An diesem Skeptizismus ist etwas unbedingt Berechtigtes. Er

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Zeichen sind für die verschiedene Schriftformen benutzt:

_Kleinschrift_

=fett gedruckter Text=

+kursiv gedruckter Text+

~gesperrt gedruckter Text~

^{hochgestellter Text}

Das Abendmahl

im

Zusammenhang mit dem Leben Jesu

und der

Geschichte des Urchristentums

von

Lic. Dr. Albert Schweitzer

in Strassburg i. E.

Erstes Heft.

Das Abendmahlsproblem

auf Grund

der wissenschaftlichen Forschung des 19. Jahrhunderts

und der historischen Berichte.

[Illustration]

=Tübingen= und =Leipzig=.

Verlag von ~J. C. B. Mohr~ (Paul Siebeck).

1901.

+Das Recht der Uebersetzung in fremde Sprachen behält sich die

Verlagsbuchhandlung vor.+

C. A. Wagner's Universitätsbuchdruckerei in Freiburg i. B.

Seinem Lehrer

Herrn Prof. D. Dr. =H. J. Holtzmann=

gewidmet

in aufrichtiger Verehrung und treuer Anhänglichkeit

von seinem dankbaren Schüler

=Albert Schweitzer=.

=~Vorrede~ zu einer neuen Untersuchung über das Abendmahl.=

Der Anstoss zu der vorliegenden Arbeit ging von SCHLEIERMACHER aus.

Im Jahre 1897 erhielt ich nämlich als Thema für meine schriftliche

Examensarbeit folgende Aufgabe gestellt: Die Abendmahlslehre

SCHLEIERMACHER's soll dargestellt und mit den im neuen Testament und in

den Bekenntnisschriften niedergelegten Auffassungen verglichen werden.

Ich hatte mich bis dahin mit der Abendmahlsfrage gar nicht beschäftigt

und war über die neuesten Forschungen in keiner Weise orientiert,

hatte auch keine Zeit dies nachzuholen, weil die Arbeit innerhalb acht

Wochen abgeliefert werden musste. So war ich einzig auf die Texte und

die bekenntnismässigen Formulierungen der verschiedenen Konfessionen

angewiesen.

Die SCHLEIERMACHER'sche Dialektik ersetzte mir aber alles. Sie

zergliedert nämlich das Problem so, dass es als Ganzes und zugleich in

allen Details vor einem steht. Man braucht nur geschichtlich Ernst zu

machen mit dem dialektischen Spiel, das er mit vollendeter Kunst zur

Beruhigung und Versöhnung der Geister und zugleich zu seinem eigenen

ästhetischen Ergötzen aufführt, dann ist man genau auf dem Standpunkt

der modernen historischen Forschung angekommen.

Ein Satz besonders ist hier entscheidend. In § 139 _3_ der

Glaubenslehre redet er vom äusseren Verlauf unserer Feier und

zeigt, wie wir uns bei der Reproduktion der historischen Umstände

naturgemäss auf das Wesentliche beschränken müssen. Wollte man z.

B. einen bedeutenden Nachdruck auf den Zusammenhang, in welchem das

historische Mahl mit dem Passahmahl stand, legen, so würde man alsbald

zur Folgerung gedrängt werden, »dass das Abendmahl jetzt nicht mehr

das sein könne, als was es Christus gestiftet habe und also auch

wohl nicht könne von ihm als eine selbständige und immer dauernde

Institution für die Kirche verordnet sein«. »Dieses Bedenken«, so fährt

er dann fort, »liegt so nahe, ~dass es sich leicht in der evangelischen

Kirche lautbarer machen kann, als bisher der Fall gewesen~, und

veranlasst natürlich die Frage, worauf unser Glaube in dieser Sache

eigentlich beruhe. Schwerlich wird sich behaupten lassen, dass aus

den uns aufbewahrten Worten Christi ~diese Absicht ganz bestimmt

hervorgehe.~ Vielmehr enthalten einige unserer Erzählungen gar ~keinen

solchen Befehl~ (Markus und Matthäus), und in den andern ist er nur

unbestimmt ausgedrückt (Lukas und Paulus); und da die Apostel aus den

Worten Christi beim Fusswaschen keinen solchen Befehl entnommen haben,

so ~hätten sie auch Recht gehabt, aus dem Abendmahl ebensowenig eine

bestimmte und allgemeine Institution zu machen!~ Da nun aber offenbar

ist, dass sie das eine gethan haben und das andere nicht, so können

wir uns an das halten, ~was sie eingerichtet haben,~, ohne dass wir

zu entscheiden brauchten, ob Christus ihnen über das Abendmahl noch

andere ausdrückliche Anweisungen gegeben, oder ob sie dieselben aus

seinen Worten gefolgert oder nur durch den unmittelbaren Eindruck der

Sache und durch die begleitenden Umstände anders bestimmt worden sind

in Bezug auf das Abendmahl als in Bezug auf das Fusswaschen. In dem

letzten Fall würden wir dann das Abendmahl nur nicht ganz in demselben

Sinn als eine unmittelbare Einsetzung Christi ansehen können, immer

aber doch glauben müssen, dass sie in seinem Sinn gehandelt haben, wenn

wir nicht auch in ihrem ~engsten Berufskreise ihr kanonisches Ansehen

aufgeben wollen~«.

Unsere Abendmahlsfeier beruht in letzter Linie nicht auf einer

ausdrücklichen Verordnung Jesu! GRAFE ist also ganz unschuldig! Was er

als ehrlicher Historiker in der Nachfolge anderer Historiker, von der

Wucht der Thatsachen gedrängt, bedächtig und schonungsvoll aussprach,

das hat SCHLEIERMACHER in seiner Glaubenslehre keck hingeworfen.

Während man aber dem eleganten Spiel des Dialektikers verständnisvoll

zunickte, nahm man es dem ehrsamen Historiker gar übel, als er ungefähr

dasselbe zu sagen wagte. Vielleicht auch haben die temperamentvollen

Gegner GRAFE's diese Seite in ihrem SCHLEIERMACHER überschlagen oder

sie hielten dafür, dass der betreffende Abschnitt, weil er zeitlich

schon einige gute Jahrzehnte zurückliegt, auch in zweideutigen Dingen

als rechtgläubig passieren dürfe. Es ist merkwürdig: In der Theologie

darf heutzutage einer fast alles sagen, was er will, wenn er es nur

vornehm und geistreich mit einem gewissen eleganten Skeptizismus thut.

Für den ehrlichen Menschen, der redet, weil sein Gewissen ihn zwingt,

ist man aber unnachsichtlich.

Die Behauptung, die SCHLEIERMACHER zum erstenmal vollständig klar

ausgesprochen hat, die dann aber für Jahrzehnte ganz unter den

Tisch fiel, ist dazu angethan, einen im kantischen Sinn »aus dem

dogmatischen Schlummer zu wecken«. Sie zeigt nämlich, dass nicht

nur die kirchlichen, sondern geradesogut die wissenschaftlichen

Abendmahlsauffassungen dem wirklichen Thatbestand nicht gerecht werden.

Die kirchlichen Auffassungen setzen voraus, dass Jesus die Feier zur

Wiederholung bestimmt habe, können aber nicht nachweisen, dass er es

wirklich angeordnet hat, da der betreffende Befehl bei den ältesten

Zeugen fehlt. Eine Reihe wissenschaftlicher Auffassungen gehen davon

aus, dass die Feier nicht zur Wiederholung bestimmt war, können aber

dann nicht erklären, warum sie doch schon in der allerersten Gemeinde

aufkam — und das ist doch auch eine unbedingt feststehende Thatsache.

Der Zusammenhang zwischen den beiden Feiern, der historischen und der

Gemeindefeier, bleibt also gleich unbegreiflich, ob man sie durch den

Wiederholungsbefehl direkt kausal miteinander verbindet oder ob man

sich mit der Konstatierung der reinen zeitlichen Aufeinanderfolge

begnügt und die Kausalität dahingestellt sein lässt. ~SCHLEIERMACHER

ist der Hume der Kausalitätsfrage im Abendmahlsproblem.~

Der Vergleich der verschiedensten und zeitlich so weit

auseinanderliegenden Abendmahlslehren mit der SCHLEIERMACHER'schen

Ansicht führte mich vor die Frage, was denn das Beharrende bei diesem

steten Wechsel der Auffassungen sei. Ist es nicht denkbar, dass alle

Phasen, in denen sich das Abendmahlsproblem auswirkt, durch dieselben

Gesetze beherrscht sind und dass also an diesen Gesetzen die wahre

historische Auffassung sich zu erproben hat?

Nachdem ich daher meine Examensarbeit zu Ende geführt und die mir

in Umrissen schon vorschwebende neue Auffassung in allgemeinen

Strichen angedeutet hatte, machte ich mich daran, alle Epochen

der Abendmahlsfrage — die altchristliche, die mittelalterliche,

die reformatorische und die moderne — gründlich zu studieren,

fest entschlossen, nicht eher mit der neuen Auffassung an die

Oeffentlichkeit zu treten, als bis ich sie für alle Epochen

durchgeführt hätte und so die Gewissheit besässe, dass sie die ganze

Geschichte des Abendmahls von der historischen Feier bis in die

neueste Zeit erklärt. Zu dieser Arbeit habe ich vier Jahre gebraucht.

Darum veröffentliche ich, was mir schon im Herbst 1897, ~unabhängig

von der modernen Forschung, feststand~, erst im Herbst 1901, im

Zusammenhang mit der Darstellung und Beurteilung der historischen

Abendmahlsforschung im 19. Jahrhundert.

Ich habe die Stellung des Problems an der wissenschaftlichen

Abendmahlsforschung im 19. Jahrhundert entwickelt, weil uns diese

Periode am nächsten liegt. Man hätte aber geradesogut jede andere Phase

dazu benutzen können, da die Gesetze in allen dieselben sind.

Die Absicht dieser Arbeit geht weiter als auf die Aufstellung einer

neuen historischen Abendmahlsauffassung. Sie verfolgt den praktischen

Zweck, ~die historische Grundlage unserer modernen Abendmahlsfeier

abzugeben und das Bestehende geschichtlich zu rechtfertigen.~ Es ist

nämlich nicht zu leugnen, dass unsere Gemeindefeier, nach dem jetzigen

Stand der Wissenschaft, in der Luft hängt. Wenn der Wiederholungsbefehl

historisch nicht fundiert ist, was soll dann unsere Wiederholung

bedeuten?

Den Gläubigen zwar ficht diese Sorge vorerst wenig an und soll ihn

wenig berühren. Es ist nicht die Sache der Leute, welche über die

Brücke gehen, sich ängstlich darum zu kümmern, ob durch die Fluten die

Fundamente nicht langsam unterwaschen worden sind, sondern das liegt

den Architekten ob. Diese müssen, wenn sie eine Senkung auch nur von

einem Millimeter wahrnehmen, unverzüglich einer eventuellen Katastrophe

entgegenarbeiten, sogar wenn den Passanten die Sache vorerst ganz

belanglos scheint. So muss auch die theologische Wissenschaft auf

das Fundament des Glaubens sehen und darauf achten, ob nicht die

historische Grundlage der Institution, welche gleichsam die Brücke vom

Vergänglichen zum Unvergänglichen bildet, durch den Strom der Zeit

unterwaschen ist und ob nicht durch die historische Weltanschauung eine

ganz andere Fundierung unserer Abendmahlsfeier notwendig wird als

bisher.

SCHLEIERMACHER hat gesagt, dass das Bedenken, die Berechtigung der

Wiederholung betreffend, sich leicht in der evangelischen Kirche

lautbarer machen könnte, als bisher der Fall gewesen. Und wenn dies

nun eintritt, was dann? Solange das Problem der Berechtigung und

Notwendigkeit unserer Abendmahlsfeier wissenschaftlich nicht gelöst

ist, kann durch den geringfügigsten Umstand eine die öffentliche

Meinung aufs äusserste aufregende und unerquickliche dogmatische

Erörterung dieser Frage eintreten, zu der der Fall GRAFE nur ein kurzes

idyllisches Vorspiel wäre.

Das Schlimmste dabei wäre, dass diese Erörterung, einmal in die

Oeffentlichkeit gezerrt, notwendig resultatlos bliebe. Denn der

wissenschaftlich denkende Mensch wird diese Frage immer wieder

aufwerfen müssen, während derjenige, der sich mehr auf den Standpunkt

des kirchlichen Glaubens stellt, sie notwendig niederschlagen wird,

in dem richtigen Empfinden, dass solche theoretische Bedenken eine

so heilige und erhebende und durch den urchristlichen Usus in

ihrer Art wieder so geschichtlich fundierte Feier nicht gefährden

dürfen. Der Verteidiger wird sogar eigentlich die Geschichte auf

seiner Seite haben. Denn, wenn das Abendmahl von Anfang an in der

christlichen Gemeinde gefeiert worden ist, so ist doch diese Thatsache,

vollständig objektiv betrachtet, viel entscheidender als das Fehlen

des Wiederholungsbefehls in zwei alten Berichten. Wir haben es eben

mit einer ganz unerklärlichen Antinomie zu thun, bei der man sich sehr

hüten muss, irgend welche Folgerungen gegen unsere Feier zu ziehen,

besonders wenn man bedenkt, dass man damit ein Stück des ältesten

und heiligsten Bestandes des christlichen Glaubens angreift. Nehmen

wir vorerst lieber an, dass uns der Schlüssel zur Erklärung der

historischen und der urchristlichen Feier und zum Verständnis ihres

Zusammenhangs fehlt.

Es ist die Aufgabe der Wissenschaft, gefährliche Fragen in Angriff zu

nehmen, ehe sie die öffentliche urteilslose Meinung in Unruhe bringen,

den Zündstoff zu beseitigen und in der Stille segensreiche Arbeit zu

thun.

Als SCHLEIERMACHER in seiner Glaubenslehre die damals nur in seiner

dialektischen Phantasie existierenden Parteien vor sich beschied,

mutete er ihnen zu, sich auf »die Anerkennung des kanonischen Ansehens

der Apostel in ihrem engsten Berufskreise« zu vergleichen. Auf diesen

Vergleich kann man aber im Ernst nicht eingehen. Das Sprüchlein bannt

das Gespenst nicht. Wir wollen den Aposteln die gebührende Ehrfurcht

sicher gern erweisen, aber unsere Abendmahlsfeier auf ihr kanonisches

Ansehen allein gründen, das dürfen wir nicht.

Rücken wir die Frage ins rechte Licht. Unsere Abendmahlsfeier

entspringt dem Vorgehen der ersten Gemeinde, zu der die Apostel

gehören. In die Geschichte übersetzt, lautet die Frage nach dem

»kanonischen Ansehen der Apostel in ihrem engsten Berufskreise« also

folgendermassen: Welches waren die Motive, durch welche die erste

Gemeinde bestimmt wurde, eine derartige im Zusammenhang mit dem letzten

Mahl Jesu stehende Feier zu begehen? War das Willkür oder Notwendigkeit?

Daran schliesst sich eine zweite Frage, die SCHLEIERMACHER

unberücksichtigt gelassen hat. Wenn die erste Gemeinde aus bestimmten

Gründen die Feier wiederholt hat, gelten diese auch noch für uns?

Besteht in der historischen Feier als solcher auch für uns eine direkte

Notwendigkeit, dass wir daraus irgendwie eine Feier ableiten, oder

handelt es sich nur um etwas Ueberkommenes?

Darauf lautet die Antwort der Geschichte: es war eine absolute

Notwendigkeit, dass das Abendmahl trotz des Fehlens des

Wiederholungsbefehls bei der ersten Gemeinde in Aufnahme kam, und

diese Notwendigkeit besteht auch noch für uns zu Recht. Unsere Feier

gründet sich nicht auf die geschichtliche Ueberlieferung oder auf die

unkontrollierbare Autorität bestimmter Persönlichkeiten, sondern direkt

auf die historische Feier. So ist unser Abendmahl berechtigt, geboten

und notwendig von sich selbst aus.

Die neue geschichtliche Erkenntnis führt aber nicht nur die Versöhnung

hinsichtlich der Berechtigungsfrage herbei, sondern auch hinsichtlich

der Frage nach der Bedeutung der Feier.

Niemand kann sich der Einsicht verschliessen, dass unsere Feier

eigentlich sehr dürftig und unlebendig ist, wenn sie nur auf die

Darstellung eines Doppelgleichnisses durch die Reproduktion einer

historischen Situation geht, wo der Pfarrer die Stelle Jesu und die

Gläubigen die Stelle der Jünger einnehmen. Andererseits stellen die

konfessionellen Auffassungen Zumutungen an ernste Christen, die sie

entweder zur Gedankenlosigkeit oder zur Gewissenlosigkeit erziehen und

den Zweifel und Spott geradezu herausfordern.

Könnten beide Auffassungen aus ihrer Sprache heraustreten, dann

würden sie darin übereinkommen, dass der Sinn der Feier etwas

Geheimnisvolles ist, wo der Einzelne mit der feiernden Gemeinschaft

und der Persönlichkeit unseres Herrn in ein besonders heiliges

Verhältnis tritt. Nun zwingen aber die unglücklichen Einsetzungsworte

den Einen durch die rein symbolische Deutung hinter diesem Geheimnis

zurückzubleiben, den Andern durch die wörtliche Deutung über dieses

Geheimnis hinauszugehen und das Unfassbare zu behaupten. Die

Vermittlungsversuche sind am schlimmsten daran. In der Sache und dem

religiösen Gehalt nach mögen sie richtig sein, aber in der Deutung

der Gleichnisse sind sie gequetscht und gekünstelt, dass ein Mensch

mit ehrlichem Verstand sie nicht zu ertragen vermag. So wie die

»Einsetzungsworte« liegen und nach der Rolle, die man ihnen bisher

in der Feier zuwies, sind nur die rein symbolische oder die krass

realistische Deutung zulässig. Was dazwischen ist, ist vom Uebel.

Auch hier bringt die wahre geschichtliche Erkenntnis die Befreiung

von der unnatürlichen Alternative, indem sie zeigt, dass die

Stellung, die man den Gleichnissen in dem Ganzen der Feier anwies,

geschichtlich falsch ist. Die urchristliche Feier beruht nicht auf

den »Einsetzungsworten« — dies ist mein Leib, dies ist mein Blut —

obwohl diese Worte bei der historischen Feier gesprochen worden sind.

Also ist auch unsere Auffassung unabhängig von diesen rätselhaften

Gleichnisworten.

Diese kurzen Andeutungen mögen zeigen, dass diese Arbeit in einem

praktisch aufbauenden und versöhnenden Geiste geschrieben ist.

Zwar wird man, von den gewohnten Auffassungen herkommend, zunächst

mannigfach an dieser Untersuchung Anstoss nehmen, da sie die Versöhnung

nicht durch eine neue Vermengung oder Verdunkelung, sondern einzig

und allein durch geschichtliche Wahrhaftigkeit und Unbefangenheit

herbeiführen will. ~Wir müssen an die Geschichte glauben~, d.

h. wir müssen der Zuversicht sein, dass mit dem Fortschritt der

geschichtlichen Erkenntnis zugleich die Vertiefung und Einigung im

Glauben notwendig verbunden ist, obwohl es manchmal vorerst nicht den

Anschein hat. In diesem Glauben habe ich diese Untersuchung begonnen

und zu Ende geführt.

Diese Arbeit erscheint in drei Heften. ~Das erste~ behandelt das

Problem, wie es sich aus der Forschung des 19. Jahrhunderts und aus den

Berichten ergibt. ~Das zweite~ sucht die Grundlage der historischen

Feier in dem Leben und in den Gedanken Jesu. Es stellt sich dar als die

Skizze einer neuen Auffassung des Lebens Jesu. Das ~dritte~ behandelt

das Abendmahl in der urchristlichen und in der altchristlichen Epoche

und zeigt, wie sich daraus die römische Messe und das griechische

Mysterium mit gleicher Berechtigung und Notwendigkeit entwickelt haben.

Das erste und das zweite Heft erscheinen miteinander. Das dritte wird

denselben in thunlichster Bälde folgen.

Zum Schluss fühle ich mich gedrungen, allen meinen Freunden, die mir

bei dieser Arbeit behülflich gewesen sind, den Herrn Pfarrern A. ERNST

und R. WILL zu Strassburg, A. HUCK und ED. UNSINGER zu Schiltigheim und

dem Herrn Vikar ALFRED ERICHSON in Strassburg, meinen tiefgefühlten

Dank auszusprechen.

~Strassburg~, im August 1901.

=Inhaltsangabe des ersten Heftes.=

Seite

~Vorrede zu einer neuen Untersuchung über das Abendmahl~ V-XII

=Erster Teil.=

=Das Abendmahlsproblem auf Grund der wissenschaftlichen Forschung des

19. Jahrhunderts= 1-44

+Erstes Kapitel+ 1-5

=Einleitung.=

1. Der Skeptizismus in der Abendmahlsforschung 1-2

2. Der Ansatzpunkt 2-3

3. Die Einzelfragen 3-5

4. Die vier Typen der Abendmahlsauffassungen 5

+Zweites Kapitel+ 5-7

=Das Vorspiel. Zwingli und Calvin.=

+Drittes Kapitel+ 7-10

=Die doppelseitigen Auffassungen mit Zugrundelegung des

Darstellungsmoments und abgeleiteter Geltendmachung des Genussmoments.=

1. Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts. DE WETTE, EBRARD und RÜCKERT

7-8

2. Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. TH. KEIM, K. V. WEIZSÄCKER,

WILLIBALD BEYSCHLAG, H. HOLTZMANN, PAUL LOBSTEIN, W. SCHMIEDEL

8-10

+Viertes Kapitel+ 10

=Ueberblick über die Auffassungen mit Zugrundelegung des

Genussmoments.=

+Fünftes Kapitel+ 11-21

=Die Auffassungen mit einseitiger Herausarbeitung des Genussmoments.=

1. Die Vorperiode. FR. STRAUSS, BRUNO BAUER, E. RENAN 11-13

2. Die modernen Versuche. W. BRANDT, FR. SPITTA, A. EICHHORN 13-14

3. W. BRANDT 14-15

4. FR. SPITTA 15-16

5. Kritik der Auffassung SPITTA's 16-18

6. A. EICHHORN 18-19

7. Die neue »Thatsache« 19-20

8. Die Skepsis in der Folge der einseitigen Herausarbeitung des

Genussmoments 20

9. Der logische Grund der Skepsis 20-21

+Sechstes Kapitel+ 21-26

=Die doppelseitigen Auffassungen mit Zugrundelegung des Genussmoments

und abgeleiteter Geltendmachung des Darstellungsmoments.=

AD. HARNACK, ERICH HAUPT, FR. SCHULTZEN, R. A. HOFFMANN.

1. Allgemeines 21-22

2. AD. HARNACK 22-23

3. ERICH HAUPT 23-24

4. FR. SCHULTZEN 24-25

5. R. A. HOFFMANN 25-26

+Siebentes Kapitel+ 26-31

=Der gesetzmässige Zusammenhang zwischen den Einzelfragen.=

1. Der Wiederholungsbefehl 26-27

2. Das Abendmahl und die urchristliche Gemeindemahlzeit 27-30

3. Die Antinomie zwischen der historischen und der urchristlichen Feier

30-31

+Achtes Kapitel+ 31-37

=Die Auffassungen mit einseitiger Geltendmachung des

Darstellungsmoments.=

1. Das Gefechtsfeld 31-32

2. Der Verteidigungsplan. P. W. SCHMIEDEL 32-34

3. Die Offensive. ADOLF JÜLICHER 34-36

4. Die Skepsis in den Auffassungen mit einseitiger Geltendmachung des

Darstellungsmoments 36-37

+Neuntes Kapitel+ 37-44

=Die neue Problemstellung.=

1. Das Ergebnis der Untersuchung 37-40

2. Der neue Weg 40-44

=Zweiter Teil.=

=Das Abendmahlsproblem auf Grund der historischen Berichte= 45-62

+Zehntes Kapitel+ 45-48

=Die textkritischen Fragen.=

1. Cod. D. Die textkritische Hauptfrage 45-46

2. Abweichende Lesarten 47

3. Das Ergebnis der Textkritik 47-48

+Elftes Kapitel+ 48-50

=Die Eigenart des Markusberichts= (Mk 14 _22-26_).

+Zwölftes Kapitel+ 50-56

=Der Vergleich der Berichte.=

1. Das Prinzip der Gleichbildung 50

2. Der matthäische Bericht (Mt 26 _26-29_) 50-51

3. Der paulinische Bericht (I Kor 11 _23-26_) 51-53

4. Der lukanische Bericht (Lk 22 _14-20_) 53-55

5. Der justinische Bericht (I Apol 66) 55-56

+Dreizehntes Kapitel+ 56-62

=Die Authentie des Markusberichts.=

1. Der Beweis 56-60

2. Die Folgerungen aus der Authentie des Markusberichts 60

3. Das Messianitäts- und Leidensgeheimnis im Abendmahl 60-62

=Erster Teil.=

=Das Abendmahlsproblem auf Grund der wissenschaftlichen Forschung des

19. Jahrhunderts.=

Erstes Kapitel.

=Einleitung.=

=1. Der Skeptizismus in der Abendmahlsforschung.=

Es gibt Fragen, welche in dem Denken der Menschheit auftauchen, das

volle geistige Interesse einer Epoche in Anspruch nehmen und dann

wieder zurücktreten, ohne ihre Lösung gefunden zu haben und ohne dass

es klar ist, wie sie ungelöst an Interesse verlieren konnten.

Jahrhunderte gehen darüber hin. Dann, durch eine Wendung in der

Geschichte, wird dieselbe Frage wieder in den Vordergrund geschoben und

das Spiel wiederholt sich.

Zu diesen intermittierenden Vulkanen gehört die ~Abendmahlsfrage.~

Drei Aktionsperioden sind bis jetzt zu verzeichnen. Die erste ist die

längste. Sie dauert ungefähr zehn Jahrhunderte. Mit der Dauer steht die

Intensität im umgekehrten Verhältnis. Wir haben keinen feuerspeienden

Berg, sondern einen Krater mit langsamem Lavaausfluss. Einige Erdstösse

— die fränkischen Abendmahlskontroversen — bezeichnen den Schluss der

Aktionsperiode.

Die Art, wie die Frage in der Reformationszeit neu auftaucht, ist

in höchstem Grade überraschend. Man sollte meinen, dass, in dem

gemeinsamen Gegensatz aller reformatorischen Auffassungen zur römischen

Theorie, die innerprotestantischen Gegensätze gerade in dieser

Frage Aussicht hatten, bis auf weiteres latent zu bleiben. Statt

dessen wird gerade die Abendmahlsfrage der Pol, nach dem sich die

Gedanken orientieren. Diese zweite, dogmatische Periode, war in ihrem

eigentlichen Verlauf ebenso kurz wie heftig. Sie umfasst kaum drei

Jahrzehnte. Dann wird die Abendmahlsfrage für die Dogmatik eine Frage

neben andern. SCHLEIERMACHER's Glaubenslehre, die wissenschaftliche

Begründung der Vermittlungsversuche, behandelt sie fast anhangsweise.

Die dritte Periode wird durch die historisch-kritische Forschung

heraufgeführt. Wir stehen mitten darin, so aber, dass die Mittagszeit

bereits hinter uns liegt. Schon kündigt sich nämlich die Erschöpfung

an. Nachdem eine Reihe der letzterschienenen Abhandlungen die

Zuversicht, das Problem durch die historische Kritik lösen zu können,

nicht mehr so entschieden zur Geltung kommen liessen, wie dies früher

der Fall war, greift jetzt eine ausgesprochen skeptische Stimmung

Platz, deren Sprache man in dem Aufsatz EICHHORNS's[1] vernehmen kann.

An diesem Skeptizismus ist etwas unbedingt Berechtigtes. Er geht

nämlich von der Thatsache aus, dass durch die ganze Forschung des 19.

Jahrhunderts die Lösung des Problems ferner gerückt ist als je. Die

Schwierigkeiten sind gerade durch die historisch-kritische Methode in

viel stärkerem Masse hervorgetreten, als man früher jemals ahnen konnte.

Unberechtigt daran ist aber die Art, der historischen gewissenhaften

Kritik gegenüber vornehm zu thun und aus der Thatsache, dass sie bis

jetzt in dem Problem nicht zum Ziele geführt hat, ihre Inferiorität

einer excentrischen überkritischen Unkritik gegenüber zu proklamieren.

Statt dessen sollte man eher nach den Gründen forschen, warum die

historische Kritik die Lösung dieser Frage bisher nicht herbeiführen

konnte.

=2. Der Ansatzpunkt.=

Das Abendmahlsproblem setzt sich aus einer Reihe von Einzelfragen

zusammen, die in den verschiedenen Auffassungen verschieden beantwortet

und verschieden mit einander in Zusammenhang gebracht werden.

Gewöhnlich dreht sich nun die Kritik um diese Einzelfragen. Man

untersucht, ob die Fassung der Einsetzungsworte haltbar ist, ob die

Exegese der Gleichnisse richtig ist, wie die betreffende Abhandlung

sich zur chronologischen Frage stellt, auf welche Art sie den

behaupteten oder verneinten Zusammenhang zwischen Abendmahl und Passah

begründet und dergleichen.

~Der folgenden Untersuchung kommt es mehr auf die Gesamtauffassung

an und auf den Zusammenhang, in welchem die Einzelfragen unter

einander stehen.~ Wächst eine Abendmahlsanschauung aus einer Reihe von

selbständigen Entscheidungen über die schwebenden Einzelfragen heraus,

oder sind nicht diese Einzelfragen durch einen inneren verborgenen

Mechanismus so mit einander verbunden, dass mit der einen zugleich über

die andern entschieden wird? Welches sind die Gesetze, nach denen sich

die Einzelfragen im Abendmahlsproblem gegenseitig bedingen? Das ist

die Frage, welche uns beschäftigt. Nur sie kann uns darüber Aufschluss

geben, warum die historisch-kritische Methode nicht zum Ziele führen

konnte.

=3. Die Einzelfragen.=

Liegt die Bedeutung der Gleichnisse darin, dass Jesus das Brot bricht

und den Wein im Kelch herumreicht? Oder beruht sie darin, dass die

Jünger dieses Brot essen und diesen Wein trinken?

Hat er die Worte über Brot und Wein als Gleichnisse gemeint, oder will

er damit andeuten, dass die Jünger seinen Leib und sein Blut durch den

Genuss sich irgendwie aneignen?

Fand das Mahl im Zusammenhang mit dem Passahmahl statt, sodass für die

Worte Jesu und ihr Verständnis Passahgedanken vorausgesetzt werden

dürfen?

Erlaubt es die Chronologie der Evangelien, Jesum noch am Passahabend im

Kreise seiner Jünger zu sehen?

Hat er den Jüngern befohlen, die Feier zu wiederholen?

Was hat er ihnen zu wiederholen geboten?

Ist es möglich, dass der »Stifter« ihnen zumutet, seine eigenen Worte

zu wiederholen, die nur in seinem Munde und in jenem historischen

Momente einen Sinn haben?

Angenommen, der Wiederholungsbefehl ist nicht historisch, wie kommen

denn die Jünger dazu, die Feier dennoch zu wiederholen?

Wie ist es möglich, dass im Urchristentum Paulus die Wiederholung als

auf den Herrn zurückgehend in die Darstellung der historischen Feier

einträgt?

Wie erklärt sich das Fehlen des historischen Berichts im vierten

Evangelium, da doch Kap. 6 die Feier voraussetzt?

Steht es im allgemeinen nicht so, dass mit der Annahme des

Wiederholungsbefehls das psychologische Verständnis der historischen

Feier unmöglich wird, während unter Voraussetzung seines Fehlens die

Wiederholung in der ersten Gemeinde ganz unbegreiflich ist?

Hat sich das Abendmahl an ein Passahmahl angeschlossen, wie ist

dann, mit oder ohne Wiederholungsbefehl, die ~tägliche Feier~ in der

urchristlichen Zeit begreiflich?

Waren Agape und Herrenmahl getrennt, standen sie in irgend einem

Zusammenhang, oder waren sie identisch?

Wie verlief überhaupt die Herrenmahlsfeier im Urchristentum? Wie

sind die Angaben der Didache mit den paulinischen Schilderungen und

Forderungen in I Kor 11 zu vereinigen?

In welchem Verhältnis stehen die Kunde und die Auffassung der

historischen Feier, welche die Didache und Paulus voraussetzen, zu dem

Bilde der historischen Feier in den Synoptikern?

Wie erklärt sich das gänzliche Zurücktreten des Leidensgedankens und

der Situation der historischen Feier in der Didache?

Welche Bedeutung kam dem eschatologischen Moment in der urchristlichen

Abendmahlsfeier zu?

In welchem Zusammenhang steht das eschatologische Schlusswort Jesu von

dem Neutrinken im Reich des Vaters mit dem Verlauf der historischen

Feier?

Wie lassen sich die Abweichungen der synoptischen Berichte erklären?

Die paulinische Darstellung ist die chronologisch älteste; der

Lukastext nach Cod. D der kürzeste; der Markustext steht im

Zusammenhang mit der einfachsten und glaubwürdigsten evangelischen

Geschichtsdarstellung, und der justinische Bericht ist möglicherweise

unabhängig von unseren Evangelien. Welchem der vier grundverschiedenen

Texte gebührt der Vorzug?

In welche Verbindung stellte das Urchristentum die Teilnahme am

Herrenmahl mit der Vorstellung von der Erlösung?

Wir nehmen an, die Reproduktion der Herrenworte bei der urchristlichen

Feier ist eine freie gewesen; die Bedeutung dieser Worte konnte aber

nur eine einzige sein. Wie ist es erklärlich, dass wir aus der ganzen

urchristlichen Zeit, ja eigentlich bis ins beginnende Mittelalter

hinein keine Kunde von Auseinandersetzungen über den Sinn dieser Worte

haben? Die Einsicht, dass die Vorstellungen im Urchristentum noch

einen gewissen Grad der Flüssigkeit aufweisen, reicht zur Erklärung der

obigen Thatsache nicht aus.

=4. Die vier Typen der Abendmahlsauffassungen.=

Bei der Darstellung der wissenschaftlichen Abendmahlsdebatte

unterscheiden wir zunächst zwei Hauptströmungen. Wir teilen die

Abhandlungen danach ein, ob sie für ihre Auffassung das ~Darstellungs-~

oder das ~Genussmoment~ zu Grunde legen. ~Unter dem Darstellungsmoment

verstehen wir das Handeln und Reden Jesu während der historischen

Feier; unter dem Genussmoment die Bedeutung des Essens und Trinkens

der Teilnehmer, wie sie sich aus dem Wesen der Feier ergeben soll.~

Neben den Darstellungen, die eines dieser beiden Momente mit

Ausserachtlassung des andern einseitig herausarbeiten, gibt es noch

andere, doppelseitige, die eines der Momente zu Grunde legen, dabei

aber dem zweiten nebensächliche Geltung zugestehen. Wir haben also im

ganzen vier Haupttypen, zwischen denen die mannigfachsten Vermittlungen

möglich sind.

1. ~Auffassungen mit einseitiger Herausarbeitung des

Darstellungsmoments.~

2. ~Doppelseitige Auffassungen mit Zugrundelegung des

Darstellungsmoments und abgeleiteter Geltendmachung des

Genussmoments.~

3. ~Auffassungen mit einseitiger Herausarbeitung des Genussmoments.~

4. ~Doppelseitige Auffassungen mit Zugrundelegung des Genussmoments

und abgeleiteter Geltendmachung des Darstellungsmoments.~

Im folgenden werden diese Auffassungen dargestellt in der Ordnung, wie

sie geschichtlich in die Erscheinung getreten sind.

Fussnoten:

[1] »Das Abendmahl im Neuen Testament« von ALBERT EICHHORN, (Leipzig

1898), Hefte zur »Christlichen Welt« No. 36.

Zweites Kapitel.

=Das Vorspiel. Zwingli und Calvin.=

Das Verdienst, das Abendmahlsproblem zuerst wissenschaftlich behandelt

zu haben, gebührt ZWINGLI. Die Bedeutung der historischen Feier beruht

nach ihm auf dem symbolischen Handeln Jesu. Durch das Brechen des

Brotes und das Darbieten des Weines kündigt der Herr seinen Tod an.

Er verordnet die Wiederholung der Feier, damit die Christen bei dem

gebrochenen Brot und dem vergossenen Wein seines Todes gedenken.

Die Schwäche dieser Auffassung liegt darin, dass ZWINGLI den

Hauptnachdruck allein auf das Handeln Jesu legt. Er kann die

historische Feier erklären, — ~aber nicht die Wiederholung~, bei

welcher notwendig der Nachdruck nicht auf dem Handeln Jesu, sondern

auf dem der Teilnehmer, dem Genuss des Brotes und des Weines,

ruht. Es gelingt nicht begreiflich zu machen, warum die Jünger

die Gleichniselemente genossen und noch viel weniger, warum auch

spätere Geschlechter bei der Wiederholung noch essen und trinken und

nicht bloss ~anschauen~, um sich an dem erzählten und dargestellten

Abendmahlshandeln Jesu zu erbauen. Dass ZWINGLI's Lehre dogmatisch

nicht befriedigen konnte, lag in letzter Linie an der Einseitigkeit

seiner wissenschaftlichen Exegese.

So musste seine Auffassung auch wissenschaftlich durch diejenige

verdrängt werden, welche dem Genuss der Teilnehmer einen Platz neben

dem darstellenden Abendmahlshandeln Jesu anweisen konnte. Dies leistete

die Abendmahlslehre CALVIN's.

Bei ihm liegt die Symbolik zu gleichen Teilen in dem begründet, was

Jesus mit den Elementen vornimmt (Brechen des Brotes und Ausgiessen

des Weines), und in dem, was die Teilnehmer mit den Elementen beginnen

(Essen des Brotes und Trinken des Weines). In dieser Betonung der

Darbietung und der Aneignung als der beiden Grundmomente des Abendmahls

beruht die wissenschaftliche Stärke der calvinischen Abendmahlslehre.

Die historische Feier kann er weniger gut erklären, als es ZWINGLI

gethan; dafür ist es ihm aber möglich, ihre Wiederholung als notwendig

darzuthun, indem die ~Wertung des Genusses~, nicht allein ~der Befehl

Jesu~, den Zusammenhang zwischen der historischen und der wiederholten

Feier aufrecht erhält.

Es waren also nicht nur ~dogmatische~, sondern auch ~wissenschaftliche~

Interessen, welche den Sieg der calvinischen Abendmahlsauffassung

über die zwinglische bedingten. Die zum Teil auf wissenschaftlicher

Grundlage beruhende Auseinandersetzung zwischen diesen beiden

Ansichten bildete ein kurzes Vorspiel zu der grossen historischen

Abendmahlsdebatte im 19. Jahrhundert.

Da die doppelseitige Auffassung durch den Sieg CALVIN's über

ZWINGLI allgemein verbreitet war, setzte die historische Forschung

die Doppelseitigkeit voraus. Sie betonte hauptsächlich das

Darstellungsmoment, weil die exegetische Anschaulichkeit dafür sprach.

So wurden zunächst die doppelseitigen Auffassungen mit Zugrundelegung

des Darstellungsmoments wissenschaftlich ausgeprägt.

Drittes Kapitel.

=Die doppelseitigen Auffassungen mit Zugrundelegung des

Darstellungsmoments und abgeleiteter Geltendmachung des Genussmoments.=

=1. Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts. De Wette, Ebrard und

Rückert.=

DE WETTE vertritt die doppelseitige Auffassung in seinen

Kommentaren.[2] Das Brechen und das Essen des Brotes, das Ausgiessen

und das Trinken des Weins bedingen zusammen die Bedeutung der Elemente

bei der Feier. Der Hauptnachdruck liegt aber auf dem Brechen, dem

darstellenden Moment. Die Betonung des Genussmoments ist mehr

nebensächlicher Art.

Von AUGUST EBRARD[3] wird auf den Genuss der gleiche Wert gelegt wie

auf das Brechen und Ausgiessen. Beide Momente gehören zusammen und

bedingen sich gegenseitig. Jesus reicht das gebrochene Brot zum Essen

und den ausgegossenen Wein zum Trinken dar.[4]

Bei EBRARD ist die energische Betonung des Genussmoments durch seinen

Zusammenhang mit der reformiert-calvinischen Auffassung begreiflich.

Aus rein wissenschaftlichen Gründen findet sich das stärkere

Herausarbeiten desselben Moments bei IMMANUEL RÜCKERT.[5] Seine

klassische Schrift fasst den ganzen Ertrag der wissenschaftlichen

Diskussion der Abendmahlsfrage in der ersten Hälfte des 19.

Jahrhunderts zusammen. Die Handlung Jesu und der Genuss von seiten

der Teilnehmer werden in gleicher Weise betont. In jedem dieser beiden

Momente liegt eine besondere Symbolik. Jesus bricht das Brot und gibt

es zum Essen, er giesst den Wein ein und bietet ihn zum Trinken dar.[6]

=2. Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Th. Keim, K. v. Weizsäcker,

W. Beyschlag, H. Holtzmann, P. Lobstein, W. Schmiedel.=

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts lässt sich eine breite und

ruhige Strömung verfolgen, welche beide Momente mit sich führt, jedoch

so, dass das Darstellungsmoment die Grundströmung, das Genussmoment die

Oberströmung bildet. Folgende Aussprüche geben die Richtung des Stromes

an.

TH. KEIM. ~Geschichte Jesu von Nazara.~ 1872 Bd. III S. 232 bis 290

(Das Nachtmahl Jesu).

»Man hat den Eindruck, dass es sich für Jesus doch um etwas mehr

handelte, als nur um ein sprechendes Sinnbild seines irgendwie zum

Heil der Jünger zu brechenden und zu tötenden Leibes vor den Gästen

aufzustellen, man hat den Eindruck einer Gabe; diese Gabe liegt

erstlich darin, dass er in nachdrücklicher, in endgültiger Weise als

den Zweck seines bevorstehenden Todes das Heil der Jünger nennt,

sodann, dass er im Zusammenhang damit die Sinnbilder dieses Heils den

Erben dieses Heils nicht nur zum ~Anschauen~, sondern ~geradezu zum

Nehmen und Geniessen~ übergibt, das Besitztum des Heilstodes und seine

Früchte in ihre Hände deponiert.« S. 272.

KARL V. WEIZSÄCKER. ~Apostolisches Zeitalter.~ 1886 S. 596 bis 602.

WEIZSÄCKER vertritt eine interessante Differenzierung in der Symbolik

der beiden Akte. Das Brot ist das Sinnbild der ~Gegenwart Christi~ in

der Gemeinde, der Wein aber das Sinnbild ~seines Todes~, durch welchen

er das neue Passahopfer geworden ist. S. 598.

W. BEYSCHLAG. ~Das Leben Jesu.~ 1893 Bd. II S. 434-442.

»Der Sinn der Abendmahlsstiftung ist vollkommen klar: Sein Leib,

der für uns gebrochen, sein Blut, das für uns vergossen wird, ist

sein Leben, das er für uns in den Tod gibt, — für uns dahingibt,

damit es in uns wirksam werde; damit es, vom inwendigen Menschen

~angeeignet~, wie der äussere Mensch Speise und Trank in sich aufnimmt,

ihm Speise und Trank ewigen Lebens werde, und so die in Ihm gekommene

Erlösung, den in Ihm gekommenen neuen Bund der Gottgemeinschaft in uns

vollziehe.« S. 439.

H. HOLTZMANN. ~Biblische Theologie.~ 1897 Bd. I S. 296-304.

»Geschichtliche Voraussetzung und übereinstimmendes Resultat der

letzten Forschungen ist, dass Jesus seinen Jüngern Brot und Wein zum

Genusse dargereicht und dabei mit Beziehung auf das gebrochene Brot von

seinem Leib, mit Beziehung auf den ausgegossenen Wein von seinem Blut

gesprochen, letzteres insonderheit zugleich als Bundesblut bezeichnet

hat.« S. 296.

PAUL LOBSTEIN. ~La doctrine de la sainte cène.~ Lausanne 1899.

»Ceci est mon corps«, dit Jésus en rompant le pain qu'il distribue à

ses disciples; »cette coupe est la nouvelle alliance dans mon sang

versé pour vous«, leur dit-il en faisant circuler la coupe. S. 46. Le

pain que Jésus rompt pour les disciples et qu'il leur distribue, ils

doivent s'en nourrir: »De même que je vous convie à manger de ce pain,

ainsi vous êtes appelés à vous assimiler le fruit de ma mort, les

effets salutaires de ce don de moi-même, de ce corps brisé et livré

pour vous.« S. 47.

WILHELM SCHMIEDEL. ~Die neuesten Ansichten über den Ursprung des

Abendmahls.~ Protestantische Monatshefte, III. Jahrgang Heft 4 1899.

»Das Bedeutsame ist in erster Linie im ~Brechen des Brotes und

Ausgiessen~ des Weines aus dem Krug in den Becher zu sehen. Die

Austeilung dieser Speisen zum Genuss schliesst sich als etwas zweites

an. ~Um der Hauptsache willen wäre es nicht nötig gewesen: aber da man

einmal beim Mahle sass, war es naturgemäss.~« S. 147.

Die gemeinsamen Grundzüge dieser Darstellungen sind also folgende:

Brot und Wein sind Leib und Blut Christi, weil er an ihnen seinen

Tod und dessen Heilswert versinnbildlicht hat. Dabei fordert er die

Jünger zum Genuss auf; das soll bedeuten, dass ihnen die Wohlthaten

seines Leidens zu gute kommen, wenn sie verstehen, sich dieselben

anzueignen. Die Wiederholung ist erfolgt zum Teil, weil der religiöse

Wert dieser Handlung von den Teilnehmern eingesehen wurde, zum Teil,

weil Jesus durch einen Befehl oder eine Andeutung dazu aufforderte. Auf

den Zusammenhang mit dem Passah wird Wert gelegt, ohne dass er jedoch

für die Auffassung als absolut notwendig erklärt würde. Ueberhaupt

haben diese Darstellungen etwas Schwankendes. Sie vereinigen die

mannigfachsten Gesichtspunkte mit einander, sodass es fast unmöglich

ist, sie in kurzen Sätzen präcis wiederzugeben.

Deshalb ist es auch nicht ratsam von ihnen auszugehen, um die Gesetze

des Zusammenhangs zwischen den Einzelfragen aufzustellen. Die Krisis in

diesem Zustand wurde erst durch die Auffassungen mit Zugrundelegung des

Genussmoments heraufgeführt.

Fussnoten:

[2] Vgl. DE WETTE's Commentar zu Matthäus (1836) und zu Johannes (1837).

[3] »Das Dogma vom heiligen Abendmahl und seine Geschichte« von Dr.

AUGUST EBRARD. 2 Bde., 1845.

[4] Vgl. Bd. I S. 79-120.

[5] »Das Abendmahl, sein Wesen und seine Geschichte in der alten

Kirche« von Dr. LEOPOLD IMMANUEL RÜCKERT, Professor in Jena, 1856.

[6] Vgl. Bd. I S. 61-131.

Viertes Kapitel.

=Ueberblick über die Auffassungen mit Zugrundelegung des Genussmoments.=

Greift man aus der Geschichte der wissenschaftlichen

Abendmahlsuntersuchung die Werke heraus, welche in allgemeiner Weise

das Genussmoment zu Grunde legen, so fügen sich folgende Namen in

bunter, zusammenhangsloser Reihe aneinander: DAVID FR. STRAUSS, BRUNO

BAUER, E. RENAN, ADOLF HARNACK, FR. SPITTA, W. BRANDT, ERICH HAUPT,

FRIEDRICH SCHULTZEN, RICH. AD. HOFFMANN und ALBERT EICHHORN. In dieser

Reihe haben wir keine natürliche Kontinuität, wie in der vorher

betrachteten. Bei näherem Zusehen ergeben sich zwei Epochen. Die erste

fällt in die Mitte des Jahrhunderts (FR. STRAUSS, BRUNO BAUER, E.

RENAN). Die zweite beginnt am Anfang der neunziger Jahre (HARNACK und

SPITTA) und kommt noch vor Ablauf des Jahrzehnts zu ihrem naturgemässen

Abschluss (A. EICHHORN).

STRAUSS, BRUNO BAUER, E. RENAN, W. BRANDT, SPITTA und EICHHORN bieten

~Auffassungen mit einseitiger Herausarbeitung des Genussmoments.~ ADOLF

HARNACK, ERICH HAUPT, FRIEDRICH SCHULTZEN und R. A. HOFFMANN vertreten

die ~doppelseitigen Darstellungen~ mit Zugrundelegung des Genussmoments

und abgeleiteter Geltendmachung des Darstellungsmoments.

Fünftes Kapitel.

=Die Auffassungen mit einseitiger Herausarbeitung des Genussmoments.=

=1. Die Vorperiode. Fr. Strauss, Bruno Bauer, E. Renan.=

Für die Auffassungen mit einseitiger Herausarbeitung des Genussmoments

gibt es zwei Perioden. Die erste liegt gegen die Mitte des 19.

Jahrhunderts zu, die zweite gegen das Ende. FRIEDRICH STRAUSS

bezeichnet die erste, FRIEDRICH SPITTA die zweite.

STRAUSS[7] führt aus, dass die Uebersetzung »dies bedeutet«, wenn

sie sich auf das, was Jesus mit den Elementen thut, beziehen soll,

bei weitem nicht ausreicht, ja gar nicht im Sinne der Verfasser der

Evangelien gelegen haben kann. »Den Schreibern unserer Evangelien ~war~

das Brot im Abendmahl der Leib Christi ... hätte man geschlossen,

dass das Brot den Leib bloss ~bedeute~, so würden sie sich dadurch

nicht befriedigt haben« (S. 436 ff.). Es ist kritisch nicht zulässig,

dass Jesus seinen gewaltsamen Tod mit Bestimmtheit vor sich gesehen

habe. Daher kann sich für ihn die Symbolik bei der letzten Mahlzeit

mit den Jüngern gar nicht auf seinen Tod beziehen. Ebenso ist der

Wiederholungsbefehl für unhistorisch zu halten; dafür spricht das

Schweigen der beiden ersten Evangelien und die Erwägung, dass

überhaupt eine Gedächtnisfeier natürlicher aus dem Bedürfnis der

Zurückbleibenden, als aus dem Plan des Scheidenden hervorgeht. Ein

Passahmahl war diese letzte Mahlzeit mit den Jüngern auch nicht.

Das eigentlich Historische an der ganzen Ueberlieferung ist das

eschatologische Schlusswort beim Becher: ich werde davon nicht mehr

trinken, bis ich ihn neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich.

In Jesu Gedanken bezieht es sich auf den nächsten Passahwein, nicht

allgemein auf das Essen und Trinken. Von Mahlzeiten im messianischen

Reich sprach er, gemäss den Vorstellungen seiner Zeit, öfters, und so

mag er erwartet haben, das in demselben namentlich das Passahmahl mit

besonderer Feierlichkeit werde begangen werden. Wenn er nun versichert,

dieses Mahl nicht mehr in ~diesem~, sondern erst in ~jenem~ Aeon zu

geniessen, so muss, nach seiner Erwartung, bis zur Feier des Passah

das messianische Reich eintreten. Es ist dabei nicht nötig, dass Jesus

das Erscheinen des Reiches an seinen Tod geknüpft dachte. Die ganze

urchristliche Abendmahlsauffassung erklärt sich daraus, dass statt des

messianischen Reiches und seiner Passahfeier — ~der Tod Jesu eintrat.~

Die Gemeinde feierte das Passah. Es war natürlich, dass sich der

Versuch darbieten musste, demselben durch die Beziehung auf den Tod

und das letzte Mahl Jesu (welches kein Passahmahl gewesen) eine

~christliche~ Deutung zu geben. So erklärt sich das Eindringen des

Leidensgedankens und der Leidensweissagung in die historischen

Abendmahlsberichte. Die Elemente erhielten eine Beziehung auf den

Leib und auf das Blut Christi; dabei wurde das Wort Jesu, den Genuss

des Passahweines betreffend, allgemein auf das Essen und das Trinken

bezogen und mit Brot und Wein als seinem Leib und Blut in Verbindung

gebracht. So entstand die Vorstellung von dem Wiederholungsbefehl.

Die Neigung, das Gedächtnismahl vom Passah loszulösen und öfters zu

begehen, erklärt das Aufkommen eines derartigen Wortes.

Diese geniale Auffassung von FR. STRAUSS enthält bereits alle

Faktoren, welche die späteren, das Genussmoment einseitig betonenden

Abendmahlsdarstellungen kennzeichnen. Vor allem kommen hier in

Betracht die Loslösung der historischen Feier vom Passahmahl, das

Ausscheiden der Leidensanspielungen aus den Worten Jesu, die Erklärung

der Wiederholung der Feier ohne Annahme des Wiederholungsbefehles

und die Notwendigkeit, alle als unhistorisch erkannten Züge in

den neutestamentlichen Abendmahlsdarstellungen (Anschluss an das

Passahfest, Beziehung auf den Tod Christi und Wiederholungsbefehl) aus

der Entwicklung der urchristlichen Feier in einem Zeitraum von nicht

einmal zwei Jahrzehnten zu erklären.

Will man diese Rückbildung nicht durch eine gewagte

Geschichtskonstruktion erweisen, so bleibt nur wissenschaftliche

Skepsis in irgend einer Form übrig. Diesen Weg hat BRUNO BAUER[8]

betreten. Er setzt voraus, dass die Berichte besagen wollen: ~der

Herr reichte seinen Jüngern seinen Leib und sein Blut zum Genuss

dar.~ Der Wiederholungsbefehl ist eine Zuthat aus späterer Zeit mit

abschwächender Tendenz. Man fühlte, dass man für die historische

Feier den Genuss so nicht aufrecht erhalten könne. Darum hob man

die Beziehung auf die Zukunft, die der Formel an sich zu Grunde

liegt, hervor. Jesus kann seinen Jüngern nicht sein Fleisch und Blut

dargereicht haben,[9] damit sie es assen; also ist der Bericht des

Markus Phantasie, und alle andern Berichte sind Nachbildungen dieser

Erfindung.

Wie sehr gerade die Vollziehung des Genusses Voraussetzung der

BAUER'schen Auffassung ist, zeigt sich darin, dass er dem Matthäus

vorwirft, er habe das bei Markus konstatierte Faktum des Trinkens von

seiten der Jünger eigenmächtig in einen Befehl Jesu umgesetzt, was

schon eine Milderung bedeute. Das eschatologische Schlusswort lässt

er unbeachtet und schneidet sich so den Weg ab, der STRAUSS aus den

Schwierigkeiten, welche die einseitige Betonung des Genussmomentes nach

sich zieht, herausführte.

Nach E. RENAN[10] hat Jesus am letzten Abend die gewöhnliche gemeinsame

Mahlzeit mit dem Brotbrechen im Kreise seiner Jünger gefeiert. »Dans

ce repas, ainsi que dans beaucoup d'autres, Jésus pratique son rite

mystérieux de la fraction du pain.« Das eschatologische Schlusswort

ist für RENAN zweifelhaft und ohne Bedeutung. Die synoptischen

Abendmahlsberichte erklären sich nur aus der Entwicklung der späteren

Anschauungen, für welche das letzte Mahl ein Passahmahl war; dadurch

drangen der Leidensgedanke, die Beziehung der Elemente auf den Leib

Jesu und die Anordnung der Wiederholung in die Darstellung des letzten

Mahles ein.

Das Abendmahl im Zusammenhang mit dem Leben Jesu und der Geschichte des Urchristentums Erstes Heft. Das Abendmahlsproblem auf Grund der wissenschaftlichen Forschung des 19. Jahrhunderts und der historischen Berichte. · 第 1 / 6 段