Ich habe mich nicht gerührt, und der Fritz auch nicht.
Er hat nur zum Friedmann gesagt, daß er jetzt die dritte Konjugation
kann.
Ich bin zu den Großen hingegangen, wo die Professoren gestanden sind.
Der Pedell hat immer geredet.
Er erzählte alles immer wieder von vorne.
Er hat gesagt, daß er daheim war und nachgedacht hat, ob er vielleicht
eine Halbe Bier trinken soll.
Auf einmal hat seine Frau gesagt, es hat gescheppert, als wenn eine
Fensterscheibe hin ist.
„Wo soll eine Fensterscheibe hin sein?“ hat er gefragt.
Dann haben sie gehorcht, und er hat die Haustüre aufgemacht. Da ist ihm
gewesen, als wenn er einen Schritt hört, und er ist in sein Zimmer und
hat sein Gewehr geholt.
Dann ist er hinaus und hat dreimal „Wer da?“ gerufen.
Denn beim Militär hat er es so gelernt, wo er doch ein Feldwebel
war. Und im Krieg haben sie es so gemacht, da ist immer einer Posten
gestanden, und wenn er etwas Verdächtiges gehört hat, hat er „Wer
da?“ rufen müssen. Es hat sich aber nichts mehr gerührt, und er ist
im Hofe dreimal herumgegangen und hat nichts gesehen. Und dann ist er
zum Sternbräu gegangen, weil er gedacht hat, daß er eine Halbe Bier
trinken muß. Er hat gesagt, wenn er einen gesehen hätte, dann hätte er
geschossen, denn wenn einer keine Antwort nicht gibt auf „Wer da“, muß
er erschossen werden.
Der Rektor hat ihn gefragt, ob er keinen Verdacht hat.
Da hat der Pedell gesagt, daß er schon einen hat, aber er hat mit den
Augen geblinzelt und hat gesagt, daß er es noch nicht sagen darf, weil
er ihn sonst nicht erwischt.
Wenn nicht gleich so viele Leute herumgestanden wären, hat der Pedell
gesagt, dann hätte er ihn vielleicht schon, weil er die Fußspuren
gemessen hätte, aber jetzt ist alles verwischt.
Da hat ihn der Rektor gefragt, ob er glaubt, daß er ihn noch kriegt.
Da hat der Pedell wieder mit den Augen geblinzelt und hat gesagt, daß
er ihn noch erwischt, weil alle Verbrecher zweimal kommen und den Ort
anschauen.
Und er paßt jetzt die ganze Nacht mit dem Gewehr und schreit bloß
einmal „Wer da?“ und er schießt gleich.
Der Falkenberg hat gesagt, er will beten, daß der Verbrecher aufkommt,
aber heute ist keine Kirche nicht, weil man den Aloysius wegräumen muß,
und wir müssen heimgehen und auch beten, daß es offenbar wird.
Da sind alle gegangen, aber ich bin noch stehen geblieben mit dem
Friedmann und dem Raithel, weil der Pedell zu uns hergegangen ist und
alles wieder erzählt hat, daß es schepperte und daß seine Frau es
zuerst gehört hat.
Und er sagte, daß er den Verbrecher erwischt, und vor eine Woche ganz
vorüber ist, erschießt er ihn, oder er schießt ihm vielleicht auf die
Füße.
Ich bin zum Fritz gegangen und habe es erzählt. Da haben wir furchtbar
lachen müssen.
Hernach ist eine große Untersuchung gewesen, und in jeder Klasse ist
gefragt worden, ob keiner nichts weiß.
Und der Kindlein hat gesagt, daß er seinen Schülern keinen Aloysius
nicht mehr schenkt, bevor es nicht aufgekommen ist, wer es getan hat.
Wir haben jetzt vor der Religionsstunde immer ein Gebet sagen müssen
zur Entdeckung eines gräßlichen Frevels.
Es hat aber nichts geholfen, und niemand weiß etwas, bloß ich und der
Fritz wissen es.
[Illustration]
[Illustration: Besserung]