a. _In einem Gemenge von Gasen_.
Man misst die Gase in einer graduirten Röhre über Quecksilber genau
ab, schiebt dann eine Kugel von Kalihydrat, welche man mit Hülfe einer
Pistolenkugelform an einen Platindraht gegossen hat, im befeuchteten
Zustande ein, lässt 24 Stunden oder überhaupt so lange darin, bis
keine Verminderung des Gasvolumens mehr erfolgt, zieht dann die Kugel
heraus und misst den Gasrückstand. Die Kohlensäure ergiebt sich aus der
Differenz, vorausgesetzt, dass neben der Kohlensäure kein sonstiges
durch Kali absorbirbares Gas vorhanden gewesen ist.
b. _In wässeriger Lösung_.
Man versetzt Chlorbaryumlösung mit etwas Ammonflüssigkeit, lässt stehen
und filtrirt die Lösung, sofern sie sich getrübt haben sollte, in ein
geeignetes Glas, welches davon nur zu 1/10 gefüllt wird. Man verstopft
dasselbe, bestimmt sein Gewicht, füllt es auf eine geschickte Art
mit dem auf Kohlensäuregehalt zu prüfenden Wasser nicht ganz voll,
verstopft und wägt wieder. Die Differenz beider Wägungen giebt die
Menge des Wassers an. -- Lässt sich das zu prüfende Wasser dadurch in
einen Stechheber bringen, dass man diesen langsam einsenkt, so ist es
bequemer, die Quantität des Wassers auf diese Art durch Messung zu
bestimmen.
Die trübe Mischung lässt man 4 Tage stehen, giesst alsdann die
Flüssigkeit rasch durch ein dem Luftzutritt möglichst abzuschliessendes
Filter ab, füllt das Glas mit warmem Wasser, verstopft, schüttelt
auf, lässt wieder absitzen, giesst aufs Neue ab, wiederholt dieses
Auswaschen durch Decantation noch einmal, bringt sodann den Niederschlag
aufs Filter, wäscht ihn aus, bis das zuletzt ablaufende Waschwasser
mit Silberlösung klar bleibt, trocknet ihn, glüht gelinde und wägt
(§. 36). Aus der Menge des kohlensauren Baryts ergiebt sich die der
Kohlensäure, vorausgesetzt, dass in der Lösung von durch Ammon und
Chlorbaryum fällbaren Substanzen nur Kohlensäure enthalten gewesen
ist. War letzteres nicht der Fall, enthält somit der kohlensaure Baryt
schwefelsauren Baryt, phosphorsauren Baryt, Eisenoxyd oder dergl., so
bestimmt man in dem getrockneten, aber nicht gewogenen Niederschlage die
Kohlensäure nach II. Das vom Niederschlage so viel wie möglich getrennte
Filter verbrennt man am besten zu Asche und fügt diese dem Niederschlage
bei. Ist dessen Menge sehr bedeutend, so wägt man ihn besser erst im
Ganzen und bestimmt dann die Kohlensäure in einem abgewogenen Theil des
gleichförmig gemengten Pulvers.
Sollten aus dem Glase die letzten Theilchen des Niederschlages
mechanisch nicht zu entfernen sein, so löst man sie -- nachdem das Glas
völlig ausgewaschen -- in ein wenig verdünnter Salzsäure, fällt mit
kohlensaurem Natron und filtrirt den entstandenen geringen Niederschlag
auf einem kleinen besonderen Filterchen ab, welches dann mit dem anderen
grösseren zu verbrennen ist.