§. 174.
Wie wir in der qualitativen Analyse bereits gesehen haben, erweitert
sich der Kreis der Stoffe, auf deren Bestimmung bei der Analyse der
Mineralwasser Rücksicht zu nehmen ist, im Vergleich zu den in süssen
Gewässern zu bestimmenden, schon beträchtlich, so zwar, dass es im
Ganzen folgende Stoffe sind, auf welche man seine Aufmerksamkeit zu
richten hat.
[94] Vergleiche den betreffenden Abschnitt in meiner Anleit. zur
qualit. Analyse, achte Aufl. §. 199.
a. $Basen$: Kali, Natron, Lithion, Ammon, Kalk, Baryt, Strontian,
Magnesia, Thonerde, Eisenoxydul, Manganoxydul (Zinkoxyd, Kupferoxyd,
Bleioxyd, Zinnoxyd, Antimonoxyd).
b. $Säuren$ etc.: Schwefelsäure, Phosphorsäure, Kieselsäure,
Kohlensäure, Borsäure, Salpetersäure, Chlor, Brom, Jod, Fluor,
Schwefelwasserstoff, Quellsäure und Quellsatzsäure (arsenige und
Arsensäure).
c. $Unverbundene Elemente und indifferente Gase$: Sauerstoff,
Stickstoff, Kohlenwasserstoff.
d. $Indifferente organische Stoffe.$
Manche von diesen Bestandtheilen kommen in den meisten Quellen in
vorwaltender Menge vor, namentlich Natron, Kalk, Magnesia, zuweilen
Eisenoxydul, ferner Schwefelsäure, Kohlensäure, Kieselsäure, Chlor und
zuweilen Schwefelwasserstoff. Die übrigen finden sich fast immer nur in
höchst geringer Menge. Die in der obigen Uebersicht eingeklammerten
Stoffe sind gewöhnlich nur in den schlammigen Ocher- oder festen
Sinter-Absätzen der Quellen nachweisbar[95], welche sich bei den meisten
Mineralquellen da bilden, wo die Luft auf das abfliessende oder in
Reservoirs aufbewahrte Wasser wirkt.
[95] Dass man, sofern in solchen Bleioxyd, Kupferoxyd etc. gefunden
wird, mit grösster Sorgfalt prüfen muss, ob diese Oxyde auch
wirklich aus dem Wasser stammen und nicht etwa von metallenen
Röhren, Hähnen etc. herrühren, habe ich bereits bei der
qualitativen Analyse erwähnt.
Ich theile den folgenden Abschnitt ein: 1. in die $Ausführung der
Analyse$ und 2. in die $Berechnung und Zusammenstellung der Resultate.$