Das Meer ist wie ein Teich, »not a ripple«, manchmal nur durch fliegende
Fische oder durch einen Hai gestört, zuweilen ist eine Schule Delphine zu
sehen, auch Black Whales, die ich zuletzt im August an der Küste von Nova
Scotia beobachtet. Manche Stunde verbringe ich mit dem Gesandten in der
»Steerage«, wo eine ethnologische Sammlung ersten Ranges ausgestellt ist:
vor allen fünf Somalis, aus Ebenholz geschnitzte Herculesse, prachtvolle
Kerle; zwei Familien aus Hadramaut, der Pater familias hat längere Zeit
in Java gelebt und spricht mit Pertile malayisch; ein Jerusalemitanischer
Jude, der nur arabisch versteht und uns mit dem wohlbekannten »Marhaba«
empfängt, -- einige Hindus, die von Aden nach Bombay zurückkehren,
schliesslich eine böhmische Musikbande aus Karlsbad, einige der Mädchen
sind hübsch, es ist ein Jammer, die armen Leute immer im Freien, ohne Zelt
der Sonne ausgesetzt zu wissen; eine der Musikantinnen hat heftiges Fieber,
das unser Schiffsarzt, ein alter Südtiroler Dorfbader, der nie aus seinem
Canton herausgekommen, kaum heilen dürfte. -- Die II. Classe besteht aus
dem erwähnten Hindudoctor, aus Harrison und fünf weiteren Missionären,
welche sich durch besonderen Bekehrungseifer hervorthun; sie trachten
nicht nur die Somalis, die gute Mohammedaner sind, zu convertiren, sondern
versuchen auch die dalmatinische Schiffsmannschaft auf bessere Wege zu
bringen; Mersa ist wüthend, da sie seinen Matrosen das Arbeiten am Sonntag
als Sünde vorhalten.
Von Cap Guardafui und Sokotra war leider nichts zu sehen, da unser Cours zu
nördlich ist, dafür erblickten wir die hadramautische Küste von Makalla,
eine jetzt wohl eben so wenig bekannte Gegend wie zu Zeiten Wrede's.