II. $Trennung der Phosphorsäure von den Basen.$

a. _Von den fixen Alkalien._

[Greek: a]. Man wendet die Methode I. c. in einer ihrer Modificationen,

oder die I. d. an. Die Alkalien finden sich als salpetersaure Salze oder

Chlormetalle im Filtrat.

[Greek: b]. Man wendet die Methode I. b. [Greek: a]. an und trennt im

Filtrat die Magnesia von den Alkalien nach §. 121.

[Greek: c]. Wenn die Salze nach der Formel PO_{5}, 3MO (Metalloxyd)

zusammengesetzt sind, fällt man ihre wässerige Lösung geradezu mit

neutraler Silberlösung, wäscht den gelben Niederschlag (PO_{5}, 3AgO)

aus, trocknet und glüht ihn nach §. 36.

Sind die Salze nach der Formel PO_{5}, 2MO, HO zusammengesetzt,

so müssen sie geglüht, der Rückstand in Wasser gelöst und mit

neutraler Silberlösung gefällt werden. Der Niederschlag ist alsdann

pyrophosphorsaures Silberoxyd (PO_{5}, 2AgO). Man filtrirt ihn ab,

wäscht ihn aus und glüht ihn (§. 36). Die Basen bestimmt man im Filtrat

nach Entfernung des überschüssig zugesetzten Silbers (siehe §. 130).

-- Eigenschaften der phosphorsauren Silberniederschläge §. 72. 4. --

Resultate genau. Die Methode ist bequem, weil die Alkalien im Filtrat

leicht zu bestimmen sind.

b. _Von den sämmtlichen Alkalien._

[Greek: a]. Man wendet zur Abscheidung der Phosphorsäure die Methode I.

c. [Greek: b]. an und trennt im Filtrat Baryt und Alkalien nach §. 121.

[Greek: b]. Man versetzt die wässerige Lösung mit essigsaurem Bleioxyd

im geringen Ueberschuss, lässt absitzen, filtrirt und trennt die

Alkalien vom überschüssig zugesetzten Bleisalze nach §. 130. Die

Phosphorsäure kann man in diesem Falle aus dem Verlust finden; wollte

man sie direct bestimmen, so verfährt man mit dem abfiltrirten und

ausgewaschenen Bleiphosphat nach §. 106. II. i.

c. _Von Baryt, Strontian, Kalk und Bleioxyd._

Man löst in Salzsäure oder Salpetersäure und fällt mit Schwefelsäure

in geringem Ueberschuss, bei Baryt ohne, -- bei Strontian, Kalk und

Bleioxyd unter Zusatz von Alkohol. Im Filtrat bestimmt man, nach

Entfernung des Alkohols durch Abdampfen, die Phosphorsäure nach I. b.

[Greek: a]. Am genauesten wird die Phosphorsäurebestimmung, wenn man die

Flüssigkeit mit kohlensaurem Natron sättigt, zur Trockne verdampft und

den Rückstand mit kohlensaurem Natron-Kali schmelzt. Man löst alsdann in

Wasser und verfährt nach I. b. [Greek: a].

d. _Von Magnesia._

Man scheidet die Phosphorsäure nach I. c. [Greek: b]. (v. $Kobell$'sche

Modification des $Berthier$'schen Verfahrens), und trennt im Filtrat

Magnesia und Baryt nach §. 122.

e. _Von sämmtlichen alkalischen Erden_ (vergl. auch §. 106. II. m.

und o.).

[Greek: a]. Man scheidet die Phosphorsäure nach I. c. [Greek: c]. Die

alkalischen Erden bleiben als Chlormetalle neben essigsaurem Alkali und

Chloralkalimetall in Lösung.

[Greek: b]. Man löst in möglichst wenig Salpetersäure, fügt Bleiessig

im geringen Ueberschuss zu, lässt absitzen, filtrirt, wäscht den

Niederschlag, der aus phosphorsaurem und basisch salpetersaurem Bleioxyd

besteht, aus, trocknet, glüht (§. 36) und wägt ihn. Der Rückstand ist

phosphorsaures Bleioxyd + Bleioxyd oder mit anderen Worten Phosphorsäure

+ xBleioxyd. Man bringt den Tiegel sammt seinem Inhalte in ein

Becherglas, übergiesst mit mässig verdünnter Salpetersäure, erwärmt bis

zur Lösung, giesst die Flüssigkeit in ein anderes Glas ab, wäscht nach

und bestimmt darin das Bleioxyd als schwefelsaures Salz (§. 92). --

Berechnet man daraus das Bleioxyd und zieht man dies von dem Gewichte

des ersterhaltenen Rückstandes ab, so bleibt als Differenz das Quantum

der Phosphorsäure. In der vom erstgewonnenen Niederschlage abfiltrirten

Flüssigkeit trennt man die Basen vom überschüssigen Bleisalze nach §.

130. Auch dieses Verfahren liefert befriedigende Resultate.

f. _Von Thonerde_ (siehe namentlich auch §. 106. II. m. und o.).

[Greek: a]. (Nach $Otto$ und eigenen Versuchen). Man löst in Salzsäure

oder Salpetersäure, verdünnt einigermaassen, setzt Weinsäure in

ziemlicher Menge zu, dann Ammon im Ueberschuss. War die Menge der

Weinsäure genügend, so muss die Flüssigkeit nunmehr klar sein. Man

versetzt sie mit einer klaren Lösung von schwefelsaurer Magnesia,

welche mit Salmiak und Ammon versetzt ist, im geringen Ueberschuss,

lässt einige Stunden stehen, filtrirt alsdann, wäscht mit verdünnter

Ammoniakflüssigkeit aus, löst den Niederschlag (um ihn ganz vollständig

von Thonerde zu befreien) wieder in Salzsäure, setzt ganz wenig

Weinsäure zu und fällt wieder mit Ammon. Der Niederschlag wird alsdann

nach I. b. [Greek: a]. behandelt. Die im Filtrat enthaltene Thonerde

erhält man, indem dasselbe unter Zusatz von so viel kohlensaurem Natron,

dass dadurch der vorhandene Salmiak zersetzt wird (denn durch Glühen

von Thonerde mit Salmiak würde Verlust entstehen durch entweichendes

Chloraluminium, H. $Rose$), sowie nach Zufügen von etwas salpetersaurem

Kali zur Trockne verdampft, und der Rückstand in einem Platingefässe

geglüht wird. Man löst alsdann in Salzsäure durch andauerndes Erwärmen

und trennt die Thonerde von der Magnesia nach §. 124.

[Greek: b]. (Nach $Berzelius$). Man mengt die höchst fein gepulverte

Verbindung mit etwa 1-1/2 Theilen reiner, am besten künstlich

dargestellter Kieselsäure und 6 Theilen kohlensauren Natrons in

einem Platintiegel und setzt eine halbe Stunde lang einer starken

Rothglühhitze aus. Die geglühte Masse weicht man mit Wasser auf,

setzt zweifach kohlensaures Ammon im Ueberschuss zu, digerirt damit

eine Zeit lang, filtrirt und wäscht aus. -- Auf dem Filter hat man

kieselsaures Thonerde-Natron, in der Auflösung phosphorsaures Natron,

zweifach kohlensaures Natron und kohlensaures Ammon. (Hätte man vor dem

Zusatze des doppelt kohlensauren Ammons filtrirt, so wäre etwas der

Thonerdeverbindung in Lösung gekommen.) In der Auflösung bestimmt man

die Phosphorsäure nach II. a., im unlöslichen Rückstande trennt und

bestimmt man die Thonerde nach §. 111.

[Greek: c]. (Nach $Fuchs$). Man löst in Kalilauge und fügt eine

Auflösung von kieselsaurem Kali (Kieselfeuchtigkeit) zu. Die sich

bildende schleimige Masse verdünnt man mit Wasser und kocht. Der

Niederschlag von kieselsaurem Thonerdekali wird abfiltrirt. Die ganze

Menge der Phosphorsäure befindet sich im Filtrat. Man säuert es mit

Salzsäure an und trennt Kieselsäure und Phosphorsäure nach §. 135.

[Greek: d]. (Nach $Wackenroder$ und eigenen Versuchen). Man fällt die

saure Lösung mit Ammon (unter Vermeidung eines grösseren Ueberschusses)

und fügt Chlorbaryum zu, so lange noch ein Niederschlag entsteht. Nach

längerem Digeriren wird abfiltrirt. Der Niederschlag, welcher alle

Thonerde und alle Phosphorsäure (letztere theils an Thonerde, theils

an Baryt gebunden) enthält, wird abfiltrirt, ein wenig ausgewaschen

und in möglichst wenig Salzsäure gelöst. Die Lösung sättigt man mit

kohlensaurem Baryt in der Wärme, fügt Natronlauge im Ueberschuss

zu, erwärmt damit, fällt etwa in Lösung befindlichen Baryt durch

kohlensaures Natron und filtrirt. Man hat jetzt alle Thonerde in Lösung,

alle Phosphorsäure im Niederschlag. -- Die Lösung säuert man mit

Salzsäure an, kocht mit etwas chlorsaurem Kali und fällt nach §. 83. --

Den Niederschlag löst man in Salzsäure, fällt den Baryt mit verdünnter

Schwefelsäure aus, filtrirt und bestimmt im Filtrat die Phosphorsäure

durch Fällung mit Magnesialösung nach I. b. [Greek: a]. (Eine ganz

ähnliche Methode hat auch $Hermann$ bei der Analyse des Gibbsits

angewendet.)

g. _Von Chromoxyd._

Man schmelzt mit kohlensaurem und salpetersaurem Natron und trennt

Chromsäure und Phosphorsäure nach §. 135.

h. _Von den Metalloxyden der vierten Gruppe._

[Greek: a]. Man schmelzt mit kohlensaurem Natron-Kali andauernd und

kocht die geschmolzene Masse mit Wasser. Im Filtrat, welches die

Phosphorsäure an Natron gebunden enthält, bestimmt man diese nach II.

a.; den Rückstand, welcher meist durch Waschen nicht ganz vollständig

vom Alkaligehalt befreit werden kann, löst man nach dem Aussüssen in

Säure und bestimmt das betreffende Metall nach den oben angegebenen

Methoden. -- Soll diese Methode auf das Mangansalz angewendet werden,

so nimmt man statt des kohlensauren Natronkalis kohlensaures Natron.

Einen etwaigen geringen Gehalt von in die Flüssigkeit übergegangener

Mangansäure beseitigt man durch ein wenig Schwefelwasserstoffwasser.

[Greek: b]. Man löst in Salzsäure, fügt Weinsäure, dann Ammon und

endlich in einem zu verstopfenden Kolben Schwefelammonium zu, lässt an

einem gelinde warmen Orte absitzen, bis die Flüssigkeit rein gelb und

ganz und gar nicht mehr grünlich erscheint, filtrirt und bestimmt die

Metalle, wie oben §. 85 bis 90 angegeben. Die Phosphorsäure ergiebt

sich aus dem Verlust, oder wird nach I. b. [Greek: a]. bestimmt. Die

Magnesiasalzlösung kann unmittelbar zu dem schwefelammoniumhaltigen

Filtrat gesetzt werden. -- Dieses Verfahren ist weniger geeignet für das

Nickelsalz. Es liefert (nach $Rose$) beim Eisen leicht etwas zu viel

pyrophosphorsaure Magnesia und etwas zu wenig Eisenoxyd.

[Greek: c]. (Speciell zur Trennung von den Oxyden des Eisens). Man kann

-- nach meinen Versuchen -- die Phosphorsäure auch folgendermaassen

von den Oxyden des Eisens trennen. Man reducirt, wenn nöthig, die

Lösung mit schwefligsaurem Natron, setzt Kali- oder Natronlauge im

Ueberschuss zu, kocht, bis der Niederschlag schwarz und körnig geworden,

filtrirt und wäscht mit siedendem Wasser aus. Der Inhalt des Filters

ist phosphorsäurefreies Eisenoxyduloxyd; im Filtrat bestimmt man die

Phosphorsäure nach I. b. [Greek: a].

i. _Von den Metallen der fünften und sechsten Gruppe._

Man löst in Salzsäure oder Salpetersäure, fällt mit Schwefelwasserstoff,

filtrirt, bestimmt die Basen nach den in den §§. 91 bis 102 angegebenen

Methoden, -- die Phosphorsäure im Filtrat nach I. b. [Greek: a]. oder

unter Umständen auch nach I. a. -- Von Silberoxyd trennt man die

Phosphorsäure noch einfacher, indem man zu der salpetersauren Lösung

Salzsäure setzt; -- von Bleioxyd am leichtesten nach II. c.

k. _Von allen Basen, mit Ausnahme der Thonerde und der

Quecksilberoxyde_ (nach H. $Rose$).

Man scheidet die Phosphorsäure als phosphorsaures Quecksilberoxydul nach

der Methode von H. $Rose$ (§. 106. I. b. [Greek: c].) ab.

[Greek: a]. Enthielt die Substanz kein Eisen, so enthält die vom

phosphorsauren Quecksilberoxydul abfiltrirte Flüssigkeit alle Basen als

salpetersaure Salze nebst viel salpetersaurem Quecksilberoxydul, auch

wohl einigem Oxyd. Man entfernt ersteres durch Zusatz von Salzsäure.

Das gefällte Quecksilberchlorür ist frei von anderen Basen. -- Entsteht

durch Salzsäure nur ein geringer Niederschlag, so setzt man noch Ammon

zu und filtrirt erst dann. Im Filtrat bestimmt man die Basen nach

üblicher Weise. Hat man das Quecksilber durch Ammon abgeschieden, so

trocknet und glüht man den Niederschlag (unter einem gut ziehenden

Rauchfang). Bleibt ein Rückstand, so ist derselbe näher zu prüfen.

Besteht er aus phosphorsauren alkalischen Erden, so muss die Behandlung

mit Quecksilber und Salpetersäure wiederholt werden; besteht er dagegen

aus reiner Magnesia oder kohlensauren alkalischen Erden, so löst man ihn

in Salzsäure und vereinigt die Lösung mit der die Hauptmenge der Basen

enthaltenden Flüssigkeit. -- Häufig wendet man statt der beschriebenen

besser folgende Methode an. Man verdampft die vom phosphorsauren

Quecksilberoxydul abfiltrirte Flüssigkeit in einer Platinschale zur

Trockne und glüht den Rückstand in einem Platintiegel unter einem gut

ziehenden Rauchfang. Sofern salpetersaure Alkalien zugegen sind, muss

man während des Glühens von Zeit zu Zeit etwas kohlensaures Ammon

zufügen, damit nicht durch entstehendes ätzendes Alkali der Platintiegel

angegriffen werde. Den geglühten Rückstand behandelt man je nach

Umständen erst mit Wasser und dann mit Salpetersäure oder sogleich mit

Salpetersäure.

[Greek: b]. Enthält die Substanz Eisen, so bleibt der grösste Theil

desselben mit dem phosphorsauren Quecksilberoxydul unlöslich zurück.

Den gelösten Theil trennt man von den übrigen Basen nach den unten

anzugebenden Methoden, den ungelösten erhält man nach dem Glühen des

betreffenden Rückstandes mit kohlensaurem Natronkali und nach Behandlung

mit Wasser als alkalihaltiges Eisenoxyd. Man löst es in Salzsäure

und fällt mit Ammon. (Da sich Thonerde nicht so wie Eisenoxyd durch

Schmelzen mit kohlensaurem Natronkali zerlegen lässt, während doch die

salpetersaure Thonerde ebenso wie das salpetersaure Eisenoxyd schon

beim Abdampfen zerlegt wird, so lässt sich das angeführte Verfahren bei

Gegenwart von Thonerde nicht anwenden).

l. _Von Eisenoxyd, Thonerde, alkalischen Erden und vielen anderen

Basen_ (nach H. $Rose$).

Man versetzt die salzsaure Auflösung mit kohlensaurem Baryt im

Ueberschuss, lässt einige Tage kalt digeriren, filtrirt und wäscht

mit kaltem Wasser aus. Der Niederschlag enthält alle Phosphorsäure

in Verbindung mit Eisenoxyd, Thonerde, Baryt, ferner überschüssigen

kohlensauren Baryt. Im Filtrat sind die übrigen Basen enthalten. Man

löst den Niederschlag in möglichst wenig verdünnter Salzsäure, fällt den

Baryt vorsichtig mit Schwefelsäure aus, sättigt mit kohlensaurem Natron,

verdampft sammt dem Niederschlag zur Trockne, setzt eine dem Rückstand

gleiche Menge reiner Kieselsäure und die sechsfache Menge kohlensauren

Natrons zu, erhitzt in einem grossen Platintiegel anfangs schwach,

allmälig sehr stark und verfährt im Uebrigen genau nach

II. f. [Greek: b].

m. _Von vielen Basen, namentlich den alkalischen Erden und der

Thonerde_ (nicht aber dem Eisenoxyd).

Man fällt die Phosphorsäure als phosphorsaures Zinnoxyd nach §. 106.

I. d. [Greek: a]. Im Filtrate hat man die Basen frei von irgend einem

fremden, erst noch abzuscheidenden Körper, was deren Bestimmung sehr

erleichtert. (Für welche Basen diese sonst sehr bequeme Methode sich

etwa nicht eignen sollte, ist noch näher festzustellen).

n. _Von viel Eisenoxyd bei gleichzeitiger Anwesenheit alkalischer

Erden_ (wie dies bei der Analyse von Eisenerzen oft vorkommt),

nach eigenen Versuchen (Journ. f. prakt. Chem. 45, 258).

Versucht man in solchen Verbindungen die Phosphorsäure nach I. c.

[Greek: b]. oder [Greek: c] zu bestimmen, so gelingt dies zwar, aber die

Trennung einer kleinen Menge Phosphorsäure von einer sehr grossen Menge

Eisenoxyd ist alsdann höchst lästig. Man verfährt daher besser also. Die

salzsaure Lösung erhitzt man zum Kochen, nimmt von der Lampe und setzt

so lange eine Lösung von schwefligsaurem Natron zu, bis kohlensaures

Natron einen fast weissen Niederschlag hervorbringt, kocht alsdann, bis

der Geruch nach schwefliger Säure verschwunden, stumpft einen etwaigen

Ueberschuss von freier Säure mit kohlensaurem Natron fast ab, setzt

einige Tropfen Chlorwasser und endlich essigsaures Natron im Ueberschuss

zu. Die kleinste Menge Phosphorsäure giebt sich sogleich durch

Entstehung eines weissen Niederschlages von phosphorsaurem Eisenoxyd zu

erkennen (auch Kieselsäure und Arsensäure bewirken einen solchen, daher

sie -- im Falle sie zugegen sind -- vorher abgeschieden werden müssen).

Man setzt jetzt tropfenweise mehr Chlorwasser zu, bis die Flüssigkeit

röthlich erscheint, kocht, bis der Niederschlag sich gut abgesondert

hat, filtrirt heiss und wäscht mit heissem Wasser aus. Man hat jetzt im

Niederschlag alle Phosphorsäure nebst einem kleinen Theil des Eisens, im

Filtrat die Hauptmenge des letzteren nebst den alkalischen Erden. Mit

dem Niederschlage verfährt man nach §. 106. II. h.

o. _Von allen Basen ohne Ausnahme._

Man wendet das Verfahren von $Sonnenschein$ (I. b. [Greek: b].)

an und trennt in der von dem phosphorsauren Molybdänsäure-Ammon

abfiltrirten Flüssigkeit die Basen von der Molybdänsäure. Da sich

die Molybdänsäure zu Schwefelwasserstoff und Schwefelammonium so

wie ein Metall der sechsten Gruppe verhält, so ist es anzurathen,

Metalle der sechsten und auch solche der fünften Gruppe aus

saurer Lösung durch Schwefelwasserstoff zu fällen, bevor man die

Phosphorsäure mit Molybdänsäure niederschlägt. -- Man hat alsdann

diese nur von den Metallen der vier ersten Gruppen zu trennen. Es

geschieht dies auf folgende Weise. Man versetzt die saure Flüssigkeit

in einem verschliessbaren Kolben mit Ammon bis alkalisch, fügt

Schwefelammonium in genügendem Ueberschuss zu und digerirt damit.

Sobald die Lösung rein gelb (nicht mehr grünlich) erscheint, filtrirt

man die Schwefelmolybdän-Schwefelammonium enthaltende Flüssigkeit ab,

wäscht den Rückstand mit Wasser aus, dem man etwas Schwefelammonium

zugesetzt hat, und trennt die zurückbleibenden Schwefelmetalle und

Oxydhydrate der vierten und dritten Gruppe nach den unten anzugebenden

Methoden. -- Das Filtrat versetzt man vorsichtig mit Salzsäure im

mässigen Ueberschuss, leitet, sofern die Flüssigkeit nicht schon

stark nach Schwefelwasserstoff riecht, noch etwas ein, filtrirt das

Schwefelmolybdän ab und bestimmt im Filtrate die alkalischen Erden und

Alkalien. --

Diese Methode, die Phosphorsäure von Basen zu trennen, ist im hohen

Grade empfehlenswerth.

§. 107.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 327 / 749 题