Das Silber kann man aus sauren, neutralen und alkalischen Lösungen
durch Schwefelwasserstoff, sowie aus neutralen und alkalischen
Lösungen durch Schwefelammonium vollständig niederschlagen. Soll
es mit Schwefelwasserstoff gefällt werden, so kann man sich bei
kleinen Mengen von Silber eines frisch bereiteten, völlig klaren
Schwefelwasserstoffwassers bedienen; bei grösseren Quantitäten leitet
man in die mässig verdünnte, nicht zu saure Lösung gewaschenes
Schwefelwasserstoffgas. Nach erfolgter Ausfällung erwärmt man die
Flüssigkeit ein wenig, bringt das gefällte Schwefelsilber auf ein
gewogenes Filter, wäscht aus, trocknet bei 100° und wägt. Eigenschaften
des Niederschlages §. 61. Diese Methode giebt bei sorgfältiger
Ausführung recht genaue Resultate. -- Man trage Sorge, bei der
Filtration die Luft möglichst abzuhalten und dieselbe schnell zu
vollführen, damit sich aus dem Schwefelwasserstoffwasser kein Schwefel
niederschlage, wodurch das Gewicht des Schwefelsilbers zu hoch ausfallen
würde.
In eben beschriebener Weise darf das Schwefelsilber jedoch nur dann
gewogen werden, wenn man überzeugt sein kann, dass sich mit dem
Schwefelsilber kein Schwefel niedergeschlagen hat, wie dies der Fall
sein würde, wenn in der Flüssigkeit Eisenoxyd oder eine andere den
Schwefelwasserstoff zersetzende Substanz enthalten gewesen wäre. Im
Falle also der Niederschlag freien Schwefel enthält, digerirt man ihn
sammt dem Filter mit mässig verdünnter Salpetersäure bei gelinder Wärme
bis zur vollständigen Zersetzung (bis der ungelöste Schwefel rein gelb
erscheint), filtrirt, spült gut nach und verfährt nach 1.