1. _Bestimmung als Kupferoxyd._

a. Durch directe Fällung als solches.

[Greek: a]. _Aus neutraler oder saurer Lösung._

Man erhitzt die am zweckmässigsten in einer Porzellanschale befindliche,

$ziemlich verdünnte$ Kupferlösung zum anfangenden Kochen, fügt reine

etwas verdünnte Natron- oder Kalilauge zu, so lange ein Niederschlag

entsteht, erhält noch einige Minuten bei einer dem Siedepunkte nahen

Temperatur, lässt kurze Zeit absitzen, filtrirt die Flüssigkeit,

übergiesst den Niederschlag mit Wasser, erhitzt zum Kochen, lässt etwas

absitzen und wiederholt die eben beschriebene Operation. Zuletzt bringt

man den gesammten Niederschlag auf das Filter, wäscht ihn mit heissem

Wasser vollkommen aus, trocknet und glüht in einem Platintiegel nach

§. 36. Nach heftigem Glühen und nachdem man die Filterasche mit dem

Inhalt des Tiegels vereinigt hat, bringt man diesen unter eine Glocke

neben Schwefelsäure, stellt ihn auf die Wage, wenn er sich noch ein

wenig warm anfühlt, und wägt möglichst schnell.

Sollten sich Theilchen des Kupferoxyds so fest an die Schale angesetzt

haben, dass sie auf mechanische Weise sich nicht wegbringen lassen (was

jedoch bei genauer Befolgung der oben beschriebenen Methoden nicht

leicht der Fall sein wird), so löst man dieselben nach vollständigem

Auswaschen der Schale mit ein paar Tropfen Salpetersäure und dampft die

so erhaltene Lösung über dem Oxyd ab, bevor man dasselbe glüht.

Eigenschaften des Niederschlages §. 64. Diese Methode giebt bei genauer

Befolgung der gegebenen Regeln ganz genaue Resultate.

Bei Nichtbeachtung der gegebenen Regeln kann das Resultat zu hoch

oder zu niedrig ausfallen. So schlägt sich nicht alles Kupferoxyd

nieder, wenn man eine concentrirte Lösung fällt, -- so bleibt der

Niederschlag kalihaltig, wenn man nicht sehr sorgfältig mit heissem

Wasser auswäscht, -- so erhält man ein zu grosses Gewicht, wenn man den

geglühten Niederschlag vor dem Wägen eine Zeit lang an der Luft stehen

lässt etc., -- so ein zu niedriges, wenn man das Filter mit dem Oxyd

glüht, da hierdurch letzteres mehr oder wenig reducirt wird. -- Hat sich

Oxyd reducirt, so befeuchtet man mit etwas Salpetersäure, verdampft

vorsichtig zur Trockne und erhitzt behutsam, zuletzt heftig.

Man mache es sich zur Regel, die von dem Niederschlag abfiltrirte

Flüssigkeit mit Schwefelwasserstoffwasser auf einen Kupfergehalt zu

prüfen. Erfolgt hierdurch Bräunung oder Niederschlag, während man doch

genau nach Angabe gefällt hat, so ist ein Gehalt der Flüssigkeit an

organischer Substanz die Ursache. Man engt in diesem Falle Filtrat und

Waschwasser durch Abdampfen ein, fällt mit Schwefelwasserstoffwasser,

verfährt mit dem ausgewaschenen Schwefelkupfer nach c. und filtrirt das

erhaltene Oxyd zur Hauptmenge.

[Greek: b]. _Aus alkalischer Lösung._

Auch aus ammoniakalischer Auflösung kann das Kupferoxyd durch Kali

gefällt werden. Man verfährt in der Hauptsache wie in a. Nach dem Fällen

erhitzt man, bis die über dem Niederschlage stehende Flüssigkeit völlig

farblos geworden, und filtrirt alsdann so rasch wie möglich ab. Lässt

man die Flüssigkeit mit dem Niederschlage erkalten, so löst sich wieder

ein wenig von demselben auf und man erleidet Verlust.

b. Durch Fällung als Oxyd nach vorhergegangenem Glühen der Substanz.

[Greek: a]. Man erhitzt in einem Porzellantiegel bis zur Zerstörung der

organischen Substanz, löst den Rückstand in verdünnter Salpetersäure,

filtrirt, wenn nöthig, und verfährt nach a. [Greek: a]. oder (nach

vorhergegangenem Abdampfen) nach d. --

[Greek: b]. Bei Kupfersalzen mit organischen Säuren lässt sich die

Bestimmung häufig auch in der Art vornehmen, dass man den geglühten

Rückstand mit Salpetersäure befeuchtet, eindampft, nochmals befeuchtet,

wieder eindampft und endlich vorsichtig glüht.

Man hat bei dieser letzteren Methode aus dem §. 79. 2. b. angeführten

Grunde in der Regel einen unbedeutenden Verlust.

c. Durch Fällung als Schwefelkupfer.

Man versetzt die Lösung, welche alkalisch, neutral oder mässig

sauer sein kann, aber keinen grossen Ueberschuss von Salpetersäure

enthalten darf, je nach der Menge des Kupfers, entweder mit starkem

Schwefelwasserstoffwasser, oder man fällt sie durch Einleiten von

Schwefelwasserstoffgas, filtrirt nach völliger Ausscheidung rasch ab,

wäscht den Niederschlag ohne Pause mit schwefelwasserstoffhaltigem

Wasser aus und trocknet ihn im Filter. Alsdann schüttet man dessen

Inhalt in ein Becherglas, verbrennt das Filter in einem kleinen

Porzellanschälchen, vereinigt die Asche mit dem Niederschlage,

übergiesst mit mässig verdünnter Salpetersäure, setzt etwas Salzsäure zu

und erwärmt gelinde, bis der ausgeschiedene Schwefel rein gelb geworden.

Man verdünnt nun mit Wasser, filtrirt und fällt nach a.

d. Durch Glühen.

Man erhitzt das zu zersetzende Salz in einem Platin- oder

Porzellantiegel bei anfangs ganz gelinder, allmälig zum heftigen

Glühen gesteigerter Hitze und wägt den Rückstand. Da das salpetersaure

Kupferoxyd bei der Zersetzung stark spritzt, so bringt man es

zweckmässig in einen kleineren bedeckten Platintiegel, stellt diesen in

einen grossen, ebenfalls bedeckten und glüht so. Resultate bei gehöriger

Vorsicht sehr genau.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 283 / 749 题