§. 195.
Der in der Natur vorkommende Braunstein ist ein stets etwas Feuchtigkeit
enthaltendes Gemenge von Manganhyperoxyd mit niederen Oxydationsstufen
des Mangans, mit Eisenoxyd, Thon, Schwerspath u. s. w. -- Es ist für den
Fabrikanten und Kaufmann von grösstem Interesse, den Gehalt desselben an
reinem Hyperoxyd kennen zu lernen, indem von diesem allein sein Werth
abhängt. -- Von den vielen, zur Prüfung des Braunsteins in Vorschlag
gekommenen Methoden theile ich hier nur drei mit. Sie geben sehr sichere
und gute Resultate und lassen sich rasch ausführen. Für technische
Prüfungen empfiehlt sich namentlich die erstere[118].
[118] Die Differenzen, welche bei der Prüfung der Braunsteine nur zu
häufig vorkommen, rühren (wie schon $de Vry$ bemerkte)
hauptsächlich von dem wechselnden Feuchtigkeitsgehalte derselben
her. Es wäre daher gewiss am besten, wenn man einerseits
den zur Analyse bestimmten fein abgeriebenen Braunstein bei
100-120° trocknete, andererseits durch Trocknen einer nur
grob zerkleinerten Portion bei derselben Temperatur, den
Feuchtigkeitsgehalt des Braunsteins bestimmte.