Die Fluorwasserstoffsäure wird, wenn man sie in freiem Zustande in
wässeriger Lösung hat, am besten als _Fluorcalcium_ bestimmt. Man setzt
kohlensaures Natron in mässigem Ueberschusse zu, dann eine Auflösung
von Chlorcalcium, so lange noch eine weitere Fällung bewirkt wird,
lässt absitzen und wäscht den aus Fluorcalcium und kohlensaurem Kalk
bestehenden Niederschlag erst durch Decantiren, dann auf dem Filter
aus. Nach dem Trocknen glüht man denselben in einem Platintiegel
(§. 35), übergiesst ihn in einer Platin- oder auch Porzellanschale
mit Wasser, setzt Essigsäure im geringen Ueberschuss zu, verdampft
im Wasserbade zur Trockne und erhitzt darin, bis aller Geruch nach
Essigsäure verschwunden. Den aus Fluorcalcium und essigsaurem Kalk
bestehenden Rückstand erhitzt man mit Wasser, filtrirt das Fluorcalcium
ab, wäscht es aus, trocknet es, glüht nach §. 35 und wägt. --
Behandelt man den aus Fluorcalcium und kohlensaurem Kalk bestehenden
Niederschlag mit Essigsäure, ohne ihn zuvor geglüht zu haben, so lässt
sich das Fluorcalcium nur schwierig auswaschen. -- Die Anwesenheit
von Salpetersäure oder Salzsäure in der wässerigen Lösung der
Fluorwasserstoffsäure beeinträchtigt diese Bestimmungsweise nicht.
(H. $Rose$).