Im Juli

Gegen sieben Uhr abends fahren wir, der Rittmeister v. B. und ich, in

das Arbeiterdorf X. Y. ein. Wir haben hier zu tun. Der Rittmeister läßt

halten, um nebenher einem Bekannten guten Tag zu sagen. Kaum ist er

fort, so gibt es einen Knall. Was ist los? Ringsum schlagen die

Geschütze, und ich beachte den Knall nicht weiter. Aber Leute und Kinder

laufen zu einer Stelle neben der Straße. Oben brummt ein Motor. Ein

Flieger hat eine Bombe geworfen! Sie fiel zweihundert Meter vor dem Auto

nieder, und es ist gut, daß wir zufällig hielten. Ein Arbeiter wird

weggeführt. Erschrocken und verstört sieht er aus. Ein Splitter hat ihn

am Arm verletzt. Er rauchte gerade seine Feierabendpfeife ganz friedlich

und dachte an nichts. Da kam die Bombe aus der Luft. „Ist die Verletzung

schwer?“ frage ich einen Arzt. „Nein, nein, eine Kleinigkeit.“

Ein Rudel von Kindern hockt um das Loch herum, das die Bombe schlug. Sie

graben mit ihren schwarzen Pfoten, hastig und gierig wie Hunde, ob sich

nicht irgend etwas findet. Die Splitter haben Fetzen aus den

geschwärzten Backsteinmauern geschlagen. Eine Mauer ist wie von scharfen

Krallen zerkratzt. Man kann genau den Streuungskegel feststellen. In

zwanzig Meter Entfernung schlugen die Splitter einen knappen Meter hoch

ein.

Der Krieg im Westen · 第 33 / 82 题