3. _Bestimmung durch Maassanalyse._

a. $Methode von Pelouze$. Versetzt man eine mit Ammon übersättigte

Kupferoxydlösung bei gewöhnlicher Temperatur mit Schwefelnatrium, so

entsteht ein schwarzer Niederschlag von Schwefelkupfer (CuS), der sich

schwierig absetzt und an der Luft rasch Sauerstoff aufnimmt. Fällt

man dagegen zwischen 65° und 85° C., so entsteht zwar ein schwarzer

Niederschlag; derselbe ist aber eine Verbindung von Schwefelkupfer

mit Kupferoxyd (5CuS + CuO), setzt sich leicht ab und oxydirt sich

schwierig. Enthält die ammoniakalische Lösung fremde Metalle, so fällt

von diesen Nichts nieder, so lange noch Kupfer gelöst ist. -- Erhitzt

man andauernd und so stark, dass die Temperatur höher steigt, so

nimmt obige Verbindung noch mehr Kupferoxyd auf; auch geht ein Theil

in Oxydul über, welches in der ammoniakalischen Lösung bleibt, indem

der abgegebene Sauerstoff mit dem Schwefel des Schwefelkupfers zu

unterschwefliger Säure zusammentritt. -- Kennt man daher die Menge einer

Schwefelnatriumlösung von bekanntem Gehalt, welche nöthig ist, um aus

einer ammoniakalischen Kupferoxydlösung alles Kupfer bei etwa 75° C.

auszufällen, so ergiebt sich deren Gehalt.

Die Schwefelnatriumlösung bereitet man nach der in §. 92. 7. a.

angegebenen Methode. Ihren Gehalt stellt man auf folgende Weise fest.

Man löst etwa 1 Grm. reines Kupfer in der nöthigen Menge Salpetersäure,

oder eine entsprechende Menge reinen Kupfervitriols in Wasser, setzt

etwa 30 C.C. starke Ammonflüssigkeit hinzu und erhitzt die in einem

Kolben befindliche klare, lasurblaue Lösung mittelst einer kleinen

Weingeistlampe mit kurz abgeschnittenem Docht zum gelinden Sieden. Wenn

dies anfängt, zeigt ein eingetauchtes Thermometer 50-60°C. Man setzt

nun, während das Erhitzen fortgesetzt wird (ein Ueberschreiten der

Grenze von 85° C. ist nicht leicht zu fürchten, wenn man der Flüssigkeit

von Zeit zu Zeit etwas Ammon zusetzt, da dieses beim Verdunsten viel

Wärme bindet), von der Schwefelnatriumlösung zu. Sobald die blaue Farbe

der Lösung sich so nicht mehr deutlich erkennen lässt, nimmt man die

Lampe kurze Zeit weg, wäscht die Wandungen des Kolbens mittelst einer

Spritzflasche mit etwas Ammon ab und lässt ein wenig absitzen. Hat man

sich so überzeugt, dass die Flüssigkeit noch blau ist, stellt man die

Lampe wieder unter und setzt einige Tropfen Schwefelnatriumlösung zu.

So fährt man fort, bis die Flüssigkeit auch nach dem Absitzen farblos

erscheint.

Zum Behuf der Analyse verfährt man nun mit der sauren Lösung

einer abgewogenen Menge der Kupferverbindung genau so, wie dies

eben beschrieben worden ist. Man wägt zweckmässig so viel der

Kupferverbindung ab, dass darin etwa 1 Grm. Kupfer enthalten ist.

Vor jeder neuen Versuchsreihe muss der Gehalt der Schwefelnatriumlösung

wiederum festgestellt werden. -- Ein Versuch erfordert etwa 10 Minuten.

Die Resultate sind bei gehöriger Vorsicht befriedigend.

b. $Methode von Schwarz$ (Annal. der Chem. u. Pharm. 84, 84). Versetzt

man eine Kupferoxydlösung mit einer genügenden Menge eines weinsauren

Alkalis und fügt Natronlauge zu, so erhält man eine tief dunkelblaue

Flüssigkeit. Erwärmt man dieselbe und fügt eine hinreichende Menge

Traubenzucker zu, so fällt nach kurzer Zeit alles Kupfer als Oxydul

nieder. -- Erwärmt man dieses mit Eisenchlorid und Salzsäure, so löst es

sich, indem folgende Umsetzung stattfindet:

Cu_{2}O + Fe_{2}Cl_{3} + ClH = 2CuCl + 2FeCl + HO.

Je 1 Aeq. Kupfer reducirt somit 1 Aeq. Eisen aus Chlorid zu Chlorür.

Bestimmt man daher die Menge des letzteren, so ergiebt sich auch die

Menge des Kupfers.

Man löst die abgewogene Kupferverbindung in Wasser oder Salpetersäure,

versetzt sie in einer geräumigen Porzellanschale in der Kälte mit einer

Auflösung von neutralem weinsaurem Kali, dann mit Natron- oder Kalilauge

im Ueberschuss, fügt zu der dunkelblauen Flüssigkeit eine wässerige

Lösung von Trauben- oder Milchzucker in genügender Menge und erwärmt

im Wasserbade, bis die Flüssigkeit am Rande eine braune Färbung zeigt,

zum Beweis, dass alles Kupfer gefällt ist, und das Kali nun auf den

Zucker bräunend wirkt. Nachdem sich der Niederschlag abgesetzt hat, wird

filtrirt. Es läuft meistens eine tiefbraune Flüssigkeit ab, welche, wenn

Waschwasser hinzukommt, eine gelblichtrübe Berührungsschicht darbietet.

Beim Mischen verschwindet dieselbe sogleich und rührt somit nicht von

durchs Filter gedrungenem Kupferoxydul her. -- Das Kupferoxydul wird

mit heissem Wasser ausgewaschen, bis dieses farblos abläuft; in der

Schale fest haftendes Kupferoxydul lässt man darin. Man bringt nun das

Filter mit dem Oxydul in die Schale, setzt reine (von Salpetersäure

und von Chlorür freie) Eisenchloridlösung in einigem Ueberschuss nebst

etwas Salzsäure zu und erwärmt unter Umrühren gelinde, wodurch sich das

anfangs entstandene Kupferchlorür leicht löst. Die entstandene grüne

Lösung filtrirt man in einen geräumigen Kolben, wäscht die Reste des

ersten Filters mit heissem Wasser wohl aus und bestimmt nun -- nach

Abkühlung bis zu etwa 30° C. -- die Menge des entstandenen Eisenchlorürs

nach §. 89. 2. Je 350 Theile Eisen, welche im Zustande von Oxydul oder

Chlorür vorhanden sind, entsprechen 396 Theilen Kupfer. -- Die Resultate

sind befriedigend.

§. 96.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 285 / 749 题