählen soll!“

„Denken Sie jetzt nicht daran, Onkel. Morgen wird alles seine Lösung

finden. Für heute beruhigen Sie sich. Je mehr man jetzt grübelt, um so

schlimmer ist es. Und falls Foma den Mund auftut – dann entweder: ihn

unverzüglich vor die Tür setzen, oder: ihn zu Staub zermalmen!“

„Geht es denn nicht auch ohne das? Freund, ich habe so beschlossen:

morgen gehe ich in aller Frühe zu ihm und erzähle ihm den ganzen

Sachverhalt, so wie ich ihn dir erzählt habe. Er kann mich doch

unmöglich nicht verstehen wollen! Er ist doch ein edler Mensch, der

edelste von allen! Aber sieh, was mich beunruhigt: was dann, wenn er

meine Mutter und Tatjana Iwanowna heute schon von der bevorstehenden

Werbung benachrichtigt hat? Das wäre doch furchtbar?“

„Tatjana Iwanownas wegen brauchen Sie sich nicht zu beunruhigen, Onkel.“

Und ich erzählte ihm meine Begegnung mit Obnoskin vor der Laube. Mein

Onkel war maßlos erstaunt. Misintschikoff erwähnte ich mit keinem Wort.

„Eine phantasmagorische Person, in der Tat! Wirklich, eine

phantasmagorische Person!“ rief er aus. „Die Arme! Man will ihre

Naivität ausnutzen! Und war es wirklich Obnoskin? Aber er fuhr doch nach

dem Tee fort? Sonderbar, höchst sonderbar! Ich bin wirklich betroffen,

Sserjosha ... Das muß man morgen noch untersuchen, um gegebenenfalls

Maßregeln ergreifen zu können ... Aber bist du auch überzeugt, daß es

Tatjana Iwanowna war?“

Ich sagte, daß ich ihr Gesicht zwar nicht gesehen hätte, aber aus

gewissen Gründen fest überzeugt sei, daß es Tatjana Iwanowna gewesen

war.

„Hm! Oder sollte es nicht doch ein kleines Techtelmechtel mit einem der

Hofmädchen gewesen sein, und dir hat es vielleicht nur so geschienen,

daß es Tatjana Iwanowna war? War es nicht Dascha, die Gärtnerstochter?

Das ist ein durchtriebenes Mädchen! Man hat sie bereits öfter bemerkt

... Nur deshalb sage ich es ja, weil man sie wirklich schon gesehen hat.

Anna Nilowna hat sie ertappt! ... Aber nein, das ist auch

unwahrscheinlich! Und er hat dir gesagt, daß er sie heiraten wolle?

Sonderbar, sehr sonderbar ...“

Endlich trennten wir uns. Ich umarmte ihn zum Abschied.

„Morgen, morgen wird sich alles entscheiden,“ sagte er lebhaft, „noch

bevor du aufstehst! Ich werde zu Foma gehen und ihm ritterlich alles

aufdecken, wie meinem leiblichen Bruder, alles, was ich auf meinem

Herzen habe, meine ganze Seele. Leb wohl, Sserjosha. Leg dich jetzt hin,

du wirst müde sein. Na, und ich – ich werde in der ganzen Nacht wohl

kein Auge schließen.“

Er ging. Ich legte mich unverzüglich schlafen; denn ich war in der Tat

todmüde. Das war ein schwerer Tag gewesen! Meine Nerven waren überreizt,

und bevor ich endlich einschlief, zuckte ich noch mehrmals zusammen und

wachte immer wieder aus dem Halbschlaf auf.

Aber wie seltsam meine Eindrücke auch während des Einschlafens waren, so

war ihre Seltsamkeit doch noch nichts im Vergleich mit der Seltsamkeit

meines Erwachens am nächsten Morgen.

Sämtliche Werke 16 · 第 20 / 28 题