Die Oxalsäure fällt man entweder als _oxalsauren Kalk_ und bestimmt
diesen als _kohlensauren Kalk_, oder man ermittelt sie aus der Menge des
durch sie reducirten _Goldes_ oder der Quantität _Kohlensäure_, welche
sie bei Zutritt von 1 Aeq. Sauerstoff liefert.
a. _Bestimmung als kohlensaurer Kalk_.
Soll diese Bestimmung genaue Resultate liefern, so muss die Lösung
neutral oder durch $Essigsäure$ schwach sauer sein; auch darf sie
Thonerde, Chromoxyd und Oxyde schwerer Metalle, namentlich Eisenoxyd und
Kupferoxyd, nicht enthalten. Sind diese Bedingungen nicht gegeben, so
müssen sie daher zunächst hergestellt werden. -- Man fällt alsdann durch
eine im mässigen Ueberschuss zugesetzte Lösung von essigsaurem Kalk. Den
niedergefallenen oxalsauren Kalk behandelt man nach §. 81.
b. _Bestimmung aus dem reducirten Golde_ (H. $Rose$).
[Greek: a]. $In Verbindungen, welche sich in Wasser lösen.$ -- Man
setzt zu der Auflösung der Oxalsäure oder des oxalsauren Salzes eine
Lösung von Natrium- oder Ammoniumgoldchlorid und digerirt längere
Zeit bei einer der Siedhitze nahen Temperatur bei Abschluss directen
Sonnenlichtes. Das gefällte Gold sammelt man auf einem Filter, wäscht
es aus, trocknet, glüht und wägt es. 1 Aeq. Gold (2458,33) entspricht 3
Aeq. C_{2}O_{3} (3 . 450 = 1350).
[Greek: b]. $In Verbindungen, welche sich in Wasser nicht lösen.$ --
Man löst in möglichst wenig Salzsäure, verdünnt in einem geräumigen,
zuvor mit Natronlauge gereinigten Kolben mit sehr viel Wasser, setzt
Goldlösung im Ueberschuss zu, kocht längere Zeit, lässt bei Abschluss
des Sonnenlichtes absitzen und verfährt im Uebrigen nach [Greek: a]. --
Die Bestimmungen der Oxalsäure aus dem reducirten Golde liefern sehr
genaue Resultate.
c. _Bestimmung als Kohlensäure_.
[Greek: a]. Dieselbe kann man entweder nach der §. 142 zu beschreibenden
Methode der organischen Elementaranalyse, oder auch
[Greek: b]. in der Weise vornehmen, dass man die Oxalsäure oder
das oxalsaure Salz mit einer überschüssigen Menge fein gepulverten
Braunsteins und dann mit Schwefelsäure zusammenbringt, und zwar in
einem Apparate, der die sich entwickelnde Kohlensäure nur getrocknet
entweichen lässt. Die Theorie dieses Verfahrens ergiebt sich aus
folgender Gleichung:
C_{2}O_{3} + MnO_{2} + SO_{3} = MnO, SO_{3} + 2CO_{2}.
Für je 1 Aeq. Oxalsäure erhält man sonach 2 Aeq. Kohlensäure. -- Was
den Apparat und die Ausführung des Versuches betrifft, so verweise ich
auf §. 110. II. b. [Greek: b]., wo bei der Bestimmung der Kohlensäure
ersterer und auf die im speciellen Theile zu besprechende Prüfung des
Braunsteins, woselbst letztere beschrieben werden muss. -- Hier bemerke
ich nur, dass, im Falle man mit freier Oxalsäure zu thun hat, dieselbe
erst durch Zusatz von Ammon schwach übersättigt werden muss, sowie
dass man der Theorie nach auf 9 Thle. wasserfreie Kleesäure 11 Thle.
reines Mangansuperoxyd braucht. Da ein Ueberschuss des letzteren nichts
schadet, so ist es leicht, die zuzusetzende Menge durch Schätzung zu
bestimmen. Der Braunstein braucht nicht rein zu sein, nur darf er kein
kohlensaures Salz enthalten. -- Die Resultate sind, wenn man den Versuch
in einem so leichten Apparat vornimmt, dass die Wägungen auf einer
feinen Wage gemacht werden können, in hohem Grade genau, und ebenso sehr
als hierdurch empfiehlt sich diese Methode durch die Kürze der Zeit, die
sie erfordert. -- Statt des Braunsteins lässt sich auch chromsaures Kali
anwenden; vergl. §. 104. I. c.