§. 226.
Bei der Analyse der atmosphärischen Luft kommen gewöhnlich nur folgende
Bestandtheile derselben in Betracht: Sauerstoff, Stickstoff, Kohlensäure
und Wasserdampf. Bestimmungen ihres höchst geringen Gehaltes an Ammoniak
und anderen Gasen, von denen manche in unendlich kleinen Spuren wohl
stets in derselben enthalten sind, kommen nur ausnahmsweise vor.
Es scheint mir nicht im Einklang mit der Tendenz des vorliegenden
Werkes, alle die Methoden aufzunehmen, welche bei den ausgezeichneten
neueren Arbeiten von $Brunner$, $Bunsen$, $Dumas$ und $Boussingault$,
$Regnault$ und $Reiset$ und Anderen benutzt worden sind, und denen wir
die genauere Kenntniss der Zusammensetzung unserer Atmosphäre verdanken.
Ich würde denselben Nichts hinzuzufügen haben, und es hat somit
wenig Zweck, die sie enthaltenden Originalabhandlungen hier nochmals
auszuziehen, zumal treffliche Beschreibungen der fraglichen Methoden
sowohl im ausführlichen Handbuche der analytischen Chemie von H. $Rose$,
Bd. II, S. 853, als auch in $Graham-Otto$'s ausführlichem Lehrbuche der
Chemie, Bd. II, Abth. 1, S. 102 ff. enthalten sind.
Ich begnüge mich daher hier damit, diejenigen Methoden zu beschreiben,
welche man am bequemsten anwenden wird, wenn atmosphärische Luft im
Hinblick auf medicinische oder technische Zwecke analysirt werden soll.