[Illustration: TURM DES SCHWEIGENS]
Besichtigung der hauptsächlichsten »Löwen«, erstes Frühstück bei
Stockinger und dann unter seiner Leitung zum heiligen Bramanendorfe
Valkeshwar mit seinem berühmten Teich, zu den »Thürmen des Schweigens«,
der Begräbnissstätte der Parsees, zum Hindu-Verbrennungsort auf Malabar
Road, -- nachmittags zum Victoriapark und dem interessanten Museum. Vom
Yachtclub aus wohnen der Gesandte und ich der Abreise des Marquess of
Dufferin bei; am Apollo Bunder ist ein rothes, mit Gold verziertes Zelt
errichtet, alle Notabilitäten, Natives in grosser Gala und Civilbeamten
und Militärs in Uniform, sind versammelt -- Reden und Kanonensalute,
auch seitens eines im Hafen liegenden russischen Kriegsschiffes. Abends
Expedition mit Coudenhove und Sapieha zu den »Hind-Bibis« in Byculla; --
einige der kleinen Hindumädchen sind hübsch und wie aus Bronze
gegossen, besonders eine Namens Jumna, welche sofort das Herz des leicht
entflammbaren Coudenhove gewann; so ziehen wir von Haus zu Haus, suchen
vergebens eine »Nautch« (Bajaderentanz) zu arrangieren und hören blos
ohrenzerreissende Musik. -- Die »Thisbe« ist beschädigt, ihr Schaft soll
gebrochen sein, wir reisen daher erst Dienstag den 18. mit unserem alten
Schiffe »Poseidon« weiter.
Mit Sapieha zu dem Victoria Market, wo die merkwürdigsten Fische, Pflanzen
und Früchte feilgeboten werden. Uns sind so ziemlich alle unbekannt, --
dann grosse Bummelei in den Bazars, im sogenannten Black Town. Bei
Vuccino lassen Biegeleben, Sapieha und ich uns photographiren, -- bei
der herrschenden Wintertemperatur eine Höllenarbeit, -- der Compagnon
Vuccino's hat Sapieha schon in Krakau photographirt; merkwürdiges
Zusammentreffen! Nachmittags mit dem Chef nach Byculla zum Race-Course,
wo Stockingers in einem sehr feschen Four-in-hand ankommen. -- Die Rennen
selbst sind schwach, aber das Publicum, besonders das ganz abgesonderte
einheimische Element, ist amusant; bei den Rennen, an welchen Natives
gehörige Pferde theilnehmen, sind keine englischen Pferde zu sehen. Abends
wieder im Yachtclub, der sehr hübsch eingerichtet, grosse kühle Halle
und angenehme Veranda mit Blick auf den Hafen hat. -- Das Hôtel ist zwar
billig, aber schlecht, die Bedienung unter aller Kritik, man soll schon in
Indien immer seinen privaten »Servant« haben, der auch bei Tisch bedienen
muss.
[Illustration: NAUTSCH GIRL]