1. _Bestimmung als metallisches Quecksilber._

Dieselbe kann ausgeführt werden:

a. $Auf trockenem Wege.$

Man bringt in ein, 1-1/2 Fuss langes, 3-4 Linien weites, am hinteren

Ende zugeschmolzenes Rohr von schwer schmelzbarem Glase hinten hin eine

zwei Zoll betragende Schicht trockenes Kalkhydrat, darauf das innige

Gemenge der zu analysirenden Quecksilberverbindung mit einem Ueberschuss

von Natronkalk (§. 45. 4.), sodann den Natronkalk, mit dem man den

Mischungsmörser nachgespült hat, ferner eine Schicht reinen Natronkalk

und endlich, einen lockeren Pfropf von reinem Asbest, zieht alsdann die

Röhre vorn aus und biegt sie in einem etwas stumpfen Winkel um. -- Die

Manipulationen beim Mischen und Einfüllen sind dieselben, welche bei

der organischen Analyse angewendet werden, daher dieselben hier nicht

ausführlicher beschrieben worden sind.

Die so zugerichtete Röhre legt man, nachdem man durch Aufklopfen

derselben einen Canal über der Füllung erzeugt hat, in einen

Verbrennungsofen und senkt die Spitze in einen Wasser enthaltenden

Kolben, so dass die Oeffnung durch das Wasser halb geschlossen ist.

Die Anordnung des Apparates wird durch Fig. 45 veranschaulicht. _a_ --

_b_ enthält Kalkhydrat, _b_ -- _c_ die Mischung, _c_ -- _d_ den zum

Nachspülen verwendeten, _d_ -- _e_ reinen Natronkalk, _e_ -- _f_ den

Asbestpfropf.

[Illustration: Fig. 45.]

Man umgiebt die Röhre wie bei einer organischen Analyse, von _e_ nach

_a_ langsam fortschreitend, mit glühenden Kohlen, treibt zuletzt durch

Erhitzung des im hinteren Theile der Röhre liegenden Kalkhydrats den

letzten Rest der Quecksilberdämpfe aus der Röhre, schneidet, noch

während dieselbe im vollen Glühen ist, den Hals bei _f_ ab, spült den

abgeschnittenen Theil mit Hülfe einer Spritzflasche in den Kolben

vollständig ab, vereinigt die überdestillirten Quecksilberkügelchen

durch Umschütteln, giesst nach längerem Stehen das ganz klare Wasser

ab, das Quecksilber aber in einen gewogenen Porzellantiegel, nimmt den

grössten Theil des noch dabei befindlichen Wassers mit Löschpapier

weg und trocknet zuletzt unter einer Glocke neben Schwefelsäure, bis

das Gewicht constant bleibt. Wärme darf nicht angewendet werden.

Eigenschaften des Quecksilbers §. 63.

Diese Methode kann auch bei organischen Verbindungen angewendet werden.

-- Die Genauigkeit der Resultate ist von der Sorgfalt bei der Ausführung

geradezu abhängig. -- Dieselbe wird auf die Spitze getrieben durch

Anwendung des etwas complicirteren Verfahrens, welches $Erdmann$ und

$Marchand$ zum Behufe der Atomgewichtsbestimmung des Quecksilbers

und Schwefels angewendet haben, und hinsichtlich dessen ich auf die

Originalarbeit verweisen muss. Journ. f. prakt. Chem. XXXI, S. 385;

auch: Pharmaceut. Centralblatt. 1844. S. 354.

b. Auf nassem Wege.

Man fällt die mit freier Salzsäure versetzte, von etwa anwesender

Salpetersäure durch wiederholtes Abdampfen mit Salzsäure befreite,

in einem Kolben befindliche Lösung mit einer klaren, freie Salzsäure

enthaltenden Auflösung von Zinnchlorür, welche man im Ueberschuss

zusetzt, kocht kurze Zeit und lässt erkalten.

Die nach längerem Stehen völlig klar gewordene Flüssigkeit giesst

man von dem metallischen, im günstigen Falle zu einer Kugel

zusammengeflossenen Quecksilber ab, wäscht dieses durch Decantation erst

mit Salzsäure enthaltendem, dann mit reinem Wasser ab und bestimmt es

sodann wie in a.

Haben sich die Quecksilbertheilchen nicht zu einer Kugel vereinigt, so

giesst man die klare Lösung ab, giebt etwas mässig verdünnte Salzsäure

in den Kolben und kocht kurze Zeit, wodurch man seinen Zweck in der

Regel bald erreicht. -- Eigenschaften des Quecksilbers §. 63.

Statt des Zinnchlorürs kann man sich auch anderer Reductionsmittel, so

der phosphorigen Säure, der schwefligen Säure etc. bedienen.

Diese Methode giebt nur bei sehr sorgfältiger Ausführung genaue

Resultate. In der Regel wird zu wenig erhalten, vergleiche Versuch

Nro. 68. (Derselbe rührt nicht von mir selbst, sondern von einem meiner

Schüler her.) Der Verlust ist jedoch nicht in der Methode begründet, wie

gewöhnlich angenommen wird, d. h. er rührt nicht von dem beim Kochen

und Trocknen verdampfenden Quecksilber her (Vers. Nro. 50), sondern

seine Ursache ist die, dass man in der Regel das Quecksilber nicht

ganz vollständig absitzen lässt und überhaupt durch Mangel an Sorgfalt

beim Decantiren, Abtrocknen mit Papier etc. Verlust veranlasst. --

Enthält eine Lösung viel Salpetersäure, so ist es jedenfalls besser, das

Quecksilber als Schwefelquecksilber zu bestimmen.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 277 / 749 题