+Cherchez la femme!+ hatte sich Arnold gedacht, als er, nach
den Motiven für einen hervorragend dummen Streich forschend, zu dem
Schlusse kam: Da steckt etwas dahinter, und das war so gekommen:
+Dr.+ Friedrich Bruckner -- von seinen Freunden immer nur Fridolin
genannt -- hatte seine Zeit als Sekundar-Arzt im städtischen Hospital
abgedient, und aus Freude darüber bewilligte er nun sich selbst einen
Urlaub. Man war im Hochsommer, das Wetter war schön, und alles war dem
Unternehmen günstig. Das Unternehmen aber sollte in einem achttägigen
großen Nichtstun bestehen. Fridolin -- wir zählen zu seinen Freunden
und haben das Recht, ihn so zu nennen, -- Fridolin hatte sich für eine
Reise in die Sächsische Schweiz entschlossen.
Er war allein ausgezogen, hatte die Bastei »bestiegen« und den
Lilienstein, hatte sich persönlich von der Uneinnehmbarkeit der Festung
Königstein und von der Tiefe des Festungsbrunnens überzeugt und hatte
aus wissenschaftlichem Interesse sogar das große Irrenhaus besucht,
das dort irgendwo bei Pirna auf oder an dem Sonnenstein liegt. Dort
irgendwo herum muß es liegen; ich habe es selbst gesehen, es ist nur
schon ein bißchen lange her.
Die Nachmittagssonne brannte heiß hernieder; ein Interesse, scharf
auszuschreiten, hatte er nicht; denn die Sächsische Schweiz gefiel ihm
ganz gut, und er war nicht sicher, ob er sie nicht durch einen scharfen
Marsch sehr bald hinter sich haben würde; so gab er denn gern einem
Ruhebedürfnis nach, als er ein verlockendes Plätzchen entdeckte, wo es
sich voraussichtlich gut ruhen ließ. Es war ein winziger Rasenfleck,
von Haselstauden umgeben, die genügenden Schatten boten. Das Plätzchen
lag in einer Vertiefung ganz in der Nähe der wohlgepflegten Bergstraße,
die aber von Buschwerk an der Seite bestanden und so von Fridolins
Ruhestätte aus für das Auge verdeckt war. Ebenso war sein stilles
Versteck in der Tiefe neben der Straße von dieser selbst aus nicht zu
erblicken.
Da lag er nun auf dem Rücken im Grase, blickte zum wolkenlosen
Himmel empor und machte sich im übrigen ganz vernünftige Gedanken.
Er überlegte, wie und wo er nun seine ärztliche Praxis beginnen und
sich auf die eigenen Füße stellen solle. In der Hauptstadt gab es
Ärzte genug, und er hatte verhältnismäßig wenig Bekanntschaften. Sehr
verlockend waren da die Aussichten nicht. Sollte er irgendwo aufs Land
ziehen oder Badearzt werden? Beides hatte vieles für und noch mehr
gegen sich.
Während er so nachsann, begab sich etwas Sonderbares und Unerwartetes:
in den Sträuchern ihm zu Häupten raschelte es plötzlich, und im
nächsten Augenblicke fiel oder sprang etwas mit voller Wucht auf ihn
herab, was sich bei näherer Besichtigung als eine junge Dame entpuppte.
Der Anprall, den Fridolin auszuhalten hatte, war kein sehr sanfter, und
so klang denn auch seine Stimme nicht sehr freundlich, als er ausrief:
»Erlauben Sie, mein Fräulein, man springt doch nicht den Leuten so auf
die Bäuche!«
Die junge Dame war neben ihm ins Gras gesunken und blickte mit dem
Ausdruck der Todesangst und des Entsetzens auf ihn.
»Um Gottes willen!« rief sie atemlos. »Ich bitte um -- schützen Sie --
ach, ich kann nicht mehr!« Dann schloß sie die Augen, und ihr Kopf sank
ins Gras; sie war ohnmächtig.
Fridolin erhob sich rasch und bettete sie bequem auf jene Stelle, wo
er selbst gelegen; dann warf er einen Blick hinauf, ob da noch ein
weiterer Segen von oben nachfolgen werde, und wandte sich nun, als
alles still blieb, der Ohnmächtigen zu. Das Unerwartete der Lage und
ihre Abenteuerlichkeit beschäftigte ihn zunächst gar nicht, er fühlte
sich in diesem Augenblicke nur als Arzt. In weniger als einer Minute
hatte er die Bewußtlose wieder zu sich gebracht.
»So, mein Fräulein«, sprach er sie an, als sie die Augen aufschlug.
»Jetzt nehmen Sie ein Tröpfchen Kognak aus meiner Feldflasche. So
ist's gut! Und nun machen Sie es sich so bequem als es nur geht.«
»Ich danke, mir ist jetzt schon wieder ganz wohl«, erwiderte die junge
Dame mit matter Stimme.
»Sie sehen mich doch noch immer an wie ein abgestochenes Hühnchen, mein
Fräulein. Lockern Sie nur ruhig am Kleid, was Sie noch lockern können
-- ich bin Arzt. Einen Knopf am Halse da habe ich Ihnen ohnedies schon
abgerissen.«
»Es ist wirklich nicht mehr nötig; es wird mir schon besser. Ich war
nur so fürchterlich erschrocken.«
»Nun, Gott sei Dank,« sagte Fridolin beruhigend, »jetzt kehrt schon die
Farbe wieder. Wer wird denn auch gleich so erschrecken! Haben Sie mich
denn für einen Mörder gehalten?«
»Es war nicht nur das, obschon ich auch darüber zu Tode erschrocken
bin, sondern was vorhergegangen ist -- es war entsetzlich!«
»Beruhigen Sie sich nur, Fräulein«, sagte Fridolin lächelnd. »In
der Sächsischen Schweiz wandelt man doch etwas sicherer, als in den
Abruzzen. Es gibt hier wirklich keine Räuber und Mörder, und jetzt bin
endlich auch ich da, -- mein Name ist +Dr.+ Friedrich Bruckner --
und mein starker Arm wird Sie vor allen weiteren Gefahren beschützen.
Es scheint aber, daß mein Heldenmut und meine besten Absichten, für Sie
zu sterben, vollkommen überflüssig sind. Denn ich sehe -- leider! --
keine Gefahren; es rührt sich nichts weit und breit.«
»Ich heiße Käthe Selters«, erwiderte die junge Dame, zunächst Fridolins
Vorstellung beantwortend; dann fuhr sie ängstlich fort: »Hören Sie
wirklich nichts? Ach, ich habe eine solche Angst ausgestanden! Ich weiß
nicht, soll ich Ihnen erst danken oder erst um Entschuldigung bitten --
ich bin ganz verwirrt. Vor allem aber: wo ist meine Tante; was ist aus
meiner Tante geworden?«
»Eine Tante haben Sie auch? Da wollen wir doch gleich nach der Tante
sehen!« Fridolin kroch die Böschung zur Straße hinauf und ließ seine
Blicke nach allen Richtungen hin schweifen.
»Fräulein Käthe!« rief er hinunter. »Es ist weit und breit weder eine
Tante noch sonst irgendein Menschenskind zu sehen.«
Käthe wollte sich darauf rasch erheben, aber Fridolin, der mit einem
Sprunge wieder bei ihr war, verhinderte das.
»Sie dürfen jetzt nicht aufstehen, Fräulein Käthe«, dekretierte er.
»Ihr kleiner Ohnmachtsanfall hat nicht viel zu bedeuten, aber jetzt
müssen Sie doch ein Viertelstündchen ruhig sitzen bleiben. Wenn Sie
sich jetzt gleich wieder gewaltsam aufraffen, dann werden sich sehr
heftige Kopfschmerzen einstellen, die Sie heute den ganzen Tag und
vielleicht auch noch morgen quälen werden, während die Sache ganz
bedeutungslos und ohne Nachwirkung bleiben wird, wenn Sie sich jetzt
genügend ausruhen.«
»Aber meine Tante --.«
»Ihre Tante ist gewiß eine ausgezeichnete Dame und wird nicht wollen,
daß Sie sich krank machen.«
»Es könnte ihr aber etwas geschehen sein!«
»Tanten geschieht gewöhnlich nichts; ich weiß das.« Käthe mußte lachen
über den mit solcher Sicherheit vorgebrachten Erfahrungssatz. So gern
sie nun auch gleich wieder aufgebrochen wäre, so taten ihr doch die
Ruhe und das Gefühl der Sicherheit nach dem Schrecken so wohl, daß sie
sich bestimmen ließ, noch ein Weilchen sitzen zu bleiben.
»Dazu kommt noch,« fuhr Fridolin fort, »daß ich Ihnen einfach befehle,
sich vor allen Dingen erst ein bißchen zu erholen, ehe wir wieder
aufbrechen. Ich bin Arzt, und in gewissen Fällen hat der Arzt mehr zu
befehlen als der Kaiser. Einen solchen Fall haben wir hier, also: schön
sitzen geblieben! Wollen Sie noch einen Schluck Kognak?«
»Nein, ich danke. Mir ist jetzt wirklich schon ganz gut.«
»Das sehe ich. Ihr Aussehen -- alle Achtung, Fräulein Käthe! Als Arzt
kann ich nur noch ein geringes Interesse für Sie aufbringen, aber zum
Glück ist man nicht nur Arzt -- +homo sum+!«
»So heißt ein Roman von Ebers.«
»Allen Respekt vor Ihrer Literaturkenntnis, Fräulein Käthe, aber mein
Roman hier ist mir lieber!«
»Wenn nur die Tante --«
»Ja, die Tanten! Ich kann der Tante nicht helfen, weil ich jetzt Sie
retten muß. Jetzt verlange ich nur noch zehn Minuten Aufenthalt. Man
kann doch nicht bescheidener sein. Jetzt erzählen Sie, aber ruhig und
ohne sich aufzuregen, was Sie eigentlich so in Schrecken versetzt hat.«
»Ach, es war schrecklich, und den ganzen Ausflug hat es uns verdorben.
Wir wollten uns die Festung Königstein ansehen. Sie wissen, daß sie
sehr merkwürdig ist. Sie ist nämlich uneinnehmbar --«
»Jawohl, und hat einen sehr tiefen Brunnen.«
»Richtig; und ein Fenster hat sie auch --«
»Allerdings ein Fenster, bei welchem August der Starke zwei Trompeter
mit je einer Hand über den Abgrund hinausgehalten hat.«
»Und dann die Geschichte mit den silbernen Kanonenkugeln!«
»Die kenne ich noch nicht«, gestand Fridolin beschämt.
»Die war so -- ach Gott, wenn nur die Tante --!«
»Die Geschichte von den silbernen Kanonenkugeln will ich wissen!«
»Als Napoleon I. die Festung Königstein beschie ßen wollte, da trugen
die Kanonen nicht bis hinauf zur Festung. Da dachte sich Napoleon, daß
es vielleicht mit silbernen Kanonenkugeln besser gehen werde, und er
ließ silberne Kanonenkugeln gießen, aber die flogen auch nicht so weit,
sondern fielen alle in die Elbe, wo sie jetzt noch liegen.«
»Das ist ja eine ungemein belehrende Geschichte; ist sie auch wahr?«
»Unser Führer aus Schandau hat sie uns erzählt.«
»Er persönlich? Dann wird sie wohl wahr sein. Nun und weiter?«
»Wie wir nun den Weg hinaufgingen, die Tante und ich, -- ach, du meine
Güte, da fällt mir wieder die Tante ein!«
»Jetzt hübsch bei der Stange geblieben! -- Was geschah da?«
»Da hörten wir von weitem schon ein unaufhörliches, entsetzenerregendes
Geschrei. Die Tante meinte, daß da wahrscheinlich ein Wahnsinniger
transportiert werde, denn es gäbe hier in der Nähe ein großes
Irrenhaus. Wir waren sehr erschrocken und wußten uns nicht zu helfen,
denn das markerschütternde Geschrei kam immer näher. Zurücklaufen
konnten wir nicht, denn der Wagen, in welchem der Irrsinnige gebracht
wurde, war schon sichtbar, und er hätte uns sicher eingeholt, und so
mußten wir dem Wagen entgegengehen, um ihn an uns vorüberziehen zu
lassen. Wir zitterten beide, und die Tante war ganz blaß. Da, als der
Wagen in unsere Nähe kam, da entsprang der Wahnsinnige plötzlich seinen
Wärtern und lief auf uns zu. Weiter weiß ich eigentlich nichts mehr.
Ich hörte noch die Tante aufschreien, und dann lief ich, was ich laufen
konnte, -- wie weit und wie lang, das weiß ich nicht -- und ich kam
erst zu mir, als ich hier neben Ihnen im Grase lag.«
»Der Himmel meint es gnädig mit mir,« sagte Fridolin, »er läßt mir die
Patientinnen in den Schoß fallen.«
»Ach, ich bin so glücklich, daß Sie da sind, Herr Doktor!« erklärte
Käthe treuherzig. »Vollenden Sie Ihr gutes Werk und helfen Sie mir
jetzt die Tante suchen.«
»Ihr Aussehen zeigt mir, Fräulein Käthe, daß meine ärztliche Mission
beendet ist. Lassen Sie sich den Vorfall nicht zu nahe gehen und --
jetzt wollen wir die Tante suchen!«
Das Aussehen Käthes! Fridolin hatte sich jetzt erst volle Rechenschaft
darüber gegeben. So jung er war, so hatte er sich doch schon ganz in
die richtige ärztliche Anschauungsweise eingelebt, und er sah, wo
seine Hilfe in Anspruch genommen wurde, immer nur mit dem Auge des
Arztes, der im Dienste selbst ästhetischen oder sonstigen subjektiven
Regun gen sehr wenig zugänglich ist. Jetzt aber, da der schwierige
medizinische Fall als vollkommen abgetan und erledigt anzusehen war,
drang es ihm doch ins Bewußtsein, was das für ein gottbegnadetes,
liebliches Geschöpf sei, das ihm da der Himmel von oben herab gesandt
hatte.
Er war sich früher nie recht klar darüber geworden, ob seine
Schwärmerei für Blond größer sei oder für Schwarz. Er selbst hatte
einen kastanienbraunen Vollbart und kastanienbraunes Haar und wußte
nur das eine, daß er sich für seine Person niemals in eine Dame mit
kastanienbraunem Haar verlieben könnte, aber ob Blond für ihn die
richtige Komplementärfarbe sei oder Schwarz, darüber hatte er zu
keiner Entscheidung gelangen können. Nun war ihm plötzlich ein Licht
aufgegangen, und das gleich in voller Glorie. Er begriff nicht, wie
es da überhaupt ein Schwanken habe geben können. Blond allein ist das
Richtige, und Schwarz ist vollkommen überflüssig auf der Welt. Aber
auch Blond an sich tat es nicht; es gehörten die herrliche, anmutvolle
Gestalt Käthes, ihre lieben, guten, blauen Augen, ihre blühende
Gesichtsfarbe und der süße Mund dazu.
Mit einem Male war es ihm ungeheuer klar geworden, daß er ein
unglaublicher Esel gewesen sei, wenn er in diesem Punkte habe
schwanken können. Er hatte nur die eine Entschuldigung für sich, daß
er es nicht besser gewußt habe; jetzt aber wußte er es.
Sie machten sich jetzt also auf, die Tante zu suchen. Die Sächsische
Schweiz ist nicht groß, aber deshalb ist es doch keine so einfache
Sache, in ihr Tanten zu suchen. Straße auf und Straße ab war nichts
zu sehen, und Käthe vermochte durchaus nicht anzugeben, nach welcher
Richtung die Tante wohl gelaufen sein konnte. Man mußte also
kombinieren.
Eine Kavallerieabteilung, meinte Fridolin, würde sowohl beim Angriff
wie auf der Flucht, wenn sie die freie Wahl hat, lieber bergauf als
bergab dahinstürmen; man hat aber keinen Grund, dasselbe auch von
fliehenden Tanten vorauszusetzen. Man muß im Gegenteil eher annehmen,
daß eine in die Flucht geschlagene Tante sich lieber bergabwärts wenden
wird.
Käthe konnte gegen diese Annahme keine stichhaltigen Argumente
vorbringen, und so schritten denn die beiden zu Tale, immer scharf
auslugend, ob sie die Verlorene nicht erspähen könnten; aber die
Bemühungen blieben erfolglos. Fridolin tat noch ein übriges und ließ,
so laut er nur konnte, seine schöne Stimme erschallen, aber es war
immer nur das den Reisenden der Sächsischen Schweiz nicht einmal
separat aufgerechnete Echo, das seine zärtlichen Rufe »Tante, teuerste
Tante!« beantwortete.
Einmal, wo der Weg sich gabelte, da zeigte sich zur Linken in der
Ferne, wie Käthe wahrnahm, etwas, was ganz gut eine Tante hätte
sein können, aber -- der Genius der Menschheit wird ersucht, hier
sein Antlitz zu verhüllen, -- Fridolin erklärte dagegen auf das
bestimmteste, daß zur ~Rechten~ etwas durch die Zweige geschimmert
habe, was ganz und gar einen tantenmäßigen Charakter gehabt habe.
Die Menschen sind schlecht. Was Fridolin gesehen hatte, das war ein
Omnibus, aber keine Tante, und Fridolin, der Ruchlose, hatte es in
Wahrheit überhaupt nicht sehr dringend mit der Auffindung der Tante.
So sind die Männer! Und so ist die Welt!
Als man dann endlich nach einem längeren Dauerlauf darauf gekommen
war, was die Weisen aller Zeiten schon wußten, daß zwischen einer
Tante und einem Omnibus ein großer Unterschied ist, da war Fridolin
sofort dienstfertigst bereit, umzukehren und auf dem anderen Wege der
von Käthe angedeuteten Spur nachzugehen. Er glaubte, das beruhigt tun
zu können; denn inzwischen war viel Zeit vergangen, und er taxierte
die Schnelligkeit einer fliehenden Tante ziemlich hoch. Es war alles
in allem ziemlich unwahrscheinlich geworden, daß sie noch ein geholt
werden könnte. Dabei tat Fridolin doch immer ungeheuer eifrig im
Suchen, und er verfehlte nicht, jedes sächsische Bäuerlein, das ihnen
begegnete -- es verschlug ihm auch nichts, wenn es gerade eine Bäuerin,
alt oder jung, oder sonst ein Menschenskind war --, zu fragen, ob sie
keine Tante gesehen hätten. Käthe schämte sich dann immer furchtbar und
bat ihn schließlich, diese Nachforschungen freundlichst einstellen zu
wollen.
So dämmerte der Abend heran, und die Tante war noch immer nicht
gefunden. Käthe war dem Weinen näher als dem Lachen, aber Fridolin
tröstete sie tapfer, und er konnte es leicht tun; denn er war
bei weitem nicht so wehmütig gestimmt wie sie. Sie waren von dem
langen Suchen müde und hungrig geworden, und so konnte Käthe
nichts Ernstliches dawider haben, als Fridolin vorschlug, in einer
freundlichen Gastwirtschaft an der Elbe, die jetzt in Sicht war, das
wohlverdiente Abendbrot einzunehmen. Dabei könne man ja ganz gut
beraten, was nun weiter zu geschehen habe.
»Das sage ich aber gleich,« erwiderte Käthe auf diesen Vorschlag, »ich
habe nicht einen Pfennig bei mir!«
»Das tut nichts; dann werde eben nur ich gut essen und trinken, und Sie
werden mir zusehen!«
Käthe sah ihren Begleiter an. »Etwas werden Sie mir aber doch auch
geben«, sagte sie schüchtern. »Ich bin sehr hungrig und sehr durstig!«
»Wenn Sie brav sind, dürfen Sie schon mithalten, Fräulein Käthe.«
»Die Tante wird Ihnen dann schon alles --«
»Jetzt lassen Sie mir endlich die Tante aus dem Spiel! Wir werden
zusammen essen, und bei dieser Gelegenheit werde ich gleich Erfahrungen
darüber sammeln, was es heißt, eine Frau ernähren!«
Fridolin hatte lauter gute Sachen bestellt, und sie waren auch gut, und
die Flasche Moselblümchen, die sie zu ihrem herrlichen Mahle tranken,
mundete ihnen auch ganz ausgezeichnet. Sie saßen an einem Tische im
Freien unter einer Linde und hatten freien Ausblick auf die Elbe.
»Schön ist's da!« rief Käthe, die in voller Lebensfreudigkeit auf
einige Minuten all ihre Sorge samt der Tante vergessen hatte. »Gefällt
Ihnen die Sächsische Schweiz auch so gut?«
»Oh, auf die Sächsische Schweiz lasse ich nichts kommen! Sie ist
klein, aber so nett und reinlich! Sie nimmt, immer innerhalb ihres
Taschenformates, so kühne und so romantische Anläufe. Wenn man ihre
gewagten Formationen ansieht, möchte man immer die +p. t.+
Reisenden ersuchen, nichts von der Sächsischen Schweiz abzubrechen.«
»Sie schneiden wenigstens nicht auf,« sagte Käthe lachend, »Sie
schneiden herunter!«
Fridolin erklärte: »Wenn ich bei der Regierung etwas dreinzureden
hätte, so würde ich ein großes Etui machen lassen, und damit die
Sächsische Schweiz jeden Abend sorglich zudecken lassen, daß ihr in der
Nacht nichts geschieht.«
»Und den Mond würden Sie wahrscheinlich frisch versilbern lassen«,
meinte Käthe, auf den gerade mit voller roter Scheibe am Horizont
aufsteigenden Mond deutend.
»Nein, der ist echt und dauerhaft genug versilbert, Fräulein Käthe.
Warten Sie nur noch ein Viertelstündchen, und Sie werden sehen, was für
prächtigen silbernen Schein er auf die Elbe werfen wird.«
Jetzt, da vom Mond gesprochen wurde, fiel Käthe ihre Lage wieder aufs
Herz.
»Um des Himmels willen!« rief sie, »die Nacht bricht heran, und ich
weiß nicht, was mit mir geschehen soll.«
»Das müssen wir eben jetzt vernünftig überlegen. Denn daß wir die Tante
heute noch finden, das glaube ich nun selber nicht mehr.«
»Glauben Sie wirklich?«
»Ich möchte sagen, ich ~weiß~ es. Um diese Zeit werden Tanten
nicht mehr gefunden.«
»Was soll ich nun aber tun?« sagte das junge Mädchen verzweifelt.
»Vor allen Dingen nicht weinen! Bin ich denn nicht da?«
»Das ist ja nur um so schlimmer!«
»Ah, um so schlimmer? Das wußte ich nicht. Dann habe ich die Ehre, mich
höflichst zu empfehlen!«
»Aber, Herr Doktor, so bleiben Sie doch sitzen! Mein Gott!«
»Sie haben mich beleidigt; ich gehe!«
»Ich habe Sie nicht beleidigt; ich bin Ihnen ja so zu Dank
verpflichtet! Sehen Sie denn nicht ein --«
»Ich sehe alles ein, wenn Sie mir versprechen, nicht wieder so ein
desperates Gesicht zu machen, wie eben jetzt. Wir müssen jetzt ins
klare kommen, was wir mit Ihnen anfangen, und wo wir Sie unterbringen
sollen. Stellen wir einmal den Tatbestand fest: Sie kamen mit Ihrer
Tante aus Dresden. Wir fahren nach Dresden zurück, und ich bringe Sie
heim. Sie sehen, das Unglück ist nicht gar so groß!«
»Ich habe ja gar kein Heim in Dresden! Ich war in Dresden in einem
Pensionat, und da ich diesem nun entwachsen war, ist die Tante
gekommen, mich herauszunehmen«, erklärte das junge Mädchen.
»Wo ist sie denn hergekommen, die Tante?«
»Aus Gerolstein; wir sind Gerolsteiner. Warum verbeugen Sie sich denn?
Da ist doch nichts so Großes dabei!«
»Alle Achtung vor Gerolstein! Weiter; Sie könnten doch auf einen Tag
zurück in die Pension?«
»Das geht nicht; die Ferien haben begonnen, das Pensionat ist
zugesperrt.«
»Die Sache wird kritisch. Wo hat denn Ihre Tante residiert, als sie Sie
abholte?«
»In einem Hotel; ich glaube, es hieß ›Zum Kronprinzen‹.«
»Und wohin wollten Sie jetzt, nach genossener Sächsischer Schweiz;
zurück nach Gerolstein?«
»Oh, bewahre! Da wollten wir nach Wien, dann nach Salzburg, nach
Tirol, dann in die wirkliche Schweiz, darauf nach Paris und London und
schließlich über Holland und die Rheinstädte zurück nach Gerolstein.«
»Es ist nicht wenig, was Sie da vorhaben! Und da irgendwohin soll ich
Sie nun bringen: nach Tirol, nach London oder nach Holland? Die Sache
ist nicht so einfach!«
Käthe bot das Bild der vollsten Ratlosigkeit; unschlüssig sah sie zu
ihrem Gefährten auf, und dabei schossen ihr die Tränen in die Augen.
»Nicht weinen, Fräulein Käthe!« rief Fridolin verweisend, »sonst gehe
ich sofort auf und davon! Untersuchen wir weiter: Wo hatten Sie hier
in der Sächsischen Schweiz Station gemacht?«
»Nirgends; wir sind heute früh von Dresden abgefahren, und wir wollten
heute in der Sächsischen Schweiz übernachten.«
»Sie wissen nicht, wo?«
»Nein. Die Tante war die Reisemarschallin; sie hatte alles bestimmt,
und ich hatte nach nichts gefragt.«
»Ihr Gepäck ist inzwischen nach Wien vorausgeschickt worden?«
»Jawohl!«
»Sie wissen aber nicht, an welches Hotel?«
»Ich weiß es nicht! Ich war so kindisch, mich um gar nichts zu
kümmern; ich habe mich von der Tante einfach mitnehmen lassen.«
Fridolin überlegte; er wußte in der Tat nicht, was nun geschehen
sollte.
»Wenn man nur«, nahm er nach einer Weile wieder das Wort, »das
Vergnügen hätte, die Frau Tante zu kennen, dann könnte man auf Grund
der Kenntnis ihrer Charakteranlage vielleicht auf eine richtige
Vermutung kommen, was ~sie~ nun wohl anfangen wird. Was glauben
Sie, Fräulein Käthe, daß die Tante jetzt tun wird?«
»Ängstigen wird sie sich!«
»Das dürfte richtig sein, aber diese Vermutung wird nicht ausreichen,
uns auf ihre Spur zu leiten. Überlegen wir: Sie kann verschiedenes tun.
Die Sächsische Schweiz noch weiterhin zu besichtigen, dazu dürfte ihr
die Lust vergangen sein. Sie könnte also die Reise fortsetzen und nach
Wien fahren, in der Hoffnung, daß Sie nachkommen würden. Das hätte ja
etwas für sich. Wenn man aber bedenkt, daß Sie vollständig mittellos
und dann auch im unklaren über das eigentliche Wiener Reiseziel sind,
und die Tante das auch wohl weiß oder doch vermuten kann, so muß man
es als nahezu gewiß ansehen, daß sie nicht nach Wien gefahren ist
oder fahren wird ohne Sie. Sie könnte auch auf den Gedanken gekommen
sein, nach dem verunglückten Anfang den ganzen großen Plan aufzugeben
und direkt nach Gerolstein zurückzufahren. Damit hätte sie die Flinte
ins Korn geworfen, und das tun Tanten gewöhnlich nicht. Ich glaube
vielmehr, daß auch sie überlegen wird, worauf wohl ihre geliebte Nichte
zunächst verfallen könnte, und da, denke ich, liegt nichts näher,
als daß die geliebte Nichte mit möglichster Beschleunigung dahin
zurückkehren wird, von wannen Sie beide heute morgen aufgebrochen sind.
Ich denke demnach, daß wir jetzt nach Dresden zurückfahren, und daß
wir Sie zunächst der Obhut der Gattin des Hoteliers vom ›Kronprinzen‹
übergeben. Da in der Regel jeder Hotelier verheiratet ist, wird sich
dort gewiß eine solche Gattin vorfinden.«
Käthe hatte in ihrer Trübsal nichts Besseres vorzuschlagen, und so
wurde denn der nächste Zug bestiegen, der sie nach kurzer Fahrt nach
Dresden brachte.
»Wenn nun aber die Tante nicht auf den Gedanken verfällt, nach Dresden
zurückzufahren?« meinte Käthe ängstlich, als sie in Dresden vom
Bahnhof ihre Schritte nach dem Hotel lenkten; Käthe hatte es nämlich
entschieden abgelehnt, für die kurze Strecke einen Wagen zu benutzen.
»Dann ist das Unglück noch immer nicht groß,« beruhigte sie Fridolin,
»für die Nacht werden Sie bei der Wirtin geborgen und behütet sein.
Kommt bis morgen von der Tante kein Lebenszeichen, dann wird wohl
nichts anderes übrigbleiben, als daß Sie nach Hause, nach Gerolstein
reisen. Das ist eine Fahrt von wenigen Stunden, und übrigens bleibe ich
immer in der Nähe zu Ihren Diensten bereit. Jedenfalls werden wir aber
morgen in aller Frühe an Ihre Eltern in Gerolstein telegraphieren, ob
sie etwas vom Verbleib der Tante wissen.«
»Ich habe keine Eltern mehr.«
»Aber ein Heim haben Sie doch dort?«
»Ja, bei meinem Onkel.«
»Ach, beim Gatten unserer vortrefflichen Tante?«
»Nein, sie ist die Schwester meines Onkels.«
»Sie sind so allein auf der Welt, Fräulein Käthe! Und nun haben Sie
sogar nur noch mich als Beschützer!«
»Es ist ein Glück, daß Sie sich meiner angenommen haben, Herr Doktor.
Ich wäre sonst in einer fürchterlichen Verlegenheit gewesen. Sie waren
so lieb zu mir -- wie soll ich Ihnen nur danken?«
»Zu bedanken habe ich mich bei Ihnen, Fräulein Käthe!«
»Sie? Wofür denn?«
»Oh, für eine ganze Masse! Zunächst dafür, daß Sie überhaupt auf der
Welt sind; das ist ein ausnehmend hübscher Zug von Ihnen. Und damit ist
eigentlich alles gesagt.«
»Sie machen sich lustig über mich, Herr Doktor!«
»Bin ich ein Unmensch? Nein, Fräulein Käthe, mir ist sehr ernst zumute.
Ich werde Ihnen eine der schönsten Erinnerungen meines Lebens zu danken
haben. Der Tag war so schön! Sagen Sie selbst, Fräulein Käthe, wenn
Sie von der Tante absehen, tut es Ihnen leid, diese Stunden mit mir
verbracht zu haben?«
»O nein, Herr Doktor, leid tut es mir gar nicht, ich fürchte mich nur
so!«
»Es ist doch schade, daß die Welt so groß ist. Morgen fahren Sie nach
Gerolstein oder, wenn es gut geht, nach Wien, nach Frankreich, -- Gott
weiß, wohin noch? -- mich wird mein Beruf nach irgendeinem anderen
Erdenwinkel verschlagen. Wir werden uns also höchstwahrscheinlich nie
wiedersehen!«
»Das ist aber schade!« sagte Käthe leise, und dann erschrak sie über
ihre Worte und wurde ganz rot. Fridolin konnte letzteres aber nicht
bemerken, denn sie schritten nun durch ein kleines Birkenwäldchen,
durch welches der Weg vom Neustädter Bahnhof nach der Stadt führte. Den
Sinn der Äußerung griff aber Fridolin doch auf, und er erfüllte ihn mit
stiller Freude.
»Sie werden drei Monate auf der Reise sein«, nahm er nach einer
Weile wieder das Wort. »Bis Sie zurückkommen, werden Sie mich längst
vergessen haben.«
»Nein, Herr Doktor, das werde ich nicht!« erklärte Käthe bestimmt.
»Sie werden!«
»Gewiß nicht!«
»Ist es nun nicht jammerschade, Fräulein Käthe, daß wir so auf
Nimmerwiedersehen auseinander sollen?«
»Können Sie nicht einmal nach Gerolstein kommen?« fragte die kluge
Käthe.
»Wer weiß, ob das jemals möglich sein wird!« erwiderte Fridolin mit
sehr tragischem Ausdruck, obschon ihm gerade in diesem Momente die
Idee blitzartig auftauchte, daß er früher in Gerolstein sein werde
als Käthe. Sein Freund Arnold fiel ihm ein; damit war eine Anknüpfung
geboten, und so reifte in einem Augenblicke ein Entschluß in einer
Lebensfrage, die ihn so lange beschäftigt hatte, ohne daß er zu einer
Entscheidung hätte kommen können. Er war sehr rasch mit sich im klaren,
daß er seine Zelte in Gerolstein aufschlagen werde, aber er hielt es
für angemessen, darüber jetzt noch nichts verlauten zu lassen. Mit
einer Regung von Entzücken hatte er es wahrgenommen, daß Käthe durch
den bevorstehenden Abschied von ihm selbst elegisch gestimmt wurde,
und er war nicht selbstlos genug, sich die Freude dieses Eindrucks zu
verkümmern.
»Wer weiß, ob wir uns im Leben jemals wiedersehen!« rief er mit
einem Seufzer, trotzdem er sich im stillen schon jubelnd die sichere
Freude des Wiedersehens ausmalte. »Ihnen freilich ist das vollkommen
gleichgültig, Fräulein Käthe; Sie werden in Wien und in Paris an ganz
andere Dinge zu denken haben als an Ihren armen Reisegefährten, dem
eine freundliche Laune des Geschickes gestattete, einige Stunden in
Ihrer Nähe zu sein; und wenn Sie zurückkommen, dann wird auch die
letzte Erinnerung an mich verwischt sein!«
»Ich werde Sie wirklich nicht vergessen, Herr Doktor, ganz gewiß
nicht!«
»Oh, ich weiß das besser!«
»Das können Sie nicht besser wissen!«
»Es ist doch so, wie ich sage. Ich bin ein phänomenaler Pechvogel! Das
Schicksal hätte Sie mir nicht über den Weg schicken sollen!«
»Jetzt bedauern Sie es auch noch!«
»Habe ich nicht alle Ursache dazu?«
»Ich denke und fühle anders als Sie, Herr Doktor. Ich mache mir das
Herz nicht schwer mit dem, was vielleicht hätte sein können; ich freue
mich an dem, was ist und was wirklich war.«
»Fräulein Käthe?«
»Herr Doktor?«
»Ich möchte Ihnen etwas sagen.«
»Ich fürchte mich in diesem Wäldchen, es ist so finster.«
»Jetzt fürchten Sie sich schon wieder! Bin ich denn nicht da?«
»Ich weiß nicht, ich möchte wieder unter Menschen sein.«
»Und gerade davor fürchte ich mich! Fräulein Käthe! Wir kommen ja
gleich unter Menschen! -- Ich glaube, wir sollten Abschied nehmen
voneinander, bevor wir unter all die fremden Leute kommen, die uns so
gar nichts angehen.«
»Herr Doktor, Sie waren bisher so ritterlich mit mir --« sagte Käthe
nun ängstlich stockend.
»Ist das unritterlich, wenn ich Ihnen zum Abschied sagen möchte:
Fräulein Käthe, Sie sind das reizendste Menschenskind, das mir bisher
vorgekommen ist. Ist das unritterlich? Antworten Sie!«
»Nein, das ist noch nicht unritterlich.«
»Ist es unritterlich, wenn ich Ihnen sage, daß ich Sie sehr lieb habe?«
»Herr Doktor!«
»Ist es unritterlich?«
»N--ein -- ich glaube, -- es ist nicht unritterlich.«
»Wenn ich Sie frage, ob Sie mir ein wenig -- ein ganz klein bißchen --
gut sein können?«
»Herr Doktor, -- ich bitte Sie --«
»Ist es unritterlich?«
»Ich weiß nicht, ob --«
»Sie können sich's ja vereinfachen, können sagen, daß ich Ihnen
gleichgültig bin; dann sind Sie von aller Verlegenheit befreit!«
»Das möchte ich nicht sagen, Herr Doktor!«
Damit hatte er aber auch schon ihre Hand gefaßt und flehte nun um einen
Abschiedskuß.
»Das geht nicht!« erklärte Käthe auf das bestimmteste.
»Ich versichere Sie, es geht; es kommt nur auf einen Versuch an! Sehen
Sie, weit und breit ist kein Mensch, und stockfinster ist es auch.
Käthe!«
»Ich sage ja so schon nichts mehr«, erwiderte sie und hielt zitternd
still, als er seinen Arm um ihre Schulter legte und sein Gesicht dem
ihrigen nahebrachte.
»Jetzt wäre es unritterlich, wenn ich ihn mir nehmen wollte,« sprach er
leise zu ihr, »du mußt ihn mir freiwillig geben, Käthe!«
Und sie gab ihn, zitternd zwar, aber doch freiwillig, und als er
dann sich noch einige dazu nahm, da war das weder ritterlich noch
unritterlich, sondern einfach natürlich. --
»Jetzt bist du mir verfallen, Käthe! Jetzt mußt du mich lieb haben, ob
du willst oder nicht. Nun, habe ich recht?«
»Vielleicht!«
»Ist dir nicht bange, Käthe, daß wir jetzt weltenweit auseinandergehen
sollen?«
»Wenn du mich lieb hast, dann wirst du mich suchen -- und mich finden!«
Als sie dann nach einigen Minuten im Hotel anlangten, da war die Tante
schon da. Sie war ganz munter und hatte nur etwas verweinte Augen.