Hat man Silberoxyd, kohlensaures Silberoxyd etc., so glüht man ganz
einfach in einem Porzellantiegel bis zu erfolgter Reduction. Bei
Salzen mit organischen Säuren ist es zweckmässig, das erste Erhitzen
im bedeckten Tiegel vorzunehmen; alsdann nimmt man den Deckel ab und
erhitzt stärker, bis alle Kohle verbrannt ist. Eigenschaften des
Rückstandes §. 61. Die Methode giebt bei Silberoxyd etc. absolut genaue
Resultate. Bei Salzen mit organischen Säuren bekommt man nicht selten
ein Unbedeutendes zu viel in Folge eines Kohlengehaltes des reducirten
Silbers.
Will man Chlorsilber behufs seiner Analyse in metallisches Silber
überführen, so bringt man es in die Kugel einer Kugelröhre, schmilzt es
und wägt. Man passt alsdann die Kugelröhre an einen Apparat (Fig. 44),
aus dem sich trockenes Wasserstoffgas entwickelt.
[Illustration: Fig. 44.]
_A_ ist die granulirtes Zink enthaltende Entbindungsflasche, _b d_ ein
langes Glasrohr, welches bis _c_ mit Löschpapier und von _c_ bis _d_ mit
Chlorcalcium gefüllt ist. -- Sobald der Apparat ganz mit Wasserstoff
erfüllt und der Gasstrom ruhig und langsam geworden ist, erhitzt man
das Chlorsilber zum Schmelzen und erhält es bei mässiger Glühhitze,
bis sich keine Salmiaknebel mehr erzeugen, wenn man ein mit Ammon
befeuchtetes Glasstäbchen an die Mündung hält, aus der das Gas austritt.
Nach dem Erkalten nimmt man die Kugelröhre ab, hält schief, damit das
Wasserstoffgas durch Luft verdrängt wird, und wägt. Die Resultate sind
ganz genau.