66. $Bestimmung der MgO als 2 MgO, PO_{5}$ (zu §. 82. 2.).

a. 1,0587 reine wasserfreie MgO,SO_{3} gaben, in Wasser gelöst und

nach §. 82. 2. gefällt, 0,9834 pyrophosphorsaure Magnesia, enthaltend

0,3533944 MgO = 33,38 Proc. (berechnet 33,35), somit wurden gefunden

100,09 statt 100,00.

b. 0,9672 MgO, SO_{3} gaben 0,8974 PO_{5}, 2 MgO, d. i. 33,34 Proc. MgO

(berechnet 33,35), somit gefunden 99,97 statt 100,00.

67. $Fällung des essigsauren Zinks durch Schwefelwasserstoff$

(zu §. 85. b.).

a. Eine Lösung von reinem essigsauren Zinkoxyd wurde mit

Schwefelwasserstoffgas im Ueberschuss behandelt. Die nach einigem

Stehen abfiltrirte Lösung blieb, mit Ammon versetzt, anfangs vollkommen

klar; nach langem Stehen hatten sich wenige kaum sichtbare Flocken

abgeschieden.

b. Ebenso verhielt sich eine Lösung von essigsaurem Zink, der vor dem

Fällen mit Schwefelwasserstoff ziemlich viel Essigsäure zugesetzt worden

war.

68. $Bestimmung des Quecksilbers als Metall auf nassem Wege mittelst

Zinnchlorürs$ (zu 94. 1. b.).

2,010 Grm. Quecksilberchlorid lieferten 1,465 Grm. Quecksilber, d. i.

statt 73,83 Proc. 72,88 oder statt 100,00 Theilen 98,71 ($Schaffner$).

69. $Fällung des salpetersauren Wismuths durch kohlensaures Ammon$

(zu §. 96. a.).

Versetzt man eine Wismuthlösung mit Wasser, dann mit kohlensaurem Ammon

und Ammon, und filtrirt ohne zu erwärmen ab, so färbt sich das Filtrat

beim Zusatz von Schwefelwasserstoffwasser dunkel schwarzbraun, erhitzt

man die trübe Mischung aber vor dem Filtriren eine kurze Zeit bis fast

zum Kochen, so wird das Filtrat durch Schwefelwasserstoff nicht mehr

oder doch nur so wenig gebräunt, dass man die Farbenveränderung beim

Hindurchsehen von oben durch ein ganz mit der Flüssigkeit gefülltes

Proberöhrchen kaum mehr wahrnehmen kann. -- Die Erscheinung bleibt sich

gleich, sowohl, wenn die Wismuthlösung viel, als auch, wenn sie wenig

freie Salpetersäure enthält.

70. $Bestimmung der Phosphorsäure als pyrophosphorsaure Magnesia$

(zu §. 106.).

Zu den folgenden Versuchen wurde ein völlig reines, ganz lufttrockenes,

krystallisirtes phosphorsaures Natron angewandt. Der Sicherheit wegen

bestimmte ich durch Erhitzen und Glühen seinen Wassergehalt mit grösster

Sorgfalt.

1,3123 Substanz hinterliessen 0,4899 Grm. pyrophosphorsaures Natron. --

Hieraus ergiebt sich in Procenten 62,67 Wasser. Die Formel 2 NaO, HO,

PO5 + 24 aq. erfordert 62,71 Proc.

a. 1,9847 Grm. des lufttrockenen krystallisirten phosphorsauren

Natrons wurden in Wasser gelöst und nach §. 106. I. b. [Greek: a]. mit

schwefelsaurer Magnesia unter Zusatz von Salmiak und Ammon gefällt. Der

Niederschlag wurde mit ammonhaltigem Wasser vollkommen ausgewaschen.

Er lieferte nach dem Glühen und nach Abzug der Filterasche 0,6336 Grm.

pyrophosphorsaure Magnesia, entsprechend 0,3945328 Phosphorsäure.

Hieraus ergiebt sich in dem krystallisirten phosphorsauren Natron ein

Gehalt an Phosphorsäure von 19,87 Procent. Die obige Formel verlangt

19,90, -- und corrigirt auf den gefundenen Wassergehalt 19,91.

b. 3,0676 Grm. desselben krystallisirten phosphorsauren Natrons

wurden in Wasser gelöst, Salzsäure, dann Eisenchlorid und Alaunlösung

zugesetzt, Weinsteinsäure zugefügt und endlich Ammon, bis der am Anfang

entstandene Niederschlag wieder völlig gelöst war. Nunmehr wurde mit

schwefelsaurer Magnesia gefällt. Der nach 12 Stunden abfiltrirte

Niederschlag wurde mit ammonhaltigem Wasser so vollständig ausgewaschen,

dass ein Tropfen des zuletzt ablaufenden auf Platinblech nicht den

mindesten Rückstand mehr liess. -- Ich führe dies absichtlich an, weil

es mir trotzdem nicht gelang, den Niederschlag so weiss zu erhalten,

als er eigentlich hätte sein müssen. Auch zuletzt zeigte er noch einen

schwachen Stich ins Gelbe. Beim Glühen wurde er in der ganzen Masse ein

wenig schwärzlich. Er wog nach Abzug von 0,0026 Grm. Filterasche 0,9786

Grm., entsprechend 0,6181 Phosphorsäure = 20,14 Proc., berechnet 19,91.

-- Die 0,23 Proc., welche ich zu viel erhielt, verdankten ihren Ursprung

einer Spur Kohle, sowie einer kleinen Menge Eisenoxyd; erstere schied

sich beim Auflösen des Rückstandes in Salzsäure ab, letzteres gab sich

in der Lösung durch Schwefelcyankalium deutlich zu erkennen. --

71. $Trennung der Magnesia von Natron$ (zu §. 121. B. 4. a.

[Greek: a].).

1,1864 Grm. reines geglühtes Chlornatrium und 1,4252 Grm. reine

wasserfreie schwefelsaure Magnesia wurden in Wasser gelöst, auf 100°

erhitzt und mit Barytwasser im Ueberschuss versetzt. Die von dem

entstandenen Niederschlagt abfiltrirte und durch kohlensaures Ammon vom

überschüssigen Baryt befreite Flüssigkeit lieferte, mit Schwefelsäure

abgedampft, 1,4371 Grm. neutrales schwefelsaures Natron, enthaltend

0,4694 Natrium. -- Der durch Barytwasser erhaltene, ausgewaschene

Niederschlag wurde mit verdünnter Salzsäure erwärmt, die Lösung von

dem ungelöst gebliebenen BaO, SO_{3} abfiltrirt und unter Zusatz von

Schwefelsäure (durch welche ein mässiger Niederschlag von schwefelsaurem

Baryt entstand) eingedampft. Der gelinde geglühte Rückstand wog 1,4308

Grm. Derselbe wurde mit Wasser behandelt, der ungelöst bleibende BaO,

SO_{3} abfiltrirt und bestimmt, er wog 0,0889 Grm. Es bleiben somit für

MgO,SO_{3} 1,4308 Grm. = 0,48668 MgO.

Zusammenstellung in 100 Theilen der Mischung:

gefunden berechnet

Na 17,84 17,86

MgO 18,63 18,56

So gut diese Zahlen stimmen, so würde doch die Analyse noch besser

gewesen sein, wenn der Gehalt an MgO etwas zu gering und der des Na

etwas zu hoch gefunden worden wäre. So musste ich schliessen, dass ich

den durch Barytwasser entstandenen Niederschlag nicht ganz vollständig

ausgewaschen hatte, und in der That konnte ich auch in der erhaltenen

schwefelsauren Magnesia die Gegenwart einer Spur Natron mit Sicherheit

darthun.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 722 / 749 题