II. Trennung der Schwefelsäure von den Basen.

a. _Von denen, mit welchen sie in Wasser oder Salzsäure lösliche

Verbindungen bildet._

Man fällt die Schwefelsäure nach I. und bestimmt im Filtrat, welches

neben den Chlorverbindungen der mit der Schwefelsäure verbunden

gewesenen Basen überschüssiges Chlorbaryum enthält, die fraglichen Basen

nach den Methoden, die im fünften Abschnitt als zur Trennung derselben

vom Baryt dienend angeführt sind.

b. _Von denen, mit welchen sie in Wasser oder Salzsäure unlösliche oder

schwer lösliche Verbindungen bildet._

[Greek: a]. _Von Baryt, Strontian und Kalk._ Man schmelzt die höchst

fein gepulverte Verbindung im Platintiegel mit 4 Theilen kohlensauren

Natronkalis, übergiesst den Tiegel sammt seinem Inhalt in einem

Becherglase oder einer Platin- oder Porzellanschale mit Wasser, erhitzt

bis zur vollständigen Auflösung der schwefelsauren und kohlensauren

Alkalien, filtrirt noch heiss von den ungelöst bleibenden kohlensauren

Erden ab und wäscht diese mit heissem Wasser vollkommen aus. Man löst

sie alsdann in Salzsäure und bestimmt sie nach den oben (§. 79-§. 81)

beschriebenen Methoden. Im Filtrat fällt man die Schwefelsäure nach I.

-- Schwefelsaurer Kalk kann im fein gepulverten Zustande auch durch

Kochen mit einer Lösung von kohlensaurem Natron oder Kali vollständig

zerlegt werden.

[Greek: b]. _Von Bleioxyd._ Man glüht mit kohlensaurem Natron-Kali

in einem Porzellantiegel, bis die Masse ganz zusammengesintert ist,

digerirt dieselbe mit heissem Wasser bis zur Lösung des gebildeten

schwefelsauren und des überschüssigen kohlensauren Alkalis, filtrirt

das ungelöst gebliebene Bleioxyd (welches stets alkalihaltig bleibt) ab

und wäscht es vollständig aus. Das Filtrat ist niemals frei von Blei,

sondern je nach dem Zustande der Verdünnung, den man beim Aufweichen des

Rückstandes herstellte, daran bald reicher, bald ärmer. -- Man macht

nunmehr das Filtrat mit Salpetersäure gelinde sauer (Vorsicht hierbei,

dass durch Spritzen kein Verlust entsteht) und fällt die Schwefelsäure

nach I. mit salpetersaurem Baryt, löst dann das ausgewaschene Bleioxyd

in verdünnter Salpetersäure, vereinigt die Lösung mit der vom

schwefelsauren Baryt abfiltrirten Flüssigkeit und fällt das Blei mit

Schwefelwasserstoff (§. 92).

§. 106.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 324 / 749 题