Die Umrisse der sogleich zu beschreibenden, von $Dumas$ erfundenen
Methode sind folgende: Man wägt ein mit trockener Luft gefülltes
Glasgefäss, dessen Inhalt später ermittelt wird, berechnet, wie viel
die Luft wiegt, die es bei der Temperatur und dem Luftdruck, bei denen
die Wägung gemacht wurde, fasst, -- zieht diese von dem ersterhaltenen
Gewichte ab, und kennt somit das Gewicht des luftleeren Gefässes.
-- Man bringt alsdann die Substanz, deren Dampfdichte man bestimmen
will, in überschüssiger Menge in den Ballon, setzt diesen so lange
einer gleichmässigen, den Siedepunkt der Substanz übersteigenden
Temperatur aus, bis der Körper gänzlich in Dampf verwandelt, und der
Ueberschuss desselben nebst der zuvor im Ballon enthalten gewesenen Luft
herausgetrieben ist, verschliesst sodann das Glasgefäss luftdicht, wägt
es und zieht von dem erhaltenen Gewicht das des luftleeren Gefässes
ab. Man kennt so das Gewicht des Dampfes bei gegebenem Volum und hat
demnach die Anhaltspunkte zur Berechnung des specifischen Gewichtes
desselben. Dass das Resultat nur dann richtig sein könne, wenn man
das Volum der Luft und des Dampfes zuerst auf normalen Barometerstand
und eine Temperatur von 0° reducirt, dass man demnach Barometer- und
Thermometerstand kennen müsse sowohl bei der ersten Wägung wie beim
Verschliessen des mit Dampf erfüllten Gefässes, bedarf keiner
Erwähnung. --
Diese Methode ist, wie sich von selbst versteht, nur bei den Körpern
anwendbar, welche sich ohne Zersetzung verflüchtigen; sie liefert nur
dann genaue Resultate, wenn man absolut reine Substanzen anwendet. --
Wir beschreiben hier bloss die praktische Ausführung und verweisen
hinsichtlich der Correction und Berechnung der Resultate auf "Berechnung
der Analyse".
a. _Apparat und Erfordernisse._
1. $Die Substanz.$ Man bedarf von derselben 6-8 Gramm. Ihr Siedepunkt
muss einigermaassen genau bekannt sein.
2. $Ein Glasballon mit ausgezogenem Halse.$ Man nimmt einen gewöhnlichen
Ballon aus reinem, blasenfreiem Glase von 250 bis 500 Cubikcentimeter
Inhalt, spült ihn mit Wasser sauber aus, trocknet ihn vollkommen, pumpt
ihn luftleer, lässt trockene Luft eintreten und wiederholt dies mehrmals
(hierzu dient der §. 143 Fig. 72 abgebildete Apparat). Man erweicht
alsdann den Hals des Ballons nahe am Bauch vor der Lampe und zieht ihn
in der Weise aus, dass man ein Gefäss von der in Fig. 90 dargestellten
Form erhält.
[Illustration: Fig. 90.]
Man schneidet die äusserste Spitze ab und schmelzt die Kanten über der
Weingeistlampe ein wenig rund. -- (Da diese Spitze später schnell und
fest zugeschmolzen werden muss, so ist es sehr zweckmässig, das Glas des
Ballons in dieser Hinsicht erst kennen zu lernen, was am einfachsten
geschieht, indem man versucht, die an dem abgezogenen ursprünglichen
Halse des Ballons befindliche Spitze zuzuschmelzen; -- lässt sich
dasselbe nicht leicht bewerkstelligen, so ist der Ballon unbrauchbar.)
3. $Ein eisernes oder kupfernes Kesselchen$ zur Aufnahme der
Flüssigkeit, in welcher der Ballon erhitzt werden soll (siehe Fig. 91,
S. 390).
Was die Flüssigkeit in dem Kesselchen betrifft, so muss man eine
solche wählen, die mindestens 20°, besser 30-40° über den Siedepunkt
der Substanz erhitzt werden kann. Mit Wasser oder Oel lassen sich
alle Bestimmungen ausführen. Ein Chlorcalciumbad ist aber, wenn seine
Temperatur (die sich bei völliger Sättigung bis 180° steigern lässt)
hinreicht, angenehmer als ein Oelbad, weil sich der Kolben leichter
reinigen lässt.
4. $Ein Apparat zur Befestigung des Ballons.$ Man verfertigt sich
denselben leicht selbst aus einem Stabe und Eisendraht. Derselbe wird
bei der Operation in einen Retortenhalter gespannt, siehe Fig. 91
(a. f. S.).
5. $Quecksilber$, und zwar eine Quantität, welche mehr als hinreicht,
den Ballon damit anzufüllen.