5. $Prüfung des gelben und rothen Blutlaugensalzes.$

§. 198.

Das käufliche gelbe Blutlaugensalz ist bekanntlich Ferrocyankalium (Cfy,

2K + 3 aq.), welches meist kleinere oder grössere Mengen anderer Salze

(kohlensaures Kali, schwefelsaures Kali, Chlorkalium) enthält; das rothe

Blutlaugensalz ist Ferridcyankalium (2Cfy, 3K), welches ähnliche

Verunreinigungen enthalten kann und ausserdem in der Regel noch etwas

Ferrocyankalium enthält.

Es ist sowohl zur Prüfung dieser Handelsartikel, als auch zur

Untersuchung der bei der Fabrikation derselben sich ergebenden

Mutterlaugen u. s. w. wichtig, eine einfache Methode zu kennen, mittelst

welcher man den Gehalt an Ferro- und Ferridcyankalium leicht, schnell

und sicher feststellen kann.

Ich freue mich, eine solche mittheilen zu können. Sie ist vor Kurzem

von einem meiner Schüler, Herrn E. $de Haen$, ermittelt worden und

entspricht dem Zwecke aufs Beste.

Dieselbe beruht auf der einfachen Thatsache, dass eine mit

Salzsäure angesäuerte Lösung von Ferrocyankalium (in der

somit freie Ferrocyanwasserstoffsäure anzunehmen ist) bei

Zusatz von übermangansaurem Kali übergeht in die entsprechende

Ferridcyanverbindung. Nimmt man diese Ueberführung in einer ganz

verdünnten Flüssigkeit vor, welche etwa 0,2 Grm. Ferrocyankalium

in 200-300 C.C. enthält, so giebt sich das Ende der Reaction durch

den Uebergang der rein gelben Lösung in eine entschieden rothgelbe

scharf und unzweideutig zu erkennen. -- Die Bestimmung des Ferridcyans

vollbringt man, indem man die Ferridcyanverbindung mit Hülfe eines

Reductionsmittels in die entsprechende Ferrocyanverbindung überführt und

diese dann mit übermangansaurem Kali behandelt.

Die Methode erfordert zwei Flüssigkeiten von bekanntem Gehalt, nämlich:

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 561 / 749 题