a. _Von den Säuren des Arsens, von Phosphor-, Bor-, Fluorwasserstoff-,
Oxal-, Kiesel- und Kohlensäure._
Man versetzt die mit Salzsäure stark sauer gemachte verdünnte Lösung mit
Chlorbaryum und filtrirt den nach §. 105 zu bestimmenden schwefelsauren
Baryt von der die sämmtlichen anderen Säuren enthaltenden Lösung ab.
b. _Von Fluorwasserstoffsäure in unlöslichen Verbindungen._
Soll ein Gemenge von schwefelsaurem Baryt und Fluorcalcium zerlegt
werden, so kann dies nicht durch blosse Behandlung mit Salzsäure
geschehen; der unlösliche Rückstand enthält ausser schwefelsaurem
Baryt Gyps und Fluorbaryum. Nur auf folgende Art lässt sich der Zweck
erreichen. Man schmelzt mit 6 Thln. kohlensaurem Natronkali und 2 Thln.
Kieselsäure. Die erkaltete Masse behandelt man mit Wasser, die Lösung
mit kohlensaurem Ammon, wäscht die ausgeschiedene Kieselsäure mit einer
verdünnten Lösung von kohlensaurem Ammon, übersättigt das Filtrat mit
Salzsäure und fällt mit Chlorbaryum.
Soll auch das Fluor bestimmt werden, so säuert man mit Salpetersäure an,
fällt mit salpetersaurem Baryt, sättigt dann mit kohlensaurem Natron und
fällt das Fluorbaryum durch Weingeist. Nachdem es zuerst mit Weingeist
von 50 Proc., zuletzt mit starkem Alkohol lange ausgewaschen worden,
wird es getrocknet, geglüht und gewogen (H. $Rose$).
c. _Bei Gegenwart von viel Chromsäure._
reducirt man diese am besten, indem man die trockene Verbindung mit
concentrirter Salzsäure kocht (geschieht dies nach §. 104. I. d. [Greek:
b]., so erfährt man hierdurch zugleich die Menge der Chromsäure) und
aus der stark verdünnten Lösung zuerst das Chromoxyd durch Ammon
(§. 84), dann -- im Filtrat -- die Schwefelsäure, nach Zusatz von
Salzsäure, durch Chlorbaryum fällt.
3. $Chromsäure von Phosphorsäure.$ -- Man fällt die Phosphorsäure als
phosphorsaure Ammonmagnesia (§. 106. I. b.). Im Filtrate bestimmt man
die Chromsäure mittelst salpetersauren Quecksilberoxyduls, oder in einer
anderen Portion volumetrisch (§. 104).
4. $Phosphorsäure von Borsäure.$ -- Man bestimmt in der
gemeinschaftlichen Lösung die Phosphorsäure mittelst schwefelsaurer
Magnesia (§. 106. I. b.), im Filtrat die Borsäure nach einer der §. 107
beschriebenen Methoden.