37. $Fällbarkeit der Thonerde durch Ammon etc.$ (zu §. 54. a.).

a. Versetzt man eine neutrale Thonerde- oder auch Alaunlösung mit

Ammon, so entsteht, wie bekannt, ein gelatinöser Niederschlag von

Thonerdehydrat. Vermehrt man den Zusatz des Ammons, so dass es

zuletzt in bedeutendem Ueberschuss vorhanden ist, so verschwindet der

Niederschlag mehr und mehr, ihn ganz zu lösen gelingt jedoch nicht.

b. Giesst man einen Tropfen einer verdünnten Alaunlösung in viel Ammon,

so erhält man nach dem Umschütteln eine fast völlig klare Lösung, nach

längerem Stehen setzen sich jedoch auch aus einer solchen leichte

Flocken ab.

c. Filtrirt man eine mit viel Ammon versetzte Thonerdelösung

[Greek: a]. und erhitzt das Filtrat anhaltend zum Kochen, so scheiden

sich allmälig in dem Verhältniss, als der Ammonüberschuss entweicht,

Flocken von Thonerdehydrat aus;

[Greek: b]. und versetzt das Filtrat mit Salmiaklösung, so scheidet sich

alsobald ein sehr bemerklicher flockiger Niederschlag von Thonerdehydrat

ab; in der Art, dass bei genügsamer Menge Salmiak alles gelöst gewesene

Thonerdehydrat sich ausscheidet;

[Greek: c]. und versetzt das Filtrat mit anderthalb kohlensaurem Ammon,

so zeigt sich dieselbe Erscheinung, wie bei [Greek: b].;

[Greek: d]. und versetzt das Filtrat mit Chlornatrium- oder

Chlorkaliumlösung, so scheidet sich kein Niederschlag ab. Nach mehreren

Tagen setzen sich (in Folge des durch Verdunstung verminderten

Ammongehalts) leichte Flocken ab.

d. Fällt man eine neutrale Thonerdelösung mit kohlensaurem Ammon oder

eine durch Salzsäure oder Salpetersäure stark saure mit reinem Ammon,

oder setzt man, sofern man mit einer neutralen zu thun hat, ausser dem

Ammon noch eine genügsame Menge Salmiak hinzu, so kommt auch bei grossem

Ueberschuss der Fällungsmittel keine Thonerde in Lösung, wie daraus zu

ersehen, dass die Filtrate auch bei fortgesetztem Kochen und Abdampfen

völlig klar bleiben.

38. $Fällbarkeit der Thonerde aus ihren Lösungen durch

Schwefelammonium$ (zu §. 54. a.).

(Nach Versuchen meines früheren Assistenten, des Herrn J. $Fuchs$.)

a. 50 C.C. einer Lösung von reinem Ammonalaun, welche enthielten 0,3939

Thonerde, wurden mit 50 C.C. Wasser und 10 C.C. Schwefelammoniumlösung

versetzt und nach 10 Minuten filtrirt. Der Niederschlag wog geglüht

0,3825 Grm.

b. Derselbe Versuch wurde mit 100 C.C. Wasser wiederholt. Erhalten 0,3759

Thonerde.

c. Derselbe Versuch wurde mit 200 C.C. Wasser wiederholt. Erhalten 0,3642

Thonerde.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 713 / 749 题