5. KAPITEL.

Dr. Irmler, der schon lange eine kleine Studienreise vorbereitet hatte,

packte jetzt seinen Koffer für eine kurze Italienfahrt. Länger als vierzehn

Tage gedachte er keineswegs weg zu bleiben. Aber auch während dieses

Zeitraumes wäre es ihm ein drückender Gedanke gewesen, Lux allein in der

Obhut der alten Hausverwalterin zu lassen. Er mußte sich sagen, daß er

bei ihr auf das Beste aufgehoben sei, was ihre Gewissenhaftigkeit und

ihre Zuneigung für den Knaben betraf; allein sie war alt, manchen Zufällen

höherer Jahre bereits ausgesetzt und nicht mehr immer Herr ihrer physischen

Kräfte. Ein zweiter Dienstbote war auf so kurze Zeit nicht zu beschaffen

und wäre auch wenig nützlicher gewesen, als die Hilfe eines kleinen

Schulmädchens, das statt dessen der Alten zur persönlichen Dienstleistung

beigegeben wurde. Dieses aber konnte weiter keine Beruhigung bieten, was

Luxens Pflege und persönliche Sicherheit anging.

Daß Dr. Irmler um seinen einzigen Knaben besorgt war, konnte ihm keiner

verdenken. Ihm war aus einem großen, wenn auch kurzen Glück nur dieses

eine Pfand einer seltenen Liebesgemeinschaft geblieben. Dazu kam, daß

die beabsichtigte Reise ihn wieder an jenen Ort führen würde, wo er die

glücklichsten Tage seines Lebens mit der Verstorbenen zusammen verlebt, wo

er sie zum ersten Male gesehen und sich sogleich in sie verliebt hatte. Das

war in Venedig gewesen, während einer Überfahrt nach dem Lido, wo sie auf

überfülltem Boot in drangvoller Enge ihm gegenüber gesessen hatte, so daß

er dem Zauber ihrer blonden Schönheit, wollend oder nicht wollend, geduldig

standhalten mußte. Alles dieses lebte in der Erinnerung wieder auf und

machte ihn besonders weich und bewegt und erschwerte ihm die Trennung

von dem Knaben. Doch die Reise mußte gemacht werden, und so ging er kurz

entschlossen und herzlich dankbar auf Frau Elisabeths Vorschlag ein, die

Lux solange zu sich ins Haus nehmen wollte.

Einigermaßen verwundert war er, daß Lux diese Lösung nicht erfreuter

aufnahm; war doch der Knabe bisher in der Nachbarvilla auf das vertrauteste

aus- und eingegangen und hing mit einer etwas scheuen, aber echten

Zuneigung an der »Tante«! Und daß es nicht nur die Tante war, der die

Anhänglichkeit galt, das war ihm als aufmerksamer Vater auch nicht

entgangen, und er hatte sich des guten Einvernehmens, das zwischen Lux und

Blanche herrschte, aufrichtig gefreut. Hätte die Vorbereitung zu der Reise

ihn nicht in Anspruch genommen, so wäre ihm die Verstimmung, die zwischen

den Kindern herrschte, gewiß nicht verborgen geblieben; jetzt war er

nicht wenig erstaunt, statt eines jubelnden Einverständnisses ein bloßes

Sichfügen bei Lux anzutreffen.

»Freust du dich nicht?« fragte er.

»O doch,« antwortete der Knabe mehr hastig als freudig.

»Fehlt dir etwas?«

Dr. Irmler sah besorgt in das etwas blasse Gesicht, das ihm einen Grad

schmäler und zarter erscheinen wollte.

»Du kommst ja bald wieder,« erwiderte Lux auf die besorgte Frage, konnte

aber einer plötzlichen Gemütsbewegung nicht Herr werden und brach in ein

heftiges Schluchzen aus.

Bestürzt schloß der Vater den Knaben in seine Arme und tröstete ihn. Die

vierzehn Tage würden ja schnell vorübergehen. Bei der Tante hätte er es

gewiß gut. Er hätte die Gespielen immer um sich, und Frau Elisabeth würde

schon für manche kleine Zerstreuung sorgen.

Frau Elisabeth tat das ihre, Lux heiter zu stimmen. »Laß den Papa nur

reisen,« sagte sie fröhlich, »wir wollen uns schon ohne ihn vergnügte Tage

machen. Blanche und Manuel freuen sich auch schon darauf. Das soll aber

hübsch werden.«

Lux beruhigte sich denn auch bald.

Frau Elisabeth freute sich, eine Gelegenheit zu haben, dem einstigen Retter

ihres Kindes einmal ihre Dankbarkeit durch eine wirkliche Gegenleistung

zu zeigen. Und noch ein anderes bewegte sie: ihren mütterlichen Augen

war nicht entgangen, daß Blanche sich in der letzten Zeit mehr dem neuen

Hausgenossen zuwandte und ihren alten Spielkameraden vernachlässigte. Doch

hatte sie kaum Veranlassung gehabt, sich hinein zu mengen. Auch war sie

klug genug, zu wissen, daß das unter Umständen mehr schaden als nützen

konnte. Sie selbst hatte in ihrer Jugend durch zudringliche Störung

kindlicher Neigung ihren ersten seelischen Schmerz erlitten. Ein

freundschaftliches Gefühl von unbewußter Innigkeit war ihr als etwas

Besonderes und eigentlich Unziemliches hingestellt und durch unüberlegte,

alberne Neckereien aus einem harmlosen, stillen Glücksgefühl zu etwas

Quälendem und Beschämendem gemacht worden.

Dessen hatte sie sich erinnert, und hatte die Freundschaft zwischen Lux und

Blanche weder gefördert noch gehindert, sondern hatte sie gewähren lassen.

Ein etwas wachsameres Auge hatte sie auf Manuel gehabt, dessen frühreife

Manieren und südländische Lebendigkeit Blanche sehr zu imponieren schienen.

Doch hatte sie hinlänglich Beweise von dem graden und ritterlichen

Charakter des kleinen neuen Hausgenossen, um einen nachteiligen Einfluß auf

ihr Töchterchen zu befürchten. Dennoch war es ihr lieb, den Beiden jetzt

Lux auf längere Zeit zu engerem Verkehr zugesellen zu können. Lux, obgleich

nur um ein Jahr jünger, war doch um mindestens drei Jahre kindlicher als

der kleine Afrikaner. Der war in einem reichen Hause aufgewachsen, wo

unterwürfige farbige Diener den Herrensohn früh verwöhnten. Nachher,

in Paris, fern von der Heimat und den Eltern, war Manuel erst recht

selbständig geworden und hatte sich manche Manieren der Erwachsenen

angeeignet. Seine Höflichkeit des Handküssens hatte Frau Elisabeth zuerst

bei einem so jungen Knaben befremdet, doch lag so viel Natürlichkeit

und Ritterlichkeit darin, daß sie nicht für berechtigt hielt, ihm diesen

Handkuß zu verbieten. Nur als sie gewahrte, daß er anfing, auch Blanche

in dieser Weise zu begrüßen, erhob sie Einspruch; solches wäre hierzulande

unter Kindern nicht Sitte, die schüttelten sich herzhaft die Hände, und das

wäre auch ein hübscher Gruß. Manuel nahm diese Belehrung mit bescheidenem

Lächeln auf, und sie sah ihn nie wieder ihrem Töchterchen die Hand küssen.

Daß er es trotzdem oft tat, wenn die Kinder unter sich waren, wußte sie

nicht. Und Lux, der es einmal als ungewollter Zeuge gesehen hatte, hütete

sich, diese schlimmste Ursache seiner kindlichen Betrübnis zu verraten. Er

hätte sich geschämt, davon zu sprechen. Aber seinem Herzen tat es weh.

Wohl hundert Mal nahm er sich vor, es dem anderen nachzutun, aber nie

brachte er es über sich; unschlüssig überlegte er: küßt du ihr nun die

Hand, oder begnügst dich mit einem Händedruck? Und vor lauter Überlegung

fiel denn auch wohl noch dieser Händedruck nur schwach und gleichsam

versuchsweise aus; zum Befremden der wenig nachdenklichen Blanche.

»Was hat er nur? Hab ich ihm etwas getan? Komischer Junge.«

Damit war es für sie abgetan. Sie merkte gar nicht, daß Lux ihr

gleichgültiger wurde. Manuel machte ihr mehr Spaß.

»Der Lux ist jetzt immer so langweilig,« sagte sie.

Trotzdem freute sie sich aufrichtig, daß Lux auf ein paar Wochen zu ihnen

ins Haus kommen sollte.

Zu dritt war es am Ende noch lustiger. Was wollten sie alles aufstellen!

Obendrein standen die Ferien vor der Tür, und das war immer eine schöne

Zeit. Die Mutter hatte schon, wie alljährlich in dieser Sommerzeit,

Ausflüge mit ihnen geplant. Da sollten die beiden Jungen aber Augen machen!

Lux war wohl schon einmal mit gewesen, wenn auch nicht so gar weit.

Aber Manuel kannte noch nichts von der Gegend. Wenn sie dann zusammen im

Eisenbahnwagen sitzen würden, natürlich am Fenster, und alles flöge so

lustig schnell an ihnen vorüber, und sie würde es ihm zeigen: das ist

Neudorf und das ist Birkendorf und das ist Bentheim, und in dem Walde

dahinten sind wir mal mit Papa gewesen; und wenn sie dann durch die Heide

liefen, oder noch schöner am Seestrande, barfuß, und die Wellen so kühl und

erquickend heranrollten und bis an die Knöchel herauf schäumten, wie schön

würde das sein. Und das Schanzen aufwerfen und Burgen aufbauen! Und das

Bootfahren!

Ob Manuel wohl Angst vor dem Wasser hätte? Sie hatte es. Nur ein ganz klein

wenig.

Aber Manuel war ja doch über das Meer gekommen. Und die große Stadt in

Afrika, wo er zuhause war, lag ja unmittelbar am Meer. Am Ende würde sie

ihm gar nichts Neues zeigen können.

Das betrübte sie etwas. Was war sie doch für ein Dummchen gegen ihn. Aber

dafür war er ja auch ein Knabe und war fast zwei Jahre älter als sie. In

zwei Jahren würde sie auch noch viel lernen und sehen und erleben. Doch

die Einsicht in ihre Unwissenheit hielt nie lange vor. Später! später! Das

würde alles schon kommen, wie es kommen sollte.

Manuel lebte wie Blanche in den Tag hinein, und genoß mit Behagen die

Freiheit, deren Ende freilich mit dem Schulanfang immer näher rückte. Doch

waren es Wochen, die ihm noch gegönnt waren. Inzwischen las er leichte,

deutsche Bücher, die Frau Elisabeth ihm gab, und schrieb jede Woche seinem

Vater einen deutschen Brief, dessen Inhalt sich immer ziemlich gleich

blieb; ungelenke, mit dem Ausdruck und mehr noch mit der Orthographie

ringende Briefe. Schnelle Fortschritte machte er im Sprechen; und zwar

verdankte er diese raschen Erfolge weniger Frau Elisabeth und den anderen

Hausgenossen, als seiner kleinen Freundin Blanche, deren Plappermaul nie

lange still stand.

Er hatte in einem Brief an den Vater begeisterte Schilderungen von Blanche

gemacht, die der vielbeschäftigte und viel reisende Kaufherr und Lebemann

mit einem flüchtigen Lächeln gelesen haben mochte; ihm aber waren sie

Ausdruck seines Heiligsten: Blanche war für sein ungestümes Knabenherz

alles, ersetzte ihm Heimat und Elternhaus.

Er hielt ein abgelegtes blaues Haarband und ein altes Schreibheft von ihr

als köstliche Besitztümer verwahrt. Das kleine Heiligenbild über seinem

Bett hörte oft ihren Namen, wenn er sie in sein Gebet einschloß, oder

in Gedanken an sie verloren, halblaut diesen schönen Namen stammelte,

in dessen romanischem Klang ihn Verwandtes grüßte, und in dem so viel

Reinheit, Jugend und Süße lag.

Blanche!

Er kannte eine halbe Strophe eines französischen Liedes, in der dieser Name

vorkam, und er wurde nicht müde, sie vor sich hin zu trillern.

»Blanche, petite Blanche!«

Auf dem Schulweg trug er ihr die Mappe bis zum kleinen Bahnhof, von wo aus

sie der Zug in einer Viertelstunde in die Stadt führte. Sonst hatte Lux ihr

die Mappe getragen, konnte es aber nicht ändern, daß Manuel ihm nun

immer zuvorkam. Dieser ging übrigens nicht mit auf den Perron, sondern

verabschiedete sich schon vorher; denn sie trafen auf dem Bahnhof noch

einige andere Knaben und Mädchen, die in die Schule fuhren, und deren

Anstarren ihm unangenehm war. War man denn als Ausländer ein wildes Tier

für diese dummen deutschen Kinder? Eine häßliche Unsitte, dieses Anglotzen

eines Fremden. Daß er dunkler war als sie, sahen sie doch mit einem halben

Blick. Und was war denn sonst an ihm, was ihre Aufmerksamkeit immer aufs

neue wieder erregen konnte? Er wußte ja nicht, daß Blanche es war, die mit

ihren Erzählungen diese Unart nährte.

Keinem, keinem hätte er ein Wort über Blanche gesagt; ganz allein

ihm gehörte sie und den Heiligen, deren Schutz er sie mit kindlicher

Frömmigkeit empfahl. Was ging es andere an, was er über Blanche dachte, was

er für sie empfand; nur ihr selbst es mit tausend kleinen Aufmerksamkeiten

und Artigkeiten zu zeigen, war er beflissen. Ihre Mutter hatte ihm den

Handkuß untersagt; aber was ihm alte Gewohnheit war, konnte er nicht sobald

lassen und tat es jetzt heimlich und mit dem Bewußtsein einer verbotenen

Huldigung. Dieses war das einzige, was er sich vorzuwerfen hatte. Er

hätte sonst nie eine Lüge über seine Lippen gebracht; in diesem Falle aber

entschuldigte er sich vor seinem Herzen.

Blanche! Blanche! jubelte dieses heiße Knabenherz, wenn sie ihm

entgegenkam, schlank, schwebend, ganz Licht in dem Strahlenkranz ihrer

goldenen Haare, und ihm schon von weitem ihre feine schlanke Hand mit den

etwas langen Fingern entgegenstreckte.

Blanche!

Und dann sollte er diese Hand wieder fahren lassen, ohne sie zu küssen?

Mochte es nicht Sitte sein in diesem kühlen Lande, und mochte der blasse

Lux nie die Hand der kleinen Blanche küssen, ihm sollte man es nicht

wehren. Und bei der Vorstellung, daß auch Lux diese Hand küssen könne, zog

sich eine feine Falte zwischen den schwarzen Augenbrauen zusammen.

Manuel war denn auch der einzige, der sich nicht auf Lux freute. Mochte

er doch zum Spielen herüberkommen. Aber daß er nun auch das Zimmer mit

ihm teilen sollte, gefiel ihm nicht. Frau Elisabeth hatte es ihm schon

angekündigt. Freilich nur in Form einer Frage, ob er wohl auf vierzehn Tage

Lux bei sich aufnehmen wolle. Gewiß wollte er, er durfte doch nicht nein

sagen, aber erfreut war er nicht. Nicht, daß er den Nachbarssohn fürchtete;

aber Lux würde die wenigen Stunden, die Manuel bisher mit Blanche allein

sein durfte, stören. Und das war Grund genug, ihn zu hassen.

Doch der Tag rückte heran, an dem Lux übersiedeln sollte. Dr. Irmler hatte

seinen Koffer gepackt und kam nun am Abend vor seiner Abreise mit Lux

herüber, um sich zu verabschieden und seinen Knaben in die Hände der

verehrten Pflegerin abzuliefern. Man saß nach dem Tee in der offenen

Veranda in angeregtem Gespräch über Italien, das beiden Gatten nicht fremd

war, und die Kinder durften dabei sein und sich still verhalten. Manuel

und Blanche wären lieber noch in den Garten gegangen, aber Lux wollte sich

begreiflicherweise in der letzten Stunde nicht vom Vater trennen und stand

an dessen Seite, von seinem Arm umschlungen.

Manuel dachte an seinen Vater. So zärtlich hatte der ihn nie umfaßt.

Selten, daß er einen Kuß von ihm bekommen hatte. Auch als er sich zuletzt

auf dem Bahnhof von ihm verabschiedete, hatte er ihm nur die Hand gegeben

und sie fast geschäftsmäßig geschüttelt.

Ein tiefes Heimweh nach Liebe und Mutterarmen packte ihn. Wie lange hatte

er sie entbehren müssen. Seine Mutter, von der er fast nie sprach, war eine

träge, indolente Südländerin, und der Vater ging ganz in seinen Geschäften

auf. Ein einziges Briefchen erst hatte er von der Mutter bekommen, der das

Schreiben eine körperliche und mehr noch geistige Anstrengung war. Wohl

liebte er sie und er hätte sie nicht leiden sehen können, aber die Trägheit

ihres Gefühlslebens hatte auch die Äußerungen seiner Neigung mehr und

mehr erschlaffen lassen. Nur Nushat war es, an die Manuel mit Zärtlichkeit

dachte. Sie allein hatte wohl einmal ihren Arm um seinen Hals gelegt und

hatte ihm sanfte Worte gesagt. Die braune Tochter Arabiens stand plötzlich

vor seinen Augen und verdunkelte sogar die lichte Blanche, so daß er

sich gänzlich fremd und verlassen in diesem Kreise vorkam, und mit einem

feindlichen Gefühl als stiller und übelwollender Beobachter in seiner Ecke

sitzen blieb.

Lux aber war nicht nur bei seinem Vater Liebkind an diesem Abend, sondern

auch Frau Elisabeth und ihr Gatte waren geflissentlich freundlich und

aufmunternd zu ihm, um ihm die Trennung leichter zu machen und ihm gleich

zu zeigen, daß sie es gut mit ihm meinten, und er hier wohl geborgen sei.

Und auch Blanche, dem Beispiel ihrer Eltern folgend, war freundlicher gegen

Lux, als sonst wohl in der letzten Zeit.

Nachher, als Dr. Irmler Lux den Gute Nachtkuß gab und in sein eigenes Heim

hinüberging, war Lux wieder dem Weinen nahe; doch er beherrschte sich und

stieg still mit Manuel in ihr gemeinsames Stübchen hinauf.

Still kleideten sie sich aus. Jeder war mit seinen Gedanken beschäftigt,

und wollte von dem anderen nichts, als unbehelligt gelassen werden.

»Soll ich auslöschen?« fragte Manuel.

»Ja, bitte.«

Es wurde dunkel in der kleinen Kammer und still, nur das feine, hastige

Ticken zweier Taschenuhren erfüllte als einziges, leises Geräusch den Raum,

und ab und an knarrte eine der Bettstellen.

Manuel konnte nicht einschlafen. Zum ersten Mal hatte er sein Nachtgebet

leise hergesagt und den lieben Namen Blanche nicht ausgesprochen. Seine

Gedanken waren zerstreut, halb drüben in der Heimat und nur zur Hälfte

hier, wo er sich zum ersten Male fremd und verlassen vorkam. Lux schlief

schon lange, mit ruhigen, leisen Atemzügen, als Manuel noch wach lag, das

Gesicht in die Kissen drückte und leidenschaftlich weinte.

[Illustration]

Der Spanier: Novelle · 第 7 / 13 题