2. $Bunsen's Modification des in 1. beschriebenen Verfahrens$[76].

§. 144.

Das Wesen dieser Modification besteht darin, dass man das Kupferoxyd

in einer verschlossenen Röhre erkalten lässt, dass die Mischung der

Substanz mit dem Kupferoxyde nicht in einer Reibschale, sondern in der

Röhre selbst geschieht, und dass somit -- da bei dieser Art des Mischens

dem Kupferoxyde die Gelegenheit benommen ist, Wasser aus der Luft

anzuziehen -- das Auspumpen der Röhre erspart wird.

[76] $Kolbe$ im Handwörterbuch der Chemie, Supplemente S. 186.

Das Abwägen der getrockneten Substanz geschieht in einem etwa 20 Ctm.

langen, am einen Ende zugeschmolzenen, dünnwandigen Glasröhrchen von

etwa 7 Millim. innerem Durchmesser, dessen offenes Ende durch einen

kleinen glatten Kork während des Wägens verschlossen wird.

Ausser diesem Röhrchen erfordert das $Bunsen$'sche Verfahren:

Verbrennungsrohr, Kaliapparat, Chlorcalciumrohr, vulcanisirtes

Kautschukröhrchen, durchbohrten Kork, Saugrohr, Verbrennungsofen und

Kupferoxyd (siehe §. 142).

[Illustration: Fig. 75.]

Um das frisch ausgeglühte Kupferoxyd erkalten zu lassen und es in die

Verbrennungsröhre einzufüllen, ohne dass es Feuchtigkeit aus der Luft

aufnehmen kann, bedient man sich einer 45 Ctm. langen und 2,5-3 Ctm.

weiten Glasröhre (Fig. 75), welche am einen Ende zugeschmolzen, am

anderen ausgezogen und so weit verengt ist, dass ihre Oeffnung nur

noch 1 Ctm. Weite besitzt. Mit dieser innen sorgfältig gereinigten und

getrockneten Röhre wird das frisch ausgeglühte, noch heisse Kupferoxyd

aus dem Tiegel selbst geschöpft, indem man sie, von der einen Hand unten

mit einem Tuche gefasst, mit dem offenen Ende stossweise in rascher,

zugleich drehender Bewegung in das Kupferoxyd eingräbt, wobei man den

Tiegel mit der anderen Hand, mit Hülfe einer Zange, in stark geneigter,

fast horizontaler Richtung hält. -- Nachdem die Röhre fast ganz gefüllt

ist, verschliesst man sie mit einem kleinen glatten Korke. Es ist

zeitersparend, wenn man gleich so viel Kupferoxyd einfüllt, als man

zu mehreren Analysen bedarf. Bei gutem Verschluss ist der Inhalt nach

mehreren Tagen noch brauchbar, auch wenn man davon bereits einen Theil

verbraucht und die Röhre schon mehrmals geöffnet hat.

Das Füllen der getrockneten und mit etwas Kupferoxyd ausgespülten

Röhre geschieht auf folgende Weise. Man bringt zuerst in das hintere

Ende derselben eine 7-10 Ctm. lange Schicht Kupferoxyd, dadurch dass

man das Füllrohr mit seiner Mündung auf ihre Oeffnung setzt, beide

alsdann umkehrt und so vereinigt einige Mal auf- und abbewegt. -- Diese

Manipulation erfordert einige Vorsicht, weil die Spitze des Füllrohrs

leicht abbricht, wenn man es bei dem Auf- und Abbewegen oder Drehen

nicht in gleicher Richtung mit der Verbrennungsröhre hält. --

[Illustration: Fig. 76.]

Kurz zuvor ist das die Substanz enthaltende Röhrchen mit dem Korke genau

gewogen worden. Nachdem man den Kork behutsam abgenommen hat, so dass

kein Stäubchen dabei verloren geht, führt man es mit dem offenen Ende

so tief wie möglich in die Verbrennungsröhre ein und giesst daraus,

während beide, wie in Fig. 76, ein wenig abwärts geneigt sind, durch

Drehen desselben nach Gutdünken die zur Analyse nöthige Quantität aus.

Man drückt hierbei den Rand des Röhrchens gelinde gegen die obere Wand

des Verbrennungsrohres, um zu verhindern, dass er mit dem bereits

ausgeschütteten Pulver weiter in Berührung kommt.

Sobald man auf diese Weise eine genügende Menge davon ausgegossen

hat, bringt man die Verbrennungsröhre wieder in die horizontale Lage,

so dass das Röhrchen dadurch eine etwas geneigte Stellung bekommt,

nämlich mit dem verschlossenen Ende abwärts gekehrt ist. Wenn man es

alsdann langsam, drehend herauszieht, so fallen die pulverförmigen

Theile, welche am Rande der Oeffnung liegen, wieder ins Röhrchen,

so dass die Stelle frei wird, welche den Kork umschliesst. Es wird

darauf augenblicklich wieder verkorkt und gewogen, während dem man die

Verbrennungsröhre ebenfalls durch einen Kork verschlossen hält. Die

Gewichtsdifferenz ergiebt die Menge der ausgeschütteten, zur Verbrennung

angewandten Substanz.

Man giesst alsdann aus dem Füllrohr eine der vorigen gleiche Menge

Kupferoxyd in die Verbrennungsröhre, und spült damit zugleich die an den

Wänden derselben noch haftenden Partikelchen der Substanz hinunter, so

dass sich nun im hinteren Theile des Rohres eine etwa 20 Ctm. lange Lage

von Kupferoxyd befindet, in deren Mitte die Substanz angehäuft liegt.

[Illustration: Fig. 77.]

Die Mischung geschieht vermittelst eines korkzieherförmig (einmal)

gewundenen, vorn zugespitzten, blanken Eisendrahts, Fig. 77, durch

rasche, theils drehende, theils auf- und abwärts gehende Bewegung. Sie

ist in wenigen Minuten beendet, und bei pulverförmigen Körpern, welche

nicht zusammenbacken, so vollständig, dass die kleinsten Theilchen mit

dem Auge nicht mehr unterschieden werden können. -- Die Verbrennung

geschieht alsdann wie in §. 143.

[Greek: b]. $Schwer verbrennliche, nichtflüchtige Körper$, z. B. $manche

harzartige und extractive Substanzen, Steinkohle$ etc.

Wenn man dieselben nach den in §. 143 und 144 angegebenen Methoden

behandelt, so bleiben leicht kleine Theile abgeschiedenen Kohlenstoffs

unverbrannt. Um dies zu verhüten, wendet man eine der folgenden Methoden

an.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 431 / 749 题