Gegen sieben Uhr abends fahren wir, der Rittmeister v. B. und ich, in
das Arbeiterdorf X. Y. ein. Wir haben hier zu tun. Der Rittmeister läßt
halten, um nebenher einem Bekannten guten Tag zu sagen. Kaum ist er
fort, so gibt es einen Knall. Was ist los? Ringsum schlagen die
Geschütze, und ich beachte den Knall nicht weiter. Aber Leute und Kinder
laufen zu einer Stelle neben der Straße. Oben brummt ein Motor. Ein
Flieger hat eine Bombe geworfen! Sie fiel zweihundert Meter vor dem Auto
nieder, und es ist gut, daß wir zufällig hielten. Ein Arbeiter wird
weggeführt. Erschrocken und verstört sieht er aus. Ein Splitter hat ihn
am Arm verletzt. Er rauchte gerade seine Feierabendpfeife ganz friedlich
und dachte an nichts. Da kam die Bombe aus der Luft. „Ist die Verletzung
schwer?“ frage ich einen Arzt. „Nein, nein, eine Kleinigkeit.“
Ein Rudel von Kindern hockt um das Loch herum, das die Bombe schlug. Sie
graben mit ihren schwarzen Pfoten, hastig und gierig wie Hunde, ob sich
nicht irgend etwas findet. Die Splitter haben Fetzen aus den
geschwärzten Backsteinmauern geschlagen. Eine Mauer ist wie von scharfen
Krallen zerkratzt. Man kann genau den Streuungskegel feststellen. In
zwanzig Meter Entfernung schlugen die Splitter einen knappen Meter hoch
ein.