§. 122.
$Uebersicht$:
Baryt von Strontian: B. 1, von Kalk: B. 1, B. 2, von Magnesia: A,
-B. 2.
Strontian von Baryt: B. 1, von Kalk: B. 4 u. 5, von Magnesia: A.
Kalk von Baryt: B. 1,-B. 2, v. Strontian. B. 4 u. 5, von Magnesia: A,
-B. 3.
Magnesia v. Baryt: A,-B. 2, von Strontian: A, von Kalk A,-B. 3.
A. Allgemeine Methode.
$Sämmtliche Glieder der Gruppe von einander.$ Man verfährt wie in
§. 121. A. 1. Die Magnesia fällt man aus dem Filtrate durch
phosphorsaures Natron. Die gefällten kohlensauren Salze des Baryts,
Strontians und Kalks löst man in Salzsäure und trennt die Basen nach
B. 1.
B. Specielle Methoden.
1. _Solche, welche sich auf die Unlöslichkeit des Kieselfluorbaryums
gründen._
$Baryt von Strontian und von Kalk.$ Man versetzt die neutrale oder
schwach saure Lösung mit Kieselfluorwasserstoffsäure im Ueberschuss,
fügt ein dem Volumen der Flüssigkeit gleiches oder auch etwas
geringeres Volumen Weingeist zu (H. $Rose$), lässt 12 Stunden
stehen, filtrirt den bei 100° zu trocknenden Niederschlag von
$Kieselfluorbaryum$ auf einem gewogenen Filter ab, wäscht ihn mit
einer Mischung von gleichen Theilen Wasser und Weingeist aus, bis
die zuletzt ablaufende Flüssigkeit nicht im Mindesten mehr sauer
reagirt (aber nicht länger), und fällt aus dem Filtrate den Strontian
oder Kalk durch verdünnte Schwefelsäure (§ 80. 1. a. und §. 81. 1.).
Resultate befriedigend. -- Eigenschaften des Kieselfluorbaryums §. 50.
-- Ist Strontian und Kalk gleichzeitig vorhanden, so wägt man erst die
schwefelsauren Salze, führt diese in kohlensaure über (§. 105. II. b.)
und trennt nach 4. oder 5.
2. _Solche, welche sich auf die Unlöslichkeit des schwefelsauren Baryts
gründen._
a. $Baryt von Magnesia.$ Man fällt den Baryt durch Schwefelsäure (§. 79.
1. a.), im Filtrat die Magnesia mit phosphorsaurem Natron und Ammon
(§. 82. 2.).
b. $Baryt von Kalk.$ Man versetzt die Lösung mit Salzsäure, dann mit
sehr verdünnter Schwefelsäure (1 : 300), so lange noch ein Niederschlag
entsteht, lässt absitzen und bestimmt den schwefelsauren Baryt nach
§. 79. 1. a. Das Filtrat mischt man mit den durch Abdampfen
concentrirten Waschwassern und fällt, nach Abstumpfung der Säure mit
Ammon, den Kalk als kleesauren Kalk (§. 81. 2. b. [Greek: a].). --
Resultate genau.
3. _Solche, welche sich auf die Unlöslichkeit des oxalsauren Kalkes in
Chlorammonium und in Essigsäure gründen._
$Kalk von Magnesia.$
a. Man versetzt die hinlänglich verdünnte Lösung mit soviel
Chlorammonium, dass durch Ammon, welches man in $ganz geringem$
Ueberschusse zusetzt, kein Niederschlag entsteht, fügt dann oxalsaures
Ammon zu, so lange ein Niederschlag entsteht, lässt 12 Stunden in
gelinder Wärme stehen und filtrirt alsdann den nach §. 81. 2. b. [Greek:
a]. zu behandelnden oxalsauren Kalk ab. Sobald mit dem Auswaschen
desselben begonnen wird, wechselt man das untergestellte Gefäss,
concentrirt die Waschwasser durch Abdampfen, zuletzt unter Zusatz von
etwas überschüssiger Salzsäure, vereinigt sie dann wieder mit dem
Filtrate und fällt die Magnesia nach §. 82. 2.
b. Wenn Kalk und Magnesia an Phosphorsäure gebunden sind, löst man in
möglichst wenig Salzsäure, fügt Ammon zu, bis ein starker Niederschlag
entsteht, löst diesen durch Zusatz von Essigsäure und fällt aus dieser
Lösung den Kalk durch oxalsaures Ammon (§. 81. 2. b. [Greek: b].); im
Filtrat fällt man die Magnesia nach §. 82. 2.
4. _Solche, welche sich auf die Unlöslichkeit des salpetersauren
Strontians in Alkohol gründet._
$Strontian von Kalk.$ Man behandelt die salpetersauren Salze mit
absolutem Alkohol. Der ungelöst bleibende salpetersaure Strontian
wird abfiltrirt, mit Alkohol ausgewaschen, in Wasser gelöst und als
schwefelsaurer Strontian bestimmt (§. 80. 1.). Den Kalk fällt man aus
dem Filtrat durch Schwefelsäure. -- Resultate annähernd. -- Diese
Methode darf nur angewendet werden, wenn wenig Strontian bei viel Kalk
ist.