I. Bestimmung.

Die Bestimmung der Borsäure geschieht stets am besten auf eine indirecte

Art, da es keine Verbindung derselben giebt, welche so unlöslich ist,

dass sie sich zur directen Abscheidung mit Vortheil benutzen liesse.

Hat man Borsäure in wässeriger oder alkoholischer Lösung, so kann die

Menge derselben durch Abdampfen und Wägen des Rückstandes nicht bestimmt

werden, indem sich mit den Wasser- oder Weingeistdämpfen Borsäure in

erheblicher Menge verflüchtigt. Dies findet auch dann statt, wenn man

die Lösung mit überschüssigem Bleioxyd eindampft.

Man verfährt daher am besten also. Man versetzt die Borsäurelösung mit

einer gewogenen Menge reinen, am besten geschmolzenen, kohlensauren

Natrons, und zwar nimmt man etwa die gleiche bis doppelte Menge der in

der Lösung vermutheten Borsäure. -- Man verdampft zur Trockne, erhitzt

den Rückstand zum Schmelzen und wägt ihn. Er enthält eine bekannte

Menge Natron und unbekannte Quantitäten Kohlensäure und Borsäure.

Man bestimmt daher darin die Kohlensäure nach einer der in §. 110

angegebenen Methoden und findet alsdann die Borsäure aus der Differenz

(H. $Rose$).

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 329 / 749 题