II.

Es war allgemein bekannt, daß ein alter Fuchs mit seiner Familie in der

Nachbarschaft lebte, doch niemand vermutete ihn so nahe.

Dieser Fuchs war von allen anderen seinesgleichen leicht durch

eine Narbe zu unterscheiden, die vom Auge durch und bis hinter das

Ohr reichte. Man vermutete, daß er sie auf der Hasenjagd von einem

Stacheldrahtzaun erhalten habe, und da die Haare nach der Heilung

der Wunde an dieser Stelle weiß wuchsen, blieb die Narbe immer ein

untrügliches Abzeichen.

Im Winter vorher hatte ich diesen Fuchs zum erstenmal getroffen, und

er hatte mir seine Schlauheit durch ein Beispiel bewiesen. Nach einem

Schneefall war ich auf die Jagd gegangen und hatte die Felder gekreuzt,

bis ich zu einer buschbewachsenen Einsenkung hinter einer alten Mühle

kam. Als ich so weit herangekommen war, daß ich das flache Tal

überblicken konnte, blieb mein Auge auf einem Fuchs haften, der außer

Schußweite auf der anderen Seite herabtrottete und meinen Weg kreuzte.

Augenblicklich hemmte ich meine Schritte, blieb vollkommen regungslos

stehen und vermied es, auch nur meinen Kopf zu neigen oder zu wenden,

um seine Aufmerksamkeit nicht auf mich zu lenken, bis er im dichten

Gebüsch auf der Talsohle verschwunden war. Dann duckte ich mich und

lief nach der anderen Seite, wo er die Deckung verlassen mußte. Dort

wartete ich eine gute Weile, aber kein Fuchs erschien. Bei näherer

Untersuchung der frischen Fährte entdeckte ich, daß der Fuchs unter

dem Schutze des Buschwerks seine Richtung geändert hatte, und, den

Fußspuren mit den Augen folgend, erblickte ich den alten Schlaumeier

in beträchtlicher Entfernung direkt hinter mir, auf den Hinterläufen

sitzend und augenscheinlich erheitert grinsend.

Eine Untersuchung der Fährte erklärte alles. Er hatte mich in demselben

Augenblick gesehen, als ich ihn entdeckte, aber schlau, wie es eben nur

ein Fuchs sein kann, hatte er gar nicht dergleichen getan, bis er im

Gebüsch war. Dort war er um mich herumgelaufen und weidete sich nun an

meiner Enttäuschung.

Im Frühjahr hatte ich einen weiteren Beweis von seiner Verschmitztheit.

Mit einem Freund ging ich auf dem Wege über eine Schafweide spazieren

und sah in einiger Entfernung verschiedene graubraune Steine. Als wir

uns der Stelle näherten, meinte mein Freund:

»Stein Nummer drei sieht ganz aus, wie ein zusammengerollter Fuchs.«

Jedoch ich konnte nichts erkennen, und wir gingen weiter. Wir hatten

nur einige Schritte zurückgelegt, als der Wind diesen Stein aufblies

wie ein Fell.

Bingo und andere Tiergeschichten · 第 53 / 96 题