2) die Asche muss möglichst wenig unverbrannte Theile enthalten;

3) durch den Process des Einäscherns dürfen keine wesentlichen

Bestandtheile verloren gehen.

Um die $erste$ Bedingung zu erfüllen, hat man demnach die betreffenden

Pflanzen oder Pflanzentheile sorgfältig auszusuchen und zu reinigen.

Nicht immer gelingt es, anhängenden Sand oder Thon durch blosses

Reiben und Bürsten zu entfernen; es ist dies namentlich bei kleinen

Samenkörnern der Fall. -- H. $Rose$ giebt zu deren Reinigung folgende

Vorschrift. Man übergiesst sie in einem Becherglase mit einer nicht zu

grossen Menge destillirten Wassers, rührt einige Augenblicke mit einem

Glasstabe gut um, bringt sie dann auf ein weitlöcheriges Sieb, das den

feinen Sand durchlaufen lässt, die Samenkörner aber zurückhält. Diese

Operation wiederholt man einige Male, lässt aber dabei die Körner nie

lange mit dem Wasser in Berührung, weil aus ihnen sonst auflösliche

Salze könnten ausgezogen werden. Man bringt dann den Samen auf ein

leinenes Tuch und reibt ihn zwischen demselben, wodurch auch der feine

an den Körnern haftende Sand fortgenommen wird. Der so gereinigte Samen

ist fast völlig frei von fremden Beimengungen. Man trocknet ihn, um ihn

später einäschern zu können.

Zur Erfüllung der $zweiten$ und $dritten$ Bedingung hat man vornehmlich

ins Auge zu fassen, dass die Einäscherung bei möglichst niederer

Temperatur (dunkler Rothglühhitze) und bei einem weder zu starken noch

zu schwachen Luftzutritt vor sich gehe; denn ist der letztere zu stark,

so werden leicht Theile der Asche fortgerissen, ist er zu gering, so

dauert die Einäscherung zu lange, auch finden leicht Reductionsprocesse

statt, -- glüht man zu stark, so schmelzen nicht allein die Chlormetalle

und Phosphate der Alkalien und erschweren, indem sie die Kohle umhüllen,

deren Verbrennung ausserordentlich, sondern es verflüchtigen sich auch

leicht Chlormetalle, und selbst Phosphorsäure kann verloren gehen,

indem, wie $Erdmann$ zuerst gezeigt hat, saure Phosphate der Alkalien,

mit Kohle geglüht, unter Reduction und Verflüchtigung eines Theiles

des Phosphors in neutrale Salze übergehen. -- Während man nun durch

die Methode der Einäscherung und nöthigenfalls durch Vermischung

der einzuäschernden Substanz mit Baryt oder Kalk jedem Verlust an

Chlormetallen, Phosphorsäure und Schwefelsäure vorbeugen kann, gelingt

dies nicht in Betreff der Kohlensäure. Niemals wird man daher durch

die Bestimmung der letzteren irgend einen sicheren Rückschluss auf

Bestandtheile des Vegetabils machen können, indem sich nicht einmal

$der$ Satz als richtig erwies, dass kohlensaure Salze in der Asche einer

(kohlensaure Salze nicht enthaltenden) Pflanze auf das Vorhandensein

organischsaurer Salze in dieser schliessen lassen; denn wie $Strecker$

gezeigt hat, bilden sich kohlensaure Alkalien, wenn dreibasisch

phosphorsaure mit einem grossen Ueberschuss von Zucker, beziehungsweise

dessen Kohle, geglüht werden, während gleichzeitig pyrophosphorsaure

Alkalien entstehen. Erwägt man dieses Factum und berücksichtigt man,

dass umgekehrt pyrophosphorsaure Alkalien, mit kohlensauren stark

geglüht, in dreibasisch phosphorsaure übergehen, so ergiebt sich, dass

das Auffinden dreibasischer oder zweibasischer phosphorsaurer Salze

in einer Asche ebenfalls abhängig sein kann von der Art, nach welcher

dieselbe bereitet worden ist.

Ich gehe jetzt zur Beschreibung der Methoden über, welche man zur

Darstellung der Asche wählen kann.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 585 / 749 题