1 Aeq. KO, 2CrO_{3} = 1858, 3 Aeq. Jod = 4758.

Setzen wir den Fall, es seien abgewogen worden 0,4 Grm. chromsaures

Kali, so ist somit in Freiheit gesetzt worden 1,024 Grm. Jod. --

Man setzt jetzt zu der so erhaltenen Lösung von Jod in Jodkalium

eine Messpipette (oder einen Messcylinder oder Kolben) voll von der

wässerigen schwefligen Säure nach dem anderen, bis nach Zusatz des

letzten die braune Färbung der Lösung gänzlich verschwunden ist. Gesetzt

wir hätten so zugesetzt 800 C.C. --

Man vermischt jetzt die mit den 800 C.C. schwefliger Säure versetzte

Flüssigkeit, welche 1,024 Grm. freies Jod enthalten hatte, mit etwas

Stärkekleister und bestimmt, wieviel der vorräthigen Jodlösung (b.

[Greek: a].) man zusetzen muss bis zur Blaufärbung. -- Setzen wir den

Fall, wir hätten gebraucht 20°.

Folgende Betrachtung führt uns jetzt zum _Ziel_:

Zur Zerstörung von 100 C.C. der verdünnten schwefligen Säure sind

(nach der in c. [Greek: a]. gemachten Annahme), erforderlich 54°

der vorräthigen, nach b. [Greek: a]. bereiteten Jodlösung, 800 C.C.

würden also erfordern 432°. -- Wir haben aber, um den noch vorhandenen

Ueberschuss der schwefligen Säure zu zerstören, nur gebraucht 20°, also

432° - 20° = 412° weniger, als wir gebraucht hätten, wenn die schweflige

Säure nicht schon mit freiem Jod in Berührung gekommen wäre. Somit ist

die Menge dieses freien Jodes genau gleich der, welche in 412° unserer

Lösung enthalten ist. Da nun die Menge dieses freien Jodes 1,024 Grm.

beträgt, so sind somit in 412° unserer nach b. [Greek: a]. bereiteten

Jodlösung auch 1,024 Grm. Jod, oder in 1° 0,00248 Grm. (richtiger ein

dieser Menge Jod gleich wirkendes Gemenge von Jod mit einer Spur Chlor).

$Die so gefundene Zahl gilt ein- für allemal für die ganze Menge der

nach$ b. [Greek: a]. $bereiteten Jodlösung$, und da diese sich beim

Aufbewahren nicht verändert und zur Bestimmung von sehr verschiedenen

Substanzen dient, so ist es somit zweckmässig, dieselbe in ziemlicher

Menge zu bereiten.

d. $Ausführung der Jodbestimmung.$

Man wägt das Jod, am besten in einem kleinen Kölbchen, ab und löst es

in der nach b. [Greek: c]. bereiteten Jodkaliumlösung (auf 0,1 Grm.

Jod nimmt man etwa 5 C.C. Jodkaliumlösung), fügt von der verdünnten

schwefligen Säure eine Messpipette (oder einen Mess-Cylinder oder

Kolben) nach der anderen zu, bis die Flüssigkeit farblos geworden,

notirt die Anzahl der C.C., fügt 3-4 C.C. Stärkekleister, dann Jodlösung

(b. [Greek: a].) zu bis zur eben eintretenden Bläuung und notirt auch

deren Menge.

Die einfache Berechnung ist sodann folgende:

Man zieht von der Anzahl der Grade Jodlösung, welche der verwendeten

schwefligen Säure entspricht, die ab, welche man zusetzen musste, um

den Ueberschuss der schwefligen Säure zu vernichten. Der so erhaltene

Rest bezeichnet die Grade Jodlösung, in welchen genau eben so viel Jod

enthalten ist, als in der der Prüfung unterzogenen Probe.

Ein Beispiel diene zur Erläuterung.

Zu 0,148 Grm. etwas feuchten, aber sonst reinen Jodes wurden gesetzt 150

C.C. schweflige Säure (von welcher 100 C.C. durch 54° Jodlösung vernichtet

wurden). Zur Vernichtung des Ueberschusses der schwefligen Säure waren

erforderlich 23,6° Jodlösung.

Den 150 C.C. schwefliger Säure entsprechen 81,0° Jodlösung

Zur Zerstörung des Ueberschusses waren erforderlich 23,6° "

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Rest: 57,4° "

1 Grad Jodlösung entspricht (wenn ich die oben gemachte Annahme hier

beibehalte) 0,00248 Grm. Jod, 57,4° entsprechen somit 0,1423. -- Also

enthielt die abgewogene Jodprobe 0,1423 Grm. Jod.

* * * * *

Enthält eine Flüssigkeit freies Jod neben gebundenem, so bestimmt

man in $einer$ Probe jenes nach der $Bunsen$'schen Methode; zu einer

$zweiten$ fügt man schweflige Säure bis zur Entfärbung, dann fällt

man mit Silberlösung nach §. 114. I. Die Fällung digerirt man vor dem

Abfiltriren mit Salpetersäure, um möglichenfalls mit niedergefallenes

schwefligsaures Silberoxyd zu entfernen. Die Differenz ist gleich der

Menge des gebundenen Jods.

§. 115.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 355 / 749 题