8. _Ausfällung eines Metalles durch ein anderes im metallischen Zustand._

$Bleioxyd von Wismuthoxyd.$ -- Man fällt die Lösung mit kohlensaurem

Ammon, löst die ausgewaschenen kohlensauren Salze in Essigsäure, stellt

in die in einer verschliessbaren Flasche befindliche Lösung einen

gewogenen reinen Bleistab, füllt die Flasche mit Wasser fast voll,

so dass das Blei nicht aus der Lösung herausragt, verschliesst die

Flasche und lässt sie unter jeweiligem Umschütteln 12 Stunden stehen.

Man sammelt das gefällte, vom Blei abgespülte Wismuth auf einem Filter,

löst es nach dem Auswaschen in Salpetersäure, verdampft die Lösung und

bestimmt das Wismuth nach §. 96. Im Filtrat bestimmt man das Blei nach

§. 92. Durch Zurückwägen des getrockneten Bleistabs findet man, welcher

Theil davon diesem zugehört ($Ullgren$).

Sechste Gruppe.

$Goldoxyd, Platinoxyd, Zinnoxydul, Zinnoxyd, Antimonoxyd, arsenige

Säure, Arsensäure.$

I. Trennung der Oxyde der sechsten Gruppe von den Oxyden der fünf

ersten Gruppen.

§. 132.

$Uebersicht$: $Gold$ von den Oxyden der Gruppen I.-III.: A. 1, B. 2,

-- der Gruppe IV.: A. 1,-B. 1. a, 2, -- von Quecksilber,

Kupfer und Cadmium: B. 1. a, 2, -- von Wismuth: B. 1. a,

2, 13, -- von Blei: B. 1. a, 13, -- von Silber: B. 1. a,

10.

$Platin$ von den Oxyden der Gruppen I.-III.: A. 1,-B. 3,

-- der Gruppe IV.: A. 1, B. 1. b, 3, -- von Quecksilber,

Kupfer, Cadmium, Wismuth: B. 1. b, 3, -- von Blei: B. 1.

b, -- von Silber: B. 1. b, 10.

$Zinnoxydul und Oxyd$ von den Oxyden der Gruppen I.

u. II.: A. 1, B. 4. b, 5. b, der Gruppe III: A. 1, B.

4. b, -- von Eisenoxyd: A. 1, 2. b, B. 4. a, -- von

Manganoxydul und Zinkoxyd: A. 1, 2. b, B. 4. a, b, --

von Nickel- und Kobaltoxydul: A. 1, 2. b, B. 4. a, b, 5.

a, -- von Quecksilberoxyden, Cadmium- und Wismuthoxyd:

A. 2. a, 2. b, B. 4. a, -- von Kupferoxyd: A. 2. a, 2.

b, B. 4. a u. b, 5. a, -- von Silber- und Bleioxyd: A.

2. a, 2. b, B. 4. a, 5. a.

$Antimonoxyd$ von den Oxyden der Gruppen I. u. II.: A.

1. 5. b, -- von der Gruppe III.: A. 1, von Eisenoxyd,

Manganoxydul, Zinkoxyd: A. 1, 2. b, B. 4. c, -- von

Nickel- und Kobaltoxydul: A. 1, 2. b, B. 4. c, 5. a, --

von Quecksilberoxyd, Cadmium- und Wismuthoxyd: A. 2. a,

2. b, B. 4. c, -- von Kupfer-, Blei-, Silberoxyd: A. 2.

a., 2. b, B. 4. c, 5. a.

$Arsenige und Arsensäure$ von den Oxyden der Gruppe

I.: A. 1, B. 5. b, 8, 12, -- von Magnesia: A. 1, B. 5.

b, 7, 8, 12, -- von Baryt, Strontian und Kalk: A. 1,

B. 5. b, 7, 8, 11, 12, -- von den Oxyden der Gruppe

III.: A. 1, B. 9, -- von Eisenoxyd: A. 1, 2. b, B. 7,

9, -- von Manganoxydul: A. 1, 2. b, B. 7, 9, 12, -- von

Zinkoxyd: A. 1, 2. b, B. 7, 8, 9, 12, -- von Nickel-

und Kobaltoxydul: A. 1, 2. b, B. 5. a, 7, 8, 9, 12, --

von Quecksilber- und Wismuthoxyd: A. 2. a, b, B. 7,

-- von Kupferoxyd: A. 2. a, b, B. 5. a, 7, 8, -- von

Cadmiumoxyd: A. 2. a, b, B. 7, 8, -- von Silberoxyd: A.

2. a, b, B. 5. a, 7, -- von Bleioxyd: A. 2. a, b, B. 5.

a, 7, 8, 11.

A. Allgemeine Methoden.

1. _Methode, welche auf der Fällbarkeit der Oxyde der sechsten Gruppe

durch Schwefelwasserstoff aus sauren Lösungen beruht._

$Sämmtliche Oxyde der sechsten Gruppe von denen der vier ersten

Gruppen.$

Man leitet in die (am besten durch Salzsäure) saure Lösung

Schwefelwasserstoff im Ueberschuss und filtrirt die gefällten (den

Oxyden der sechsten Gruppe entsprechenden) Schwefelmetalle ab.

Von den §. 130. A. erwähnten Punkten ist [Greek: a]. [Greek: b].

und [Greek: d]. auch hier zu berücksichtigen. -- Was die besonderen

Bedingungen betrifft, unter denen einzelne Metalle der sechsten Gruppe

allein vollständig ausgefällt werden, so verweise ich hinsichtlich

derselben auf das im vierten Abschnitt darüber Gesagte. Hier mache ich

nur noch darauf aufmerksam:

[Greek: a]. Dass Arsensäure und Zinkoxyd, wie $Wöhler$ gefunden hat,

durch Schwefelwasserstoff nicht getrennt werden können, indem auch bei

grossem Ueberschuss von Säure das Zink ganz oder theilweise mit dem

Arsen als ZnS, AsS_{5} gefällt wird. Hat man beide in Lösung, so muss

daher die Arsensäure durch Erwärmen mit schwefliger Säure zuerst in

arsenige Säure übergeführt werden, ehe man Schwefelwasserstoff einleitet.

[Greek: b]. Dass man bei Anwesenheit von Antimon dann zweckmässig

Weinsäure zusetzt, wenn nur Oxyde der vierten Gruppe zugegen

sind, welche sich aus dem Filtrate, nach Zusatz von Ammon,

durch Schwefelammonium ausfällen lassen, während man sie besser

weglässt, sofern Thonerde, alkalische Erden und Alkalien zugegen

sind. Im letzteren Falle leitet man in die klare salzsaure Lösung

Schwefelwasserstoff, fügt dann etwas Wasser zu, leitet wieder

Schwefelwasserstoff ein, setzt nun hinlänglich Wasser zu und vollendet

durch genügendes Einleiten die Ausfällung.

2. _Methode, welche auf der Löslichkeit der Schwefelmetalle der sechsten

Gruppe in alkalischen Schwefelmetallen beruht._

a. $Die Oxyde der Gruppe$ VI. (ausgenommen Gold und Platin) $von denen

der Gruppe$ V. -- Man fällt die saure Lösung mit Schwefelwasserstoff

unter Anwendung der Vorsichtsmaassregeln, welche im vierten Abschnitte

für die einzelnen Metalle angegeben sind, und unter Berücksichtigung des

in 1. Gesagten. Der Niederschlag besteht aus den Schwefelmetallen der

Gruppen V. und VI. Man behandelt ihn unmittelbar nach dem Auswaschen mit

überschüssigem gelben Schwefelammonium und digerirt ihn damit längere

Zeit in gelinder Wärme, filtrirt die klare Flüssigkeit ab, übergiesst

den Niederschlag nochmals mit Schwefelammonium, digerirt wiederum

kurze Zeit, filtrirt und wäscht die Schwefelmetalle der Gruppe V. mit

schwefelwasserstoffhaltigem Wasser aus. -- Wenn Zinnsulfür zugegen ist,

muss dem Schwefelammonium, wenn es nicht sehr gelb ist, etwas Schwefel

als Pulver zugemischt werden. Bei Gegenwart von Kupfer, dessen Sulfid

durch Schwefelammonium ein wenig gelöst wird, nimmt man besser statt

dessen Schwefelnatrium. Dies kann jedoch nur dann geschehen, wenn

kein Quecksilber zugegen ist, da sich dessen Schwefelverbindungen in

Schwefelnatrium lösen.

Zu dem alkalischen Filtrate setzt man Salzsäure nach und nach in kleinen

Portionen, zuletzt bis zum Vorwalten, lässt absitzen und filtrirt dann

die (mit Schwefel gemengten) Schwefelmetalle der sechsten Gruppe ab.

b. $Die Oxyde der Gruppe$ VI. ($ausgenommen Gold und Platin$) $von denen

der Gruppen$ IV. $und$ V.

[Greek: a]. Man versetzt die Lösung mit Ammon bis zur Neutralität, dann

mit gelbem Schwefelammonium im geeigneten Ueberschuss, lässt längere

Zeit, bei guter Bedeckung, in mässiger Wärme digeriren und verfährt

alsdann wie in a. Auf dem Filtrum bleiben die Schwefelmetalle der Gruppe

IV. und V. Sie sind mit schwefelammoniumhaltigem Wasser auszuwaschen.

(Bei Gegenwart von Nickel hat diese Methode besondere Schwierigkeiten.)

Bei Anwesenheit von Kupfer (und Abwesenheit von Quecksilber) nimmt man

statt Ammon und Schwefelammonium Natron und Schwefelnatrium[62].

[Greek: b]. Hat man mit festen Verbindungen (Oxyden oder Salzen) zu

thun, so ist es meist vorzuziehen, dieselben mit 3 Thln. trockenem

kohlensauren Natron und 3 Thln. Schwefel in einem bedeckten

Porzellantiegel über der $Berzelius$'schen Lampe zusammen zu schmelzen.

Wenn der Inhalt vollkommen geschmolzen und der überschüssige Schwefel

verdampft ist, lässt man erkalten und behandelt die Masse mit

Wasser, welches die entstandenen Sulfosalze der Metalle der sechsten

Gruppe löst, die Schwefelverbindungen der Gruppen IV. und V. dagegen

zurücklässt. Auf diese Weise kann selbst geglühtes Zinnoxyd leicht auf

einen Gehalt an Eisen etc. geprüft und solcher darin bestimmt werden (H.

$Rose$). Mit der erhaltenen Lösung verfährt man wie in a.

[62] Gegen die Genauigkeit dieser Scheidung der Metalle der Gruppe VI.

von denen der Gruppen IV. u. V., an der man früher nicht

zweifelte, sprechen auf sehr bedenkliche Weise die Versuche von

$Bloxam$ (Ann. der Chem. und Pharm. 83. 204). Derselbe fand, dass

durch Schwefelammonium kleine Mengen von Schwefelzinn von viel

Schwefelquecksilber, Schwefelcadmium (1 : 100) nicht getrennt

werden können, und dass namentlich die Trennung des Kupfers vom

Zinn und Antimon (auch vom Arsen) schlecht gelingt, indem fast

alles Zinn beim Kupfer bleibt. -- Ich muss mich vorläufig damit

begnügen, auf diese Versuche aufmerksam gemacht zu haben.

B. Speciellere Methoden.

1. _Solche, welche sich auf die Unlöslichkeit einzelner Metalle in

Säuren gründen._

a. $Gold$ von anderen Metallen der Gruppen IV. $und$ V. $in Legirungen$.

[Greek: a]. Man erwärmt die Legirung mit verdünnter reiner Salpetersäure

(oder nach Umständen auch mit Salzsäure). Das Gold bleibt ungelöst, die

anderen Metalle lösen sich. Die Legirung sei fein zertheilt (gefeilt

oder dünn ausgewalzt). Diese Methode ist bei Gegenwart von Silber und

von Blei nur anwendbar, wenn deren Menge mehr als 80 Proc. beträgt,

andernfalls wird nicht alles Silber und Blei gelöst. Enthält daher eine

Goldsilberlegirung weniger als 80 Proc. Silber, so schmelzt man sie

mit 3 Thln. Blei zusammen, ehe sie der Behandlung mit Salpetersäure

unterworfen wird. Das gewogene Gold ist durch Auflösen in Königswasser

auf seine Reinheit zu prüfen.

[Greek: b]. Man erhitzt die fein zertheilte (gefeilte oder

ausgewalzte) Legirung in einer geräumigen Platinschale mit reinem

Schwefelsäurehydrat, bis keine Gasentwickelung mehr stattfindet, und das

Schwefelsäurehydrat sich zu verflüchtigen beginnt; oder man schmelzt

die Legirung mit saurem schwefelsaurem Kali zusammen (H. $Rose$). Durch

Behandeln mit Wasser, zuletzt siedendem, trennt man das ungelöste Gold

von den schwefelsauren Salzen der anderen Metalle. Es ist zweckmässig

die Operation mit dem abgeschiedenen Golde zu wiederholen und dies

zuletzt auf seine Reinheit zu prüfen.

b. $Platin von anderen Metallen der Gruppen$ IV. $und$ V. $in

Legirungen$. Man bewirkt die Scheidung durch Behandlung mit

Schwefelsäure, besser noch mit saurem schwefelsaurem Kali (a. [Greek:

b].), nicht aber mit Salpetersäure (legirtes Platin löst sich unter

Umständen darin).

2. _Solche, welche sich auf die Abscheidung des Goldes als Metall

gründen._

$Gold von allen Oxyden der Gruppen$ I.-V., $ausgenommen Bleioxyd und

Silberoxyd.$ -- Man fällt die salzsaure Lösung mit Oxalsäure nach §. 98.

b. [Greek: c]. und filtrirt das Gold, nach vollständiger Ausscheidung,

ab. Man versäume nicht, eine hinreichende Menge Salzsäure zuzusetzen,

damit sich nicht, aus Mangel an Lösungsmittel, in Wasser unlösliche

oxalsaure Salze mit dem Golde niederschlagen.

3. _Solche, welche sich auf die Abscheidung des Platins als Kalium- oder

Ammoniumplatinchlorid gründen._

$Platin von den Oxyden der vierten und fünften Gruppe, ausgenommen von

Blei und Silber.$ -- Man fällt das Platin nach §. 99 mit Chlorammonium

oder Chlorkalium und wäscht den Niederschlag mit Weingeist vollkommen

aus.

4. _Solche, welche sich auf die Abscheidung von in Salpetersäure

unlöslichen Oxyden gründen._

a. $Zinn von anderen Metallen der Gruppen$ IV. $und$ V., $in

Legirungen$. -- Man behandelt die zerkleinerte Legirung mit

Salpetersäure nach §. 101. 1. a. Das Filtrat enthält die übrigen Metalle

in Form salpetersaurer Salze. (Bei Anwesenheit von Wismuth wäscht

man zuerst mit salpetersäurehaltigem Wasser aus.) -- Da das Zinnoxyd

leicht Spuren von Kupferoxyd zurückhält, so kann man es bei genauen

Untersuchungen nach §. 132. A. 2. b. [Greek: b]. darauf prüfen und

solche bestimmen.

b. $Zinn von den Oxyden der Gruppe$ I., II., III., $sowie von

Manganoxydul, Zinkoxyd, Nickel- und Kobaltoxydul, Kupferoxyd$ und wohl

auch noch anderen Oxyden. (Nach $Löwenthal$, Journ. f. prakt. Chem. 60.

257.)

Man fällt die salzsaure Lösung, welche alles Zinn als Oxyd (Chlorid)

enthalten muss, nach §. 101. 1. b. und trennt den Niederschlag von

Zinnoxyd von dem die übrigen Oxyde enthaltenden Filtrate. Man beachte

dabei Folgendes:

[Greek: a]. Kann man unter den verschiedenen zur Fällung sich eignenden

Salzen wählen, so ist schwefelsaures Natron in der Regel vorzuziehen.

[Greek: b]. Nachdem sich der Niederschlag von Zinnoxyd abgesetzt hat,

giesst man die überstehende Flüssigkeit durch ein Filter, wiederholt

dies Decantiren einigemal und behandelt dann den Niederschlag noch mit

einer Mischung von 1 Salpetersäure (specif. Gew. 1,2) und 9 Wasser

kochend, ehe man ihn aufs Filter bringt und völlig auswäscht. Resultate

sehr befriedigend.

Hat man Zinnoxyd neben anderen Oxyden, welche sich durch Glühen im

Wasserstoffstrom reduciren lassen, so kann man auch die Oxyde auf diese

Art reduciren und dann die Metalle nach a. behandeln.

c. $Antimon von den Metallen der Gruppen$ IV. $und$ V. $in Legirungen$.

-- Man verfährt wie in a., filtrirt den Niederschlag ab und führt ihn

durch Glühen in antimonige Säure über (§. 100. 2.). Resultate nur

annähernd, da sich etwas Antimonoxyd löst.

5. _Solche, welche sich auf die Flüchtigkeit mancher Chlormetalle oder

Metalle gründen._

a. $Zinn, Antimon, Arsen von Kupfer, Silber, Blei, Kobalt, Nickel.$ --

Man behandelt die Schwefelmetalle im Chlorstrom und verfährt dabei genau

nach §. 131. 6. a. Bei Anwesenheit von Antimon füllt man die Kölbchen

_f_ und _h_ mit einer mit Salzsäure vermischten Lösung von Weinsäure

in Wasser. -- Auch die regulinischen Metalle lassen sich auf diese Art

trennen. -- Die Legirungen sind möglichst zu zerkleinern. Arsenmetalle

werden auf letztere Art nur sehr langsam zerlegt.

b. $Zinnoxyd, Antimonoxyd (auch Antimonsäure, arsenige und Arsensäure)

von Alkalien und alkalischen Erden.$ -- Man mengt die feste Verbindung

mit 5 Thln. reinem gepulvertem Salmiak in einem Porzellantiegel, bedeckt

diesen mit einem concaven Platindeckel, auf welchen etwas Salmiak

gestreut wird, und glüht gelinde, bis aller Salmiak entwichen ist,

mengt dem Inhalte des Tiegels aufs Neue Salmiak zu und wiederholt die

Operation, bis keine Gewichtsabnahme des Tiegels mehr stattfindet.

Unter diesen Umständen entweichen die Chlorverbindungen des Zinns,

Antimons und Arsens, während die der Alkalien und alkalischen

Erden zurückbleiben. Am raschesten erfolgt diese Zerlegung bei

Arsenverbindungen, minder rasch bei Antimonverbindungen und am

langsamsten bei Zinnverbindungen (H. $Rose$).

c. $Quecksilber von Gold.$ -- Man trennt beide Metalle, sowohl wenn

sie legirt sind, als auch in anderen Fällen durch Glühen, wobei das

Quecksilber entweder aus dem Verlust oder dadurch zu bestimmen ist, dass

man es auffängt (§. 94).

6. _Solche, welche sich auf die Flüchtigkeit des Schwefelarsens

gründen._

$Arsensäuren von Eisenoxyd$ (wahrscheinlich auch von Nickeloxydul,

Zinkoxyd, Kupferoxyd, Bleioxyd etc.), nach $Ebelmen$. Man erhitzt die

Oxyde in Schwefelwasserstoff, wodurch sie vollständig in Schwefelmetalle

übergehen. Das Schwefelarsen verflüchtigt sich, die anderen Sulfurete

bleiben zurück.

7. _Solche, welche sich auf die Ueberführung des Arsens in arsensaures

Alkali gründen._

$Arsen von den Metallen und Oxyden der Gruppen$ II., IV. $und$ V. --

Hat man mit arsenig- oder arsensauren Salzen zu thun, so schmelzt man

die Verbindung mit 3 Thln. kohlensaurem Natronkali und 1 Thl. Salpeter,

hat man Legirungen zu analysiren, mit 3 Thln. kohlensaurem Natron und

1 Thl. salpetersaurem Kali, kocht den Rückstand mit Wasser aus und

trennt die ungelöst bleibenden Oxyde oder kohlensauren Salze von der

Lösung der arsensauren Alkalien, in welchen die Arsensäure nach

§. 102. 2. zu bestimmen ist. Bei geringen Mengen von Arsen lassen sich

die Schmelzungen in Platintiegeln vornehmen, bei grösseren müssen sie

in Porzellantiegeln vorgenommen werden, indem alsdann die Platintiegel

sehr leiden. Bei Anwendung von Porzellantiegeln wird die Masse durch

Kieselsäure und Thonerde verunreinigt, worauf zu achten.

8. _Solche, welche sich auf die Abscheidung des Arsens als arsensaures

Quecksilberoxydul gründen._

$Arsensäure von den Alkalien, alkalischen Erden, von Zinkoxyd,

Kobaltoxydul, Nickeloxydul, Bleioxyd, Kupferoxyd, Cadmiumoxyd.$ --

Man verfährt genau wie bei der Abscheidung der Phosphorsäure durch

Quecksilber (§. 106. I. b. [Greek: c].). Im unlöslichen Rückstande kann

die Arsensäure nicht so bestimmt werden, wie die Phosphorsäure. Mit dem

Filtrate verfährt man nach §. 106. II. k. (H. $Rose$.)

9. _Solche, welche sich auf die Abscheidung des Arsens als arsensaure

Ammon-Magnesia gründen._

$Arsensäure von Thonerde und den Oxyden der Gruppe$ IV. -- Man verfährt

nach §. 106. II. f. [Greek: a]. Der Niederschlag von arsensaurer

Ammonmagnesia ist nach §. 102. 2. zu behandeln.

10. _Solche, welche sich auf die Unlöslichkeit des Chlorsilbers

gründen._

$Silber von Gold.$ -- Man behandelt die Legirung mit Königswasser,

verdünnt und filtrirt die Lösung des Chlorgoldes von dem Chlorsilber

ab. Diese Methode ist nur dann ausführbar, wenn die Legirung weniger

als 15 Proc. Silber enthält; denn bei grösserem Gehalte schützt das

entstehende Chlorsilber die nicht zersetzten Antheile vor weiterer

Einwirkung. -- Auf gleiche Art kann auch Silber von $Platin$ getrennt

werden.

11. _Solche, welche sich auf die Unlöslichkeit einiger schwefelsauren

Salze in Wasser oder Weingeist gründen._

$Arsensäure von Baryt, Strontian, Kalk und Bleioxyd.$ -- Man verfährt

wie bei der Trennung der Phosphorsäure von den genannten Oxyden (§. 106.

II. c.). Die Verbindungen dieser Basen mit arseniger Säure verwandelt

man erst durch Erhitzen der salzsauren Lösung mit chlorsaurem Kali, oder

durch wiederholtes Abdampfen mit Salpetersäure in arsensaures Salz, ehe

man Schwefelsäure zusetzt.

12. _Solche, welche sich auf die Unlöslichkeit des arsensauren

Eisenoxydes gründen._

$Arsensäure von den Basen der Gruppen$ I. $und$ II., $sowie von

Zinkoxyd, Mangan-, Nickel- und Kobaltoxydul.$ -- Man fällt die

Arsensäure je nach Umständen nach §. 102. 3. a. oder b., filtrirt und

bestimmt die Basen im Filtrate.

13. _Solche, welche sich auf das verschiedene Verhalten zu Cyankalium

gründen._

$Gold von Blei und Wismuth.$ -- Hätte man diese Metalle gemeinschaftlich

in Lösung, so lassen sie sich durch Cyankalium ganz auf dieselbe Weise

trennen, welche zur Trennung des Quecksilbers von Blei und Wismuth

angegeben ist (§. 131. 3. a.). Die Auflösung des Cyangold-Cyankaliums

zersetzt man durch Einkochen mit Salzsäure und bestimmt nach Austreibung

der Blausäure das Gold nach einer der in §. 98 angegebenen Methoden.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 400 / 749 题