Ein Quellenbuch mit Urkunden, Briefen und sonstigen Aktenstücken zur
Geschichte des Deutschen Zollvereins dürfte auf allgemeines Interesse kaum
rechnen und müßte bei der Länge der Zeit, über die sich die Verhandlungen
hinschleppten, nur ein kümmerlicher Torso sein, der niemand gefiele.
Dagegen darf die klassische Darstellung, die Heinrich v. Treitschke in
seiner Deutschen Geschichte im 19. Jahrhundert dieser größten Schöpfung
der Friedensregierung Friedrich Wilhelms III. gewidmet hat, selbst den
Wert einer Quelle beanspruchen, da sie auf einem umfassenden Studium aller
in Betracht kommenden Akten und Briefwechsel beruht, von denen die
wenigsten der wissenschaftlichen Forschung bisher durch den Druck
zugänglich gemacht sind.
Im folgenden sind die in Betracht kommenden Kapitel der Deutschen
Geschichte mit geringen Auslassungen, die vom Leser wohl nirgends als
Lücken empfunden werden dürften, mit freundlich gewährter Erlaubnis der
Verlagsbuchhandlung zu einer Einheit zusammengefaßt und wirken in dieser
Form fast wuchtiger als in der Verstreuung über drei dicke Bände, wie sie
der chronologische Aufbau des alle Seiten des deutschen Lebens
umspannenden Werkes mit sich bringt. Sie reden eine so eindringliche
Sprache von einer jammervollen Vergangenheit deutschen Kleinlebens, daß
man nur wünschen kann, daß die Stimme des tapferen Rufers im Streit für
nationale Einigung auch weiterhin gehört werde, nachdem ihn selbst schon
seit Jahren der kühle Rasen deckt.
_Leipzig,_ 19. Mai 1913.
*Horst Kohl.*