Die spanische Malerei im XVII. Jahrhundert

§. 120.

Erst im 17. Jahrhunderte verliert sich das

Abhängigkeitsverhältniss, in welchem wir die spanische Kunst bis

jetzt bald zu Italien, bald zu den Niederlanden erblickten, und

gewinnt das nationale Element auch eine ästhetische Geltung. Die

gleichzeitige Blüthe der spanischen Poesie und Malerei ist keine

zufällige Erscheinung, vielmehr, wie schon die verwandte

Grundstimmung in beiden Kunstgattungen andeutet, unter gleichen

Bedingungen hervorgerufen worden. Die allgemeine Herrschaft des

Naturalismus in der Malerei des 17. Jahrhunderts begünstigte

wesentlich den Aufschwung der spanischen Kunst, welche bei allen

äusseren Einflüssen strenge Beziehungen zum Leben bewahrt, und

trotz aller Kirchlichkeit der sinnlichen Gluth des Südens sich

nicht entfremdet hatte. In der erhöhten Seelenstimmung, im

flammenderen Ausdrucke, in der zum Ueberschwänglichen gesteigerten

Leidenschaft, welche nur den Gegenstand, nicht die Form wechselt,

findet der spanische Künstler die Mittel, auch religiöse Motive zu

verkörpern, darin unterstützt von der Richtung, welche das

katholisch-kirchliche Leben im 16. und 17. Jahrhundert überhaupt

nahm. Es kann daher nicht befremden, dass auch das Sittenbild und

namentlich das Porträt hier auf einen reichen Boden stiess, eine

streng und nur den Gedanken wiedergebende Compositionsweise

seltener, dagegen ein wirkungsreiches Colorit gewöhnlich

angetroffen wird. Auf das Letztere nahmen die Venetianer und die

gleichzeitigen Niederländer Einfluss, doch bleibt sowohl in der

allgemeinen Behandlung der Farbe, wie in den für die Carnation

gewählten Tönen das nationale Element vorherrschend.[94]

Nachdem im 16. Jahrhundert vorzugsweise der raphaelische Styl

als Vorbild gegolten hatte, bemerkt man am Schlusse dieses

Zeitalters, und zwar zunächst in %Sevilla%, die ersten Regungen der

national-naturalistischen Weise. _Franc. Pacheco_ (1571-1654) wirkte

vorzugsweise als Lehrer des jüngeren Künstlergeschlechtes (Geschichte

des Dädalus, Deckengemälde in Sevilla, jüngstes Gericht ebendort

u. a.), wie er denn auch neben seiner praktischen Thätigkeit gelehrte

und kunsttheoretische Studien trieb, während seine beiden Zeitgenossen,

der nach _Tintoretto_ gebildete _Juan de las Roélas_ (1558-1625)

und _Franc. de Herrera_ d. Ä. (1576-1656) schon die eigenthümlichen

Vorzüge der jüngeren Schule, das effektvolle Helldunkel, die geschickte

Vertheilung von Licht und Schatten, den breiten, massigen Auftrag, den

kecken und doch nicht gemeinen Naturalismus an sich tragen. (Werke

des Ersteren: S. Jakob in der Schlacht bei Clavigo in der Kathedrale

von Sevilla, Martyrium des hl. Andreas im Museum zu Sevilla, Moses

Wasserwunder im Museum zu Madrid; Werke _Herreras_: Mannalesen in der

Gal. S. Trinidad zu Madrid, das jüngste Gericht in S. Bernardo zu

Sevilla, Andreas im Louvre u. s. w.) Den Genannten verwandt, werden

drei Glieder der Familie _Castillo_, und _Alonso Vasquez_ angegeben;

unbedeutend dagegen erscheint der Sohn des Bravourmalers _Herrera_:

_H. el mozo_, von den Italienern, die ihn zu Rom sahen, als Fischmaler

gerühmt.

Im Schoosse von Sevilla erstehen nach einander die berühmtesten Maler

Spaniens, so dass die %Schule% von %Sevilla% mit der spanischen Kunst

in ihrer höchsten Blüthe gleichbedeutend wird. In _Francisco Zurbaran_

(1598-1662), dem Schüler des _Roelas_, und in _Diego Velasquez da

Silva_ (1599-1660), dem Hofmaler _Philipp_ IV., lernen wir die

verschiedenen Richtungen des spanischen Naturalismus bereits in

grossartiger Vollendung kennen. Der Letztere, von welchem das Madrider

Museum 62 Bilder bewahrt, ist vorzugsweise Porträtmaler; seine Werke

fesseln aber nicht allein durch frische Lebenswahrheit und die

meisterhafte Behandlung des Helldunkels und der gebrochenen Farben,

sondern besitzen die Bedeutung historischer Gemälde, so scharf ist

seine Charakteristik, so reich das Leben seiner Gestalten. Das

berühmteste seiner Bilder, las meninas, zeigt den Maler vor der

Staffelei, wie er im Begriffe steht, die Bildnisse des spanischen

Königspaares zu malen, in der Mitte des Gemaches aber die Infantin

_Margarita_ mit ihren Gespielinnen und zwei Zwergen. Unübertreffliche

Bildnisse sind ferner die Darstellungen des K. _Philipp_ IV., seiner

Gemahlinnen, des Herz. _Olivarez_ und des Infanten _Balthasar_ zu

Pferde. Reine Sittenbilder sind der Wasserverkäufer, wie alle früheren

Werke noch etwas trocken in der Farbe (in London, Privatbesitz) und

die Trinker (los borrachos). Gleichfalls durch die porträtartige

Schärfe ausgezeichnet ist ein anderes Madrider Bild: die Uebergabe von

Breda. Dagegen lassen ihn mythologische (Apollo bei Vulkan) und

religiöse Darstellungen (Anbetung der Könige, Krönung Mariä,

Steinigung Stephans u. a.) befangen und in einem fremden Kreise sich

bewegend erscheinen. Hier ist _Zurbaran_ (Kathedrale und Museum zu

Sevilla) vorzugsweise heimisch, ein Künstler, welcher die

eigenthümliche Verbindung naturalistischer Anschauungen mit religiösen

Vorstellungen mit besonderer Deutlichkeit offenbart; zwar als Colorist

weniger bedeutend (doch wird seine Behandlung weisser Gewänder mit

Recht gerühmt); aber durch den Ausdruck ekstatischer Begeisterung in

seinen Gestalten ausgezeichnet. Ungleich milder und ruhiger, tief

empfunden in der Farbe, dabei sicher und scharf in der Zeichnung

treten uns die Werke des vielseitigen _Alonso Cano_ entgegen. Ausser

mehreren Kruzifixen und Bildnissen gehören zu seinen besten Arbeiten

die Madonna in der Einsamkeit (Kathedrale von Granada), die Madonna

del rosario (Kathedrale zu Malaga) und Christi Leichnam im Madrider

Museum.

Wie die meisten spanischen Künstler, so kann auch ihr berühmtester

Genosse _Bartolomeo Estéban Murillo_ aus Sevilla (1618 bis 1682) nur

in seiner Heimath richtig erkannt werden. Gegen die Fülle und

Schönheit der in Spanien trotz aller Kunstplünderungen vorhandenen

Werke erscheinen die diesseits der Pyrenäen gebrachten Proben, mit

wenigen Ausnahmen, unbedeutend. _Murillo_, in seiner Jugend

mannigfachen Kunsteinflüssen ausgesetzt, ursprünglich ein Schüler des

_Juan del Castillo_, aber auch von _Velasquez_, _Van Dyck_ angezogen

und später durch eine überhäufte Produktion zur Eilfertigkeit

verleitet, hat natürlich nicht immer und überall Tadelloses geleistet.

Es dauerte einige Zeit, ehe er die anfänglichen Schärfen und Härten

des Colorites überwand; er erreichte darin aber nach längerer Uebung

das Höchste. Wie Mondschein entzündet der Silberton seiner Bilder die

Seele zur milden Sehnsucht und schwärmerischen Liebe; doch verliert er

sich in der letzten Zeit in eine süssliche, unklare Verblasenheit.

Auch eine selbstgenügsame Ausbeutung des einmal glücklich erfundenen

Motives, eine ungleichmässige Ausführung der Bilder kann tadelnd

hervorgehoben werden. Dies hindert jedoch nicht, an _Murillo_ die

Vielseitigkeit seiner Phantasie, die Tiefe seiner Farbenkenntniss zu

bewundern, und die stets edle und ergreifende Richtung des

Naturalismus in ihm anzuerkennen. Die Studien über _Murillo_ sind

lange nicht ausgedehnt genug, um uns in den Stand zu setzen, ein

übersichtliches Bild seiner Entwicklung zu liefern. Wir müssen uns mit

einer summarischen Aufzählung seiner Werke, nach Gattungen gesondert,

begnügen. An der Spitze derselben stehen die zahlreichen Darstellungen

der verklärten Madonnen, die meistens unter dem Namen der Conception

bekannt sind, oft aber auch als die Himmelfahrt der Madonna (auf der

Mondsichel ruhend) angeführt werden. Mit wunderbarer Vollendung

erscheint hier der feierlich religiösen Stimmung ein frischer

Naturreiz vermählt, und bei aller blendenden Farbenglut doch

schliesslich ein ergreifender, ernster Eindruck bewahrt. (Louvre, drei

Bilder in der Galerie zu Sevilla, zwei Bilder im Madrider Museum).

Diesem Kreise schliessen sich die Schilderungen ekstatischer Zustände

ebenbürtig an: S. Franciscus, den Gekreuzigten umarmend (Museum zu

Sevilla), der hl. Joseph mit dem Christkinde (ebendort), der hl.

Antonios von Padua, welchem die Jungfrau ihr Kind darreicht

(Kathedrale in Sevilla), die Vision des hl. Bernhard u. a. im Madrider

Museum. Wie in mehreren dieser Bilder, so greift _Murillo_ auch in

seiner Darstellung der Geburt Christi (Museum zu Sevilla), vielleicht

noch trefflicher als _Correggio_, den Gegensatz des himmlischen und

natürlichen Lichtes wirkungsreich auf. Es bedarf aber nicht erst

solcher kunstreichen Mittel, um _Murillos_ Werke anziehend zu machen.

Seine historischen Darstellungen: das Wasserwunder Moses (La Sete in

S. Georg zu Sevilla) und andere aus demselben Cyclus, theils noch am

ursprünglichen Orte aufbewahrt oder nach Madrid und Paris verpflanzt,

erfreuen durch den Reichthum der Composition und die frisch-lebendige

Behandlung. Nur in wenigen Fällen (der Grindkopf in der Pflege der

Kranken durch die hl. Elisabeth in der Madrider Akademie)

überschreitet der Naturalismus die ästhetischen Grenzen. Zahlreich

sind ferner kleinere Heiligen- und Madonnenbilder, sowie die auch in

nordischen Kunstsammlungen wohlbekannten Sittenbilder aus dem

Sevillaner Strassenleben. Die gleiche Verbreitung wäre seinen

geistreich gefassten und kräftig ausgeführten Porträten zu wünschen,

von welchen in Berlin, im Louvre (Selbstporträt), in der Kathedrale zu

Sevilla und im Madrider Museum treffliche Beispiele vorhanden sind.

Sowohl _Velasquez_, als auch _Murillo_ hinterliessen Schüler und

Nachahmer. Unter _Murillos_ späteren Nachfolgern kam _Alonso

Miguel de Tobar_ des Meisters äusserem Verfahren am nächsten, so

dass seine Copien häufig für Originale gelten. Ein anderer

Schüler, _Don Pedro Nuñez de Villavicencio_, war namentlich in

der Gattung des Sittenbildes heimisch, ohne aber die göttliche

Freiheit der _Murillo_schen Strassenjungen zu erreichen.

_Velasquez'_ Anhang setzte sich vorzugsweise in %Madrid% fest.

Hier behaupteten im Anfange des Jahrhunderts die Florentiner

_Bart._ und _Vic. Carducci_ und die Brüder _Ricci_, gleichfalls

italienischen Ursprunges, den ersten Rang. Auch _Antonio Pereda_

aus Valladolid (1599-1669), ein Schüler des _Pedro de las

Cuevas_, hatte in Madrid grossen Ruhm erworben (Hauptwerk: die

Kreuzabnahme im Madrider Museum) und als glänzenden Coloristen

sich bewährt. Zur unmittelbaren Schule des _Velasquez_ rechnet

man _Juan de Pareja_ (1606-1670), von Sklaveneltern geboren,

einen derben Naturalisten, _Nicolas de Villacis_, _Juan de Mazo_

u. A.

Es bildete bis jetzt vorzugsweise die Schule von Sevilla den

Gegenstand der Betrachtung; die Schule von Madrid, die vorzugsweise im

Porträtfache glänzende Hofschule, wurde nur nebenbei erwähnt. Und auch

von den Sevillaner Malern wurden nur die Spitzen hervorgehoben. Zur

Ergänzung mögen noch aus der Schule von Sevilla die Namen: _Pedro de

Moya_ (1610-1666), theilweise nach _Van Dyck_ gebildet, und dessen

Schüler _Juan de Sevilla_ (1627-1695), ausschliesslich in Granada

thätig, und _Valdes Leal_ (1630-1691), dessen bis zum Widerlichen

naturwahre Weise, sowie sein anmassendes persönliches Auftreten den

beginnenden Kunstverfall offenbart, angeführt werden.

Zur Madrider Schule rechnet man ausser den früher Genannten noch _Juan

Careño_ (1614-1685) und dessen Schüler _Mateo Cerezo_, beide Nachahmer

des _Van Dyck_, _Juan Escalante_ (1630-1670) und mehrere Schüler des

_Pedro de las Cuevas_.

Unter den Malern, welche in %Valencia% thätig auftreten, ragen die

beiden _Ribaltas_ (Vater und Sohn), _Jacinto de Espinosa_ (1600 bis

1680) und _Pedro Orrente_ (1550-1644) hervor. Bei allen ist die

Mischung der heimischen Weise mit italienischen Elementen (auch

_Spagnoletto_ hat in Valencia seinen Ausgangspunkt) charakteristisch;

doch hat sich in Valencia ebenso wenig als in Toledo eine stetige

Lokalschule entwickelt, welche jener von Sevilla oder Madrid

ebenbürtig zur Seite gestellt werden konnte.

Der Betrieb der Landschaftsmalerei kann bei der deutlich

ausgesprochenen Vorliebe der spanischen Kunst für die Schilderung der

Wirklichkeit nicht befremden, noch weniger dann der streng nationale

Stempel der spanischen Landschaftsmalerei, durch _Velasquez_,

_Iriarte_, _del Mazo_ vertreten, auffallen. Sie gibt den Charakter der

spanischen Landschaft treu wieder, und lässt auch hier die

eigenthümlichen Vorzüge in der Farbengebung und in der Behandlung der

Luftperspektive walten.

Ebenso rasch als in Italien ging auch in Spanien die Kunst ihrem

Untergange entgegen. Im eklektischen Zusammenfassen älterer Vorbilder

(_Claudio Coello_, [+] 1693) oder der äusseren Nachahmung eines

einzelnen Meisters (_Miguel de Tobar_) glaubte man eine Zeit lang dies

Heil zu erblicken, oder es sollte die theoretische Gelehrsamkeit

(_Palomino_, der spanische _Vasari_, 1653-1726) die Leichtfertigkeit

des Machwerkes verdecken. Aber auch diese Zustände waren im

Verhältnisse zu der folgenden akademischen Langweile zu preisen, welche

intolerant gegen das Alterthum, aufgeblasen in ihrer Nichtigkeit,

selbst bessere Talente, wie den _Ant. Viladomat_ ([+] 1755), verdarb

und erst im Beginne des 19. Jahrhunderts ihre Herrschaft wanken

gewahrte.

Die niederländische Malerei im XVII. Jahrhundert.

§. 121.

Die niederländische Malerei hatte im 16. Jahrhundert, wie wir gesehen

haben, in der allzu hastigen Nacheiferung der italienischen

Kunsthelden Ziel und Richtung verloren. Diese Thatsache, sowie das

herbe Urtheil, welches über die ihrer Zeit vielgepriesenen Manieristen

gefällt wurde, wird auch nicht durch die Erwägung wankend, jener

Abfall von sich selbst sei durch den allgemeinen Gang der Bildung

nothwendig bedingt gewesen. Es war eben, wie es im Laufe der

Geschichte nicht selten bemerkt wird, die herrschende Kultur dem

bestimmten Kunstgeiste eines Volkes minder günstig und dieser daher

zum Feiern verurtheilt. Nur die Porträtmalerei und das Sittenbild

blieb der nationalen Tradition treu und bewahrte eine anziehende

Frische. Im letztgenannten Fache ist es _Peter Breughel_ d. Ä. (geb.

1510?) zum Unterschiede von seinen Söhnen, dem als Landschaftsmaler

bekannten _Sammtbreughel_, und dem ähnlich wie _H. Bosch_ in

phantastischen Nachtgebilden sich ergehenden _Höllenbreughel_, der

_Bauernbreughel_ genannt, welcher in den Motiven sowohl, wie in der

Auffassung und den Formen an der Heimath festhält und von seiner

italienischen Reise nur landschaftliche Eindrücke mitbringt. Ja die

historische Malerei blieb selbst dann noch unter italienischem

Einflusse, als die Alleinherrschaft der Manieristen in Italien zu

brechen begann. Erst am Schlusse des Jahrhunderts begann die

Erinnerung an die heimische Weise zu tagen und zunächst die technische

Seite der Kunst ausgebildet zu werden. Des grossen _Rubens_ dritter

Lehrer, _Otto van Veen_ oder _Venius_ (1556-1634), bahnte in dieser

Beziehung den berühmten Malern Antwerpens im 17. Jahrhundert den Weg.

Ein siebenjähriger Aufenthalt in Italien machte ihn mit den

musterhaften Leistungen der früheren Zeitalter bekannt; seine gelehrte

Erziehung befähigte ihn, der herrschenden Zeitbildung, welche mit

wenigen Ausnahmen das Poetische im Allegorischen erblickte und mit dem

Verstande dichtete, einen ausgedehnten Raum auch in der Malerei zu

verschaffen. Verständige Berechnung der technischen Mittel, namentlich

eine wirkungsvolle Benützung des Helldunkels, bilden noch die grössten

Verdienste seiner in Belgien zahlreichen Bilder; eine höhere geistige

Begabung leuchtet aus ihnen keineswegs heraus.

_Peter Paul Rubens_, der Vollender der neueren Richtung, wurde

wahrscheinlich zu %Siegen% 1577 geboren ([+] 1640), wo sein Vater,

der rechtsgelehrte Antwerpner Schöffe, _Johannes Rubens_, die

schwerbeleidigte Familienehre Wilhelms von Oranien mit langjähriger

Haft büssen musste. Die ersten Lebensjahre verbrachte er in der

rheinischen Hauptstadt, bis die spanische Gnade die Rückkehr der

verbannten Familie in die flandrische Heimath 1588 gestattete. Die

gelehrte und höfische Erziehung, welche _Rubens_ anfangs zu Theil

wurde, blieb nicht ohne Einfluss auf seine spätere geistige Richtung,

unterdrückte jedoch keineswegs die früh in ihm erwachten künstlerischen

Keime. Um sie zu pflegen, wurde er zu _Tobias Verhaegt_, dann zu _Adam

van Noort_ in die Lehre gegeben; die grösste Ausbildung verdankt

er seinem dritten und eigentlichen Lehrer, _Otto Venius_. Es waren

aber weder der Einfluss des Letztgenannten, noch die 1600-1609 nach

Italien und Spanien unternommene Reise im Stande, die künstlerische

Sinnesweise _Rubens_ von ihrem ursprünglichen Wesen dauernd abzulenken.

Die vor der italienischen Reise gefertigten Bilder (hl. Familie

bei Herrn _Wuyts_ in Antwerpen, Christus im Schoosse Gott Vaters

im Antwerpner Museum) zeigen schon dem angelernten Style kräftige

selbständige Züge beigemischt; ebenso sind seine italienischen Werke

(in römischen Kirchen und Palästen) zwar in der Färbung, aber nicht in

den Formen und in der Composition den Einwirkungen der italienischen

Kunst unterworfen. Dass nächst Venedig besonders Genua und dessen

stolze Prachtbauten _Rubens_ Phantasie am meisten fesselten, dass er

seine Vorbilder überhaupt nicht im 16. Jahrhundert, sondern unter

seinen näheren Zeitgenossen, dem _P. Veronese_ und den _Carraccis_

aufsuchte, erscheint in hohem Grade für den Wandel in den ästhetischen

Anschauungen bezeichnend. _Rubens_ selbst entging auf diese Weise der

Gefahr, seine flandrische Natur, ähnlich wie so viele Vorgänger,

einzubüssen. Und dass dieselbe bei ihm in starken Zügen ausgeprägt

war, dies zeigt nicht nur das von ihm angenommene Frauenideal,

die Vorliebe für derbe, fleischige Formen, und die Farbenstimmung

seiner Bilder, dafür spricht auch der heitere Natursinn, die freie

Weltliebe, die seine Phantasie durchdringt. So knüpft er an die ältere

heimische Kunstweise wieder an. Nur war in der _Eyck_'schen Schule

die Naturfreude, die heitere Weltanschauung durchaus naiv, man möchte

sagen unbewusst, und überdies unmittelbar mit der tiefsten religiösen

Innigkeit verbunden, von einem kirchlichen Hauche durchweht. Dies

ändert sich. Bei _Rubens_ und seiner Schule sind die Anschauungen

bewusster, sinnlicher; die Einheit des Irdischen und Ueberirdischen

erscheint aufgehoben. Die landschaftliche Schönheit, die Zustände

und Ereignisse des Werktagslebens bilden selbständige Motive der

künstlerischen Darstellung. _Rubens_ ist ein ausgezeichneter

Landschaftsmaler; auch seine Genrebilder (Louvre) und Thierstücke

bekunden seine Meisterschaft und seine Heimath auch in diesen

Daseinskreisen. Dass die Porträtmalerei eine wichtige Stelle in

seiner künstlerischen Wirksamkeit einnimmt, kann nicht auffallen.

Das kräftige Individualisiren lag ohnehin in der Richtung der

niederländischen Kunst, noch mehr aber förderten die zeitgenössischen

Zustände die grossartige Entwicklung der Bildnissmalerei. Die Stürme

des 17. Jahrhunderts brachten alles Gemeinsame und Oeffentliche in

Schwanken und Gährung; was fest blieb, gerade jetzt eine gewaltige

Kraft, eine Fülle geistiger Ressourcen, hier Trotz, dort Klugheit und

fein berechnete Schmiegsamkeit, hier Willensstärke, dort Leichtsinn

offenbarte, in Leidenschaften und in keckem Lebensgenusse gleich sehr

sich auszeichnete, das war das Individuum, dessen Schilderung nun

ungleich dankbarer für den Künstler erschien, als in den früheren

Perioden des Gattungslebens. _Rubens_ Porträte sind überaus zahlreich

und natürlich von verschiedenem Werthe. Ausser den oft und mit

besonderer Vorliebe behandelten Bildnissen der eigenen Familie verdient

wegen der technischen Vollendung das Mädchen mit dem spanischen Hut

(irrig _chapeau de paille_ benannt), im Besitz der Familie _Peel_,

eine namentliche Erwähnung. In den religiösen Bildern macht sich das

affektreiche, pathetische Element vorzugsweise geltend. Die Schilderung

ruhiger Momente fesselt durch den Glanz der Farbe und die äussere

Vollendung; schöpferische Kraft offenbaren nur jene Bilder, in welchen

die Leidenschaft, das, auch das leibliche Leben durchdringende

Pathos, wirksam auftritt. Die religiösen Anschauungen der Zeit hatten

eine eigenthümliche Färbung erlangt, das kirchliche Leben einen neuen

Impuls erhalten. Im Angesichte des feindlichen Gegensatzes bemühte

man sich, den Kultus durch äusseren Glanz, durch die Anregung heisser

Empfindungen eindringlicher zu gestalten. Das Wallfahren, die Verehrung

wunderthätiger Bilder nimmt einen neuen Aufschwung, die Verbreitung

der Lehre in fernen Welttheilen, unter wilden Völkern, lässt die Macht

der Kirche neu bewundern und steigert die andächtige Volksstimmung.

Dabei bewahrt die Liebe für das klassische Alterthum ihre Lebendigkeit,

und es werden im Wetteifer mit den kirchlichen Gegnern humane Studien

gepflegt. Den künstlerischen Ausdruck dieser Kulturzustände bieten die

neuaufblühende Kirchenmusik, in der Architektur der jüngere üppige

Renaissancestyl, in der Malerei mit besonderer Vollendung _Rubens_

Werke. Wie schon erwähnt, sind die Darstellungen ruhiger Situationen

gewöhnlich nur technische Meisterstücke; ausser der funkelnden Pracht

der Farbe fesselt die lebendige Wahrheit der angebrachten Bildnisse,

so z. B. bei der Uebergabe des Messgewandes durch die Madonna an den

hl. Ildephons (Wien), bei der Darstellung des ungläubigen Thomas

(Antwerpen). Ueberaus ergreifend und wahr sind dagegen die dramatischen

Bilder, welche sich in Kreisen gesteigerter Empfindungen bewegen, ein

furchtbares Leiden, eine gewaltige Kraftentwicklung zum Gegenstande

haben, so z. B. die Wunder des heil. Franziskus und Ignatius (Wien),

die Kreuzigung, Christe à la paille (Antwerpen), die Bekehrung

Pauli (Leight court), das Wunder der ehernen Schlange (Madrid),

namentlich aber die jüngst erst wieder zum alten Glanze hergestellte

Kreuzaufrichtung und Kreuzabnahme im Antwerpner Dome. Das letztgenannte

Werk gilt mit Fug und Recht als eine wahre Mustercomposition, durch

unmittelbares dramatisches Leben und vollendetes Colorit zu noch

grösserer Wirksamkeit erhoben. Die Gestalten sind so angeordnet, dass

sie eine durchaus geschlossene Gruppe bilden und doch die vollkommenste

Freiheit und Natürlichkeit der Bewegung bewahren, und bei aller

Mannigfaltigkeit der Aktion eine dem Auge wohlthuende Symmetrie

offenbaren. Das wuchtige Niederfallen des todten Körpers, der eben vom

Kreuze abgelöst wurde, die gewaltsame Anstrengung der beiden Männer

oben am Kreuze, den Körper von dem plötzlichen Sturze abzuhalten, die

Sorge der Umstehenden, den Leichnam aufzufangen, der sie den eigenen

Schmerz vergessen und ganz und gar, die wehmüthig aufblickende Mutter

ausgenommen, bei der äusseren Beschäftigung verharren lässt: dies Alles

ist mit einer unübertrefflichen Kraft und Wahrheit geschildert. Aus der

profanen Sphäre gehören die Löwenjagd (München), die Amazonenschlacht,

der »Quos ego« (Dresden) hierher.

_Rubens_ wäre kein Sohn seiner Zeit gewesen, hätte er nicht der

Allegorie gehuldigt, nach der damals beliebten Sitte abstrakte

Vorstellungen, wie den Krieg und die Zwietracht, körperlich bekleidet,

mythologische Gestalten als Dekoration zur Verherrlichung

zeitgenössischer Ereignisse benützt. Das Unlebendige und Willkürliche,

was in der spielenden Allegorie liegt, konnte _Rubens_ nicht

überwinden; doch lässt er es in einzelnen Bildern, durch die Kraft der

Charakteristik und das schäumende Leben, das er in seine Gestalten

legt, vergessen. Erst in der Folgezeit tritt das Seichte und Müssige

der allegorischen Kunst nackt an den Tag, bei _Rubens_ verbirgt es

sich noch theilweise hinter seiner grossartigen, malerischen Begabung.

Seine Nachfolger hätten aus dem berühmten Bilderkreise, welcher das

Leben der Maria von Medici in 21 theilweise allegorischen Gemälden

(Paris) feiert, eine unendlich langweilige Dekoration gemacht, während

_Rubens_ wenigstens theilweise (Geburt Ludwig's XIII., die Ankunft in

Marseille, die Versöhnung) dem Werke ein frisches Leben einzuhauchen

verstand.

Die künstlerische Thätigkeit des grossen Antwerpner Meisters

überschreitet beinahe die Grenzen des Möglichen, und kann nur durch

die Art und Weise, wie er später bei der Ausführung (mit Hülfe seiner

Schüler) vorging, erklärt werden. Seine 1200 Bilder vertheilen sich in

alle europäischen Galerien, den Löwenantheil aber besitzen Antwerpen

und Wien. _Rubens_ äusseres Leben, sein persönliches Auftreten und

Erscheinen bilden ein wesentliches Moment in der Erkenntniss seiner

Künstlerschaft; ähnlich, wie _Tizian_, verdankt auch _Rubens_ den

glänzenden Lebensverhältnissen, in welchen er sich bewegte, einen

gewichtigen Halt seiner Phantasie. Man muss auf den Urheber der Bilder

zurückgehen, auf den schönen, kräftigen Mann, mit den klugen Augen,

die von dem keck auf das eine Ohr gedrückten, breitkrempigen Hute

beschattet werden, auf seine Liebe zu einem schmucken Auftreten --

eine reiche Goldschnur muss den Hut umschlingen, eine schwer goldene

Gnadenkette ruht auf der breiten Brust, ein feiner Spitzenkragen

umschliesst den Hals, ein glänzender Sammtmantel fällt von der

Schulter -- um den Geist, die Lebenslust, die geschmackvolle

Sinnlichkeit, die männliche Kraft, die in den Bildern ruht,

vollständig zu begreifen. Auch über _Rubens_ besten Schüler, _Anton

van Dyck_ (1599-1641), dessen künstlerische Natur und Abweichungen vom

Rubensstyle, gibt die Künstlergeschichte allein ausreichende Auskunft.

Seine Phantasie ist einförmiger, der Kreis seiner Thätigkeit minder

ausgedehnt. Wie der bereits im Schoosse des Reichthumes geborene Sohn

eines Emporkömmlings, meidet er das gewaltsame Ringen, die wuchtigen

Leidenschaften, welche _Rubens_ Gestalten beseelen; er bewegt sich in

ruhigen Kreisen; der Charakter des Schmerzes, wo er diesen malt, nimmt

eine elegische Färbung an; die Giganten sind wieder Menschen, graziöse

Menschen geworden. Was _van Dycks_ schöpferische Kraft in historischen

Werken beschränkte, stempelte ihn zum unübertrefflichen Porträtmaler.

Niemand verstand sich besser auf die feinsinnige Auffassung

individueller Charaktere, auf das treue Wiedergeben eleganter Formen,

auf die lebenswahre Charakteristik nobler Cavaliere, Niemand hatte die

Menschen seiner Zeit mit so tiefem Auge durchforscht, als der

Künstlercavalier, dessen kostspielige höfische Passionen ihn

bekanntlich am Hofe _Karls I._ von England frühzeitig in das Grab

brachten. Es sind auch vorzugsweise (von religiösen Bildern sind die

oft wiederholten Scenen des Christus am Kreuze, und namentlich der

Klage um den Leichnam Christi, ausgezeichnet) die zumeist noch in

England vorhandenen Bildnisse seiner Zeitgenossen, welche _van Dycks_

Ruhm sichern. Dieselben liefern, verbunden mit den zahlreichen, nach

_van Dyck_ gravirten Porträten, mit richtigem Auge geschaut, eine

vollständige Geschichte des Jahrhunderts; sie sind aber auch von rein

artistischem Standpunkt, was Stellung, Zeichnung, Farbenharmonie,

elegante und sorgsame Ausführung (Hände) anbelangt, unbedingt

vollendete Werke.

Neben _van Dyck_ treten alle übrigen Schüler _Rubens_ in den

Hintergrund; neben der Schule selbst verschwinden die mannigfachen

Antagonisten, die Epigonen der älteren Schule, wie _M. Pepyn_ (1575-

nach 1643), _A. Francken_, _Corn. de Vos_ ([+] 1651), die zwischen

Altem und Neuem Schwankenden, wie _Abr. Janssens_ (1567-1627), _Wenc.

Koeberger_, und die Manieristen, wie _Cornel. Schut_ (1589-1655). Eine

persönliche Bedeutung gewinnen von allen Schülern (_Er. Quellyn_,

_van Hoek_, _van Thulden_, _Diepenbeck_, _van Egmont_, _van Uden_,

_Wouters_) eigentlich nur _J. Jordaens_ (1593-1678), in seinen älteren

religiösen Darstellungen durch Kraft des Ausdruckes und Schönheit der

Farbe dem Meister nahestehend, sonst auch durch seine grossen komischen

Sittenbilder (Bohnenkönig; wie die Alten sungen, so zwitschern die

Jungen) bekannt, dann der Mitarbeiter an einzelnen Werken _Rubens_, der

treffliche Thiermaler _Fr. Snyders_ (1579-1657) und der jüngere _David

Teniers_ (1610-1690). Er verfolgt die von _Rubens_ angeregte Richtung,

und schildert die Freuden und behaglichen Stimmungen des Privatlebens,

die Lust der Kirmessen, das Glück des Rauchers, das Trinkvergnügen mit

fleissiger Sorgfalt, klarer Farbe und zuweilen wenigstens mit komischer

Kraft. Auch die Kriegsereignisse entlocken seinem Pinsel mannigfache

Erzählungen von Marodeuren und Schnapphähnen. Die phantastischen

Motive der Versuchungen des hl. Antonius, der Hexen und Zauberer

finden sich gleichfalls bei _Teniers_ wieder vor, der hier, wie auch

in anderer Beziehung, die Thätigkeit der _Breughels_, des sogenannten

Bauernbreughels, wie des Höllenbreughels, zweier älterer Antwerpner

Künstler, fortsetzt. _Teniers_ Bilder sind in den meisten Galerien in

genügender Zahl anzutreffen. Zu den von _Rubens_ wenigstens mittelbar

angeregten Künstlern gehören _Casp. de Crayer_ (1584-1669) _Gerh.

Seghers_ ([+] 1651), _van Oost_, _van Obstal_ ([+] 1714) u. A.

§. 122.

Die religiösen Kämpfe des 16. Jahrhunderts in den Niederlanden

übten im südlichen wie im nördlichen Gebiete einen mächtigen

Einfluss auf die Kunstentwicklung, und bedingten theilweise den

bewunderungswürdigen Aufschwung der Malerei im folgenden Zeitalter.

Während aber in den südlichen Landschaften der alte Glauben aus den

Wirren und Kämpfen mit neuer Macht emporstieg, und die Malerei in der

Verherrlichung desselben noch immer ihre wichtigste Aufgabe fand, trat

in %Holland% auch auf künstlerischem Boden der Bruch mit der Tradition

ein. Der bildscheue Kultus duldete keine religiöse Malerei; wo die

gothischen Kirchen zu gross, zu mächtig erschienen, und mit nüchternem

Geiste schonungslos verschalt und mit Brettern verschlagen wurden,

konnte die Liebe für spiritualistische Richtung nicht bestehen.

Aus anderen Quellen schöpfte die Künstlerphantasie. Die

Landesverhältnisse, die wichtigsten Volksbeschäftigungen, die

Zeitereignisse steigerten den Werth jedes einzelnen Augenblickes,

liessen, was das Leben bot, voll geniessen, verliehen auch den

untergeordneten Daseinskreisen einen besonderen Reiz. Es ist nicht das

Rauchen und Trinken, es ist die köstliche Ungebundenheit, die freie

Lebenslust, die Selbstgewissheit der Menschen, die sich darin

abspiegelt, welche den holländischen Sittenbildern ihre besondere

Anziehungskraft verleiht. Bereit, im nächsten Augenblicke Alles

aufzugeben, ungewiss, wie lange das gegenwärtige Glück dauern wird,

eilt das aus derbem Holze geschnitzte Volk, dasselbe in tiefen Zügen

zu leeren, und zeigt darin denselben Ungestüm, die gleiche

unerschöpfliche Kraft, die es für die ernsten Kämpfe der Zeit bereit

hält. Darin liegt die tiefere Bedeutung der zahllosen holländischen

Sittenbilder, die im 17. Jahrhundert gefertigt wurden, und wie es bei

diesem Fache natürlich, ja nothwendig ist, durch eine tüchtige,

ausgebildete Farbentechnik sich auszeichnen. Die sorgfältige

Behandlung seitens des Künstlers, die feine Beachtung und das

Wiedergeben auch des geringsten Details mit allem Ernste gehört

wesentlich dazu, um die ursprüngliche Unbedeutendheit des Stoffes

vergessen zu lassen und seine poetischen Seiten hervorzukehren. Dies

bedingte aber wieder eine innige Vertrautheit des Künstlers mit den

Lebenskreisen, welchen jene Motive angehörten, wodurch das

Vorherrschen des Vagabundenelementes in der Künstlergeschichte dieses

Zeitraumes nur allzu deutlich erklärt wird. Wir finden es z. B. in

hohem Grade bei _Adrian Brouwer_ (1608-1640), dem virtuosen Schilderer

des Kneipenlebens, und auch _Jan Steen_ von Leyden (1636-1689) wird

nachgesagt, dass sein künstlerischer Enthusiasmus sich bald in eine

materielle Neigung zu den Gegenständen seiner Bilder, den Kneipen,

verwandelte. _Jan Steen_, der »lustige Schenkwirth«, nimmt unter den

holländischen Sittenmalern durch den bis zum Humor zugespitzten

satirischen Zug in seinen Werken eine besondere Stelle ein. Er

schildert die Ursachen und Wirkungen bei einer trinklustigen

Gesellschaft, malt nichtsnutzige Streiche, die sich innerhalb der

Grenzen des Komischen noch halten, beschreibt die Hauswirthschaft des

in abstrakten Nebeln lebenden Alchymisten u. s. w. Doch läuft es dabei

nicht, wie bei _Hogarth_, bloss auf eine tendenziöse Moral hinaus, es

bleibt das frische ästhetische Interesse gewahrt, der künstlerische

Standpunkt, auch in der Technik, festgehalten. _Steens_ übrigens nicht

zahlreiche Bilder finden sich vorzugsweise im Haag und in Amsterdam,

und dann in England. Andere Sittenmaler der Periode, harmloser als

der Leydner Schenkwirth, meist auf Bauern- und Wirthshausscenen

eingeschränkt, gesunde Farbenkünstler, sind der Lübecker _Adrian van

Ostade_ (1610-1685) und sein Bruder _Isaak_, _W. Kalf_ ([+] 1694),

_Brakenburg_, _Breckelenkamp_, _Corn. Bega_ u. A., die sich an

_Ostade_; _Tilburg_, _H. Martensz. (Zorg)_ u. A., die sich an den

jüngeren _Teniers_ anschliessen. In Verbindung mit dieser

Künstlergruppe, selbst ein ausgezeichneter Sittenmaler, aber seine

Genossen an Fülle der Phantasie, und namentlich an Virtuosität in der

Farbe überragend, steht _Paul Rembrandt van Ryn_, geb. zu Leyden (1608

bis 1669). Die gesammte holländische Schule stand im Widerspruche zu

der künstlerischen Tradition des vergangenen Zeitalters, ihr

ungeschminkter Naturalismus, die geschwärzten Mauern, niedrige,

qualmende Stuben, wettergeprüfte Gesichter, schmutzige Kleider

u. s. w. waren der grellste Gegensatz zu dem bis dahin herrschenden

Idealismus. Aber Niemand hatte denselben in scharfer bewusster Weise

ausgedrückt, Niemand den alten Idealen offenen Krieg erklärt, bis

_Rembrandt_ kam, der Curiositätensammler, der Gegner der Antike, der

die griechische Grazie entzauberte, Ganymed in einen flennenden Buben

verwandelte und die christlichen Glaubensgestalten in die Synagoge und

den Orient zurückwarf. Eine solche negative Richtung hätte keineswegs

_Rembrandt_ den Anspruch auf einen bedeutenden Künstlerruhm verschafft

(in der That sind auch alle jene Werke, wo sie grell auftritt,

widerlich), wenn er nicht eine grossartige Kenntniss der

Farbenwirkungen, eine meisterhafte Auffassung individueller Charaktere

als Ersatz geboten hätte. Sein Farbenprinzip, dem leuchtenden Glanze

des Lichtes bei _Correggio_ gleichmässig verwandt und entgegengesetzt,

ein zauberhaftes Helldunkel, das keine Analyse der Einzelformen

bildet, aber für den Gesammteindruck überaus fein berechnet ist, ist

häufig der nothwendige materielle Träger seiner phantastischen

Gedanken, die nur auf diese Art verkörpert werden konnten, häufig aber

auch die innere Wahrheit der Darstellung beeinträchtigend; wie denn

überhaupt bei der willkürlichen Weise, mit welcher _Rembrandt_ in

Bezug auf innere und äussere Charakteristik verfuhr, die Bestimmung

des Gegenstandes eines Bildes nicht selten zweifelhaft bleibt, da

derselbe ebenso gut dem alten Testamente, wie der Zeitgeschichte, dem

Oriente, wie der Synagoge von Amsterdam angehören könnte. Den reinsten

und vollsten Genuss gewähren _Rembrandts_ Porträte und Porträtgruppen.

Doch hat er in diesem Fache an _Miereveldt_ (1567 bis 1641), _Franz

Hals_ (1584-1666), und namentlich an _Barthol. van der Helst_

(1613-1670) [Gastmahl in Amsterdam] würdige Nebenbuhler. _Rembrandts_

beste Porträte sind in seinem Vaterlande und in England zu finden,

auch seine berühmtesten Porträtgruppen: Der Anatom Tulp mit seinen

Zuhörern, und die sogenannte Nachtwache, ein Schützenauszug, werden im

Amsterdamer Museum bewahrt. Sonst lieferte ihm namentlich das alte

Testament die Vorwürfe für seine Bilder, an welchen das Costüme und

der derbe Naturalismus der Auffassung auffallend, die Lichteffekte

aber, wo sie vorkommen, in hohem Grade wirksam und anziehend

erscheinen. (Moses in Berlin, Familie des Tobias im Louvre, Christus

vor Pilatus bei Esterhazy in Wien, Passion Chr. in München,

Ehebrecherin in London u. s. w.). _Rembrandts_ zahlreiche Radirungen

dürfen nicht unbeachtet bleiben, will man ein vollständiges Urtheil

über seine Richtung und die Kraft des malerischen Ausdruckes gewinnen.

_Rembrandts_ Weise wurde durch _Ger. van den Eeckhout_, _Gov. Flink_,

_Ferd. Bol_, _Salom. Koning_ u. A. zum Theile, namentlich im

Porträtfache, in tüchtiger Weise fortgesetzt.

An _Rembrandt_ lehnen sich, theils als Schüler, theils weil sie die

technische Virtuosität und die Malerei ausschliesslich bilden, mehrere

holländische Meister an, welche übrigens in der Richtung der Phantasie

nichts mit ihm gemein haben. Sie steigen vielmehr aus den dämonischen

oder wenigstens phantastischen Kreisen in die unmittelbare

Wirklichkeit herab, und feiern mit ihrem Pinsel die Glanzseiten des

wohlhäbigen Verkehres und Daseins unter den Menschen; sie führen uns

in stille Familienkreise, zu Kranken und Aerzten, zu lebenslustigen

Frauen, wohl auch in Kramladen und Küche, und können oft alle

Virtuosität an die Malerei eines Atlasgewandes, oder des

Küchengeräthes, der Zimmereinrichtung verschwenden. Die Bilder des

einen Künstlers, köstliche Cabinetsstücke: _Gerhard Terburg_

(1608-1681) schauen sich wie kleine Novellen an; auch hat man mit

grossem Geschicke zu einzelnen die novellistische Einkleidung

hinzugedichtet, wohl auch hineingedichtet. (Hauptbilder im Haag,

Amsterdam, Paris, München, Wien, London.) Der eigentliche Stoffmaler

und glänzendste Detailist _Gerhard Dow_ (1598? bis 1674?) wurde in

_Rembrandts_ Schule gebildet, von welcher ihm auch die glückliche

Behandlung von Lichteffekten (Mädchenschule in Amsterdam) anklebt.

Seine Bilder sind in der Situation minder ansprechend, als jene

_Terburgs_, aber durch die zierliche und doch auch im Gesammteindrucke

wirksame Behandlung alles Einzelnen überaus anziehend. _Gabr. Metsu_

(g. 1615), _Casp. Netzcher_ (1639-1684), _Fr. von Mieris_ (1635-1681),

_Dow's_ Schüler, _Slingelandt_, _de Hoogh_ und A. folgen dieser

Richtung, die allmählig in eine seichte, glatte Eleganz, ein

oberflächliches Virtuosenthum bei den beiden _Werffs_, _Adrian_

(1659-1722) und _Peter_ sich verliert.

Näher und inniger mit den zeitgenössischen Zuständen verknüpft, als

ein unmittelbarer künstlerischer Wiederschein der eben gegenwärtigen

Ereignisse, treten uns die Schlachtenbilder entgegen. Gemalte

Commentare des Simplizissimus, erscheinen diese Bilder noch als der

letzte Nachhall der den ganzen Mann erfordernden, mehr individuellen

Kampfweise der vergangenen Zeit, und erfreuen durch die Frische, die

bewegte Lebendigkeit der Darstellung. _Palamedes Stevens_ (1604-1680)

ist der Hauptvertreter dieser Kunstgattung; neben ihm treten noch

_Jean le Ducq_ (1636-1671), _van der Meulen_, _Rugendas_ von Augsburg

(1666-1742), und der auch sonst als Pferdemaler berühmte _Philipp

Wouwerman_ (1620-1668), einer der besten Sittenschilderer des 17.

Jahrhunderts (Hauptwerke in Dresden und England) in den Vordergrund.

Gegen das Ende des Jahrhunderts erlahmte die künstlerische Bewegung in

den Niederlanden, deren Reflexe auch auf Deutschland fielen, und

welche die vereinzelten Anhänger der italienischen Kunst: _Gerh.

Honthorst_ (1592-1662), den Maler künstlicher, aber roher

Lichteffekte, _J. Sustermans_ ohne Einfluss liess. In Deutschland

huldigten der italienischen Weise: der Kunstschriftsteller _Joachim

von Sandrart_ (1606-1685), _M. Merian_, die Böhmen _Karl Skreta_,

_Brandel_, _Rainer_, der Ungar _Kupetzky_ u. A. In _Balth. Denner_

(1685-1749) kann man das Ausleben der künstlerischen Phantasie, den

Bodensatz des Naturalismus, von dem nur noch das geistlose Nachäffen

der äusseren Wirklichkeit zurückbleibt, beobachten.

§. 123.

Auch die %Landschaftsmalerei% gewann, getragen von der eigenthümlichen

Kulturrichtung, im 17. Jahrhundert in den Niederlanden einen mächtigen

Aufschwung. Man kann die Wurzeln der Landschaftsmalerei in den

Niederlanden, wie in Deutschland ziemlich weit zurückverfolgen, und

bereits in der Schule der _Eycks_ die Keime der späteren Verherrlichung

der nordischen Natur entdecken. Die Zwischenglieder bis zur

selbständigen vollendeten Entfaltung der Landschaftsmalerei sind:

_J. Patenier_ und _Herri de Bles_ im Anfange des 16., der sogenannte

Sammt- oder Blumenbreughel im Anfange des 17. Jahrhunderts. Noch fehlt

aber die Stimmung, die poetische Grundempfindung, das Zusammenwirken

der Einzelheiten zu einem Gesammteindrucke in diesen Bildern. Sie wird

bemerkbarer bereits in den Werken des _Roland Savery_ (1576-1639)

und _Dav. Vinckebooms_ (g. 1578), bis sie, nicht ohne Einwirkung von

_Rubens_ (seine Schüler in diesem Fache sind _Jod. Momper_ und _Luc.

van Uden_) zur selbständigen Vollendung sich erhebt. Wie in den übrigen

Kunstfächern, so finden wir auch hier einzelne Meister in Italien

heimisch, und der nordischen Heimath vergessend, so z. B. _Paul Brill_

(1554-1626), einflussreich auf die italienische Landschaftsmalerei,

_Corn. Poelenburg_, auch _Ad. Elsheimer_ aus Frankfurt (1574-1620)

u.s.w. Andere Niederländer schliessen sich an _C. Poussin_ (_Bloemen_,

_Glauber_, _Rysbraeck_), andere an _Claude Lorrain_ (_Swanevelt_,

_J. Both_, _Pynacker_ u. s. w.) an. Daneben bildet sich aber eine

selbständige niederländische Schule der Landschaftsmalerei aus,

schärfer an die wirkliche Natur sich anlehnend, empfindungsreicher,

weniger berechnend in den Linien, aber, wenn der Ausdruck erlaubt

ist, musikalischer wirkend als die Anhänger der »heroischen« Schule.

Nur durch eine sorgfältige Einzelbetrachtung ist es möglich, über

den Charakter, die Lieblingsmotive dieser Meister ein klares Urtheil

zu fassen, ja wie bei lyrischen Gedichten entschlüpft die Schönheit,

wenn man sie umschreiben und den unsagbaren Reiz der Farbenstimmung

in Worten ausdrücken will; daher hier nicht füglich mehr, als die

trockene Nomenklatur gegeben werden kann. An der Spitze der nordischen

Landschaftsschule stehen _Jacob Ruysdael_ (1635-1681), dessen Bilder

häufig eine tiefe elegische Stimmung hervorrufen, und der in der

norwegischen Natur wohlbewanderte _Alb. von Everdingen_ (1621-1675).

Neben ihnen machen sich die etwas älteren _J. G. Kuyp_, _van Goyen_,

_van der Kabel_, _J. Wynants_, _A. Waterloo_, _Artus van der Neer_,

und _Ruysdaels_ Schüler _Hobbema_ bemerkbar. In der verwandten

Marinemalerei müssen wenigstens _van der Velde_ d. j. ([+] 1707) und

_L. Backhuysen_ ([+] 1709), in der Architekturmalerei _Peter Neefs_

d. ä., in der Blumenmalerei _de Heem_ ([+] 1674), _Rachel Ruysch_

([+] 1705) und _van Huysum_ ([+] 1749) genannt werden. Als Thiermaler

werden, ausser den schon angeführten _Snyders_ und _Ph. Wouverman_,

noch _J. Fyt_ ([+] 1700), _J. Weenix_ ([+] 1719), _Melch. Hondekoeter_

(Hühnerhof) und der Augsburger _Elias Ridinger_ ([+] 1767) am meisten

geschätzt.

Viele Künstler verbinden die einzelnen Zweige, beleben die Landschaft

mit Staffage, wobei bald die letztere, wie bei dem Meister in der

naturwahren Darstellung des Rindes: _Paul Potter_ (1625 bis 1654)

die Hauptrolle spielt, bald der modischen Liebe für das Idyllische

Rechnung getragen wird. Der Mehrzahl nach werden dann die Motive der

italienischen Natur entlehnt, und durch klassische Ruinen, Hirten

und Hirtinnen belebt. (_J. B. Weenix_ ([+] 1660), _N. Berchem_ ([+]

1683), _Adr. van der Velde_ ([+] 1622), _J. H. Roos_ ([+] 1685),

sein Sohn _Philipp_, gen. _Rosa di Tivoli_ u. s. w.) Jedenfalls hat

die Landschaftsmalerei und die ihr verwandten Zweige die grösste

Lebensdauer bewährt und eine verhältnissmässig gesunde Blüthe

geoffenbart, während alle übrigen Gattungen bereits dem Siechthum

verfallen waren. Man kann diesen Umstand nur aus dem erst der neueren

Zeit angehörigen bewussten Sinne für landschaftliche Schönheit

zuschreiben; man muss in der Landschaftsmalerei die eigentliche und

wahre moderne Kunst, wenigstens diejenige, die den geringsten Gefahren

ausgesetzt, der modernen Natur am meisten verwandt ist, anerkennen.

Schlussbetrachtung.

§. 124.

Das 18. Jahrhundert verging ohne Thaten und Ereignisse; im

Kupferstichfache allein, wo seit dem 17. Jahrhundert die technische

Vollendung Alles in Allem wurde (Hauptmeister neben vielen

niederländischen Malern, die in _Rubens_ Schule ausgebildeten

_Soutman_, _Vorstermann_, _Paul Pontius_, _Bolswert_, _Hondius_; in

Frankreich: _Cl. Melan_, _Masson_, _Nanteuil_, _Audran_, _Dorigny_,

_Drevet_ und [wenigstens nach französischen Meistern gebildet] _Gerh.

Edelinck_; in Deutschland: _W. Hollar_ aus Böhmen), macht sich noch

ein innerer Zusammenhang, eine gesunde Bildung geltend, die freilich

auf jede schöpferische Thätigkeit verzichtete, aber in dem geschickten

Wiedergeben der älteren Meisterwerke ein grosses Verdienst um die

Ausbreitung des Kunstsinnes erlangte. Italien führt uns _P. Aquila_,

_Cunego_ ([+] 1794), _G. Volpato_ ([+] 1803), _Anderloni_, _Bettelini_,

_R. Morghen_ (1756-1833) vor; Deutschland wird namentlich durch

_G. F. Schmidt_ und _Chodowiecki_, England durch _Strange_, _Sharpe_,

_Townley_ u. A. vertreten. Auf dem Gebiete der Malerei begegnen uns

nur vereinzelte Talente, welche in der grossen Masse der seichten

Manieristen und oberflächlichen Farbenkenner sich verlieren und ohne

Einfluss bleiben. Höchstens in England wird ein regeres Kunststreben

bemerkbar, und scheidet keine tiefe Kluft das moderne Kunstleben von

der Thätigkeit des 18. Jahrhunderts. _Josua Reynolds_ ([+] 1792) ist

in vielfacher Beziehung der Gründer der gegenwärtigen englischen

Malerei, und auch auf _W. Hogarth_ ([+] 1764) können einzelne

Eigenthümlichkeiten der gegenwärtigen Kunst jenseits des Kanals

zurückgeführt werden.

Erst gegen das Ende des Jahrhunderts beginnt unter dem Einflusse

eines gesteigerten und reineren Studiums der Antike, nachdem schon

_Raphael Mengs_ (1728-1779) und _Pompeo Batoni_ ([+] 1787) den Kampf

gegen den Manierismus glücklich angefangen hatten, ein besserer

Geist im Kreise der bildenden Künste zu walten und die Bahn des

positiven Fortschrittes sich zu eröffnen. Unterstützt von den

gesellschaftlichen Kämpfen in Frankreich, getragen von der nach

dem Römerthum und der antiken Republik sich zurücksehnenden

Bildung im Revolutionszeitalter erhob _Jacques L. David_

(1748-1825) die Fahne des Klassizismus in der Malerei. Er lässt

freilich die Antike gewöhnlich mit dem rhetorischen Pathos, das

auf der französischen Bühne üblich war und ist, auftreten, und

besitzt einen matten Farbensinn; immerhin fesseln seine Werke

durch den Ideenreichthum, die grossartige Anordnung und den

leidenschaftlichen Ausdruck. Das gleiche Ziel, die Wiederbelebung

des antiken Geistes, nur mit einfacheren und reineren Mitteln,

verfolgte _Asmus J. Carstens_ in Deutschland, er blieb jedoch

unverstanden, und die von ihm eingeschlagene Richtung erst einige

Jahrzehnte später in ihrem ganzen Masse gewürdigt. Was _Carstens_

nicht gelang, die Neubelebung der deutschen Malerei, wurde das

Werk der romantischen Bildung, die im Anfange des Jahrhunderts

auch die Künstlerkreise ergriff, und den tieferen Ideengehalt in

den Bildern, das Hervorholen der Frescotechnik zu unmittelbaren

Resultaten hatte. Die letzten zwanzig Jahre haben uns von dieser

Richtung schon wieder weit entfernt, andere Anschauungen, andere

Grundsätze und andere Neigungen gelten. Auch in Frankreich ist

_Davids_ Schule von der sogenannten romantischen abgelöst, in den

Niederlanden eine erfolgreiche Wiederbelebung der nationalen

Kunsttradition versucht worden. Wohin diese Bestrebungen führen

werden, entzieht sich noch dem sicheren Urtheile. Die Architektur,

die Bildnerei, die religiöse Malerei, die eine geringere

Originalität anstreben, an die klassischen Vorbilder der Antike

oder des Mittelalters sich fest anschliessen, durcheilen im Ganzen

eine sichere Bahn; verschlungener und verworrener ist der von der

Malerei betretene Weg. Lässt man das Auge nur bei den Spitzen der

modernen Kunst weilen, dann erscheint jeder Zweifel an dem

kräftigen Aufschwunge der gegenwärtigen Malerei thöricht,

beobachtet man aber das Kunsttreiben in den zahlreichen

untergeordneten Kunstkreisen, wie dort die leichtfertige Charge

den Styl ersetzt und den gesunden Formen- und Farbensinn

verdrängt, anderwärts wieder eine inhaltlose, bloss äusserlich

glänzende Technik als höchstes Ziel geschaut wird, noch anderwärts

wieder das Ungeschick im Handwerke hinter einer vorgeblichen

Gedankentiefe sich birgt, und die Malerei aus ihrer natürlichen

Stellung verjagt wird, um mit der Wissenschaft zu concurriren, wie

vollends im wirklichen Volksleben, im Kreise der Mode und des

Kunsthandwerkes noch überall der barocke Styl des 17. und 18.

Jahrhunderts herrscht, so erscheint die Zukunft der Kunst

keineswegs vollkommen sichergestellt. Die Entscheidung ruht

übrigens, auch wenn diese den besten Willen hätten, nicht bei den

Künstlern, sondern bei dem Volke und der Richtung, welche dessen

Bildung und Zustände einschlagen werden.

Fußnoten.

[1] _Literatur:_ Allgemeine kunstgeschichtliche Werke:

_Kugler's_ Handbuch der Kunstgeschichte, Stuttgart 1848;

_Schnaase's_ Geschichte der bildenden Künste (bis jetzt 5

Bände), Düsseldorf 1843 ff.; _Springer's_ kunsthistorische

Briefe, Prag 1854. Vergl. auch _Vischer's_ Aesthetik; dritter

Theil 1-3 Heft. Als Bilderatlas für das gesammte Kunstgebiet

dienen _Voit's_ Denkmale der Kunst, fortgesetzt von _Guhl_ und

_Caspar_, Stuttgart 1853.

[2] Vergl. _H. Hettner_: Der Ursprung der Kunst im deutschen

Museum 1852. II. S. 172.

[3] _Literatur_: Recherches sur les Tumuli in Bullet. de la soc.

sc. et lit. du Limbourg. T. I. fasc. 3. 1853.

[4] _Squier's_ Nicaragua.

[5] _Literatur_: _C. Ritter_, die Stupas der indobaktrischen

Königsstrasse. Berlin 1838; Ariana antiqua by H. N. Wilson.

London 1841; Memoir on the topes of Afghanistan by C. Masson.

ibid.

[6] _Lassen_, indische Alterthumskunde II. S. 1172.

[7] _Rich_, Memoir on the Ruins of Babylon, London 1816, Ker

Porter Travels T. II. London 1821, _Layard_, Niniveh and

Babylon, London 1853.

[8] _Literatur: A. Humboldt_, Versuch über den politischen

Zustand des Königreichs Neuspanien und Vues des Cordillères;

_Braunschweig_, über die altamerikanischen Denkmäler, Berlin

1840; Kingsborough Antiquities of Mexico; _Stephens_, Incidents

of travel in Yucatan, London 1843 u. s. w.

[9] Journal of the Bombay Branch of the asiatic society. 1853.

[10] _Schoolcraft_, the Indian in his Wigwam S. 296.

[11] _Squier_ Nicaragua.

[12] _Literatur_: Ausser den Prachtwerken _Botta's_, _Flandin's_

und _Layard's_ vergl. Lettres à _M. Mohl_ im Journal asiat. 1843

u. 44; _Layard_, Niniveh and its remains. 2 Bde. London 1849;

_Layard_, Niniveh and Babylon, London 1853. Eine gute Uebersicht

der neuesten Entdeckungen gibt: _Vaux_, Niniveh and Persepolis,

London 1850; _Bonomi_, Nineveh and its palaces, London 1852, und

der von _Layard_ selbst bearbeitete Katalog des Assyrian court

im Krystallpalaste, London 1854. _Layard's_ populärer Bericht

über die Ausgrabungen zu Niniveh und _Vaux's_ Uebersicht sind

auch in deutscher Uebersetzung (Leipzig, _Dyk_) erschienen.

[13] _Literatur_: _Ker Porter_, R. Travels in Georgia, Persia etc.

London 1821; _Heeren_, Ideen über die Politik, den Verkehr und Handel

d. vorz. Völker der a. W. I. Göttingen 1824; _Texier_, Description de

l'Arménie, de la Perse etc. Paris 1842; _Coste et Flandin_, Voyage en

Perse. Paris 1844.

[14] _Literatur_: Description de l'Egypte (v. der Napoleonischen

Commission); _Gau_, neuentdeckte Denkm. von Nubien; _Rosellini_, i

monumenti dell'Egitto e della Nubia; _Wilkinson_, Topography of Thebes

and general view of the Egypt, London 1835; _ders._, Manners and customs

of the ancient Egyptians. 5 Bde. London 1851. Hauptwerk: _Lepsius_,

Denkmäler aus Aegypten und Aethiopien, nach den Zeichnungen der

preussischen Commission. Berlin (bis jetzt) 50 Liefrg.

[15] _Literatur_: _Gerhard_, Kunst der Phöniker in Abh. d. Berl. Akad.

1846. _Barth_, zur Kunst der Phöniker in Archäol. Zeit. 1848 und 1850.

_Della Marmora_, Voyage en Sardaigne. _Barth_, Wanderungen durch die

Küstenländer des Mittelmeeres.

[16] _Literatur_: _Keil_, der Tempel Salomos, 1839; _Krafft_, die

Topographie Jerusalems, 1846; _Robinson_, Palästina und die südlich

angrenzenden Länder, 1841; Kunstblatt 1831, 1834 und 1844.

[17] _Literatur_: _Texier_, description de l'Asie Mineure; _Steuart_,

description of some ancient monuments in Lydia and Phrygia; _Fellows_

Journal written during an excursion in Asia Minor und ders. an account

of discoveries in Lycia.

[18] _Literatur_: _Winckelmann_, Geschichte der Kunst des Alterthums

(sämmtl. Werke 1. Bd.), Dresden 1839; _O. Müller_, Handbuch der

Archäologie der Kunst. 3. Aufl. 1850; _Hettner_, Vorschule zur bildenden

Kunst der Alten, Oldenburg 1848; _Brunn_, Geschichte der griechischen

Künstler, Braunschweig 1853. Ueber die zahlreiche monographische

Literatur vergl. _Weigels_ Kunstkatalog und _Gerhards_ archäologische

Zeitung.

[19] _Literatur_: _Gell_, Probestücke von Städtemauern des alten

Griechenland, München 1831; _Dodwell_, views and descriptions of

cyclopean or pelasgic remains in Greece and Italy, London 1834.

[20] _Literatur_: _K. Fr. Hermann_, die Hypäthraltempel des Alterthums;

_C. Bötticher_, der Hypäthraltempel der Alten, Potsdam 1846; _L. Ross_,

Hellenica, 1846; _Raoul-Rochette_ im Journal des savants, 1846.

[21] _Literatur_: _C. Bötticher_, die Tektonik der Hellenen, 2 Bände mit

Atlas. Potsdam 1849.

[22] _Literatur_: _Semper_, Vorläufige Bemerkungen über die bemalte

Architektur und Plastik bei den Alten; _ders._, die vier Elemente in der

Baukunst, Braunschweig 1851; _Hittorff_, Restitution du temple

d'Empedocle etc. Paris 1851; _Kugler_, über die Polychromie d. gr. Arch.

u. s. w. in kl. Schr. u. Stud. z. Kunstgesch. I. Stuttgart 1853;

_Hettner_, griechische Reiseskizzen, S. 185, Braunschweig 1853.

[23] _Literatur_: _A. Feuerbach_, Geschichte der griechischen Plastik,

herausgegeben von _H. Hettner_, Braunschweig 1853; _Brunn_, Geschichte

der griechischen Künstler, 1. Band. Ein übersichtlicher Bilderatlas

ist _Ol. Müllers_ Handbuch der Archäologie beigegeben: Denkmäler der

alten Kunst von _Oesterlein_ und _Wieseler_, 2 Bände, Göttingen 1853.

Die monographische Literatur ist in den oben angeführten Quellen

nachzulesen.

[24] Eine Nachbildung desselben in Marmor findet sich in der Villa

Massimo zu Rom.

[25] Reconstruktionsversuche des Werkes haben _Quatremère de Quincy_:

Jupiter Olympien, _Rathgeber_ in _Ersch_ und _Gruber_ und jüngst

_Brunn_ in den Ann. des arch. Inst. 1851 geliefert.

[26] Nachbildungen: Jupitersbüste aus Otricoli im Vatikan, die Statue

des Jupiter Verospi ebendort.

[27] Nachbildungen des Parthenons: Minervastatue im Augusteum zu

Dresden, eine andere im Kasseler Museum und die Pallas von _Velletri_

im Louvre.

[28] Nachbildungen der Hera in den Münzen von Argos. Ausser der

Kolossalbüste in Villa Ludovisi wird noch eine andere in Zarskoje Selo

und im Mus. zu Neapel gerühmt. Nachb. des Hermes: _Antinous_ von

Belvedere.

[29] Nachbildungen des Diadumenos im Palast Farnese zu Rom.

[30] Nachbildungen der Mänade auf Reliefs, des Apollo im vatik.

Museum.

[31] Nachbildungen des ruhenden Faunes im vatik. und kapitol. Museum;

des Ap. Sauroktonos im Vatikan, Nachb. der knidischen Venus im vatik.

Magazin (früher in den vatik. Bädern), eine verwandte Statue in der

Glyptothek (Nr. 135). Vrgl. _Levezow_: Ob die Mediceische Venus ein

Bild der knidischen sei? Berl. 1808.

[32] Nachbildungen des ruhenden Herkules: der farnesische Herkules im

Vatikan, eine roh gearbeitete Statue im Hofe des Palastes Pitti zu

Florenz.

[33] _Literatur_: Inghirami, Monumenti etruschi; Monum. inediti

dell'instituto di corrispondenza archeologica. Rom. Musei etrusci in

aedibus Vaticanis monumenta, Rom 1842; _Dennis_, Städte und

Begräbnissplätze Etruriens. Aus dem Engl. übers. Leipzig 1852.

[34] _Literatur_: _Bunsen_ und _Platner_, Beschreibung von Rom;

_Canina_, Architettura antica (Sez. Rom); _Braun_, die Ruinen und

Museen Roms.

[35] _Literatur_: _Zestermann_, de basilicis libri tres, Leipzig 1847;

_Urlichs_, die Apsis der alten Basiliken, Greifswald 1849.

[36] _Literatur_: Catacombes de Rome etc. par _L. Perret_, Paris 1851

(bis jetzt 65 Liefrgn.); _Marchi_, monumenti delle arti cristiane

primitive, Roma 1844.

[37] _Literatur_: _Bunsen_, die Basiliken des christlichen Roms,

München 1840.

[38] _Literatur_: _Quast_, die altchristlichen Bauwerke von Ravenna,

Berlin 1840.

[39] _Literatur_: _Salzenberg_, die altchristlichen Baudenkmale in

Constantinopel. Berlin 1854.

[40] _Literatur_: _Waagen_, Kunstwerke und Künstler in England und

Paris, Leipzig 1837.

[41] _Literatur_: On the Rock-cut temples of India by _J. Fergusson_ im

VIII. B. des J. of the R. As. S.; ebendort die Abhandl. von _Prinsep_,

_Cunningham_ u. A. Ein veraltetes Werk: _Langlès_, mon. anciens et

modernes de l'Hindoustan. _Longpérier_, Antiquités de la Perse, Paris

1854; _Texier_, Descr. de l'Arménie, de la Perse etc., Paris 1843.

[42] _Literatur_: _Dubois de Montpéreux_, Voyage en Caucase; _Texier_,

Armenie et Perse.

[43] _Literatur_: _Daniell_, Oriental scenery.

[44] _Literatur_: _Coste_, Arch. arabe ou monuments du Caire, Paris

1823.

[45] _Literatur_: _Girault de Prangey_, Essai sur l'arch. des Arabes et

des Mores en Espagne, en Sicile et en Barbarie, Paris 1841.

[46] _Literatur_: _Murphy_, Arabian antiquities of Spain, London 1813.

[47] _Literatur_: _Plans_, elevations and details of the Alhambra from

drawings taken by _J. Goury_ and _Owen Jones_, London 1842.

[48] _Literatur_: _Alb. Lenoir_, Archit. Byzantine (Revue de l'archit.

Bd. I.), Paris 1840; _Couchaud_, églises byzantines dans la Grèce, Paris

1842 u. s. w.

[49] _Literatur_: _Dubois de Montpéreux_, Voyage autour du Caucase,

Paris 1839; _Texier_, Description de l'Arménie etc.

[50] _Literatur_: _Kreutz_, die Markuskirche in Venedig, Venedig 1843.

[51] _Literatur_: Architecture moderne de la Sicile par _Hittorff_ et

_Zanth_, Paris 1835; _Gally Knight_, Saracenic and Norman remains,

London.

[52] Vergl. _Waagen_'s periegetische Werke.

[53] _Literatur_: _Chr. Schmidt_, Baudenkm. in Trier.

[54] _Literatur_: _Keller_, Bauriss des Klosters S. Gallen vom Jahre

820, Zürich 1844.

[55] _Literatur_: _Waagen_, Kunstw. u. Künstler in England u. Paris,

Lpzg. 1839, I. Bd. S. 132 ff. III. Bd. S. 332 ff.; _Keller_, Bilder und

Schriftzüge in den irischen Mnskr. der Schweiz. Biblioth., Zürich 1850;

_Kugler_, kl. Schriften und Studien z. Kunstg., Stuttgart 1853, I. Bd.

S. 76 u. ff.

[56] _Literatur_: Vergl. _Lübke_, Vorschule zur Gesch. der

Kirchenbaukunst des Mittelalters, 3. Aufl., Dortmund 1852; _Springer_,

die Baukunst des christl. Mittelalters mit 300 Fig., Bonn 1854.

[57] Vgl. _Blavignac_, Histoire de l'arch. sacrée dans les anciens

evèchés de Genève, Lausanne, Sion. Lausanne 1853, S. 221 ff.

[58] _Literatur_: Ausser zahlreichen monograph. Werken vgl. _Caumont_,

histoire de l'architecture; _de Laborde_, les monuments de la France;

_Chapuy_, le moyen âge pittoresque; _Viollet le Duc_, dictionnaire

raisonné de l'arch. française.

[59] _Blavignac_, s. o.

[60] _Literatur_: _Villa-Amil_, España artistica y monumental, Paris

1842.

[61] _Literatur_: _John Britton_, the cathedral antiquities of England

u. a. Uebersichtlich: Introduction to the gothic architecture, Oxford

1849; _Bloxam_, die mittelalterl. Baukunst in England, Leipzig.

[62] _Literatur_: _Puttrich_, Denkmale der Baukunst in Sachsen,

Leipzig; _Kugler's_ kl. Schriften und Studien zur Kunstgeschichte,

Stuttgart 1854; Deutsches Kunstblatt, Berlin 1850 ff.

[63] _Literatur_: _Boisserée_, Denkm. der Baukunst am Niederrhein;

_Geier_ und _Görz_, Denkm. romanischer Baukunst am Rhein;

_Moller-Gladbach_, Denkm. der deutschen Baukunst; _Schmidt_,

Baudenkmale in Trier.

[64] _Literatur_: _Quast_, die romanischen Dome des Mittelrheines,

Berlin 1853, nebst den Berichtigungen _Kugler's_ und _Schnaase's_ im

deutschen Kunstblatte 1853 und 1854.

[65] _Literatur_: _Lübke_, die mittelalterliche Kunst in Westfalen,

Leipzig 1854.

[66] _Literatur_: _Manch_, die mittelalterliche Bauk. in Schwaben;

_Stillfried_, Alterthümer des Hauses Hohenzollern; Deutsches

Kunstblatt.

[67] _ Literatur_: _Dahl_, Denkm. einer sehr ausgebildeten Holzbaukunst

in Norwegen, 1837; _Alex. Minutoli_, der Dom zu Drontheim, Berlin 1852.

[68] _Literatur_: _Boisserée_, Gesch. u. Beschreibung des Kölner Domes,

München 1842; _ders._, Ansichten, Risse des Doms zu Köln, 18

Kupfertafeln.

[69] _Literatur_: _Kugler_, Pommersche Kunstgeschichte in kl. Schr. und

Studien zur Kunstgesch. I. Bd. S. 659; _Minutoli_, Denkm. d. Altmark

Brandenburg; _Quast_, Denkm. d. Architektur in Preussen; deutsches

Kunstblatt, 1850.

[70] _Literatur_: _Gally Knight_: Ecclesiastical architecture in Italy

1840; _Willis_ Remarks on the architecture of the middle ages

especially in Italy, London 1835, und zahlreiche Sammelwerke und

Monographien.

[71] _Literatur_: _Schnaase_, Gesch. der bildenden Künste im

Mittelalter. Düsseldorf 1850; _Kugler_, Gesch. d. Malerei, Berlin 1847;

_Em. David_, Histoire de la peinture au moyen âge. Paris 1842.

Periegetische Werke von _Schnaase_, _Kugler_, _Waagen_, _Passavant_;

deutsches Kunstblatt; _Didron_, Annales archéologiques.

[72] _Literatur_: Notices des Émaux exposés dans les galeries du Musée

du Louvre par M. de _Laborde_. Paris 1852.

[73] _Literatur_: The monumental brasses of England by _Ch. Boutell_,

London 1849.

[74] _Literatur_: Deutsches Kunstblatt 1851, Nro. 3, 4; 1852 Nro. 35,

43.

[75] _Literatur_: _Puttrich_, Denkm. d. Bauk. des Mittelalters in

Sachsen, Leipzig 1836. _Förster_, Denkmale der deutschen Kunst, Leipzig

1854. _Waagen_, Künstler und Kunstwerke in Deutschland. I. Bd. S. 9.

Leipzig 1843.

[76] _Literatur_: _Kugler_, Pommersche Kunstgesch. in kl. Schr. u. Stud.

zur Kunstgeschichte. I. Bd. S. 796. Stuttgart 1854.

[77] _Literatur_: _Gessert_, Gesch. d. Glasmalerei. Stuttgart u.

Tübingen 1839. _Lasteyrie_, Histoire de la peinture sur verre. Paris.

_Martin_ et _Cahier_, Monographie de la Cathédrale de Bourges.

[78] _Literatur_: _Waagen_ u. a. O.; _Kugler_, kl. Schr. u. Stud. z.

Kunstgesch. I. Bd.; _Dibdin_, a bibliographical tour in France and

Germany; _v. d. Hagen_: Ueber die Gemälde in den Sammlungen altdeutscher

lyrischer Dichter. Bastard.

[79] _Literatur_: O starobylé české malbě od Popova; _Wocel_,

Grundzüge der böhmischen Alterthumskunde. Die wohlverdiente

kunstgeschichtliche Würdigung dieser Werke bleibt noch immer ein

frommer Wunsch.

[80] _Literatur_: _Rettberg_, Nürnbergs Kunstleben, Stuttgart 1854.

[81] _Literatur_: _Merlo_, die Meister der altkölnischen Malerschule,

Köln 1852.

[82] _Literatur_: _Rosini_, storia della pittura italiana, Pisa 1838;

_Lanzi_, Gesch. der Malerei in Italien, übersetzt von _Quandt_, 1830;

_Cicognara_, storia della scultura, Venedig 1818; _Kugler_, Gesch. der

Malerei, 1848; _Rumohr_, italienische Forschungen, Berlin 1827;

_Förster_, Beiträge zur neueren Kunstgeschichte, Leipzig 1835; _Vasari_,

vite de piu eccellenti arch. pitt. et scult. italiani, letzte

Florentiner und die Schorn-Förstersche deutsche Ausgabe. _Ranalli_,

storia delle belle arti in Italia, Firenze 1846.

[83] _Literatur_: _Braun_, la passione di G. Chr. etc. 27 Bl. in Fol.,

Rom 1847.

[84] _Literatur_: _Lasinio_, pitture a fresco del campo santo di Pisa,

Firenze 1832.

[85] _Literatur_: _Förster_, die Wandgemälde der S. Georgskapelle zu

Padua. Berlin 1841.

[86] _Literatur_: Vergl. _Springer_, kunsthistorische Briefe, viertes

Buch.

[87] _Literatur_: _Eastlake_, Material for a history of oil painting,

London 1847; Deutsches Kunstblatt 1851.

[88] _Literatur_: _Quatremère de Quincy_, hist. de la vie et des

ouvrages des plus cel. Architect. Rumohr, Gay, Vasari u. a. O.

[89] _Literatur_: _Passavant_, Raphael von Urbino, 2 Bde., Leipzig 1839.

[90] _Literatur_: Vgl. _Quandt_ in _Lanzi,_ Gesch. d. ital. Mal. II.

319, und _Unger_, das Wesen der Malerei, Berlin 1851.

[91] _Literatur_: Vgl. _Guhl_, Künstlerbriefe, Berlin 1853. S. 260.

[92] _Literatur_: _C. van Mander, het Schilderboeck._ Amsterdam 1618;

_Schnaase_, niederländische Briefe, Stuttgart 1834; _Hotho_, Geschichte

der deutschen und niederländischen Malerei, Berlin 1842; _Michiels_,

Histoire de la peinture flamande et hollandaise, Bruxelles 1846; _de

Laborde_, les ducs de Bourgogne, Paris 1851 u. A.

[93] _Literatur_: _Passavant_, die christliche Kunst in Spanien. Leipzig

1853.

[94] _Literatur_: Vergl. _Passavant_, die christliche Kunst in

Spanien 1853; _Ceán Bermúdez_, Diccionario historico de los mas

ilustres profesores de las bellas artes en España. Madrid, 1800;

_Viardot_ Notices sur les principaux peintres de l'Espagne,

Paris 1839 u. A.

Kunsthistorischer Wegweiser

auf der Reise

durch Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich,

Niederlande und England.

Wegweiser.

$Abkürzungen$: $A.$ = Architektur. $D.$ = Dekorative Architektur

und Sculptur. $B.$ = Bildnerei. $M.$ = Malerei. $W.$ = Wand.

$T.$ = Tafel. $Mi.$ = Miniatur. $Mo.$ = Mosaik. $Gl.$ =

Glasmalerei. $Grabpl.$ = Grabplatten. $Grabm.$ = Grabmal.

$Grabt.$ = Grabtafel. $Altarschr.$ = Altarschrein. $b.$ =

byzantinisch. $r.$ = romanisch. $g.$ = gothisch. $ren.$ =

Renaissance. $fr.$ = früh. $sp.$ = spät. -- Die römische Zahl

bedeutet das Jahrhundert der Entstehung des Werkes.

Handbuch der Kunstgeschichte · 第 27 / 33 题