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Buches.
»Meine Brüder
im stillen Busch, in Luft
und Wasser«
von
Martin Braeß
4. Band der Heimatbücherei
des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz
Dresden 1923
Otto Wigand'sche
Buchdruckei in
Leipzig
Den Deutschen in Nordböhmen
als Dank für ihre
dem Landesverein »Sächsischer Heimatschutz«
in schwerer Zeit geleistete Hilfe
Inhalt
Das Tier im Landschaftsbild unserer Heimat 5
Die volkstümlichsten Tiere der deutschen Märchen und Fabeln 41
Allerlei Fischräuber, bepelzt und befiedert 75
Malepartus, die Raubburg und Kinderstube von »Reinke de Vos« 109
Swinegel un sine Sippschaft 120
Vogelnester 148
Im Teichgebiet der sächsischen Lausitz 161
Die heimatliche Vogelwelt im deutschen Volksglauben 179
Schutz den schutzlosen Kriechtieren und Lurchen! 201
Sechsbeinig, achtbeinig und ohne Beine 230
Das Tier im Landschaftsbild unserer Heimat
Das Leben auf unserer Erde kennt keine Schranke, kein Grenzstein
ist ihm gesetzt. Und es sind nicht nur die niedrigsten Lebewesen,
einzellige Algen, Pilze, Infusorien, die sich sozusagen überall
einstellen, nein, wenigstens von der Tierwelt gilt es, daß sich gerade
ihre höchsten Vertreter, die _Wirbeltiere_, die ganze Welt erobert
haben.
Aus den größten Tiefen der Ozeane, wo längst keine Pflanze mehr
gedeiht, wo ewige Finsternis herrscht, bis auf die Flammen, die
sich die Tiere selbst anzünden, hat man eine erstaunliche Artenzahl
wohlorganisierter Fische ans Licht befördert, und hoch über der
Waldgrenze der Gebirge, wo nur noch kurzrasiges Gras an dem Steilhang
emporklettert und niedrige Alpenblumen ihre farbensatten Sterne dem
Sonnenstrahl öffnen, ja noch höher droben, wohin keine blühende Pflanze
mehr folgt, wo der zackige Felsengrat nackt und tot aus dem Firnschnee
zum Himmel emporstarrt, da haftet der Fuß der flüchtigen Gemse, des
Steinbocks, da pfeift im Steintrümmermeer das Murmeltier vor seiner
Höhle. Über allem Irdischen aber, an der blauen Glocke des Himmels,
schwebt in erhabener Ruhe der Adler, der König der Lüfte.
In solcher Einsamkeit _herrscht_ dann das Tier als einzige Staffage der
Landschaft: der nackten Felsenzinnen oder des einförmigen Wüstensandes,
der weiten Meeresfläche oder des unermeßlichen Luftozeans, und nirgends
sonst erreicht der Eindruck des Lebendigen solche Stärke.
Im übrigen aber vermag die Tierwelt nur in besonderen Ausnahmefällen
der Landschaft einen bestimmten Wesenszug aufzuprägen; sie tritt in
dieser Beziehung hinter der Pflanzenwelt weit zurück. Diese ist es, die
das Bild beherrscht; an ihr haftet das Auge.
Düster, in blauschwärzlicher Färbung schaut der Nadelwald von den
Höhen herab auf die Ebene, wo unter der weißen Decke das Samenkorn
schlummert. Halbverschneite Hecken am Wege, ein einzelner Baum am
Rain, ein kleines Feldgehölz, das seine kahlen Äste und Zweiglein zum
bleigrauen Himmel erhebt, abgestorbene Stauden, deren Samenrispen
zwischen den Schneewehen emporragen, erhöhen den Eindruck der
Einsamkeit. Totenstille in der Natur.
Die freundliche Au, vom gewundenen Bächlein durchfeuchtet, hat der
Frühling mit tausend Blüten geschmückt; lebensfroh schauen sie zum
Lichte empor. Vergißmeinnicht: ihr Blau ein Abbild des Himmels;
Löwenzahn, Ranunkulus, Dotterblume: goldenen Sonnen vergleichbar. Aus
den alten Weidenstümpfen streben rötliche Triebe empor mit gelbgrünen
Schmalblättern, während das Erlengestrüpp sein junges, glänzendes
Laub über das plätschernde Wasser ausbreitet, in dem sein Spiegelbild
zittert wie vor Erwartung seligster Lust.
Vom stahlblauen Himmelsgewölbe strahlt die Julisonne herab auf die
Fruchtebene. Ein einziges Getreidefeld, wohin man nur schaut. Die
braungoldenen Weizenähren wogen wellenförmig im heißen Lufthauch, der
tosend über sie hinstreicht. Ein Bild der einförmigen Steppe; kein
Baum, kein Strauch. Hier herrschen die Fruchtgräser, von der Hand des
Landmanns angebaut. Nur am Rain glüht es rot, großblütiger Mohn, und
tiefblau schaut die Zyane aus dem lichtgelben Halmenmeer hervor.
Der herbstliche Laubwald: in allen Farben und Tönen glänzt es und
gleißt es, vom zartesten Rosa bis zum sattesten Rot, vom lichtesten
Gelb bis zum tiefsten Bronzeton. Und wenn die goldne Oktobersonne vom
wolkenfreien Himmel herab all die Farbenflecke mit einer Fülle von
Licht, von brennender Glut überschüttet, wenn sie lange Schlaglichter
tief in den Wald wirft und helle Zitterkringel auf den Boden malt, daß
auch das abgestorbene Laub noch einmal aufleuchtet: ein Farbenbild von
wunderbarem Reiz, ein Farbeneinklang, der nicht seinesgleichen hat.
Im Kreislauf des Jahres die _Pflanzenwelt_ ist's, die unsern
heimatlichen Landschaftsbildern ein ganz bestimmtes Gepräge verleiht.
Ihr ordnet sich alles unter, selbst der geologische Aufbau des Bodens,
der doch gleichfalls von allergrößter Bedeutung ist. Das _Tier_ aber
erscheint dem gegenüber als eine viel weniger wichtige Zugabe zum
Landschaftsbild, mehr zufällig bloß; man achtet seiner, nur weil man's
gerade bemerkt. Fehlte es, der Anblick, der ganze äußere Eindruck
wäre dennoch der gleiche; nur in besonderen Fällen wird man sich der
fehlenden Tierwelt als eines wirklichen Mangels der Landschaft bewußt.
Und doch, wo immer es sei: ob sich die Pflanzenwelt in Macht und
Fülle aufbaut, daß die Baumriesen ihre Äste und Zweige zu gotischem
Dach über dem Wanderer wölben, oder ob nur spärliche Gräser die weite
Fläche dürftig bedecken; zu welcher Jahreszeit immer: ob der Winter
seine Herrschaft führt, daß der Waldbach, in eisige Fesseln gebannt,
nur leise plätschernd unter dem starren Panzer dahinmurmelt und der
Stamm des Hochwaldes vor Frost tiefächzend zersplittert; zu welcher
Stunde des Tages auch: ob die Mittagsglut auf der Flur liegt, drückend
schwül, kein atmendes Lüftchen, ob der Mond sein silbernes Licht
über den schlafenden Waldsee ergießt oder ob Morgennebel das Tal in
dichte Schleier hüllen -- nur ein einziges Tier in solchem Bild, ein
einziger Schrei oder Ruf, die Strophe nur eines Vögleins, und sofort
wird der Reiz der Landschaft erhöht, der ganze Eindruck in einer Weise
gesteigert, daß wir das Bild vor uns wie mit einem Schlage in ganz
anderem Lichte sehen.
Woher dieser Zauber? Wir sind nicht mehr allein, nicht mehr die
einzig fühlende Brust; ein anderes Wesen nimmt teil an dem, was unsre
Sinne schauen, unser Herz bewegt. Das _Tier_ ist's, durch das Mutter
Natur zu uns redet, das beseelte Geschöpf. Seine Erscheinung, sein
Leben und Treiben, sein Ruf, seine Stimme: das ist der uns Menschen
verständlichste Ausdruck im Reiche der Schöpfung.
Der nächtliche Sternenhimmel redet eine erhabene Sprache -- ach,
wie klein ist der Sterbliche doch, der andächtig zu den tausend und
abertausend funkelnden Sonnen emporschaut! Das Meer braust heran,
Woge auf Woge, ewig, gewaltig, unermeßlich, furchtbar im Sturm --
eine Nußschale der riesige Dampfer, das Menschenleben ein Nichts.
Der massige Fels erzählt uns seine Geschichte aus nebelhaft grauer
Vorzeit, wie ihn die bebende Erde gebar, wie Jahrmillionen ihn formten,
auch das Unvergänglichste wandelnd -- wer versteht seine Sprache,
die uns allen so fremd ist! Der Krystall funkelt und gleißt, in
spiegelblanken Flächen bricht sich das Licht -- aber er spricht von
starren, toten Gesetzen.
_Nur das Leben redet zum Leben in lebendiger Sprache_, in unsrer
Sprache, in der Muttersprache, die allen eignet, die niemand erlernt,
keiner zu erlernen braucht, die man nicht begreift mit dem Verstande,
sondern die uns von Anfang an innewohnt, tief im fühlenden Herzen.
Der Wald spricht mit uns, die einsame Wettertanne auf erhabener
Felsenwacht, die Blume am Bachesrand, das flüsternde Schilf, die
Heckenrose am Wege -- aber: »Fleisch von unserm Fleisch und Bein von
unserm Bein«, das gilt doch noch in weit höherem Grade von den Tieren,
von unsern »Brüdern«, wie sie Goethe in jenem bekannten Wort an den
»erhabenen Geist« nennt:
»Du führst die Reiche der Lebendigen
Vor mir vorbei und lehrst mich meine Brüder
Im stillen Busch, in Luft und Wasser kennen.«
Die Sprache des Tieres, der Ausdruck seines Fühlens, seines Wollens
ist unsrer Sprache verwandt; dem Tiere schreiben wir, wie uns selbst,
eine Seele zu, die erkennt, die fürchtet und hofft, die liebt und
haßt. Und wenn uns der Verstand auch immer wieder zuruft, daß das
Geschöpf nicht anders handeln kann, als es handelt, daß es einem
inneren Triebe folgt, einer Naturnotwendigkeit, und daß der Tierfreund
in tausend Fällen die eignen Empfindungen und Gefühle erst in die
Brust des Tieres hineinträgt und so das Tier bis zu gewissem Grade
vermenschlicht -- warum, so frage ich, sollen wir das, was wir sehen,
nicht in unsre Sprache übersetzen? warum sollen wir absichtlich den
Eindruck zerstören, den eine sinnige Naturbetrachtung auf jedes
unverdorbene Gemüt ausübt? Der strengen Wissenschaft mag ihr Recht
bleiben, aber auch dem schlichten Naturfreund, der es im Verkehr mit
seinen Lieblingen alltäglich erfährt, daß wenigstens das höhere Tier
keineswegs eine bloße Maschine ist, ebensowenig wie der Mensch ein
willenloses Rädchen im Uhrwerk des Weltgetriebes.
Zwischen unserm eignen Leben und dem Leben der höheren Tiere bestehen
innere Beziehungen, die schon das Kind, ja dieses vielleicht noch mehr
als der Erwachsene empfindet, und diese Fäden, die wir hinüberspinnen
zu jedem beseelten Wesen, sie sind, wenn mich mein Naturempfinden nicht
täuscht, die eigentliche, die tiefste Ursache für die _hohe Bedeutung
des Tieres im Landschaftsbild_ -- ganz gleich, ob das Lebewesen durch
seine Bewegung das Auge auf sich lenkt, ob es durch seine Färbung uns
ergötzt, durch seine Stimme unsre Aufmerksamkeit fesselt, ob es einzeln
auftritt und so den Eindruck der Einsamkeit verstärkt, oder ob ganze
Scharen das Bild beleben.
Ach, wieviel würde uns fehlen, wenn wir durch unsern deutschen
Frühlingswald gingen und kein Vöglein würde sein Lied anstimmen, kein
Kuckucksruf, kein Trommeln der Spechte, wenn am Sommerabend kein Reh
zur Äsung auf die Waldwiese oder das Kleefeld träte, wenn die bunten
Falter nicht mehr über den Wiesenblumen gaukelten, am schilfbewachsenen
Teich der Chor der Frösche für immer verstummt wäre, wenn die
wandernden Vogelscharen nicht mehr am herbstlichen Himmel gen Süden
zögen, oder wieviel trauriger noch und öder unser nordischer Winter,
wenn die schneebedeckten Felder und das Geäst des entblätterten Baumes
nicht belebt wären von unsern gefiederten Freunden, die der Herrschaft
des rauhen Gewalthabers trotzen!
* * * * *
Keine Klasse des Tierreichs vermag das Landschaftsbild auch nur
annähernd so reizvoll zu beleben, wie die muntere Schar der _Vögel_.
Der Flug durch die Lüfte -- nicht an die Scholle gebunden wie
Vierfüßler oder Kriechtiere, sondern frei und froh, Überwinder der
irdischen Schwere -- dazu die auffallende Stimme, von dem zweisilbigen
Lockruf der Bachstelze oder dem einfachen Liedchen der Haubenlerche
an bis zu dem seelenvollen Gesang der Nachtigall und dem jauchzenden
Überschlag des Plattmönchs: das sind die Gaben, mit denen Mutter Natur
ihre und unsre Lieblinge wie kein anderes ihrer Geschöpfe ausgezeichnet
hat. Und durch diese beiden Eigenschaften tragen die Vögel an erster
Stelle zur Belebung des Landschaftsbildes bei.
_Der freie Flug!_ Fühlt nicht jeder das Walten der Schönheit, wenn die
Möwenschwärme den meerumbrandeten Küstenfelsen umkreisen, wenn die
Schwalbe niedrig über dem glitzernden Dorfteich dahinschießt, ihre
Brust flüchtig ins Naß tauchend, um dann blitzschnell emporzusteigen,
höher als die schlanken Pappeln am Uferrand, wenn die Dohlen das alte
Gemäuer des Stadtturms umschwärmen, die Kiebitze über der feuchten
Wiese ihre Flugkünste zeigen, wenn der Kuckuck falkenartig von einem
Talhang zum andern hinüberwechselt, die langschwänzige Elster wie ein
Bolzen die Luft durchschneidet, oder der kleine Baumpieper von einem
Ästchen aus schief emporsteigt und sich dann in schön geschwungenem
Bogen wieder zu seinem Lieblingsplätzchen herabläßt!
Und erst der _Raubvogel_, der König der Lüfte! Ob es ein Adler ist,
der stolz wie ein Flugzeug auf ausgebreiteten Schwingen ohne jede
Bewegung durch den Luftozean gleitet, oder ein niedliches Fälkchen,
das im Morgenglanz rüttelnd sein Spiel treibt, ein Wanderfalk, der in
rasendem Flug seiner sicheren Beute nachstürzt, der mächtige »Auf«,
der im Mondlicht lautlos durch sein Revier zieht, daß sein riesiger
Schatten gespensterhaft über die Geröllhalden und die waldumgrenzte
Gebirgswiese gleitet, oder nur ein Schleierkauz, der am dämmernden
Abend weichen Flugs über dem Sturzacker schwebt: der Anblick jedes
Raubvogels in der freien Natur löst in uns immer ein besonders starkes
Gefühl aus. Vielleicht weniger -- ich gebe es zu -- weil das Malerische
der Landschaft durch solch stolze Erscheinung gesteigert wird, als
vielmehr aus dem Grunde, weil wir uns dabei bewußt werden, noch einen
Ausschnitt, einen letzten Rest urwüchsiger Natur in unsrer leider so
verarmten Heimat vor uns zu haben. Ein Flugzeug -- ein Adler, hoch,
hoch im weiten Himmelsraum: vielleicht ist der Anblick ganz ähnlich,
aber die Wirkung auf den Beschauer, der zu beiden emporblickt, im
tiefsten Grunde verschieden! Dort stolze Bewunderung, daß es dem
Menschen gelungen ist, seinen Fuß von der Scholle zu lösen und sich
ins Reich der Lüfte zu schwingen; hier edle Freude an reiner, starker
Natur, ein Gottseidank, daß sie doch noch nicht völlig aus unserm
Lande, aus unsrer Zeit gewichen ist. Welcher Eindruck der stärkere
ist, das hängt ganz vom Beschauer selbst ab.
Am sonnigen Frühlingsmorgen zwei _Steinadler_ über der Ebene, aus der
gegen Mittag die bayrischen Alpen aufsteigen. In schönen Spiralen
schraubt sich das Paar höher und höher, ohne Flügelschlag einander
umkreisend; bald schwebt dieser, bald jener über seinem Genossen. Den
Hochzeitsreigen üben die mächtigen Vögel; er trägt sie in unermeßliche
Höhen, daß sie dem Auge nur noch wie dunkle Punkte erscheinen. Schnell
wie der Blitz dann herab; jetzt ruhiges Schweben, und jetzt so
mächtiges Schlagen der stählernen Schwingen.
Vom Fels zum Meer! Auf niedriger Düne stehend, begrüß' ich die Ostsee.
Nichts, nichts zu sehen als die unbegrenzte tiefgrüne See, deren
weiße Wellenkämme in endloser Folge heranrollen, und der weite Himmel
darüber -- kein Dampfer, kein Segel. Schnurgerade streckt sich die
Düne, mit Sandhafer nur dürftig bewachsen; hinter ihr Buchenwald und
ein paar Strandkiefern. Eine einzelne Seeschwalbe, ein Krähenpaar,
eine weiße Bachstelze am Strand -- aber sie sind nicht imstande, das
Gefühl der Einsamkeit und der endlosen Größe von Sand und Wasser zu
mildern. Plötzlich ein Schrei, und gleich braust es heran, dicht über
mir der gewaltige _Seeadler_. Er umkreist mich so niedrig, daß ich jede
einzelne Schwinge, die goldgelben Augen, das spitze, weißliche Gefieder
an Hals und Nacken, die orangefarbenen Fänge mit ihren schwarzen
Krallen ganz deutlich erkenne. Weiß leuchtet der Stoß. Da, noch ein
zweiter Adler, das etwas kleinere Männchen; mit hellem Schrei stürzt es
herbei.
Ich bin in das Gebiet der Gewaltigen eingedrungen; eine hohe Kiefer
trägt ihren Horst. Wo ich auch stehe, die Adler umkreisen mich,
immer aufgeregt schreiend. Schwerfälliger ist ihr Flug als der des
Steinadlers, aber mächtig der Eindruck, mächtig und kraftvoll wie das
Astwerk der noch blattlosen Buchen, wie die rotbraunen Stämme der
uralten Föhren, gewaltig wie die Wogen der brausenden See: ein Bild
urwüchsiger Kraft.
Auf der Seenplatte, die Norddeutschland von Ostpreußen bis Holstein
durchzieht, haust noch ein anderer Adler. Nicht zu den Größten
gehört er unter den Großen, aber er ist der Edelsten einer des edlen
Geschlechtes. Ein herrlicher Anblick, wenn der _Fischadler_ über
seinen Jagdgründen schwebt! Kaum hebt sich am Morgen der wallende
Nebel über dem dunkeln Waldsee, so erscheint, langsam die Fittiche
schwingend, der stolze Fischer über seinem Jagdgrund! Er senkt sich in
schöner Schraubenlinie herab und umkreist dann den See. Jetzt hemmt
er den Flug; wie ein Falke hängt er im Luftraum. Einen Fisch hat sein
Adlerauge entdeckt. Plötzlich, mit vorgestreckten Fängen stürzt er ins
Wasser; aber noch ehe die Wellenkreise das nahe Ufer erreicht haben,
erscheint der kühne Taucher schon wieder, den Flossenträger in den
wehrhaften Klauen. Die Wassertropfen schüttelt er vom Gefieder; dann
fliegt er heim nach seinem Horst. Still ruht wieder der Waldsee.
Soll ich noch weiter Bilder entwerfen von dem gaukelnden Spiel der
_Turmfalken_ über den Steilwänden und zwischen den Felsenzinnen der
Talschlucht, von dem reißenden Flug des beutegierigen _Sperbers_,
der vom Gehölz her mitten in die Schar der Feldsperlinge stürzt, daß
sie die rettende Hecke kaum noch erreichen, von dem sanften, ruhigen
Schweben hoch über der Flur und noch höher über den Wipfeln des
Waldes, wie es die _Milane_ üben, der rote und der schwarzbraune, oder
von dem lautlosen Dahingleiten der _Rohrweihe_, ganz niedrig über dem
Schilf und dem im Sonnenstrahl glitzernden Wasser -- wer nur einmal
Zeuge solch eindrucksvoller Naturbilder ward, der denkt sein Lebtag
daran.
Im Hochgebirge, wo die Felsenzinken zum tiefblauen Himmel emporstarren,
in der Flachlandschaft, die den See grün umgibt, im Hochwald unsrer
Mittelgebirge, oder draußen am Meeresgestade, wo die brandende Welle an
den Klippen zerschellt: überall bildet die Erscheinung eines Raubvogels
die wirkungsvollste Bereicherung des Landschaftsbildes, eine wertvolle
Zugabe, die den Beschauer alles andere ringsum vergessen läßt.
Aber die Raubvögel sind nicht die einzigen Meister im Flug. Oft ist's
die Wirkung der Massen, die zur Geltung kommt. Wie prächtig ist doch
der Anblick eines nach Tausenden zählenden Schwarmes ziehender _Stare_
im Herbste! Wahre Wolkenzüge, die fortwährend ihre Form ändern, bald
breiter, bald schmäler werden, jetzt sich teilen und jetzt sich von
neuem zu einem Riesenballe vereinen, der durch die Luft rollt. Oder
der schier endlose Zug der _Krähen_, die in lockeren Gruppen am
geröteten Abendhimmel nach ihren nächtlichen Ruheplätzen im Walde über
der Schneelandschaft lautlos dahinstreichen -- wie malerisch, wie
stimmungsvoll dieser Anblick! Anders wieder der Zug der _Kraniche_, den
man an hellen Herbsttagen bisweilen beobachten kann. Sie ziehen immer
so, daß sie einen spitzen Winkel mit zwei ungleich langen Schenkeln
bilden, jeder einzelne Vogel mit Hals und Beinen eine schnurgerade
Linie darstellend. Ein ganz eigentümliches Bild, diese zwei dunkeln,
in einem Punkt sich vereinigenden Striche, wie sie am Herbsthimmel
gen Süden stürmen, im Verein mit dem fallenden Laub, den abgeernteten
Feldern, der letzten Rose im Garten von stärkstem Eindruck auf unser
Gemüt. Werden wir sie wiedersehen, die Boten des Frühlings, noch einmal
die lieblichen Bilder erleben, die in trüben Wintertagen die Sehnsucht
nach dem erwachenden Lenz uns vor die Seele zaubert? -- --
Wenn die grünen Spitzen der Saat aus der leichten Schneedecke
hervorschauen, wenn das Schneeglöckchen sein Köpfchen erhebt und an den
Ruten der Haseln die Kätzchen den Blütenstaub ausstreuen, dann begrüßt
vor seinem Bretterhäuschen Freund _Star_ den aufgehenden Sonnenball mit
jauchzenden Rufen. Von den bereiften Ästen herab schwatzt der muntere
Bursche seine bescheidenen Strophen hinein in den goldenen Morgen.
Nicht genug kann er sich tun vor Freude und Lust: daheim, wieder
daheim! Im schönsten Farbenschmuck, metallisch grün und tief purpurn
läßt die Sonne sein dunkles, weißbetropftes Gefieder erscheinen:
ein liebliches Stimmungsbild, das die selige Hoffnung auf den bald
einziehenden Lenz weckt -- »Frühling, Frühling wird es nun bald!«
Nur wenig Wochen, und die _Lerche_ steigt am Ostermorgen zum Himmel
empor, als wollte sie mit ihrem Siegesruf auch die fernsten Fernen des
Weltalls erfüllen. Höher und höher flattert das kleine Vöglein über der
lenzfrohen Saat, bis es schließlich unserm Auge entschwindet. Aber der
Lobgesang, mit dem die Sängerin dort oben die ersten Sonnenstrahlen
begrüßt, bleibt noch immer vernehmbar. Bald hallt der ganze Himmel
wider von den Jubelchören der singenden Lerchen. Nichts predigt
so laut und eindringlich das Auferstehungsfest der Natur, wie das
»melodisch gewirbelte Lied« der Lerchen, die hoch über dem sprossenden
Grün oder dem samenauswerfenden Landmann, »im blauen Raum verloren«,
jauchzen und jubilieren -- ein Lied ohne Ende, »bei dem die Saaten
lachen«.
* * * * *
Wohl ist das Auge der schärfste Sinn, aber die Pforte, die noch tiefer
in unser Innerstes führt, noch unmittelbarer zu Herz und Gemüt, ist das
Ohr. Und kein Zweifel, die Bedeutung der Vögel für das Landschaftsbild
beruht noch weit mehr auf ihrer hervorragenden _Stimmbegabung_, als auf
ihrer bloßen Erscheinung. Dabei wollen wir nicht nur an den jauchzenden
Ruf der Singdrossel, an die Flötenstrophe ihrer Base, der Amsel, an
Rotkehlchens sehnsuchtsvolles Lied, an die kecke Fanfare des Zaunkönigs
oder an den unvergleichlichen Gesang der Nachtigall denken, sondern
auch an andere anspruchslosere Lautäußerungen, zumal bisweilen ein
einzelner Schrei oder ein ohrenbetäubendes Stimmengewirr, aber auch ein
feiner Lockruf von der stärksten Wirkung ist und dem Landschaftsbild
eine ganz bestimmte Färbung verleihen kann.
Vielleicht ist es nur Einbildung, nur eine schönklingende Redeweise,
wenn man behauptet, eine Beziehung herstellen zu können zwischen den
vielfältigen Stimmen der Natur und den verschiedenen Örtlichkeiten,
die durch solche Lautäußerungen belebt werden, ein leeres Geschwätz,
wenn man meint, der Lobgesang der Lerchen stimme zu der Frühlingssaat,
da unaussprechlich innige Seufzen und Schluchzen der Philomele zu
dem nächtlich dunkeln Gebüsch am Rande des Weihers; nur zu der
Meereswoge, vom heulenden Sturm gegen die Klippen gepeitscht, passe
der heisere Schrei der Möwe, und zu dem nächtlichen Hochwald der
unheimliche Eulenruf; der liebliche Gesang des Rotkehlchens gehöre
in den lichten, maiengrünen Laubwald und das Schackern der Elster
auf die beschneite Flur. Möglich, daß Vogelstimme und Örtlichkeit
wirklich nichts miteinander zu tun haben, obgleich ich darauf hinweisen
könnte, wie z. B. der Lehrmeister der Wasseramsel ohne Zweifel das auf
steinigem Grunde dahinplätschernde Gebirgsbächlein gewesen ist, mit
dessen leisem Rieseln der Gesang des am Wasser aufgewachsenen Vogels
verglichen werden kann, wie das bunte Allerlei der quecksilbernen
Rohrsänger in seiner ganzen Färbung etwas vom Froschkonzert und vom
Gurgeln des Wassers am unterwaschenen Uferrand hat; aber angenommen
auch, es seien nur liebe Erinnerungsbilder -- das jungbelaubte Eichen-
oder Buchenwäldchen im Talgrund, das beim Pirolruf vor unsrer Seele
auftaucht, der schneebedeckte Fichtenbestand, den die Strophe des
Kreuzschnabels uns vorzaubert -- soviel steht jedenfalls fest, daß
unsre Einbildung, diese oder jene örtlichen und zeitlichen Verhältnisse
harmonierten mit ganz bestimmten Vogelstimmen, durchaus lebendig ist
und täglich neue Nahrung empfängt. _Wo wir aber Harmonie empfinden,
empfinden wir Schönheit._ Nicht darauf kommt's an, ob solcher Einklang
wirklich besteht, ob der Verstand ihn ablehnt oder begründet, sondern
allein auf unsre _Empfindung_.
Nur ein paar Beispiele, die den tiefen Eindruck der Vogelstimmen auf
unser Gemüt weit besser erläutern als viele Worte.
Den Ruf der _Wachtel_ kennt jeder, und jedermann liebt ihn. Und doch
anmutig und lieblich kann man ihn kaum nennen. Dazu ist er zu kurz und
namentlich zu hart abgebrochen, in der Nähe sogar ziemlich gellend und
scharf. Nur aus drei Silben besteht der Ruf, ein Daktylus, der stets
wiederholt wird. Wie erklärt sich also der nachhaltige Eindruck des
Wachtelschlags und unsere Vorliebe für ihn? _Die Stimmung, die Färbung
der ganzen Umgebung, das ist die Lösung des Rätsels._
Dem rastlosen Treiben der Stadt haben wir den Rücken gekehrt, der
drückenden Schwüle in den staubigen Straßen sind wir entflohen. Die
heiße Sommersonne ist untergegangen, ein erfrischender Abendhauch weht
aus dem Saatgefilde. Vor uns das Dorf, in blaue Dämmerung gehüllt:
ein Bild des Friedens. Der Lerche bunte Lieder sind verstummt; nur
das gleichmäßige Zirpen der Grillen zittert einschläfernd durch die
weite Flur. Das blühende Weizenfeld hat sich dem Schlaf überlassen;
wie im Traum nickt die geschlossene Blüte des Mohns, und nur ein
paar Abendfalter taumeln über der ruhenden Flur. Da steigt der
Mond am östlichen Himmel auf, und nun tönt es vom Rande des Feldes
»pickwerwick, pickwerwick,« zehn- oder zwölfmal, dann eine Pause.
Eine zweite Wachtel gibt Antwort; in der Ferne schlägt eine dritte,
und je mehr sich die Mitternacht nähert, um so hitziger schallt es.
Erst in den frühesten Morgenstunden verstummt allmählich der muntere
Schlag. Wenn aber dann der junge Tag den nordöstlichen Himmel zu
röten beginnt, tönt es wieder gar eifrig durchs ganze Gelände, das
freundliche »Pickwerwick«, und die ersten Lerchen in der Höhe stimmen
mit ein in den Gesang des Feldes tief unter ihnen.
Schade, ewig schade, daß die vielen Wachteln, deren Schlag mich in
meinen Jugendtagen zur Sommerszeit allabendlich erfreute, bis auf
einzelne Ausnahmen in meiner Heimat verschwunden sind. Unersetzliche
Stimmungswerte sind mit ihnen verloren gegangen; die friedlichen
Feierabende des Dorfs haben eine schwere Einbuße erlitten, und das
Leben des Landmanns ist ärmer geworden.
Von stärkster Wirkung ist auch der _Eulenruf_. An sich unschön, ja
häßlich, heulend und schreckhaft; aber wir glauben gleichfalls eine
Harmonie mit Zeit und Ort zu fühlen, und so dürfen wir auch hier von
einer ästhetischen Bedeutung solch seltsamer Lautäußerungen sprechen.
Der nächtliche Wald oder das einsame zerfallene Gemäuer weckt die
Einbildungskraft, so daß auch der nüchternste Mensch sich nur schwer
eines gewissen Grauens erwehren kann. Aus jedem größeren Wald,
selbst aus manchem Park erschallt um die Zeit von Frühlings Tag- und
Nachtgleiche der Ruf des Waldkauzes; oft wiederholt klingt er wie
heulendes Hohngelächter. Was ist dieser Ruf aber gegen das schauerlich
widerhallende »Buhu« des mächtigen »Aufs«, das der König der Nacht
zur Paarungszeit fast ununterbrochen hören läßt. Wer in uhureicher
Gegend, z. B. in den Waldgebirgen Bosniens nur einmal eine mondhelle
Nacht erlebt hat, wird es begreifen, daß der Uhuruf im Aberglauben,
in Märchen und Sagen eine große Rolle spielt. Unheimlich klifft und
klafft es, heult und wiehert, lacht und jauchzt es durch den dunklen
Gebirgswald.
In unsrer engeren Heimat finden sich die weitaus größten
_Vogelgesellschaften an den Teichen und Seen_ der Lausitz. Sie
verleihen dem Landschaftsbild zu allen Jahreszeiten einen ganz
besonderen Reiz, an dem sich Auge und Ohr des Naturfreundes immer von
neuem ergötzen.
Schon aus der Ferne vernimmt man im zeitigen Frühling, wenn kaum die
ersten grünen Spitzchen des jungen Schilfs über der Wasserfläche
hervorschauen, ein vieltöniges Stimmengewirr. Enten der verschiedensten
Art schreien und quälen; die Kiebitze, die eben von der Reise zurück
sind und von denen einige uns umgaukeln, seltsamen, wuchtelnden
Flugs, stoßen ihre zweisilbigen Klagerufe aus; Bläßhühner lassen ihre
scharfe Lockstimme hören; mit tiefem »grök grök« melden sich die
großen Haubentaucher, während ihre kleinen Vettern, die niedlichen
Zwergtaucher, hell kichern und trillern, die Rothalstaucher aber, die
lautesten ihrer Sippe, seltsam grunzen und quieken, daß man's weithin
hört von einem Teich zu dem andern. Lachmöwen sind auch schon da;
unruhig flattern sie durch die Luft. Aber noch vielmehr mögen sich
in jener Bucht verbergen, die das abgestorbene Schilf unsern Blicken
entzieht; denn hundertfach tönt das nimmermüde »Krrriäh« aus dem
geschützten Winkel.
Wenn aber in ein paar Wochen Drossel- und Teichrohrsänger von der
Reise zurück sein werden, dann geht's noch viel lauter zu; dann hat
diese kleine quecksilberne Sängergesellschaft das Wort; »karrakiet,
karrakiet,« den ganzen Tag fast, besonders am frühesten Morgen und am
Abend bis spät in die Nacht. Kaum zur Geisterstunde gönnt man sich
eine Pause. Es ist, als wollten sie wetteifern mit dem Gequak und
Geknarr der Froschsänger, deren Stimmen die ganze Frühlingsnacht nicht
müde werden.
Und nun treten wir durch das Röhricht ans Ufer. Da schwimmt es auf dem
Gewässer, flattert empor, taucht unter, rennt flügelschlagend über den
Wasserspiegel oder segelt hoch in der Luft. Lachmöwen wirbeln umher
wie riesige Schneeflocken oder ruhen, weißen Seerosen zu vergleichen,
in der lauschigen Bucht, die sie sich zur Brutstätte erkoren haben;
einzelne Trauerseeschwalben schießen durch die Luft; Rotschenkel
ziehen, unermüdlich rufend, ihre Kreise; hinter der Ente flattert der
Erpel von einem Teich zu dem andern: Taucher und Tauchenten üben ihre
Kunst: weg sind sie, mit einemmal verschwunden, um dann an anderer
Stelle wieder aufzutauchen. Das grünfüßige Teichhühnchen macht seinem
Weibchen den Hof; weißstirnige »Blässen« schlagen mit ihren Lappenfüßen
das Wasser; neue Ankömmlinge -- kleine Krikenten sind es -- brausen mit
seltsam schwingenden Flugtönen herbei, und ein paar Rothalsmännchen
bekämpfen einander, bellende und quiekende eifersüchtige Kriegsgesänge
ausstoßend. In der Tat, ich kann mir einen solchen Flachlandsee
meiner Heimat kaum denken ohne das bunte, vielgestaltige Leben seiner
gefiederten Bewohner, und ich weiß nicht zu entscheiden, ob es das
Auge ist oder das Ohr, durch dessen Vermittlung uns dieses nimmermüde
Treiben wirkungsvoller zum Bewußtsein kommt. Ach, wie wäre solch Teich-
oder Seenlandschaft unsrer Heimat mit einem Schlage all ihres Reizes
bar, wenn ihr plötzlich dies reiche Leben geraubt würde!
Und diese Gefahr liegt vielleicht nicht so fern, wie die meisten wohl
glauben. Die Entenscharen haben schon hie und da in erschreckender
Weise abgenommen; wie viele Lachmöwenkolonien sind bereits völlig
verschwunden, wie viele in den letzten Jahrzehnten kleiner und kleiner
geworden! Nicht ein einziges Reiherpaar horstet mehr auf sächsischem
Boden, und der merkwürdigste Vogel unsrer Lausitzer Seenlandschaft,
die _große Rohrdommel_, ist auch bereits so selten geworden, daß man
sie für Sachsen heute schon als ein Naturdenkmal bezeichnen muß. Und
gerade das tiefe »Prumb«, das dieser reiherartige Vogel in der Stille
der Nacht ausstößt, daß man's wohl eine halbe Wegstunde weit hört, ist
wie der Uhuruf im Hochwald oder das Orgeln und Röhren des Platzhirschs
im Herbst von allergrößter Wirkung. Seltsam hört sich's an, und manches
abergläubische Männlein und Weiblein meint, ein Gespenst treibe auf der
schilfbewachsenen Insel im Teich sein unheimliches Wesen.
Auch Instrumentalmusik wird von einigen Vögeln geübt. Da sind zunächst
die _Spechte_ zu nennen. Ihr ganzes Dasein, von der Wiege bis zur
Bahre, steht in innigster Beziehung zum Holz. Kein Wunder also, daß
sich ihre musikalische Betätigung von Anfang an dem Xylophon zugewandt
hat; sie spielen es meisterhaft. Man soll nur versuchen, es ihnen
nachzumachen, man bringt's nicht. Unser Trommeln auf irgendeinen
dürren Ast bleibt Stümperei gegenüber dem kräftigen Schnurren, wie
es besonders der Schwarzspecht, aber auch die kleineren Buntspechte
üben. Sobald der trommelnde Specht nach einem andern Baumzacken fliegt
und mit seinem Instrument wechselt, gleich gibt's einen andern, d.
h. höheren oder tieferen Ton. Dieses Lied ohne Worte ist auch ein
Liebeslied. Es paßt zu der ganzen seligen Frühlingsstimmung im Wald und
im Park und in der lenzgrünen Au, es paßt zu dem ersten Kuckucksruf und
zu dem liebeflehenden Gurren der Wildtaube, zum süßen Lied des Fitis,
wie zum kecken Reiterstückchen des Buchfinken. Den Frühlingstagen
in der sonnigen Heide würde ein eigener Reiz fehlen, wenn sich die
gefiederten Trommler nicht mehr hören ließen.
Und nun unsre _Störche_. Kein Vogel vermag dem Dorfbild so viel
Stimmung und Reiz zu verleihen wie Adebar, unser Langbein; selbst die
lieblichen Schwalben, deren Flug und Gezwitscher das Dorf so anmutig
beleben, müssen in dieser Beziehung hinter ihm zurücktreten. Sie sind
die Schützlinge jedes einzelnen Gehöfts, der Storch aber ist der
Freund der ganzen Gemeinde, gewissermaßen ihr Vertreter innerhalb der
gefiederten Welt. Ich bin so froh, daß wir in der sächsischen Lausitz
noch eine kleine Anzahl besetzter Storchnester haben. Ist's nicht ein
hübsches, gemütliches Bild, wenn die Störche kurz vor Sonnenuntergang
zu ihrem Horst heimkehren und nun am First der strohgedeckten Scheune
stehen, wo sie sich so gut vom geröteten Abendhimmel abheben! Jetzt
vernimmt man auch ihr seltsames Klappern. Es klingt nicht schöner, als
wenn ein Stock schnell über einen hölzernen Zaun hinfährt; aber Poesie
ist's doch, Dorfpoesie, wie das Mühlengeklapper, das Dengeln der Sense,
das Klipp-klapp der Dreschflegel auf harter Tenne. Urgemütlich hallt
es von der Höhe herab durch die ganze Gemeinde zu jedermanns Freude.
Wer es nicht fühlt, daß das Klappern der Störche mehr ist, als bloßes
Geräusch, der hat keinen Sinn für die Reize des Landlebens, kein
Verständnis für das friedliche Dorfbild des Niederlandes, ja es fehlt
ihm die rechte Liebe zur Heimat.
* * * * *
Viel geringer in ihrer Bedeutung für das Landschaftsbild sind die
hübschen _Farben_ und _Zeichnungen_ des Vogelkleides. Mutter Natur
handelt gar fürsorglich; sie hat ihre Lieblinge so ausgestattet, daß
selbst ein bunter Vogel, wenn er ruht, nicht besonders auffällt. Der
weiße Bürzel des Eichelhähers oder der Hausschwalbe, der goldgelbe
des Grünspechts, das Weiß und Schwarz der Kiebitze, selbst das
buntschillernde Gewand des Eisvogels, das tropische Farbenkleid der
Blaurake oder des Pirols: das alles kommt doch erst während des Flugs
zur Geltung. Die Bewegung bleibt immer die Hauptsache.
Wie ein leuchtender Funken schießt der _Eisvogel_ an uns vorüber,
metallisch grün und seidig blau, ein blitzender Edelstein von
unvergleichlicher Schönheit. Besonders in der Winterlandschaft,
wenn der Gebirgsbach das schimmernde Eis, das ihn einzwängen will,
mit weißem Gischt überschäumt und das Licht sich in den glänzenden
Schneekristallen tausendfach bricht, dann ist der wunderbare Vogel eine
geradezu märchenhafte, ich möchte sagen überirdische Erscheinung. Ist's
Wirklichkeit oder ist es ein Traum, der unser Auge getäuscht hat?
Eine prächtige Zierde des winterlichen Waldes sind auch die
_Kreuzschnäbel_, nordische Gäste, die uns freilich nicht in jedem
Jahre reichlich besuchen. Ihr Kleid ist wundervoll johannisbeerfarben.
Wenn auf jedem Zweig dichter Schnee liegt und nur hie und da zwischen
dem reinen Weiß die schwarzgrünen Nadeln hervorschauen, dann kann man
sich an dem Farbenreiz der kleinen roten Geschöpfe, wie sie an den
Spitzen der Ästchen oder an den Zapfen herumklettern, nicht satt sehen.
Natürlich wird die Wirkung der Farbe erhöht, wenn die geselligen Vögel
in möglichst großer Zahl auftreten. Denn der einzelne dieser kleinen
Gesellschaft ist ja nur ein Punkt in dem weiten Landschaftsbild; es
müssen sich schon mehrere zu einem bunten Fleck vereinigen, ehe von
einer Farbenwirkung gesprochen werden kann. Und Sonne gehört dazu,
strahlende Sonne!
Ist's bei den Blumen nicht ebenso? Die einzelne Blüte des Mohns,
des Windröschens, der Dotterblume, selbst ein einzelner Busch des
blühenden Heidestrauchs, der Schlehe, des Ginsters geht trotz aller
Farbenpracht in dem großen Gemälde verloren. Viele tausend gleichartige
Blumen sind dazu nötig, auf der Wiese gelbe oder blaue Flecken zu
malen, den Schlehdorn, den Obstbaum in duftigen Schnee zu hüllen, der
sandigen Heide im Spätsommer das lichtviolette Kleid zu weben, den
Berghang in Gelb oder Rosa zu tauchen, und nur wenn wir ganz nah an ein
enger begrenztes Bild herantreten, da genügen auch einzelne Blumen,
einen farbigen Eindruck hervorzurufen: ein paar Rosen am Gartenhaus,
feurige Mohnblumen am Feldrain oder ein paar Schwertlilien am kleinen
schilfumgrenzten Weiher.
Aber gerade den farbenprächtigsten Vögeln begegnet man nur selten
in größerer Anzahl, wenigstens in unserer Heimat. Ich entsinne mich
nur ein einziges Mal einen Trupp von zwölf oder fünfzehn _Pirolen_
angetroffen zu haben. Sie flogen zwischen den Pappelreihen der Straße
eine lange Strecke vor meinem Wagen her; dabei setzten sie sich in
regelmäßigen Zwischenräumen auf die Bäume und warteten, bis das Gefährt
herankam, um dann wogenden Flugs wieder voranzueilen. Ein bezaubernder
Anblick war's, wie das goldgelbe Kleid dieser Vögel abwechselnd
aufblitzte und verlöschte, je nachdem das grelle Sonnenlicht sie
umflutete oder die schwarzen Schatten der hohen Pappeln auf sie fielen.
Also auch hier Hand in Hand Bewegung und Farbe.
Bei der bunten _Mandelkrähe_ habe ich einmal in der Lausitz ganz
Ähnliches erlebt; aber es waren nur vier oder fünf, die mich durch die
sandige Heide ein gut Stück begleiteten.
Im Gesamtbild der Landschaft tut's immer erst die Masse, und in dieser
Beziehung wüßte ich keinen Vogel zu nennen, dessen Farbenkleid seinem
Aufenthaltsort so zum Schmucke gereicht, wie der weiten Wasserfläche
die schneeige _Lachmöwe_ mit ihrem zartblauen Mantel. Den vollen Genuß
gewährt aber auch hier erst die Bewegung, wenn die langflügligen
Vögel zu Hunderten in der Luft wirbeln und ihre kreischenden Stimmen
hören lassen. An der Meeresküste übertönen die _Sturm-_ oder die
_Silbermöwen_ selbst die Wogen der brandenden See, so laut diese
auch gegen die Klippen krachen und donnern. Wenn irgendein Vogel das
Geschöpf einer bestimmten Landschaft genannt werden kann, so ist es die
Möwe. Der Sturm hat ihr die bangen Armknochen und die starken Schäfte
der Schwingen gegeben; die See hat die Ruder gebildet von höchster
Vollendung: der kurze Lauf, seitlich zusammengedrückt, und Schwimmhäute
zwischen den Zehen. Das Blau des Himmels, an dem die weißen Wolken
dahinziehen, das Blau der See, mit dem Weiß der Wellenkämme geschmückt:
die Möwe trägt die gleichen Farben auf ihrem Kleid. »Flatternd schwebt
sie am Himmel, dicht fliegt sie über den Wellen; den lichten Seglern
folgt sie hinaus übers Meer, mit den Wolken zieht sie ins Land. Wo
ein See oder Teich des Himmels Bläue mit den schneeweißen Wolken
wiederspiegelt, da erkennt sie die Heimat -- die Mutter ist's, das
unendliche Meer, das blauen Auges emporschaut -- wo ein Schiff auf dem
Rücken des Stromes langsam dahinzieht, da flattert die Möwe: Grüß mir
das Meer und die felsigen Klippen am Strand und die Brandung im Sturm.«
(Aus des Verf.s Abhandlung über die Möwen in den »Lebensbildern aus der
Tierwelt«, R. Voigtländers Verlag.)
An Farbenpracht ihrer Geschöpfe wird unsre nördliche Heimat von
südlicheren Zonen weit übertroffen. Man hat deshalb wiederholt
versucht, diesem Mangel etwas abzuhelfen, indem man sich Mühe gab,
_fremdländische Vögel_ in Deutschland einzubürgern. Jäger und
übereifrige Vogelfreunde nahmen sich der Sache an. Jene wollten sich in
ihrer Lust an Hege und Jagd nicht genügen lassen mit unsern Feld- und
Waldhühnern, mit Enten und andern Wasservögeln; diese dachten sich's so
schön, die Farbenpracht fremder Zonen in unsre Parks, Gärten und Wälder
zu verpflanzen. Beides Versuche, gegen die sich glücklicherweise die
Natur selbst wehrt. Nur eine einzige Vogelart hat sich wirklich dankbar
gezeigt, der Fasan, dessen Einbürgerung restlos gelungen ist, obgleich
nicht nur das Prachtgefieder, sondern auch das ganze Gebaren des Tieres
den Fremdling noch immer auf den ersten Blick verrät. Dagegen sind
Schopf- und Baumwachtel, Rot- und Moorhuhn sehr bald wieder von der
Bildfläche verschwunden, ebenso der amerikanische Wildputer. Und von
den chinesischen Nachtigallen, Papageien, roten Kardinälen und andern
Ausländern hat man nicht selten an dem Tage, da man sie aussetzte, das
letzte bunte Federchen gesehen. Und das ist gut so. Diese Fremdlinge
passen ebensowenig in die heimatliche Landschaft, wie Weymouthskiefer,
Roßkastanie, Robinie, amerikanische Eiche in den deutschen Wald,
während man in Gärten und Parks sich diese fremdländischen Bäume wohl
kann gefallen lassen.
Anders das _zahme Hofgeflügel_, das ja, soweit es, zur artenreichen
Familie der Hühner gehört, gleichfalls fremdländischen Ursprungs ist.
Hier handelt es sich um Genossen des Menschen, die seine Wohnstätte
mit ihm teilen und dieser tatsächlich zu hoher Zierde gereichen; zur
freien, unberührten Natur aber würden sie gleichfalls im Widerspruch
stehen. Einen Bauernhof, und sei er noch so klein, ohne die muntere
Schar der Hühner, geführt vom farbenprächtigen Hahn, kann man sich
ebensowenig denken, wie das herrschaftliche Gut ohne den kollernden
Puter mit seinen Hennen, und wenn auf der Freitreppe vor dem Schloß
der Pfau sein glänzendes Rad schlägt, so paßt solche Farbenpracht
recht wohl zu dem Reichtum, von dem das Bild zu uns spricht. Tot
ist die Dorfstraße, wenn nicht schillernde und buntscheckige Hühner
umhertrippeln oder an den Hoftoren in den flachen Löchern ruhen, die
sie sich im Schatten des blühenden Hollers ausgescharrt haben. Wie
anmutig auch der Blick in die Höhe, wenn die Tauben ihre Flugkünste
zeigen, in weiten schön geschwungenen Bogen die ganze Ortschaft
umfliegend, bald sich trennen, bald sich wieder vereinen, um sich
endlich flatternd auf dem Dach niederzulassen, unter dem sie wohnen.
Auch unser _zahmes Wassergeflügel_, dessen Stammväter und -mütter
bei uns Heimatrecht genießen, die Gänse und Enten und vor allem die
Schwäne, sind recht wohl imstande, das Landschaftsbild aufs reizvollste
zu beleben. Die Enten am Bach oder Dorfteich -- ach, wie gemütlich
ihr eifriges Schnattern -- die Gänseherde, die durch das Gras zieht,
militärisch in langer Reihe, aber watschelnden Ganges, der stolze
Schwan, gleich einem Schiff mit geblähten Segeln über den Spiegel des
Schloßteichs gleitend: man erfreut sich doch immer wieder an solchem
Anblick, so oft man's auch schon geschaut hat.
* * * * *
Hinter dem Vogel bleiben alle andern Tiere in ihrer Bedeutung für das
Landschaftsbild weit zurück. Namentlich gilt das von den _Säugetieren_,
in erster Reihe von den wildlebenden. Mäuse auf dem Felde, niedliche
Spitzmäuse zwischen dem herbstlichen Buchenlaub am Boden, ein Wiesel,
ein Igel -- von einer Bereicherung des Landschaftsbildes kann man
bei ihnen kaum sprechen, nicht einmal wenn ein paar Jungfüchse oder
Karnickel vor ihrem Bau spielen, oder wenn Freund Lampe Fersengeld
gibt, daß seine weiße Blume bei jedem Sprung im Krautacker hell
aufleuchtet wie ein Fetzen Papier, mit dem der Wind sein lustiges Spiel
treibt.
Mit mehr Berechtigung könnten wir schon das muntere _Eichhorn_
anführen, an dessen Kletterkünsten alt und jung sich erfreut. Man kann
dem netten, zierlichen Tierchen kaum gram sein, obgleich es viele
Untugenden hat; wo es dem deutschen Walde fehlt, da vermissen wir's
ungern. Auch die _Fledermäuse_ beleben den dämmernden Abend, der sich
über die Flußlandschaft senkt, in eigenartiger Weise. Viele Freunde
haben sie nicht unter den Menschen, und doch im Vorfrühling ist mir die
erste Fledermaus, die sich aus dem Winterversteck gewagt hat und deren
Zickzackflug sich so seltsam vom geröteten Abendhimmel abhebt, eine gar
liebe Erscheinung, ein Frühlingsbote, den ich ebenso freudig begrüße,
wie den ersten Zitronenfalter, den ersten Flötenruf der Amsel, das
erste Quaken der Frösche.
Von den wildlebenden Säugetieren kommt eigentlich nur das _Hochwild_
für das Landschaftsbild in Betracht: Rot- und Rehwild, in manchem
Herrschaftspark Damwild, weiter das Schwarzwild und im Hochgebirge
das Krickelwild. Ein schmucker _Sechserbock_ im Buchenwalde, mit dem
geperlten Gehörn zwischen den Lauschern, wie er erhobenen Kopfes
verhofft, um dann in weiten Fluchten leichtfüßig über Stock und Stein
zu setzen, eine Ricke mit ihrem Kitzchen auf der Waldwiese äsend,
_Rotwild_, das gegen Abend aus dem Dunkel des Hochwaldes tritt, oder
halbzahmes _Damwild_, das sich im Schloßpark unter dem Schatten
mächtiger Baumriesen gelagert hat: liebliche Bilder sind es, die
keineswegs nur das Herz des Jägers entzücken, sondern jeden erfreuen,
der im Verkehr mit der Natur Genuß und Befriedigung findet. Und wenn im
Herbst der _Brunfthirsch_ orgelt und schreit, in der Dämmerung abends
oder frühmorgens, daß es dröhnend und röchelnd über die Waldblöße
schallt, ich glaube, es kann sich niemand des Eindrucks solcher Laute
entziehen. Ein Stück ursprünglicher, unverdorbener Natur tritt uns in
ihnen entgegen, um so wertvoller, je seltener wir Großstadtmenschen
uns dem unmittelbaren Verkehr mit der Natur hingeben können. Dankbar
erkennen wir's dann an, daß allein einem streng durchgeführten
Jagdschutz solch erhebende Stimmungsbilder auf unserm heimatlichen
Boden zu verdanken sind. Der Uhuruf ist in unsern sächsischen
Gebirgswäldern verhallt; möge nie die Zeit kommen, wo man nicht mehr
den Schrei des Brunfthirsches vernimmt, der seinen Gegner zum Zweikampf
fordert! Ein gut Stück urwüchsigen Waldeszaubers wäre für immer dahin.
Wie ein Recke aus vergangenen Tagen mutet uns das _Wildschwein_ an.
Seine ganze Erscheinung hat gewiß wenig Anziehendes an sich; ein
rauher, borstiger Geselle ist solch ein Keiler, und auch sie, die
Bache, ist eine ungemütliche Dame, aller Anmut, jedes Reizes bar.
Aber im Winter, wenn der Forst tief verschneit ist und das Leben
erstorben scheint, bis auf ein paar Krähen, die sich mit heiserem
Schrei im Wipfel der hohen Föhren einschwingen, daß der Schnee, einer
leichten Staubwolke gleich, dahinfliegt, dann vermögen zwei oder drei
»Schwarzkittel« der Landschaft eine Stimmung von außerordentlicher
Stärke zu verleihen. Die gedrungenen dunkeln Gestalten heben sich so
gut von der weißen Schneedecke ab. Dampf hüllt sie ein, Rauhreif deckt
ihr borstiges Kleid, und am Rüssel haftet der Schnee bis hinauf zu den
Sehern. Sie verachten den eisbärtigen Herrscher des Nordens, der ihnen
nichts anhaben kann; unter dem Schnee wühlen sie doch ihre Nahrung
hervor. Selbst die härteste Schneekruste, die das Reh laufkrank macht,
daß es leicht dem Fuchse zur Beute fällt, brechen sie auf, und die
Kälte fürchten sie noch weniger; denn sie haben sich im Herbst, dank
der Eichel- und Buchelmast, feist herangefressen.
Im Hochgebirge ist es die _Gemse_, welche die nackten Felsengrate und
Steintrümmermeere, die Steilhänge und die höchsten Alpenmatten reizvoll
belebt. Wem nur einmal das Glück geworden ist, vielleicht am frühen
Morgen ein Rudel zu belauschen, das seinen Durst an dem schwarzblauen,
goldumränderten Meerauge tief unten im starren Felsenzirkus löscht und
dann den Menschen bemerkt und erschrickt -- hei! wie schnell geht's in
dem harten Gestein hinauf bis zum zackigen Grat, hinter dem eins nach
dem andern verschwindet -- der vergißt's sein Lebtag nicht wieder.