III. $Durch Salzsäure nicht aufschliessbare Aschen.$

§. 217.

Kohlensäure findet man in solchen Aschen selten, sollte sich welche

finden, so wird sie nach §. 215 bestimmt. Das Gleiche gilt von Chlor.

Was die Bestimmung der übrigen Bestandtheile betrifft, so muss derselben

eine Aufschliessung vorhergehen. Es kann solche auf verschiedene Weise

ausgeführt werden.

1. Man kann nämlich entweder, wie $Will$ und ich es zuerst

vorgeschlagen, die Asche mit reiner Natronlauge in einer Platin- oder

Silberschale zur Trockne verdampfen. (Hierdurch werden erfahrungsmässig

die kieselsauren Verbindungen der Asche vollständig aufgeschlossen,

nicht aber, oder nur höchst wenig, etwa beigemengter Sand. -- Die Hitze

darf zuletzt nicht so weit gesteigert werden, dass die Masse schmilzt.)

-- Man übergiesst den Rückstand alsdann mit verdünnter Salzsäure, dampft

ein, behandelt wieder mit Salzsäure und verfährt mit dem unlöslichen

Rückstand (Kieselerde, Kohle und Sand) wie oben in §. 215. A. 1., mit

der Lösung wie oben in §. 215. A. 2. Dass in letzterer die Alkalien

nicht bestimmt werden können, sondern dass dieselben in einer besonderen

Portion der Asche, nachdem man solche durch Schmelzen mit Barythydrat

oder durch Aufschliessen mit Fluorwasserstoff zersetzt hat, geschehen

muss, ergiebt sich von selbst.

2. $Way$ und $Ogston$[146] mischen die Asche mit dem gleichen Gewicht

salpetersauren Baryts und tragen sie portionenweise in einen grossen

Platintiegel ein. Hierdurch wird die Asche durch Salzsäure leicht

zersetzbar und, wenn sie kohlehaltig war, völlig weiss. Die Kieselsäure

wird wie in §. 215. A. 1. abgeschieden und der dabei etwa vorhandene

und erforderlichenfalls zu bestimmende schwefelsaure Baryt in Rechnung

gebracht. Von der salzsauren Lösung verwenden sie eine Portion zur

Bestimmung der Alkalien (Verfahren wie in §. 215. A. 2. b.), den Rest

fällen sie mit wenig überschüssiger Schwefelsäure aus (aus dem Gewichte

des erhaltenen schwefelsauren Baryts berechnen sie, da die Quantität des

angewandten salpetersauren Baryts bekannt war, die Menge des ihm etwa

anhängenden schwefelsauren Kalkes) theilen das Filtrat in zwei Theile

und bestimmen im einen phosphorsaures Eisenoxyd, Kalk und Magnesia

(§. 216), im anderen die Phosphorsäure nach §. 106. I. c. [Greek: c].

[146] _Journ. of the Royal Agricult. Soc. of England, VIII, part 1._

-- Jahresb. von $Liebig$ u. $Kopp$, 1849. 600.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 593 / 749 题