Einleitung von Wilhelm Lottig 3-4

~Peter Rosegger~: Der Adlerwirt von

Kirchbrunn 7-139

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Für die Abdruckserlaubnis dieser Novelle schulden wir dem Herrn

Verfasser und der Verlagsbuchhandlung L. Staackmann in Leipzig Dank.

Die Novelle ist dem Bande »Hoch vom Dachstein« von Peter Rosegger

entnommen.

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Ein Bild Peter Roseggers ist hinter Seite 4 eingeheftet.

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~Peter Rosegger~[1], geboren den 31. Juli 1843, war also vor

50, 60 Jahren noch das nichtige Waldbauernpeterl in der weltab

liegenden kleinen steirischen Dorfgemeinde Alpel bei Krieglach,

danach vom 17. bis übers 20. Lebensjahr hinaus Lehrbub und Gesell

beim Bauernschneider zu Kathrein am Hauenstein. Heut ist er unser

bester Volksschriftsteller, einer, der sich selbst die Aufgabe stellen

durfte: Ich will mitarbeiten an der sittlichen Klärung unserer Zeit.

So seltsam solche Entwicklung scheint, so folgerichtig ist sie doch.

Die Landschaftsbilder, die unbewußt schon das helle Kindesauge aufsog,

die Menschen und die Menschenschicksale, die der Wachsende, in mehr

als 60 Bauernhäusern schneidernd, regen Sinnes mit erlebte, sie sind

der Grundstock des reichen Vermögens, das der »Waldpoet« so köstlich

verwaltete. 21jährig wagte er, halb gedrängt vom übermächtigen inneren

Emporquellen, halb gezogen von helfend sich entgegenstreckenden Händen,

den Sprung vom Naturdasein als bäuerlicher Handwerker hinüber ins

Weltleben des Kulturmenschen. Die schwierige Verpflanzung gelang nach

harten Übergangswehen; aber der Riß in der Entwicklung vernarbte nur,

weil und soweit die abgerissenen Wurzelfäden den Weg zurück fanden zu

dem Nährboden ihrer Kraft. Sie gruben ihn mit Urgewalt; ein schier

krankhaftes Heimweh zwang den körperlich auf Reisen oder stofflich

in seinem Schaffen sich von seiner »Waldheimat« Entfernenden immer

wieder in ihre Mutterarme zurück. Rosegger wohnt jetzt abwechselnd

in Graz und auf dem bescheidenen Sommersitz, den er sich, zunächst

dem Ursprung seines Werdens und Wesens, in Krieglach gegründet. Aus

allen seinen Werken, von dem 1869 erschienenen ersten Büchelchen an

die lange Reihe von Bänden hindurch, die sein unermüdlicher Fleiß,

sein unerschöpflicher Gestaltungsdrang uns gegeben haben, quillt

dieselbe Urwüchsigkeit, dieselbe gottgegebene Frische des Gemüts im

Ernst und im »Hamur«, dieselbe Kraft und Tiefe der Erfassung, die

schon den Waldbauernbuben schmerzhaft und glückhaft über seine Umwelt

hinaushob. »Der ewige Waldbauernbub«, in dies Wort schließt Rosegger

einmal selbst seine ganze Entwicklung ein; seine Dichtergröße aber ist,

wie durch seine Augen gesehen ein kleines Einzelschicksal wächst und

sich verklärt zu einem uns im Innersten ergreifenden und reinigenden

Abbild großen Menschheitsringens und Gottheitssiegens. Wer die in

diesem Bändchen abgedruckte Novelle mit so gerichteten Gedanken liest,

der wird selbst etwas von der schmerzhaften und doch glückhaften

Erschütterungsfähigkeit spüren, deren Vollbesitz den Waldbauernbuben

zum Dichter krönte.

Hamburg, im Juli 1907. W. Lottig.

[1] Die Deutsche Dichter-Gedächtnis-Stiftung druckte schon

im 3. Bande ihrer »Hausbücherei« zwei kleine Humoresken Roseggers:

»Als ich das erste Mal auf dem Dampfwagen saß« und »Wie wir die

Gürtelsprenge haben gehalten«.]

[Illustration: _Peter Rosegger_]

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Peter Rosegger:

Der Adlerwirt von Kirchbrunn.

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Der Adlerwirt von Kirchbrunn.

Eine Dorfgeschichte.

Der Adlerwirt von Kirchbrunn · 第 4 / 22 题