7. $Analyse des Schiesspulvers.$

§. 200.

a. _Bestimmung der Feuchtigkeit._ Man wägt etwa 2 Grm. des fein

geriebenen Pulvers zwischen Uhrgläsern ab und trocknet es entweder bei

gelinder Wärme, besser noch im Exsiccator über Schwefelsäure, bis keine

Gewichtsabnahme mehr erfolgt.

b. _Bestimmung des Salpeters._ Man bringt eine genau abgewogene

Quantität des Pulvers (etwa 5-6 Grm.) in ein bei 100° getrocknetes,

gewogenes Filter, nachdem man dies mit Wasser befeuchtet hat, benetzt

das Pulver mit soviel Wasser, als es einsaugen kann, und laugt nach

einiger Zeit den Salpeter durch oft wiederholtes Aufgiessen kleiner

Mengen heissen Wassers vollständig aus. Nachdem dies geschehen,

trocknet man den Inhalt des Filters bei 100° vollständig und wägt

(§. 33). Andererseits verdampft man die Salpeterlösung in einer

gewogenen Platinschale und bestimmt den Rückstand nach §. 76. 2. Die

Gewichtsabnahme des Pulvers und die Gewichtszunahme der Schale müssen

einander gleich sein, denn beide drücken die Menge des Salpeters

aus[123].

[123] Um den Salpetergehalt auf eine rasche und für technische Zwecke

hinlänglich genaue Weise zu ermitteln, kann man sich auch eines

Aräometers bedienen, welches die Gewichtsprocente Salpeter

anzeigt, wenn eine gewisse Menge Pulver in einer bestimmten

Menge Wasser gelöst worden ist. -- Eine auf dasselbe Princip

sich gründende Methode von $Uchatius$ findet sich in den Wiener

acad. Ber. X. 748, daraus in Annal. d. Chem. u. Pharm. 88. 395.

c. _Bestimmung des Schwefels._

[Greek: a]. Auf trockenem Wege nach $Gay-Lussac$.

Man mengt 1 Theil (etwa 1 bis 1,5 Grm.) des fein geriebenen Pulvers

mit der gleichen Menge wasserfreien, reinen (schwefelsäurefreien)

kohlensauren Natrons, mischt alsdann 1 Theil reinen Salpeter und 4

Theile reines und trockenes Kochsalz zu, und erhitzt das Gemenge in

einem Platintiegel, bis die Verbrennung erfolgt und die Masse somit

weiss geworden ist. Dann löst man die geschmolzene Salzmasse in Wasser,

säuert mit Salzsäure an und fällt die durch Oxydation des Schwefels

entstandene Schwefelsäure mit Chlorbaryum (§. 105. I.).

[Greek: b]. Auf nassem Wege.

Man oxydirt 2-3 Grm. des Pulvers mit concentrirter reiner Salpetersäure

und chlorsaurem Kali, welches letztere in kleinen Portionen zuzufügen

ist (§. 116. II. 2. a. [Greek: a].). Da hierbei sowohl der Schwefel als

auch die Kohle vollständig oxydirt werden, so erhält man schliesslich

eine klare Lösung, in welcher die entstandene Schwefelsäure nach §. 105.

I. 1. zu bestimmen ist.

[Greek: c]. Indirect.

Man zieht von dem Gewicht des Schwefels und der Kohle das, nach d.

[Greek: a]. zu ermittelnde, der letzteren ab und erfährt so die Menge

des Schwefels.

d. _Bestimmung der Kohle._

[Greek: a]. Durch Reindarstellung.

aa. Man digerirt eine abgewogene Menge des Pulvers wiederholt

mit Schwefelammonium, bis aller Schwefel gelöst ist, sammelt die

Kohle auf einem bei 100° getrockneten Filter, wäscht sie erst mit

schwefelammoniumhaltigem, dann mit reinem Wasser aus, trocknet bei 100°

und wägt.

bb. Man bringt das die Kohle und den Schwefel enthaltende gewogene

Filter (siehe b.) wieder in seinen Trichter, befeuchtet es mit

absolutem Alkohol und zieht den Schwefel mit einer Mischung von

Schwefelkohlenstoff und absolutem Alkohol aus. Um die Einwirkung

kräftiger zu machen, erwärmt man den Trichter, indem man ihn in einen

weiteren steckt und den Zwischenraum mit warmem Wasser ausfüllt. Zuletzt

wäscht man mit reinem Alkohol aus, trocknet die Kohle bei 100° und wägt

sie ($Marchand$).

[Greek: b]. Durch Elementaranalyse des ganzen Pulvers, nach

$Weltzien$[124].

$Weltzien$ verbrennt eine abgewogene Probe des gut getrockneten Pulvers

mit Kupferoxyd in einer langen Verbrennungsröhre und erfährt so direct

den Gehalt desselben an Kohlenstoff und Wasserstoff. Die Kenntniss des

letzteren ist deshalb wichtig, weil sie einen guten Schluss auf die

Natur und Entzündlichkeit der Kohle gestattet. Bei der Analyse sind

die §. 151, 156 u. 159 angegebenen Modificationen des gewöhnlichen

Verfahrens zu beachten.

Bestimmt man nach der angegebenen Weise Kohlenstoff und Wasserstoff,

den Salpeter nach b. und den Schwefel aus der Differenz, so erhält man

denselben etwas zu hoch, weil der Sauerstoff und die Asche der Kohle

dann sein Gewicht vermehren.

[124] Briefliche Mittheilung.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 565 / 749 题