a. Feste Substanzen schmelzt man mit etwa 12 Thln. reinem Kalihydrat
und 6 Thln. Salpeter, oder man mengt sie innig mit etwas reiner Soda
und Salpeter, bringt alsdann in einem Porzellantiegel Salpeter zum
Schmelzen und trägt das Gemisch allmälig ein. Die erkaltete Masse löst
man in Wasser und prüft die Lösung, nach vorhergegangenem Ansäuern mit
Salzsäure, mit Baryt.
b. Flüssigkeiten behandelt man mit rauchender Salpetersäure oder mit
einer Mischung von Salpetersäure und chlorsaurem Kali, anfangs in der
Kälte, zuletzt unter Erwärmen, und prüft die erhaltene Lösung wie in a.
[Illustration: Fig. 56.]
c. Da die in a. und b. angegebenen Methoden nur über die Anwesenheit des
Schwefels im Allgemeinen belehren, ohne Aufschluss darüber zu geben, in
welchem Zustande derselbe vorhanden ist, so führe ich nachstehend noch
eine Methode an, welche nur $den$ Schwefel erkennen lässt, welcher in
nicht oxydirtem Zustande in organischen Verbindungen enthalten ist.
Man kocht die Substanz mit starker Kalilauge und verdampft sie damit
bis fast zur Trockne. Den Rückstand nimmt man mit ein wenig Wasser auf,
bringt die Lösung in den kleinen Kolben _A_, Fig. 56, giesst durch die
Trichterröhre _c_ langsam verdünnte Schwefelsäure ein und beobachtet, ob
der Papierstreifen _b_, welcher mit Bleizuckerlösung getränkt und dann
mit ein Paar Tropfen kohlensauren Ammons betupft ist, sich bräunt. Dass
bei der beschriebenen Anordnung des Apparates der Kork den Kolben nicht
luftdicht schliessen dürfe, braucht kaum erwähnt zu werden.
Anstatt auf die beschriebene Weise kann man das entstandene
Schwefelkalium auch mittelst Nitroprussidnatriums oder in der Art
entdecken, dass man die verdünnte Lösung mit Salzsäure eben ansäuert und
dann einige Tropfen einer Mischung von Eisenchlorid und Ferridcyankalium
zufügt. Die kleinste Menge Schwefelwasserstoff giebt sich durch
Blaufärbung zu erkennen ($Löwenthal$).